Destiny Determer
Am Abgrund der Zeit - Druckversion

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RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 03-04-2012 23:49 PM

"Grüße dich",

fing der Drache an und ging schon in eine ruhigere Ecke,
wo weniger Ohren ihnen zuhören konnten.
Er schaute die beiden ernst an,
der Magier würde wahrscheinlich auch an der Sache interessiert sein.

"Alexinara ist auf unbekannte Art und Weise entführt worden,
New Light scheint geschickt ihre vielfachen Schutzmaßnahmen Daheim umgangen zu haben,
in jedem Fall müssen wir davon ausgehen,
dass nur unsere ärgsten Feinde dazu in der Lage sind.
Wo sie nun ist, was mit ihr passieren wird, weiß ich nicht,
ich kann mir auch nicht gerade vorstellen, warum sie sie entführt haben,
wenngleich ihr Wissen über genetische Manipulationen,
Forschungen bezüglich magischer Wesenheit sicherlich eine Bereicherung für sie wären..."


Er stockte in seiner Erzählung,
diese Idee war ihm bisher nicht gekommen,
doch erschien es gerade jetzt sehr passend.

"Eventuell ist genau das der Grund für ihr Verschwinden,
schließlich versucht New Light auf perfide Art und Weise, seine Position zu stärken,
wir erinnern uns noch an die armen Individuen,
die hier vor Kurzem ihr Leben gelassen haben.
Damit ihr davon auch wisst,
Alexinara hat während ihrer Reise auch an Forschungen teilgenommen,
die versucht haben, das Auftauchen von Magie in dieser Welt zu entschlüsseln.
Ihre Forschungen kamen zu einer fundierten Theoriegrundlage,
jedoch wollten sie nicht weiterforschen,
weil sie sonst lebendige Wesen hätten untersuchen müssen."


Er holte nochmal Luft, seinen eigentlichen Faden hatte er gerade verloren,
wusste aber, dass auch diese Sache wichtig genug war, sie zu erwähnen.

"Das eigentliche Problem, das ich aktuell sehe, ist nicht Alexinaras Verschwinden,
sondern eher die Tatsache, dass mit unserer beider Verbindung ein Siegel in ihrem Körper aufrecht erhalten wurde.
Dieses Siegel wurde durch mich erschaffen,
als ich das zerstörerische Potenzial in ihren Kräften sah.
In jedem Fall haben sich diese Kräfte im Lauf der Zeit verstärkt
und wären eine Bedrohung für ihr Umland geworden,
weswegen ich sie versiegeln musste.
Es ist eine Macht, die von Hass und Mordlust hervorgerufen wird
und dessen Ausmaß ich nicht voraussagen kann.
Alexinara kann diese Kraft noch nicht beherrschen,
weswegen das Siegel von mir aktiv gehalten wurde.
Durch die Verbindungstrennung ist das Siegel nun anfällig für kleinste Erschütterungen und kann jederzeit verfