Destiny Determer
Am Abgrund der Zeit - Druckversion

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RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 28-02-2012 19:35 PM

Nachdenklich sah Lor der Sonne zu, die am Horizont das Meer berührte. Salziger Seewind spielte mit seinen Haaren und ließ sie tanzen, während er auf einer Klippe abseits des Geländes saß, völlig in Ruhe.
Er war weit gekommen. Erst bot sich ihm die Möglichkeit, plötzlich über seine Kräfte zu verfügen, dann jobbte er durch diverse Bereiche, fand nichts, was zu ihm passte, wurde schließlich von einem Menschen auf offener Straße angefallen und hatte ihn in Notwehr umgebracht. Ein negativer Punkt in der Nichtmenschlich-Akte, die ihn daraufhin unfähig machte, neue Arbeit anzunehmen. Kaum ein paar Tage danach war das letzte, was er sah, ein weißes Tuch, und gerochen ein beißender ekelhafter Duft, der ihn direkt ins Traumland beförderte.
Als er aufgewacht war, fand er sich irgendwo unter der Erde wieder, hatte eine frische OP-Wunde am Handgelenk und einen Mikrochip unter der Haut. Jolèk war der erste, den er dann sah. Ihm wurde mitgeteilt, dass er jetzt für diese Organisation arbeitete, die sich seiner erbarmte, sofern er mitmachte, denn schließlich war er sonst zu Arbeitslosigkeit verdammt.
Ohne ein Ziel willigte er ein, was blieb ihm? Von seinen Vertrauten hatte er ewig nichts gehört oder gesehen, seine Schwester stieß ein paar Tage später dazu und die Sache war erledigt.

Wenn er heute zurückdachte, erinnerte er sich an ein auffälliges Wappen in den Stationen und als Stempel, das er mittlerweile als jenes von New Light kannte. Damals war er dumm gewesen. Unwissend. Ein Spielball der Mächte.
Und heute? Frisch entflohen, Soldat, Missgunst überwunden, und ein Hobbykoch. Große Klasse.
Lor stand auf und sog den Wind ein.
Lange, kräftige Lederschwingen, die Schuppen dunkelblau, die Membran hellblau, falteten sich schräg nach oben in die Luft auf. Die Sonne schimmerte auf den grasgrünen libellenartigen Spitzen zwischen den Flügelfingern.
Wenigstens hatte er jetzt einen Ort, an den er immer wiederkehren konnte. Egal, was geschah. Leute, die ihm vertrauten, so wie Sean und seine Truppe, Leute, die auf seine Mitwirkung in der Kantine warteten und sich freuten, und Leute...
Er ließ sich vornüber fallen und spannte die Flügel auf, nutzte den Aufwind.
Leute, für die er kämpfte. Mit dem Status, den er jetzt erlangt hatte, konnte er anderen helfen, die sonst hilflos waren. Und noch viel mehr.
Der Krasáne zog einen weiten Bogen um die Insel, bevor er schließlich im letzten Licht der Dämmerung auf den Hof zurückkehrte und in den Gebäudekomplex eintrat.

Etwas ziellos lief Lor nur durch die Korridore und genoss die Atmosphäre. Letztlich war es ein jüngerer Bursche, in Uniform, der ihm im Vorbeigehen einen Brief zusteckte und nicht einmal salutierte, dann war er weg.
Etwas verwundert ging der Blauhaarige aber weiter, ließ sich nichts anmerken und holte den Umschlag erst in seinem Zimmer wieder aus dem schützenden Inventar. Blaue Tinte zeigte sich auf dem pergamentfarbigen Papier.

35 41 2 , 139 46 28

Etwas verwirrt untersuchte er das gesamte Dokument, aber da standen nur diese paar Zahlen. Jedoch fühlte er mit den sensiblen Fingerkuppen noch etwas. Kleine Kerben. Ein Kreis...?
Er überlegte. Unten an der Ecke stand noch 2200. Eine Uhrzeit vielleicht?
Dann...
Er nahm das PDA in die Hand und suchte Karten. Flink waren die Zahlen eingetippt und tatsächlich.
35° 41' 2'' N, 139° 46' 28'' O
"Nö, oder...?" Er lehnte sich rückwärts gegen die Wand und pustete eine Strähne aus dem Gesicht. "Ihr wollt mich doch alle roll'n..."
Die aufgeschlagene Karte zeigte eine wohlbekannte Form, die heute weniger Land maß als früher, weil das Meer sich hineingefressen hatte.
"Hajimemasute...", murmelte er, setzte sich auf, schaute auf die Uhr des Geräts und seufzte. "Warum? Warum ich? Warum Tokyo?"
Lor durchsuchte die Missionsliste und fand um 22Uhr Abflug ein Kontrollkommando, das sich um seltsame Vorkommnisse durch radioaktiv verseuchte Küsten- und Tiefseegebiete kümmern sollte. Na klasse, als ob er die Strahlung ab konnte. Der Blick glitt über das knappe Schreiben mit den Zahlen. Etwas sagte ihm, dass das nicht alles war. Nun gut. Man würde sehen.
Der Krasáne steckte alles ein und verließ das Zimmer, um sich im Soldatenquartier anzuschauen, welche Truppe er begleiten sollte.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 29-02-2012 02:11 AM

Die Sonne verschwand gerade am Horizont, das Orange im Himmel wich einem dunklen, noch blassen Blau, Clarke und Penso machten sich aus dem Staub, ließen Koron und seine Schwester erst einmal alleine. Die beiden hatten sich nach zwölf Jahren mit Sicherheit einiges zu erzählen.
Die beiden saßen im Gras, vor ihnen erstreckte sich noch ein kleiner Strand, dahinter das endlos weite Meer. Direkt vor ihnen war noch ein kleiner, natürlicher Ansatz, wo es etwa zwei Meter hinunter ging.
"Ich... kann's gar nicht glauben... Ich habe dich so lange gesucht. Überall! Ich... ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben... Wo warst du die ganze Zeit? Was hast du gemacht?"
Korons Stimme war ungewohnt weich und freundlich. Die Erleichterung und das Staunen konnte man sicherlich heraushören.
"Ach, Koron... Es tut mir Leid. Die Polizei hat mich mitgenommen, noch an dem Tag, als Mama und Papa... naja... Sie haben mich an eine neue Familie weitergegeben. Ich habe mein Abitur gemacht, dann gearbeitet. Als erstes war ich Sekretärin bei einem Informationsunternehmen, danach bin ich hierher gekommen, arbeite jetzt in der Informationsbeschaffung."
Der Schwarzfuchs hörte seiner kleinen Schwester aufmerksam zu, sanft lächelnd, immer wieder nickend, innerlich so unglaublich erleichtert, dass es ihr die ganze Zeit über gut ging.
"Du glaubst nicht, was ich mir für Sorgen gemacht habe."
"Ich habe mich auch um dich gesorgt... du warst auf einmal weg, völlig von der Bildfläche verschwunden..."
"Die Polizei hat mich über Mom und Dad aufgeklärt, als ich von der Schule nach Hause kam... Ich, ähm... Sie haben keine Anstanden gemacht, mir eine neue Familie zu suchen... sie wollten mir auch nicht sagen, was mit dir war. Ich habe meine Sachen gepackt und bin abgehauen. War vielleicht nicht gerade die beste Idee..."
Iari musste leicht lachen, hatte aber eine besorgte Miene auf dem Gesicht.
"Ja, du warst schon immer sehr... impulsiv", erinnerte sie sich mit einem nachdenklichen Nicken, das Koron erwiderte, ohne sie direkt anzusehen.
"Die nächsten Jahre habe ich... getan, was ich eben tun konnte. Als Ausreißer ohne Schulabschluss hast du keine große Wahl, also bin ich umhergereist, habe gearbeitet, wo es gerade etwas zu erledigen gab... Ich bin viel herumgekommen! Durch ganz Deutschland bin ich gereist, war sogar ein paar Mal in den USA, und in Italien, weil ich von... Arbeitgebern dorthin geschickt wurde."
Es klang so deutlich romantischer, als es tatsächlich war, allerdings wollte Koron seine Schwester nicht unnötig beunruigen. Sie musste nicht wissen, was für Jobs das waren.
"Irgendwann bin ich so ziemlich durch Zufall hier gelandet, das dürfte etwa drei Wochen her sein... Habe mich dann als DSU hier beworben, ein paar nette Leute kennengelernt... zwei davon kennst du ja schon." Koron musste dabei erneut lächeln, als er an Penso und Clarke dachte.
Iari hörte ihm ebenfalls zu und lächelte sanft, als er erzählte. Irgendwann legte sie ihren Kopf auf seine Schulter, der Schwarzfuchs legte den Arm brüderlich um sie.
"Kaum zu glauben... wir haben uns seit dem... Tag, damals nicht mehr gesehen. Und plötzlich hab ich dich wieder", Iari seufzte leise, die Augen gen Horizont gerichtet, "Weißt du noch, was ich dir davor als letztes gesagt habe?"
Koron blickte ebenfalls hinaus zum Meer, auf seinen Lippen formte sich erneut ein leichtes Lächeln.
"Natürlich. Es war am Vorabend, nachdem die Kensons weg waren und Dad uns ins Bett geschickt hatte. Herr Kenson und seine Frau haben mal wieder über mich gelästert, weil ich adoptiert war, und wegen meiner Klaue... Wir waren oben noch wach und haben zugehört, und du hast mir dann gesagt, dass ich..."
"Dass du der beste große Bruder warst, den ich je hatte, ganz gleich, ob du adoptiert warst oder nicht. Und dass ich deine Klaue cool fand, weil du damit Jural immer eins reinwürgen konntest, wenn er mich geärgert hatte."
Koron lächelte etwas breiter, "Ja, genau. Und ich habe versprochen, dass ich immer auf dich aufpassen würde. So, wie es sich für einen großen Bruder nunmal gehört."
Iari lachte leicht, dann seufzte sie erneut, "Ja."
"Und ich werde mein Bestes tun, dieses Versprechen endlich einzuhalten."
Erneut lachte Iari leise auf, weiter an ihren Bruder gelehnt. Die Sonne war nun komplett verschwunden, vom Meer her kam eine kühle Brise, das Orange am Horizont verschwand immer schneller und die beiden entschlossen sich schließlich, sich langsam wieder zu den Quartieren zu begeben, bevor es ganz dunkel wurde.


RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 29-02-2012 14:23 PM

"Wenn unsere entwickelten Prozessoren einmal das Laborstadium verlassen, würden sie sicherlich mit einer gewissen Verzögerung und entsprechenden Anpassungen auch auf dem normalen Markt landen. Doch aktuell sind die CPUs auf Basis dieses Stoffes noch nicht reif für den Produktiveinsatz", erklärte der Schwarzgewandte.
"Was die Einsätze angeht, so gibt es gelegentlich bei UI-Einsätzen ein medizinisches Geleit, ebenso bei einem starken Front Einsatz, welcher mehrere Tage andauern kann. Du kannst dich ansonsten bei der Verwaltung melden, und dein Anliegen schildern. Sie werden dich dann als potenzielle medizinische Assitenz eintragen. Generell kommen allerdings die richtigen Ärzte seltener zu richtigen Einsätzen, auch weil den meisten das Training und die Fähigkeiten fehlen."

Das Codec klingelte. "Here Liskor..... .... understood."
Der Blick Raphaels ging nochmal kurz zu seiner weiblichen Begleitung: "Ich muss wieder, der Präsident will mich sehen. Wir sehen uns."

-------
Es verging eine gewisse Zeit, bis der Magier das Büro von Norten Trendor erreicht hatte. Seine Sekräterin verwies ihn direkt rein, und schloss hinter ihm die Tür. Das Gesicht des älteren Mannes lag in Falten. Er saß in seinem Stuhl und hatte die Hände ineinander gefaltet.
"Come near", forderte er Raphael auf, und deutete anschließend auf ein Stück Papier, welches wie ein Brief anmutete.
"Read it..."
Bedächtig und mit einem mulmigen Gefühl nahm er es mit seiner einzigen Hand und suchte mit den Augen den Textbeginn auf. Zuvor viel jedoch das Logo des Europäischen Gerichtshof deutlich auf.

Einige Momente später legte der Magier leicht zornig das Schreiben beiseite. "They can't be serious! He is a child yet!"
"They can. They are scared, and will send a squad to execute the order."
"What about a contradiction?"
Norten schüttelte leicht den Kopf. "And revision at the human rights court in Strassburg?"
"The order is declared as 'urgent'. I don't think, they will stop..."
"And... whats about to.. hide him?"
Der Präsident zog eine Augenbraue hoch. "You mean, we should offend against the order and save him? Are you serious?"
"Don't you also think that this order is cruel and unfair?"
"What I think doesn't matter. At last we are all just soldiers."
"But ... ... I understand. An order from a person above yourself is more important than moral to you."
Der ältere Mann sprang unbeherrscht auf und schlug mit den Handflächen auf den Bürotisch. "That is not true! But if I save only this child and lost my position, a more cruel president could get here. I have done this job long enough to know about it."
"Nobody will know about it..."
"...you have already a plan?" Ruhe kehrte zurück in die Stimme Nortens.
"...yes, but I can't tell you, because of the chance of mind reading. As you know, I'am quite... immune to this sort of observation. The only thing I request is that you let me just do..."
"You know about possible consequences?"
"Yes. But nobody should die cause of the worry of someone..."
"I agree."

------
Es waren bereits einige Stunden vergangen. Der Exekutionsbefehl für Thomsen geisterte noch immer aktiv in seinen Gedanken umher. Er hatte einen Plan, wie alles passend laufen könnte, doch gab es ein großes Risiko dabei.
Der Magier erledigte noch einige Alltagsaufgaben, ehe er sich kurz nach 10 Uhr Abends wieder mit seinem Hauptaugenmerk beschäftigte.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 29-02-2012 15:30 PM

(Nebencharaktereliste aktualisiert)

Raphael hatte sich schnell von der Vampiress verabschiedet und war woanders hin entschwunden,
während Alexinara selbst noch einen ausgedehnten Spaziergang machte,
dabei noch den ein oder anderne Soldaten auf dem Weg traf,
und am Ende wieder auf ihrer Station aufschlug.
Diego war wieder irgendwo verschwunden und nicht auffindbar,
was Alexinara zu der Annahme brachte, dass er zu tun hatte,
schnell zog sie sich um und schaute in die Akten,
anscheinend gab es keine neuen Einlieferungen,
da die meisten Einsätze erst am Abend losgehen sollten.
Schließlich entschloss sich die Vampiress doch, ihr Anliegen bezüglich Einsätzen zu formulieren,
wo sie dann auch gleich in Arztklamotten hinging.
Das Gebäude wirkte auf den ersten Blick etwas abschreckend,
waren viele Büros um diese abendliche Stunde unbesetzt,
doch der zentrale Schalter schien eine 24h-Besetzung zu haben.
Die Dame dort war fleißig am Tippen, ob es eine Mail war,
oder ein Chatprogramm, vermochte sie nicht genau zu sagen.
Als sie ihrer gewahr wurde, schaute sie diese musternd an.

"Um well... I´m Alexinara, new doc at Terra.
I just wanted to ask for missions I can assist medical help.
Are there any available these days?",


fragte sie freundlich, aber bestimmt an,
während die Dame ihre ID-Karte einforderte,
die sie erst kürzlich neu ausgestellt bekommen hatte.
Kurz ging sie wohl die Akte der Vampiress durch,
blieb an einigen Dingen hängen und gab ihr die Karte zurück.

"I´m sorry but we got the order to not let you participate in any mission,
as long as your status is 'uncontrolable, not suitable for military mission' ",


erklärte ihr die Dame und Alexinara biss sich auf die Unterlippe,
hatte sie doch gewusst, dass Minds Einschätzung von damals irgendwo notiert worden war.
Unverrichteter Dinge ging sie wieder,
irgendwann musste sie zwangsweise an den Missionen teilnehmen,
vor allem sollte New Light sich als stärker herausstellen als gedacht.
Doch für den Zeitpunkt blieb ihr nichts andere übrig als zu warten,
eventuell würde sie Raphael dafür noch aufsuchen,
aber es war zu spät, um noch irgendwas zu machen.
So ging sie wieder auf Station.
Es bestand die Möglichkeit, zumindest über Nacht einiges zu tun zu bekommen,
denn die ersten Flieger für Missionen machten sich schon auf dem Landeplatz bereit.
Es war Schichtwechsel auf ihrer Station und gerade kam die Krankenschwester an,
die ihr am ersten Tag ausgeholfen hatte.
Wie immer nahm sich die Ärztin Zeit, die Übergaben an die Nachtschicht mitzuhören,
auch wenn aktuell kaum Fälle auf Station waren.
So würde sie sich Zeit nehmen können, für die neue Heilermagiesparte in diesem Bereich eine Arbeitsanweisung zu verfassen,
die dann offiziell auch die Benutzung von Heilfertigkeiten erlauben würde.
An ihrem Arbeitspc öffnete sie ein Dokument mit dem Namen 'Healing magic - Using Manual (HMUM)',
die Nacht war noch jung und der Vampiress standen einige Arbeitsstunden bevor.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 29-02-2012 16:28 PM

"It's 2130", merkte jemand von der Seite an. Lors Ohren stellten sich etwas gerader auf und er schaute Sean an, der ihm gegenüber saß. Mit einem letzten Zug setzte er den Dunkelhäutigen Schachmatt.
"You stopped me from seein' for my other camerades, ya know?"
"Ah, you won another time! Freak." Er wischte sich mit dem Daumen unter der Nase entlang und grinste. "Yeah, I know. It's sometimes better to not know right before startin'."
"I accepted the broad hint given to me. But now I have to go, my -unknown- ", mit gewisser Betonung sah der Krasáne sein Gegenüber beim Aufstehen listig, aber freundlich an, "team is waitin' for me. Well, it is not, that it is."
"Make sure you return, I would miss you in the training."
"He would not miss the games you win", flüsterte jemand hinter vorgehaltener Hand, jedoch absichtlich hörbar.
"Shut up!" Der Dunkelhäutige erhob sich lachend und schlug mit Lor ein. "See ya. Don't get lost in Japan."
"I didn't wanted to."

Das Blauhaar hielt sich wie schützend eine Hand vor das Gesicht. Mit kräftigem Wind hob gerade ein anderer Helikopter ab, und dann noch einer. Seiner stand still etwas weiter auf dem Feld.
Und davor drei menschlich anmutende Wesen sowie -
"You?"
Ein Wergepard wandt den Kopf, kramte in seiner Tasche fertig, verschloss den Rucksack, schnallte ihn auf den Rücken und kam gemütlich hoch. "Surprise, surprise, the little dog."
"I'm a wolf", knurrte er und zeigte die Zähne.
"Cut it out!", ging ein Mensch dazwischen. Er schien tatsächlich vom medizinischen Team zu sein, zumindest zeigte das ein Zeichen auf seiner Uniform.
"It's okay, you needn't to play the psychological aspect." Lor sah ihn ernst an und der Mann nickte.
"I didn't worked with animals so far."
"I expected it right from your action."
Der Gepard lachte kehlig. "If I want to rip out his guts, you couldn't stop me as well, little human! Just watch out to not die, okay?"
"Come in", erwiderte der Pilot anbei bloß stumpf und schlug die Führerhaustür zu.
Na, das konnte ja witzig werden.
Letztes Gepäck wurde sortiert und festgemacht, die Türen geschlossen und pünktlich um 22Uhr machte sich der mürrische Pilot auf den Weg Richtung Osten.

Es verging einige Zeit, ungezählt. Zwischendurch stellten sich die Menschen kurz mit ihren Namen vor, der Arzt erläuterte seine Bereitschaft und dass er sich um jedwege Verletzungen sowie Erscheinungen bezüglich der Radioaktivität kümmern würde, und schließlich schauten sie auf die beiden Anthros zu ihrer Seite, die meistens, wenn sie nicht zu ihnen sahen, sich gegenseitig mit Blicken dominierten. Keiner gab nach.
"I'm Aril Twin, master of fire. You had to know that", nickte er dem Krasánen zu, ein süffisantes Grinsen auf den Raubtierlippen. Er war offenkundig komplett befellt, soweit man das sehen konnte, und trug scharfe schwarze Krallen an prankenartigen Händen und den aufgestellten Füßen, auf deren Ballen er lediglich lief. Die Beinanatomie war die eines Tieres.
"I'm Lor."
"Nothing else?"
"You don't need to know, little plush cat."
"Harhar, you will see!" Eine Kralle zeigte auf ihn. "You will see. I was some more times in this evil landscape and you'll see, that you need me."
"Maybe." Wenn der Gepard immun gegen Strahlung war, höchstwahrscheinlich. "So what about our instructions?"
"You didn't came to the meeting before. You would had known already."
"Don't provoke me. Just tell." Die zweifarbigen Augen sprachen Feindlichkeit, aber nur im Stande, weil sein Gegenüber ein genau so dominantes Männchen war. Im Kampf würde es keine Probleme mit Zusammenarbeit geben.
"We have to analyse, look out for bases in the barrens, and try not to die from anything. The normal things."
"Very precise, thank you."
Aril hob die Arme. "Sorry, I don't know more. Everytime we didn't know what we came for since we arrived and looked out for the man contacting us."
Lor hob eine Braue. "Ah, I see."
"What is your ability 'bout?"
"I've many. You'll see." Ein diabolisches Grinsen legte sich auf des Krasánen Züge, weil er die Worte umdrehen konnte.
"Hmpf."

Die Sonne ging auf, wanderte, und inklusive Zeitverschiebung begrüßte sie ein relativ hitziger früher Nachmittag. Geschätzt 13Uhr.
Lor hob die Hand, um die Augen vor dem grellen Licht zu schützen, als sie in flirrende Hitze ausstiegen.
"What..."
Kahles Land, mehr eine Steppe, ein Ödland fast.
"It's not Tokyo."
"Tokyo is just a codename for this mission", erwiderte der Gepard, packte sich seinen Rucksack auf den muskulösen Rücken und ging voran. Die Menschen folgten dem über zwei Meter hohen Riesen direkt nach. Lor sah noch einmal zurück zur Maschine. Was würde ihn erwarten?
Er drehte sich um und ging Aril nach, der jetzt wohl oder übel der einzige Anhaltspunkt hier war. Der Helikopter fuhr hinter ihm wieder alles hoch und hob schließlich ab, um rasend schnell am Himmel zu verschwinden.
Trockene Luft, ein Hauch von salzigem Meerwasser, aber die Luft stand gerade mehr, darum blieb nicht viel von der Nähe zur See. Das Blauhaar schaute sich um. Kaum Vegetation, und wenn, meistens kahl oder ausgedorrt. Vielleicht waren sie auch nicht in Japan? Ein fixer Blick auf seinen PDA, doch bevor er einen Finger daran legen konnte, brüllte der Anführer von vorn.
"Put this thing away! Noone should know where we are."
Er gehorchte, die zurückhaltende Vorsicht blieb aber. Mit knappem Sprint schloss er auf und ging neben dem Befellten her.
"Where are we?"
"Japan. Somehow in the west of Tokyo, somewhere the rain forgot. Economize your using of water - here's nothing anymore."
"I was sent into a desert."
"Yes." Der Gepard lachte und klopfte ihm hart auf den Rücken, dass er kurz nach vorn stolperte. "And you're good of listen to me and my instructions, otherwise ya dead."
"I would remember it", erwiderte der Krasáne trocken und schaute sich nur um. Die Ebene war umgeben von Gebirge. Und nirgendwo ein Zeichen von irgendetwas. "We won't go controllin' the sea, yes?"
"Yes."
Lor legte eine Hand ans Gesicht. "God in heaven."
"He won't help you the next days or weeks, so don't pray. Come, get in here." Aril Twin öffnete einen Metalldeckel. Lor sah ihn skeptisch an, trat vor und lugte hinein. Ein Tunnel mit einer Stufenleiter darin. Zögernd schwang er sich hinein und kletterte hinunter, die anderen folgten.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 02-03-2012 12:55 PM

Rasch brachte der Schwarzfuchs seine kleine Schwester noch auf ihr Zimmer, es war Abteil B, Raum 012. An sich sah alles so aus wie in dem Gang, den Koron und seine Kollegen bevölkerten, nur mit etwas gewöhnlicher aussehenden Leuten bestückt. Niemand mit ungewöhnlichen Mutationen, keine Leute, die von irgendwelchen Auren umgeben wurden oder permanent irgendwelche Körperteile in Flammen stehen hatten. Man verabschiedete sich noch, die beiden fügten sich gegenseitig in ihre Kontaktlisten auf den PDAs ein, dann begab sich Koron allein auf sein Zimmer. Vielleicht konnte er jetzt endlich etwas Schlaf abbekommen.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 07-03-2012 00:16 AM

Um 5 Uhr morgens herrschte absolute Stille auf Station,
es war eine Stunde vor regulärem Schichtwechsel,
auf Station waren zwei Betten belegt,
wo Soldaten drinne lagen, welche zur Überwachung bleiben sollten.
Ihr letzter Einsatz hatte eine Hetzjagd mit Schießerei gefordert,
wo beide Männer, ohne besondere Fähigkeiten,
in Mitleidenschaft gezogen worden waren.
Direkt bei ihrer Ankunft hatte die Vampiress alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet,
damit die Männer schnell überwacht und auch bald entlassen werden konnten,
dank der ärztlichen Unterstützung eines "Einsatzarztes" waren die Blessuren gering geblieben.
Kurz nachdem sie die Berichte für die beiden beendet hatte, erschien Diego im Arbeitsraum,
er wirkte, wie gewohnt, etwas übereilt und beschäftigt,
ungewöhnlich ruhig schlenderte er dann zum Sofa,
wo er sich einfach ablegte und die Augen schloss.

"You´re going to take a nap?",


fragte die Vampiress nebenbei und schaute von ihrem Bericht auf,
eine Augenbraue schon in der Höhe und ihr Stift an den Lippen,
der Dingo schaute noch gerade so zur Seite, mit der Hand abwinkend.

"Yeah long night you know.
Was just tiered, a sec and I´ll go back to work."


Die Untote musste lachen,
der Dingo schaute sie an,
schloss dann auch wieder die Augen.

"Just get your break,
go to your room and chill out.
I´ll manage this till the next shift will be here",


erklärte sie ihm und verfrachtete ihn mit sanfter Gewalt aus dem Raum,
etwas unwillig fügte sich der Dingo am Ende ihrer Anweisung,
er ging gen Umkleidekabine, wo er bald in Zivil verschwand.
Die kommenden Stunden vergingen vergleichsweise schnell,
die neue Schicht trat an, dazu auch der diensthabende Arzt und eine Assistentin,
welche ihr praktisches Jahr für das Medizinstudium auf Terra verbrachte.
Um 8 Uhr verließ die Vampiress nach ihrer ärztlichen Übergabe die Station,
sie machte einen Schwenker über die Gartenanlagen der Insel,
wo sie eine Weile verbrachte, ehe sie am Landeplatz vorbei in ihr Quartier gehen wollte,
gerade hatte sie diesen erreicht,
als eine größere Truppe Helikopter landete.

Sofort erkannte sie das Symbol der Flugmaschinen,
es war das Zeichen des europäischen Gerichtshofes.
Etwas fragend trat sie an den Platz heran,
gerade lief ihr eine der Platzwachen über den Weg,
welche für Ordnung beim Ein- und Ausfliegen sorgten,
und schwierige Manöver vom Boden her anleiteten.

"Hey you, what are these people doing here?",

fragte sie ihn, während sie ihn sanft an der Schulter zurückhielt,
der Mann wirkte etwas verschreckt, wohl auch in Eile, und schaute sie an.
Ehe er antwortete, drehte er sich zu ihr um.

"They send some people over here to get the boy,
said somethin´ about execution or so.
Maybe he is too dangerous for them, dunno",


sagte er noch und verschwand gleich wieder,
zurück blieb Alexinara und wunderte sich,
wer denn damit gemeint sein könnte.
Die Delegation, bestehend aus einigen schwer bewaffneten Soldaten,
dazu auch leichter bewaffneten Menschen,
zwei Anzugmenschen und einem "Gruppenleiter" in halber Uniform,
machte sich vom Platz aus auf den Weg.
Hinter der Truppe sammelten sich noch an die zehn Mann,
welche das Gebiet und vor allem ihre Flugmaschine absicherten,
das ganze Szenarion wirkte etwas befremdlich in dem Moment.
Unauffällig folgte die Untote der Truppe,
die direkt gen Gefängnisanlagen zu gehen schien,
dort am Tor angekommen erkundigten sie sich nach dem Leiter,
der sie anscheinend auch erwartete.
Augenscheinlich ging aber nur ein kleiner Teil der Truppe mit,
der Rest, vor allem die schwer Bewaffneten blieben an der Tür.
Sie stellte sich an eine nahe gelegene Wand und versuchte, zu belauschen,
was die kampferprobten Männer sich erzählten,
schließlich konnte man so auch viel erfahren.

"Ye Bro, gonna take a little kid outta here,
they said he can kill us just with his eyes,
kind of monster I heard.
Caused the troubles in Hannover back then,
let's wait how much he can do against us",


prahlte der Mann in völliger Überzeugung seiner Fähigkeiten,
und der Überzeugeung, dass er ein Monster vor sich haben würde.
Etwas schockiert über diesen Fakt wusste Alexinara nicht, was sie machen sollte,
allem Anschein nach wollten sie den jungen Thomsen abholen,
und so wie die Delegation wirkte, waren es auch keine guten Gründe.
Schnell suchte sie den Weg gen Raphaels Büro,
wenn, dann wüsste nur noch er, was man nun machen könnte,
oder hatte schon einen guten Plan für die Situation.
Kaum fünf Minuten später war sie eingetroffen,
musste sich aber von Rezlan sagen lassen,
dass er gerade aus dem Büro gegangen war,
wohin hatte er ihr aber nicht mitgeteilt.

//Ich hoffe, du kümmerst dich um diese Leute...//,

dachte sie bei sich und wollte es noch weiter im Auge behalten,
vorerst blieb ihr aber nichts anderes übrig,
als in ihr Quartier zu gehen und dort abzuwarten,
eventuell würde sich von selbst etwas ergeben.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 07-03-2012 00:31 AM

Nach einem relativ langen, gleichbleibenden Abstieg erreichten sie irgendwann eine Untergrundbasis, aber Lor erkannte nicht nur am Geruch, sondern auch der seltsamen Atmosphäre, dass niemand hier war.
Aril kam hinter ihm nach einem Sprung der letzten Stufen auf den Füßen auf und ließ die Erde knapp erzittern. "Strange. – Hello?" Sein Ruf verhallte mit leisem Echo. "Okay, seems they abandoned this base already."
Der Gepard ging voran, Lor folgte sofort, die drei Menschen im Schlepptau. Seine Sinne waren bis auf's Äußerste geschärft und die Ohren sowie der Schweifpinsel zuckten in Bereitschaft, während er genaustens die Umgebung auslotete. Keine Spur von Kampf, Blut oder Hektik. Viele Zimmer waren ordentlich aufgeräumt, die Türen teilweise offen stehen gelassen, aber dieser düstere Hauch hier unten gefiel ihm gar nicht. Vielleicht fühlte er sich aber auch nur bedrängt von dem Fakt, unter der Erde zu sein.
"What are we looking for...?", flüsterte er fast. Sein Vordermann schob eine Doppeltür ganz auf.
"In that case we have to go a bit farther, to the next point, but let me see, how far..." Er führte den Satz nicht zuende. Aril war an einen langgezogenen Tisch getreten, auf dem noch Monitore und darunter alte Pc-Tower standen. Es lag nicht einmal Staub. Vermutlich waren die Leute noch nicht lange weg.
"As I guessed." Er fuhr mit der Pranke über den Tisch. Lor zuckte leicht zusammen.
"What was that...?"
Ein beunruhigendes Geräusch, ein leises Klacken, wie zwei Metallteile aufeinander. Aber es war schon wieder weg. Nein, da wieder. Die Menschen hörten es nicht und schauten ihn nur fragend an.
"That's why we're here." Der selbsternannte Feuermeister untersuchte weiter. "In these barrens - thank god only here - were found some interesting changes in the fauna, some kind of evolution."
Der Krasáne drehte sich rasch, jedes Mal, wenn das leise Klingen ertönte. Die Frequenz ließ ihn in Alarmbereitschaft stehen. Der Wergepard blieb völlig unbeeindruckt und blätterte durch ein paar zurückgelassene Papiere.
"Cause of the radioactivity and an unnatural fact we all know - New Light researching new evil things -, some of the located termites mutated. They got stronger mandibles so they can bite und cut through metal."
"No.." Das Blauhaar starrte auf seinen Rücken. "You say they... will destroy this base, piece to piece?"
"Yes. The institutes have their systems of early warning so they could react and evacuate fast."
"That means..."
Aril Twin drehte sich um und neigte den Kopf etwas, den Blick geschlitzter Katzenpupillen auf Lor gerichtet. "Get out of here."
Zu dem vorigen Klacken gesellte sich ein zweites. Jetzt war dem Krasánen klar, was es verursachte - metallene Insektenkiefer, die aufeinander bissen.
"We were not supposed to come down here...!", flüsterte Lor fast zischend, machte auf dem Absatz kehrt und scheuchte die Menschen zurück durch den Korridor. "Get a hurry! Go!"
Die beiden Uniformierten waren ziemlich lahm im Begriff. Ein feiner Rhythmus stellte sich in das Klackern ein. Der Gepard brüllte maunzend. Er packte das Blauhaar mit den kräftigen Armen und warf ihn vor, dass er an der Stufenleiter landete. "Get out, stupid!"
Erst verwirrt, dann nickte er und beeilte sich, die Leiter zu erklimmen. Der Arzt folgte ihm mit gemindertem Tempo. Ein Schrei wurde laut.
"What..."
"Don't look back!"
"Move your asses if you don't want to become a happy meal!", rief ihr Anführer von unten.
"Ah, fuck, it's eatin' mee!!", rief einer der Soldaten. Lor legte nur die Ohren an und griff auf die Seite in ihm zu, die pures Adrenalin durch die Adern jagte und den Puls irgendwo ins Jenseits verfrachtete. Der Rückweg kam einem unendlich lang vor, im Nacken das leise Klappern von Metall und die Schreie.
Dann endlich - der Deckel. Lor stieß ihn auf, sprang hinaus und packte ohne Zögern den Mann unter ihm am Arm und zog ihn heraus. Mit einem dumpfen Aufprall setzte der sich auf den Hosenboden.
"My god..." Er faltete die Hände und zeichnete mehrmals ein Kreuz vor sich. Das Blauhaar ignorierte ihn, beruhigte sich nebenher etwas und sah zurück in den Tunnel. Die Geräusche waren grausam.
Reflexartig zog er den Kopf zurück, als ein Feuerball hochgeschossen kam. Und hinterher eine bekannte, wild fluchende Stimme. Aril hüpfte heraus und haute den Metalldeckel zu, dass es krachte.
Stille. Nur der heiße Wüstenwind und sein angestrengter Atem. Lor brauchte nicht zu fragen, wo die anderen beiden waren.
Es dauerte einen Moment, bis der Befellte wirklich zu sich kam und aufsah, noch immer leicht hechelnd. Der Krasáne kam heran, trat an ihm vorbei, worauf dieser eine Braue hob, und nutzte das Stück Stoff, mit dem seine Uniform eingewickelt gewesen war, um es um die Schweifspitze des Wergeparden zu legen. Der Geruch von verbranntem Fell verflog rasch.
"Your tail was in flames."
"Oh. Thank you." Er prüfte den Rest seines Körpers, aber bis auf einige winzige Punkte, die bluteten, war alles ganz. Naja, der Schweif schien etwas rasiert und an einigen Stellen kahl.
"Lemme help." Ohne auf Antwort zu warten, legte Lor die Hand über die verletzten Stellen und heilte sie.
"Wow, a very useful buddy I got this time."
"The last were killed, hm?" Die zweifarbigen Augen suchten die eisblauen des anderen.
"Mostly. Let's get going. The next station is nearly a half day on feet." Aril zog den Doktor auf die Füße und marschierte schon los.
"What about the two down there? They didn't looked like soldiers."
"They -weren't- soldiers. One guy for informations and one for supporting."
"You must be kiddin'..."
"Do I look like kidding?!"
"No, like kitcat."
Der Gepard drehte sich um und sah einen Moment so aus, als wollte er Lor erwürgen, aber es legte sich doch ein sanftes Lächeln auf die Lefzen, bevor er weiterging und sie sich hinterher winkte. Ein kehliges leises Lachen. "Freak."

Der Arzt war zum Glück ausdauernder als seine beiden Kollegen. Er schwieg und folgte stur, aber es blieb ihm auch nichts anderes übrig. Stumm durchquerten sie die Ebene, ohne Anzeichen auf Leben oder Zeit.
Die Sonne wanderte weiter, brannte unbarmherzig auf ihre Köpfe und zerrte Schluck für Schluck an den Wasservorräten, die bald rationiert und eingestellt wurden.
Lauer Wind ging manchmal.
"You should pull somethin' over your arms, little. Don't risk to get burned out here."
Lor hechelte mit offenem Mund. "Don't worry, my skin is not skinny enough... to get burned... It's kinda..." Ihm fiel das Wort nicht ein. Denken wurde schwerer. Wie lange waren sie schon unterwegs...?
"Kinda?"
"Scales."
"What?" Der Gepard lachte. "What kind of freakin' bastard are you?"
"Somethin'... between wolf and a dragon... Reptile, and so."
"Cool. But... if you have scales like a reptile, are you poikilothermal as well?"
Lors Sicht verschwamm. Die Hitze hatte ihm Fieber in die Wangen getrieben und zerrte an seinen letzten Kräften. Die größten natürlichen Feinde von Krasánen waren Hitze und Kälte. Genau aus diesem Grund.
"Yeah..."
Er kippte vornüber. Aril brüllte auf.
"Goddamn!"
Angenehmer Schatten fiel auf des Blauhaars Haut. Er hechelte sich die Seele aus dem Leib.
"You should had told me earlier, idiot..."
"What had made... the difference..."
Schwärze legte sich über seine Augen und knockte ihn einfach aus. Der Arzt war sofort zur Stelle und prüfte die Vitalzeichen. Schreck stand in den Augen.
"His pulse is minimum double speed!"
Der Befellte zögerte nicht lange und griff seinem Kameraden unter Rücken und Beine, um ihn hochzunehmen. "Keep going, we haven't any time."



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 07-03-2012 10:05 AM

Kurz nach der Ankunft des Helikopters wurde Raphael bereits über das Erscheinen der Exekutive informiert. Er räumte noch kurz seine Sachen beiseite, und eilte dann aus dem Büro.
Die Delegation wusste offenbar genau, wo sie hinmussten, standen doch bereits mehrere Wachen direkt vor dem Zugang des Justice-Departments. Nachdem der Magier sich ausgewiesen hatte, ließen sie ihn ohne weiteres passieren.
In einer der vorderen Verwaltungsbüros stand befand sich der Kopf der Gesandtschaft.
"...and everything went right til now."
"Good day everyone. Are you the squad from the european court?"
"Yes", antwortete ein Anzugträger direkt vor ihm knapp und wandte sich zu ihm.
"Don't you feel any kind of remorse against this order?" - "No." Deutlich musterte der Mann vor ihm den Schwarzgewandten. Höchstwahrscheinlich war er informiert über den einarmigen Leiter der ISF.
Hinter ihm tauchte ein weiterer Soldat auf, der das Wappen der EU-Gerichtsbarkeit trug. "Everything is done." - "Ok, we are finished here. Let's go."
Die Truppe drängte sich am Magier vorbei und trat den Rückweg an. "What will you do with him now?!" Der Anführer der Truppe blieb kurz stehen und wandte sich mit kaltem Blick zurück. "We will seal his body and burn it. Nothing more." - "Thats a barbaric killing!" - "Killing?" Der angesprochene lachte etwas. "He is already dead." - "What?!" Langsam dämmerte es ihm. Sie hatten keine Zeit verloren und wohl hier an Ort und Stelle die Hinrichtung vollstreckt.
"You should be aware of using your words. We already know, that you have had the plan to hide him. So his execution had a bigger priority than something like moral."
Mit diesen Worten setzte sich der Trupp wieder in Bewegung. Kalte Wut stieg in dem Magier auf. Sie hatten ihn und Norten irgendwie belauscht. Vielleicht ein Informant intern... Doch darüber wollte er sich keine Gedanken machen. Weit wichtiger war das Ergebnis...

---------

Bedrückt betrat Raphael wieder sein Büro. Thomsen war tot. Man hörte noch die Motoren des Helikopters, der gerade die Insel verlassen wollte. So etwas passierte wohl, wenn ein Cat E als solcher identifiziert wird...


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 07-03-2012 10:32 AM

Alexinara hörte noch, wie die Helikopter über Terra flogen,
was auch immer sie hier gemacht hatten, ihr Werk war vollendet,
oder gescheitert, je nachdem, was in der letzten Stunde vorgefallen war.
Unruhig ging die Vampiress auf und ab,
ihr behagte das ganze nicht,
irgendetwas musste vorgefallen sein,
auch wenn sie nicht genau wusste, was.
Sie kramte noch etwas in ihrem Zimmer zusammen,
ehe sie wieder in das Büro von Raphael aufbrach,
eventuell würde er ihr etwas sagen können.

Auf dem Weg dorthin begegnete sie einigen Bewohnern Terras,
die alle aufgeregt miteinander im Gespräch standen,
die Ankunft des europäischen Gerichtshofes hatte sich rumgesprochen.
Einige sprachen von einem internationalen Befehl,
Horrorszenarien waren auch dazwischen über brutale Anordnungen,
und Exekutionen von magischen Individuen.
Irgendwann mochte die Vampiress nicht mehr hinhören und begab sich schnell in das Büro ihres Vetrauten,
dieses Mal konnte Rezlan sie passieren lassen,
auf ihrem Gesicht lag stille Trauer.

Als Alexinara die Tür offnete und hineintrat, kam ihr ein Gefühl von Wut und Trauer entgegen,
sie durchquerte das Zimmer und blieb vor ihrem Vertrauten stehen.

"Du wirst sicherlich wissen,
was der europäische Gerichtshof hier zu suchen hatte?
Vor allem mit der bewaffneten Truppe,
was hat Thomsen damit zu tun gehabt?",


fragte sie ihn in vorsichtiger Zurückhaltung,
seine Miene verriet ihr kein Stück seiner eigenen Gedanken,
sie setzte sich auf einen Stuhl und wartete auf seine Antwort,
sie ahnte schon, dass sie nicht unbedingt gut ausfallen würde.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 07-03-2012 10:33 AM

Als Lor zu sich kam, spürte er kalten Boden unter sich. Blinzelnd versuchte er, Umgebung zu erfassen. Wenn ihn nicht alles täuschte, waren sie schon wieder unter der Erde.
Angestrengt richtete er sich halb auf, wurde jedoch von einer bekannten Pranke aufgehalten und zurückgedrückt. "Lay down, you're wounded."
Das hatte er auch gerade gemerkt und kam der Aufforderung nur gern nach. Sein Kopf tat weh und das Fieber fraß noch. Seine Rechte suchte die Taille. Es roch nach seinem Blut und beim Ansehen hatte er auch welches an den Fingern, aber gar nicht einmal so wenig. Die Hand kehrte zurück, um die Wunde abzudecken und etwas den Blutfluss zu mindern.
"Where are we...?"
"I don't know, little. Would be great to know..."
Lor wandte den Kopf etwas um und erkannte Gitterstäbe. Sofort saß er senkrecht, zischte auf und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand.
"They get us some hours after you fainted. There's no doubt who they are."
"No..." New Light. "Fuck, no way..." Er wollte von der provisorischen Liege herunterrutschen, aber der eindringliche Blick seines Kameraden hielt ihn ab.
"Please don't move! I don't want to loose you right here."
"Tried you to melt the door?" Lor kniff ein Auge zu und stöhnte einmal vor Schmerz, bevor er es unterdrückte.
"It's material which isn't effected of magic."
"What else..." Er sah sich um. "Where's the doc?"
"Dead."
"Damn bastards... And what about us?"
"We're not dead yet", lachte der Gepard, den Blick nach wie vor auf das Gitter gerichtet.
"When I'm dead, I don't want to see you in my heaven", bemerkte Lor trocken witzelnd und kam von der Pritsche runter. "Get away."
"What are you doing...?!" Aril wich an die hintere Wand zurück, der Krasáne zeichnete mit dem Finger etwas in die Luft und streckte dann die Hand aus. "I don't feel lucky to die in here!"
Eine gewaltige Explosion sprengte das Metall weg, als wäre nie welches gewesen. Selbst die Hälfte der Wand dahinter fehlte. "Thank Raphael he teached me... Come."
"Wah wah wah, wait! What did you do, C4?!"
Er lugte in den Gang nach links und rechts. Nichts. "Call it CM if you like. Strong enough to blow away half of an island."
"What the fuck..."
Lor atmete ein und schob den Schmerz beiseite, richtete sich ganz auf und sprintete durch den verlassenen Korridor, die Katze im Nacken.

Unterwegs wurde Alarm laut und ab und zu versperrten ihnen Soldaten den Weg, die sie gemeinsam umnieteten oder mit Waffen erschossen. Offenkundige Mitgefangene und Zivilisten wurden befreit und auf freien Fuß gesetzt.
Als sie auf eine offene Doppeltür zuliefen, grinste Lor leicht. "Ladies and Gentleman, our next stop is central station. The train ends here, please be sure to exit the train. Have a nice day, goodbye."
"Freak."
Mit einem Knall krachte die Tür an die Wand. Forscher sahen schreiend auf, Soldaten schossen. Einer zerfetzte Lor die Schulter leicht, war aber auch der erste, der eine Kugel zwischen den Augen hatte.
"Hands up! Noone exits!"
Aril kicherte. "You said 'be sure to exit' ", flüsterte er. Lor hörte nicht zu und trat langsam vor, die Waffe auf den ersten Mann hier gerichtet. Sie waren in einem sterilen weißen Saal gelandet, in dem viele Tische, aber auch Pots standen. Und diese waren nicht ungefüllt...
"Holy mother..." Der Krasáne weitete die Augen. Ein kontrollierender Rundumblick mit den Sinnen an seinem Körper, aber es schien nichts zu fehlen. "Aril! Did they get hair of you?"
"What?"
Er trat vor und verscheuchte den Forscher, legte die Hand an das Gefäß und sah in ein scheinbar schlafendes Gesicht eines Mischwesens. Und es schien nicht ein einziges zu sein. "They're researching in clone technology...!"
"You mean, they copied me?!"
"Don't get serious, maybe they wanted to. We escaped faster than expected."
"Exactly", ertönte eine Stimme hinter ihnen. Lor hatte sich schneller umgewandt als normal. Ein offenkundiger Japaner stand in der Tür, neben ihm zwei Schützen mit MGs, ein dritter nahm Aufstellung mit M16. "I'm so glad we found you in the outlands! The best material is living material, as my father said, and now - "
"Are you goin' to die!", fauchte Lor laut und fuhr tiefschwarze Federflügel aus. Die Augen leuchteten rot auf und die Sicht ging in Blutrot unter. Alles im Umkreis, was lebte, bekam plötzlich eine einheitliche, intensive Rotfarbe.
"Wah, a demon! Shoot him down!" Der Mann flüchtete sofort, die Schützen fackelten nicht lange, aber keine Sekunde später wurden sie von blauem Feuer versengt, das der mittlerweile halbmorphe Drache spie, eine Hand an den Mund gehalten. Aril hob nur eine Braue.
"REALLY useful buddy."
"Don't talk, run!" Er drehte sich um. "Everyone with a pure heart in here, look your back, get out and live." Der Halbdrache sah sich noch einmal um, registrierte die Pots, aber in keinem war fühlbar Leben. Abflug.

Den Ausgang zu finden war nicht schwer, man musste nur der Spur des fliehenden Oberhauptes folgen. Lor legte seine Halbmorphe ab, um Kraft zu sparen, und hüpfte wieder in normaler Humanoider durch die Gegend.
"We have to talk, when we're out of here...", hechelte der Gepard und schleuderte einem vorbeirennenden Soldaten Feuer entgegen.
Bald hatten sie die Oberfläche erreicht. Die Basis befand sich an einem Berghang, an dem bereits massig Leute entlang flohen. Das Blauhaar blieb stehen und beruhigte seine Atmung, schloss die Lider und verfiel in Konzentration.
"What ya doin'...?"
"Ssh."
Jemand kam aus der Tür. Noch ein Forscher. Und ein Soldat, der von Aril Twin gebraten wurde.
Lor streckte die Sinne aus. Zehn, fünfzehn...
"What are you doing?! We should get away!"
Vierzehn. Ein Mann rannte vorbei. Der Gepard sah ihm nach und dann geduldig Lor an.
Eine Truppe. Neun.
Leichter Wind wehte durch den Schatten. Er kam aus der Hocke hoch, wo er eben noch die Hand auf die Erde gelegt hatte, ging langsam rückwärts.
Sieben. Zwei weitere Forscher.
Warnender Blick von eisblauen Augen im Nacken.
Fünf. Drei.
Und drei Soldaten. Sie bekamen Flammen.
"Now everyone is out! Get away!" Der Krasáne stieß sich rückwärts vom Boden ab und flog auf. Der Wergepard schien gelernt zu haben, dass er bei solch einem Ausruf wirklich die Beine in die Hand nahm, und ging sogar auf alle Viere. In nullkommanichts war er weg.
Die gefiederten Schwingen hielten den Blauhaarigen weit oben streng schlagend in der Luft auf einer Stelle. Ein urtümliches Gefühl bemächtigte sich seiner. Er kannte es, hatte es aber lange nicht mehr gespürt. Sehr lange...
Kraft des Lebens durchfloss ihn, als sich die Lider wieder öffneten und reinweiße Iris freigaben. Die rechte Hand hob sich und zog in großzügigen Linien erneut ein Zeichen unsichtbar in die Luft.
"I hope, you're far away, Aril..."
Und im nächsten Moment flog der gesamte Stützpunkt im Umkreis von einem halben Kilometer in die Luft.



Flache Rauchschwaden zogen über die Bergspitzen davon.
Erschöpft kam Lor hart auf dem Boden auf und kippte seinem befellten Kameraden in die Arme.
"Holy shit, you're an E."
"Tell... noone... or I... kill you..."
Zurück im Fieberwahn verlor er das Bewusstsein und trat instant aus dem Geschehen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 07-03-2012 18:17 PM

Er saß nicht lange bis das vertraute Gesicht der Vampirin in sein Büro trat. Offensichtlich hatte sie etwas davon mitbekommen, doch wie sollte es bei solch einer Delegation auch anders sein. Es sickert immer irgendetwas durch, insbesondere wenn es nicht als "geheim" eingestuft wird.
Einige Momente schwieg der Magier. Dann zierte ein sarkastisches Lächeln seine Züge. "Sie kamen her auf Erlass des europäischen Gerichtshofs. Offensichtlich hatte man nach Prüfung der Unterlagen zum Fall Thomsen doch entschieden, dass er für die Gesellschaft nicht tragbar sei, und haben ihn liquidiert."

Ernster wurde seine Miene. "Ein Grund mehr für uns alle sehr vorsichtig zu sein und zu bleiben, was unsere Kräfte und Kategorisierung angeht. Ich meine, wo sollte man auch hin, wenn man von quasi der gesamten Welt gejagt wird? Wenngleich wir uns durchaus gegen einiges verteidigen könnten, so würde es uns defintiv kein friedliches Leben mehr ermöglichen."


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 07-03-2012 22:34 PM

Verblüfft über diese drastische Maßnahme nahm die Vampiress die Hand vor den Mund,
sie hätte nicht erwartet, dass der Gerichtshof gekommen war, um Thomsen zu töten,
vor allem nicht aus Gründen, die allem Anschein nach aus Angst geboren waren.

"Er war noch ein Kind!
Sowas kann man doch nicht machen,
schließlich hat er nie bewusst jemandem weh tun wollen!
Ach verdammt, was ist das für ein Gerichtshof,
wenn er selbst unschuldige Kinder bestraft?",

stellte sie wütend fest und musst sich stark zügeln,
damit ihre Wut nicht Überhand nahm,
ihre Hände hatte sie zu Fäusten geballt,
ihr Blick ging stur gen Boden.

"Einfach ein Leben ausradieren,
nur weil es einem nicht bequem ist.
Diese Welt hat nichts an Grausamkeit verloren,
jetzt müssen jene fürchten,
die mit ihren Kräften auch Gutes tun wollen?
Raphael, sollen wir uns ewig bedeckt halten,
in Angst, gejagt zu werden?
Was für eine Gesellschaft ist es,
die solche Gräueltaten zulässt?"


Sie entspannte sich wieder und lehnte sie auf ihrem Sitz zurück,
ohnehin hätte es ihr nichts gebracht, unüberlegt zu handeln,
schließlich wusste sie um die Gefahr, die ihnen vorschwebte.
An dieser Stelle vetraute sie aber auf ihren Gegenüber, Raphael,
der sicherlich auch hier eine Lösung parat haben würde.

"Wie fahren wir fort? Normal wie immer,
oder hast du einen anderen Plan?",


fragte sie ihn nun gänzlich wieder in Ruhe,
ihre Augen mit mattem rötlichem Glanz belegt,
die Hände vor der Brust verschränkt.
Die Situation war ohnehin immer kritisch gewesen,
nun da auch der Gerichtshof seinen Standpunkt klar gemacht hatte,
mussten sie noch viel vorsichtiger vorgehen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 08-03-2012 09:35 AM

"Ja, er war noch ein Kind, doch unschuldig war er spätestens nach der Hannover Sache nicht mehr. Sie haben wohl abgewogen zwischen der Gefahr, die von ihm ausgeht, der Nützlichkeit, die er bieten könnte und den restlichen Leben, die er potenziell bedroht." Einen Moment lang schwieg der Magier und hörte seiner Vertrauten weiter zu.
"Die Welt ist noch dabei sich anzupassen. Zu Anfang, direkt nach dem ersten Auftauchen von Magie und anderen Wesenheiten gab es weitaus heftigere Gegenwehr. Langsam aber sicher akzeptieren die meisten, und schreiten mit nach vorn. Ich kann mir durchaus vorstellen, sofern nichts katastrophales passiert, dass in zehn Jahren kein Anthropomopher mehr aus Gründen von Angst getötet wird. Du musst dabei bedenken, dass dann die Zeit einer neuen Generation angebrochen ist. Einer, welche bereits mit all den Wundern dieser Welt aufgewachsen ist. Bis dahin sollte man sich bedeckt halten, und der Öffentlichkeit möglichst wenig Raum dafür geben die ganzen "anderen" einfach zu verteufeln.

Langsam erhob sich Raphael von seinem Platz. "Bis dahin sollten wir darauf acht geben, dass wir hier innerhalb der NGEO und der ISF genug Rückhalt haben, für den möglichen Fall, dass wir doch aufliegen und sich von oben Widerstand gegen uns regt. Wenn die "Exekutive" auf unserer Seite steht, können die oben soviel befehlen, wie sie wollen."

Das Telefon klingelte. Raphael drückte kurz auf den Freisprechknopf, da die Anrufernummer zu Rezlan gehörte. "Mister Liskor, here is Mer Hansen and wants to have a talk with you." - "Okay, give him a seat and tell him he can get in in five minutes"
"Wie du siehst geht für mich die Arbeit weiter...", lächelte er leicht.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 08-03-2012 16:10 PM

Alexinara nickte auf Raphaels Antwort hin,
er hatte recht, man konnte nicht erwarten,
dass alles Schlag auf Schlag aufeinander passte,
dennoch war diese Maßnahme mehr als drastisch gewesen.

"So lange New Light uns nicht zwischenfunkt, versteht sich natürlich...",

gab sie noch als Kommentar, ehe das Bürotelefon klingelte,
anscheinend erwartete er Besuch.
Die Vampiress verabschiedete sich bei ihrem Vertrauten und ging aus dem Gebäude,
das Tuscheln der Mitarbeiter war inzwischen heftiger geworden,
wohl hatte es seine Runde auf Terra gemacht,
dass der Gerichtshof hier mit einem Exekutionbefehl angerückt war.

Von den Halbwahrheiten und Vermutungen wollte die Untote erstmal nichts wissen,
sie verzog sich in ihr Quartier, wo sie sich eine Dusche gönnte,
danach setzte sie sich an ihren Rechner,
damit sie wieder etwas von der Welt in Erfahrung bringen konnte.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 12-03-2012 14:39 PM

Mer Hansen wollte lediglich ein wenig mehr Informationen über einige Vorgänge innerhalb Terras erhalten, um besser auf verschiedene Anfragen reagieren zu können. Als einer der Ausbilder und damit auch höherrangigen Personen war es nur verständlich, dass viele Leute an ihn herantraten.
Nachdem der Polarfuchs das Büro verlassen hatte, ging Raphael etwas nachdenklich in seinem Raum auf und ab. Die Sache mit den ausspionierten Gespräch zwischen dem Präsidenten und ihm selbst bereitete ihm unbehagen. Neben Mind gab es nun offensichtlich auch andere, interne Gefahren für ihn und seine Vertrauten.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 12-03-2012 16:12 PM

Es war eine Stunde vergangen, ehe die Vampiress sich von ihrem Rechner wegbegab,
in der Welt ging wie immer vieles vor,
auch wenn von New Light nicht gerade viel zu berichten war.
Mehr noch machten sich allgemeine Unruhen breit,
Verschleppungen, negative Entwicklungen in Staaten,
bis hin zu drohenden Kriegen aus Ressourcengründen,
Machtdemonstrationen oder schlechter Beziehungen.
Wo sich die Organisation wohl auch versteckt hielt,
entweder agierte sie im Untergrund,
oder sie hatte es erstmal aufgegeben, gegen die ISF vorzugehen.
Noch eine letzte Eilmeldung aus Hannover hatte Alexinara erreicht,
wonach junge Frauen im Alter von 20 - 25 Jahren verschwunden waren,
die Medien vermuteten einen Serienentführer oder mysteriöse Umstände.
Ein unbehagliches Gefühl machte sich jedoch bei der Vampiress breit,
sie nahm etwas gänzlich anderes dabei an,
beließ es aber dabei, nicht mehr darüber nachzudenken.

Nachem sie noch einige Berichte zu ihrer Tätigkeit auf Station verfasst hatte, war es schon Abend,
die Lust, die frische Abendluft zu genießen, überkam die Untote,
und prompt stand sie schon vor ihrem Quartiergebäude auf dem Fußweg,
um sie herum tummelten sich noch einige Soldaten Terras,
welche den späten Abendsnack zu sich genommen zu haben schienen.
Die kleinen Haufen an Menschen oder Mischwesen schienen ausgelassen,
wohl auch, weil die ersten Missionen erfolgreich vonstatten gegangen waren,
hier und da scherzten die Männer herum und blödelten,
was die Vampiress mit einem Lächeln abtat.

Irgendwann war sie auch schon am Rande des Geländes angekommen,
die Sicherheitsabsperrung vom zivilen Bereich zum Militärbereich war deutlich zu erkennen,
vor sich konnte die Vampiress das Meer erkennen, was ruhig zu ihren Füßen lag,
wenngleich die steile Klippe noch einen erheblichen Abstand dazu ausmachte.
Irgendwann, die Nacht war inzwischen komplett angebrochen,
gesellte sich eine Gestalt an die Seite der Vampiress.
Anhand seiner Aura konnte sie ihn ebenfalls als Untoten identifizieren,
auch wenn seine Klassifikation als Vampir deutlich geringer war.
Er setzte sich beinahe beiläufig auf eine der angrenzenden Bänke,
sein Blick ging gen Himmel, wo die Sterne hell strahlten.

"Ihr seid die neue Ärztin Terras, die Vampirlady, erzählt man sich.
Eine Dame von hoher Geburt, welche selbst am Tage wandeln kann
und sich liebevoll um die Verletzungen unserer Soldatenbrüder- und schwestern kümmert.
Ich hörte Gerüchte über Eure Fähigkeiten,
allein Euer Blick soll den stärksten Mann einschüchtern,
gar einem Windhauch zart soll Eure Stimme sein,
wenngleich sie schneiden kann wie rasiermesserscharfe Klingen.
Ich bin André, einer der wenigen Vampire im Dienste Terras,
ich überbringe die Botschaft unseres Anführers Lycander,
welcher Euch unsere ewige Treue zusagt,
solltet Ihr den Schattenthron unserer kleinen Gemeinschaft in Anspruch nehmen.
Wir sind ohne wirkliche Führung in diesen Gefilden,
viele unserer Brüder und Schwestern suchen nach einer starken Person,
jemand der uns Wesen der Nacht leiten und anführen kann.
Auch wenn wir die Leitung der ISF akzeptieren, wünschen wir uns jemanden unserer Gattung,
eine Gleichgesinnte, der wir uns unterstellen können.
Bitte denkt über dieses Angebot nach, verehrte Königin der Nacht",


beendete er seine lange Rede und verabschiedete sich mit einer tiefen Verbeugung und einem Handkuss bei der Vampiress,
welche stumm gelauscht und nicht reagiert hatte.
Als der Bote längst aus ihrem Gesichtsfeld entschwunden war, seufzte sie auf,
dieses Angebot hatte sie lange Zeit befürchtet und bisher immer ignoriert.
Unter den wenigen ihrer Abstammung, geborenen Vampiren,
deren Fähigkeiten erst nach Erschließung der Magie auf der Erde aufgekommen waren,
war sie mit ihren vielen Fertigkeiten und Kräften eine der Stärksten gewesen.
Bisweilen war sie auch in Kontakt mit anderen Vampiren getreten,
aber nur so, dass man sie nie vollends erkannt hatte und sie immer nur als "unbekannte Fremde" unter ihnen agieren konnte.
Die Vampire auf der Erde -
sie schätze sie auf der Welt auf kaum 5 000 Wesen ein,
ließ man die danach geschaffenen Vampire außen vor -
hatten bis zum heutigen Zeitpunkt keinen offiziellen Anführer der Rassen,
geschweigedenn eine Führung überhaupt erhalten.
Die Clans in den Ländern hatten ihre Führer,
welche zumeist aus ihren eigenen Reihen gewählt worden waren
und kaum mehr Fähigkeiten besaßen als der Rest ihrer Gefährten.
Auch wenn es vergleichsweise große Clans gab,
die untereinander starke Familienbande ausprägten,
so hatte sich die Vampirgesellschaft nur tröpfchenweise entwickelt,
oder war einfach starr gewesen und in ihren Strukturen unter den Menschen verblieben.

Doch Alexinara beschloss, vorerst das Thema ruhen zu lassen,
ohnehin stand am nächsten Tag ihr Besuch in Hannover an,
und danach müsste sie sich auch mit ihren Vertrauten zusammensetzen.
Im Fall der Fälle hätte sie die ganze Sparte der Vampire als Verbündete hinter sich,
wenn sie offiziell alle unter einem Banner sammeln würde,
um Struktur und Gleichheit miteinzubringen,
und bei ihrem wackeligen Stand auf Terra und der Bedrohung vonseiten New Lights
vermochte dieser Trupp an Verbündeten viel auszumachen.
Sie beschloss in ihr Quartier zurückzukehren,
die Zeit war schon vorangeschritten und zeigte weit nach 2 Uhr morgens,
in kaum sechs Stunden würde ihr Flieger gen Hannover gehen und sie musste sich einer böswilligen Anschuldigung stellen.



Es war kurz nach 7 Uhr, als die Vampiress das Fenster ihres Raumes öffnete, um die frische Luft in ihr Zimmer zu bekommen,
die restliche Nacht hatte sie sich auf Hannover vorbereitet,
sich zurecht gelegt, was man sie alles fragen konnte,
und vor allem wie sie am geschicktesten antworten würde.
Eine kühle Brise flog ihr entgegen und die ersten Geräusche der Frühaufsteher begrüßten sie,
Terra war schon am frühen Morgen recht fit und lebhaft,
was man nicht überall behaupten konnte.
Die Vampiress schwang sich in ihre Sachen und schaute nochmal über ihren Rechner,
sie hatten keine wichtigen E-Mails noch Beachrichtigungen erreicht,
anscheinend schien bisher alles ruhig zu verlaufen.
Eine halbe Stunde vor Abflug meldete sie sich noch kurz bei ihrer Station
und auch bei ihrem Vertrauten ab, damit er wusste,
wo sie sich nun aufhalten würde.
Langsam schlenderte sie gen Flugplatz,
wo Fran sie auch sogleich erwarten würde.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 13-03-2012 11:23 AM

Die Stadt stand in Flammen. Rauchschwaden von zahlreichen Brandherden färbten den Himmel schwarz. Überall eilige Schritte, Schüsse, Schreie.
Zahlreiche Kugeln prasselten auf den hochgezogenen magischen Schild nieder. Hinter ihm bereitete Lumas bereits eine frostige Wirkung vor. Keine Sekunde später bereitete sich eine eisige Straße in Richtung der mit etwa 5 Personen besetzten Stellung aus. Ihre Ausrüstung war schwach, hatten sie doch scheinbar gerade mal genug Schusswaffen, um jeden eine zu geben.
Die Angreifer hatten zahlreiche Ölquellen in diesem Landstrich in Brand gesetzt. Lightning versuchte dabei einen Überblick von oben zu behalten. Mimik und Mind hatten an einer anderen Front zu tun.
"Get into the inner village! The target should be there."
Der Black Magician sowie das schwarze Eis rückten vor. Es gab einiges an Widerstand. Jemand brüllte etwas in arabisch. Kurz darauf erschienen auf den Dächern der Häuser zu beiden Seiten der Straße etwa ein Dutzend bewaffneter Männer, die direkt mit allem, was sie hatten, feuerten.
Erneut ein Kugelregen, der auf den Schild prasselte wie Regentropfen. Eine Handgranate mischte sich dazwischen. Doch blitzschnell flog selbige hoch in die Luft - gehalten durch Telekinese - und detonierte dort. Die Splitter trafen einige der arabischen Kämpfer.
Die anderen stellten das Feuer ein, nachdem jemand einen Befehl brüllte. Sie packten die Verletzten, und schleiften sie schneller fort, als man denken konnte.
Lumas machte sich derweil daran einige Feuer zu löschen, die in Reichweite seiner Fähigkeiten lagen.
"Move on!"
Wieder eine Stellung, die weitaus besser gesichert war. Etwa zwei dutzend Bewaffneter verschanzten sich hinter aufgetürmten Sandsäcken. "No time for this!", tönte es von oben, als Lightning als Blitz vom Himmel schoss und dergestalt durch die Männer fegte. Nicht einmal drei Sekunden später lagen allesamt an Boden, teilweise noch zuckend von den elektrischen impulsen. Die meisten würden das Überleben.
Hinter dieser Stellung lag eine etwas größere Barracke. Eine dickere, steinerne Tür versperrte den Weg ins innere.
"In front of you is the depot. Mark the target with a laserpointer for our missile. It will reach it in 60 seconds."
Lumas packte eine kleine Gerätschaft aus - Ein spezielles Laservisier, welches exakte Positionsdaten an Flugkörper aller Art vermitteln konnte. Der Schwarze selbst hüllte sich in eine Schicht aus dickerem Eis, wobei er sich gleichzeitig hinter einigen Sandsäcken verschanzte.
Raphael selbst lief in Richtung des Gebäudes. Eine einzelne Wache stürmte von der Seite heran, und versuchte ihn zu erstechen. Eine schnell entfesselte Druckwelle schleuderte ihn in die Richtung zurück, aus der er kam. Mit einer konzentrierten Wirkung auf den Schnappriegel stand die Tür auch sogleich offen.
Die Augen des Magiers weiteten sich, als er das innere erblickte. Überall Frauen und Kinder, welche eingeschüchtert, ängstlich und auch zornig überall in diesem sonst leeren Raum saßen. Nur einige Kisten, die offensichtlich Nahrungsmittel enthielten, standen noch drum herum.
"Mission Control, abort the attack with the missile! Here are only civilians!", schrie er in sein Funkgerät.
"Raphael! Get out of there!", hörte er die Stimme von Lumas schreien. Die Rakete war bereits zu nah. Würde sie in der Luft detonieren, könnte das die Teammitglieder treffen. Schneller, als er selbst es mitbekam, hatte der Magier bereits eine eisige Wirkung auf den Flugkörper gefeuert, welche beschwert zu Boden stürzte und knapp vor den Füßen des Schwarzgewandten zum stehen kam.
Ein kleines Kind, etwa sieben Jahre, mit Turban, und lumpiger angeschmutzer Kleidung trat vom innern des Hauses Richtung Tür. In der Hand hatte es etwas.
Zunächst erleichtert über die aufgehaltene Rakete, wandte sich der Magier wieder ins innere, und erspähte den Jungen. Es flüsterte nur etwas, ein einziges englisches Wort.
"Die!"
Danach drückte er auf einen Knopf einer kleinen Apparatur in seiner Hand. Kurz darauf gab es eine heftige Explosion des Bodens, welche auch das Eis, und den Zünder der Rakete mitriss und somit noch verstärkte.

"Magician - how ist your status?"
Noch Benommen von der Wucht aber geschützt durch seine Kräfte, landete er auf einem der Flachdächer. "I'am.... okay"

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Schon wieder diese Erinnerung.
Sein Blick glitt zu dem elektronischen Kalender seines Rechners. Es zeigte deutlich den 12. Oktober, ein Dienstag. Das bedeutete, das bereits wieder ein Tag verstrichen war. Die Uhr zeigte irgendetwas mit sieben Uhr an. Rezlan würde also in etwa einer Stunde da sein.
Derweil würde er sich heute einmal in der Armory umsehen. Wohlmöglich kam ihm dann wieder eine gute Idee, wie bei den Graphen-Armbändern.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 13-03-2012 11:30 AM

Alexinara traf sich mit ihrem Anwalt auf dem Hubschrauberplatz Terras,
inzwischen war der Mann auch deutlich "anwaltstypischer" gekleidet,
wobei er neben seinem Aktenkoffer auch eine Tasche mitschleppte.
"Wichtig zur Vorbereitung", hatte er ihr noch zugeflüstert, ehe das Teil im hinteren Bereich des Helis gelandet war,
dazu noch seine Tasche und ihr Rucksack,
den sie vorsichtshalber mit Dokumenten,
welche ihre medizinische Begabung unterstrichen,
ausgestattet hatte.
Es dauerte keine fünf Minuten und der Heli flog ab,
Francesco, oder Fran, wie der Anwalt selbst genannt werden wollte,
und Alexinara saßen sich nun gegenüber,
der Mann hatte ein breites Grinsen im Gesicht und summte vor sich hin,
bisher hatte er der Vampiress nicht mitgeteilt,
was er genau als Idee geplant hatte.
Der Flug dauerte 45 Minuten, in denen Fran Alexinara das Procedere für die Anhörung erklärte.

"Also, es werden deine normalen Daten abgefragt,
dazu kommen wahrscheinlich dann noch dein Lebenslauf und deine Qualifikationen,
daraufhin sollte der Richter die Klageschrift verlesen.
Laut dem Fax ist die Anhörung mit Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt worden,
wobei es nicht heißt, dass keiner vor dem Gerichtsgebäude steht.
Da wir eine sehr prekäre Lage haben, solltest du die Ruhe bewahren,
egal, was auf dich zukommen mag.
Ich habe mir sagen lassen, dass Hannover gerade sehr turbulent ist,
besonders was solche Geschichten angeht,
wohlmöglich könnte das jemand als Sprungbrett für terroristische Aktivitäten nutzen."


Als er dies sagte, wusste Alexinara genau,
dass diese Anhörung auch dazu genutzt werden konnte, sie in die Falle zu locken,
eventuell sogar eine Provokation bedeuten könnte,
damit der BND einen Grund hätte, sie festzusetzten.
Schließlich waren die Unklarheiten beseitigt und ihr Fall ad acta gelegt worden,
dennoch befürchtete sie die Agenten direkt hinter sich,
wenn sie sich auch nur einen Ausrutscher erlaubte.
Fran erklärte weiter, er schien in seinem Element bei der Sache.

"Es sind alles namhafte Richter dort heute,
alles alte Säcke, die wahrscheinlich noch die "alten Zeiten" herbeisehnen,
es ist durchaus möglich, dass sie dir gegenüber ablehnend sein können,
bei der Erfahrung dieser Männer schätze ich aber ihre Professionalität höher als ihre private Meinung.
Was ich dir auch noch empfehlen möchte,
da wir eh in Hannover noch einige Zeit haben,
geh nochmal in dein Haus, triff Vorsichtsmaßnahmen,
nur für den Fall, dass man eine Hausdurchsuchung anstrebt.
Wenngleich ich nicht glaube, dass irgendwer bei dir eindringen kann,
ein großer Drache ist schließlich mehr als auffällig als Haustier,
aber besser ist es, sich doppelt abzusichern.
Wenn wir gleich in Hannover angekommen sind, werde ich mich eine Weile zurückziehen,
vor der Anhörung muss ich noch ein zwei Sachen erledigen.
Ich schlage also vor, man trifft sich um viertel vor drei vor dem Gerichtshof?",


fragte er sie und schaute noch aus dem Fenster,
wo schon die ersten Gebäude Hannovers in Sicht kamen.
Alexinara nickte nur und wunderte sich wieder über diesen Mann,
der allem Anschein nach nicht so der ganz normale Anwalt war.
Sie verließen den Heli mit ihrer Delegation,
das hieß, Alexinara, Fran und zwei Soldaten der ISF,
die in Zivilkleidung und leichter Bewaffnung den beiden folgten.
Zwar störten die Männer die Vampiress,
aber sie wollte sich auch nicht beschweren,
da es schließlich dem Personenschutz galt
und sie nicht einschätzen konnte,
wie sicher Fran an ihrer Seite war.
Alsbald hatten sie sich verabschiedet und Alexinara den Weg zu ihrem Heim angetreten,
die Straßen waren in den Morgenstunden wieder voll,
überall liefen Leute durch die Gegend, meistens zum Einkaufen,
oder einfach nur zum Abhängen in der Stadt,
genug Möglichkeiten bot Hannover ja.
Die Vampiress musste eine geraume Zeit laufen,
ehe sie das Gebäude ihres Heimes erreichte,
Garidion war gerade nicht zugegen,
was sie kurz per energetischer Suche feststellte.
Ihr Drachenfreund brauchte auch mal seinen Auslauf,
wo er es doch gewohnt war, zu Alexinaras Arbeitszeiten die ganze Gegend zu durchstreifen
und manches Mal auch tagelang auf Jagd zu gehen.
Sie wanderte in ihre Garage,
wo ihr Auto unbehelligt ruhte.
Seit dem letzten Einsatz hatte sie ihn nicht mehr gefahren,
doch trotz seiner fast künstlichen Intelligenz würde er ihr es wohl nicht übel nehmen.
Eine kurze Sprungsequenz später war sie schon auf dem Dach ihres Heimes,
wie erwartet hatte es sich nicht verändert,
da fiel ihr auch ein, dass sie ihre Zertifikate noch bei Diego einreichen wollte.
So führten sie ihre ersten Schritte gen Schlafzimmer,
wo sie alle wichtigen Dokumente innerhalb kürzester Zeit zusammen hatte.
Außerdem bemühte sie ihren Rechner damit, kurz eine Auflistung ihrer behandelten Patienten auszudrucken,
damit hatte sie zumindest namentlich etwas in der Hand,
auch wenn ihre eigenen Aufzeichnungen wohl schlecht als Beweismittel gelten würden.
Da sie gerade Zuhause war, entsann sie sich ihrer letzten ausgiebigen Dusche,
was sie sogleich nachholte und noch einige ihrer Sachen zusammenpackte.
Nach Terra hatte sie vornehmlich Waffen mitgenommen,
weniger Kleidung, weil sie allgemein wenig davon brauchte,
als angestellte Ärztin dort würde sie wohl aber die nächste Zeit mehr brauchen,
und nur für den Fall eines Einsatzes packte sie sich auch kampferprobte Kleidung in den Rucksack.

Nach einer Stunde körperlicher und seelischer Entspannung meldete sich Garidion zu Wort,
sein Geist stupste ihren sachte an, ehe er sich auf dem Dach einfand.

//Willkommen Zuhause, Alexinara,
bisher hat sich hier in Hannover nicht viel getan.
Die Polizei hat sich nach den "Anschlägen" recht schnell wieder gesammelt,
auch die Medien hatten eher mit dem Angriff auf Terra zu tun,
als sich um einen kleinen zu kümmern.
Jedoch sind die Menschen in Aufruhr wegen der Vorfälle neulich hier,
anscheinend sind mehrere Menschen spurlos verschwunden,
man vermutet Flucht aus widrigen Umständen.
Aber ich gehe von anderen Problemen aus,
es erscheint mir, als würde unter der Oberfläche etwas kochen,
unbekannt und doch da, wir sollten uns in Acht nehmen//,


warnte sie ihr Drache, während er die Flügel anlegte und sich in Position brachte,
die Vampiress ging hinaus zu ihrem Begleiter,
welchen sie sachte am Kopf streichelte.
Der massige Kopf des Drachen schmiegte sich in ihre Hand,
wenngleich diese beinahe winzig für ihn wirkte.

//Ich sollte langsam mal raus gehen,
noch ist viel Zeit vor der Anhörung,
ich hatte schon lange keinen Besuch mehr in der Stadt//,

meinte die Untote und schaute hinaus auf die Straßen,
wo sich einige Menschen am sanften Wetter erfreuten.
Ein wenig sehnte sich die Vampiress nach normalem Alltag,
jedoch verweilte dieser Gedanke nur kurz.
Schnell schaute sie noch an ihrem PC nach,
welche Informationen seit ihrer Abwesenheit eingetroffen waren.
Einige Polizeiberichte und Presseberichte fand sie vor,
Zeitungsberichte ebenfalls, welche Unruhen in Hannover mitteilten.
Fragestellungen zu New Light und nicht zu vergessen die Hinterfragung der Sicherheit,
es waren die üblichen Dinge, die einen Menschen beschäftigen konnten,
sonderlich herausragende Dinge waren da nicht dabei,
wenngleich vereinzelte Vermisstenmeldungen die Vampiress aufhorchen ließen.
Anscheinend ging die Polizei dem nach und es erschien ihr auch nicht gerade sehr komisch,
da in einer Großstadt schon der ein oder andere verloren gehen konnte.

Nachdem sie ihren PC heruntergefahren hatte, verließ sie die Wohnung
und war in die naheliegende Stadt aufgebrochen,
Garidion indes hatte sich für ein Schläfchen hingelegt,
weil er wohl müde von seiner letzten Jagd war.
Die Geschäfte hatten sich kaum verändert,
auch wenn im Laufe der Zeit Anpassungen für andere Wesenheiten erschienen waren,
so bestand der Großteil der Kleidungen und Waren eher für den Kauf durch menschliche Käufer,
statt sich auf die speziellen Bedürfnisse anderer Arten einzurichten.
Zwei Stunden verbrachte die Vampiress dort,
lungerte in Läden herum, gönnte sich einen Kakao,
beobachtete auch mal einfach ihr Umfeld und kehrte vollends ruhig nach Hause zurück.
Die Uhr zeigte 13 Uhr an und langsam wollte Alexinara sich auf ihre Anhörung vorbereiten.
Wie Fran es ihr gesagt hatte, schaute sie nochmal die ganze Wohnung durch,
ihr geheimer Waffenbereich war hermetisch abgeriegelt und nur sie hatte Zugriff darauf,
musste man beim Schloss einerseits eine bestimmte magische Signatur mitbringen,
die ihre eigene war und somit nicht so schnell kopiert werden konnte,
andererseits die Finger in einer bestimmten Haltung an das Lesengerät halten.
Als sich der leicht bläulich leuchtende Raum vor ihr auftat, war er so,
wie sie ihn verlassen hatte,
ein Teil der Ausrüstung war nun auf Terra und man erkannte schnell die Lücken an den Wänden.
Mittig weiter hinten gelegen lag ihre eigene Erfindung,
der kleine schwarze Ball erschien beinahe wie ein Spielzeug,
wurde man seiner gesammelten Kraft erst beim Anfassen gewahr.
Auch diese, möglicherweise sehr zerstörerische Waffe,
war noch genau so erhalten geblieben, wie sie diese zurückgelassen hatte.
Als sie den Raum hinter sich ließ, verschloss er sich erneut,
und kein Anzeichen deutete darauf hin, dass jemals dort etwas gewesen war.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 14-03-2012 10:16 AM

Es war kurz nach dem Mittag, als Inselweiter Alarm ausgelöst wurde.
"Attention! Alert state yellow! All people get to their position. ISF Members immediatly prepare for combat. This is not an exercise!"
Alarmstufe Gelb? Es war in den letzten Jahren sehr selten dazu gekommen, dass auf der Insel derartiger Alarm ausgelöst wurde.

Raphael befand sich noch in der gut sortierten Waffenkammer an einem Rechner. Als er die Meldung vernahm, erhob er sich direkt, schaltete mit einem Knopfdruck den Computer vor ihm aus, und ging in Richtung Einsatzzentrale. Um schneller voranzukommen, nutzte er kleine, skateboardartige Platten, mit denen man sich in den Kellergewölben durch ein künstliches Magnetfeld sehr schnell fortbewegen konnte. Diese Hoverboards stehen an vielen Ecken und Enden des Komplexes, kann man allerdings nicht an der Oberfläche nutzen.
Unterwegs kontaktierte er bereits die Einsatzzentrale.
"What's happened?"
"We have... a very interessting unknown object on the radar. Satellite pictures shows us that it is a kind of moving island."
"Moving island? I'm underway." Eine sich bewegende, schwimmende Insel. War es ein naturphänomen, oder ein durchaus ausgeklügelter Angriffsplan?

Wenige Minuten später stand der Wächter bei den Leiter der Einsatzzentrale und blickte in Richtung des weitläufigen Schirmes. Dort sah man aus verschiedenen Perspektiven das Objekt, und verschiedene andere Daten, wie Bewegungsgeschwindigkeit und Richtung.
"It is directly moving towards us. The distance is about 150 kilometer. The speed amounts to 10km/h. Estimatet time to hit Terra: 15 hours."
"Whats about the streams in this area?"
"They have nothing to do with it. Quite the contrary - it moves against the flow direction of the streams."
"Focus a livecam of one of our satellites."

Einen Moment später hatte man ein gut erkennbares, hochaufgelöstes Bild der Insel. Die Oberfläche wirkte sehr natürlich. Überall Bäume, Klippen, Berge und Täler. An den Rändern erkannte man die langsame Bewegung anhand des daran aufgewirbelten Wassers. Ein höherer Berg des Objekts wirkte beinahe wie ein Vulkankrater.
"Show me scans of metal, and also sonar, and match it with a 3d model of the object."
Eine eifrige Mitarbeiterin tippte schnell einige Befehle ein, klickte hier und dort, und kurz darauf sah man, wie Stück für Stück das Model der Insel virtuell entstand. Erst sehr grob, dann immer feiner. Mit vereinzelten gelben Punkten wurden die Metallvorkommen markiert.
"Amount of metal - approximatly 1%." Das war zu wenig für eine Angriffsbasis. Es sei denn...
"Show me scans of electromagnetic inductivity!"
Nun veränderte sich das Bild, wieder langsam Stück für Stück. In unterschiedlichen grün, gelb und rottönen wurden verschiedene Induktivitätsstärken markiert.
In teilweise gelben und rot angehauchten Linien durchzog das Innere ein interessantes Muster. Nur wenn man wusste, wonach man suchte, konnte man es erkennen - dort waren sehr unnatürlich angeordnete Kästen entsprechender Linien - wohl innere Räume oder Gerätschaften.
Sie hatten natürliche Kohlenstoffmaterialien zum Bau verwendet, welches von keinem Metallscan bemerkt wird. Das gibt ihnen gleichzeitig eine größere Stabilität bei geringerem Gewicht.

"Where does it comes from?"
"Unknown. It is quitly apperead out of nothing"
"But why are they showing us this?"
"Maybe just a mistake? Even terrorist make sometimes one."
Raphael wandte sich an die übrigen Nachrichtenoffiziere: "At all - call every country and every intelligence service, and ask, if this object belong to one of them. Cancel all not important missions from the PDA blackboard. Hold the alert state yellow."
Direkt nach dieser Anweisung hörte man einige Stimmen, die teilweise in unterschiedlichen Sprachen in hier Headset redeten.

Derweil machte der Magier eine Durchsage: "At all - here speaks Raphael Liskor. We have a unclassified swimming island reaching the position of terra on our sonar. It will be in visual range in about 14 hours. The inner structure seems to be a military one. Make sure, you are at full concentration tomorrow morning."

Wenn es sich tatsächlich erneut um New Light handeln sollte, konnte man ihnen ein Kompliment machen: Kreativ waren sie....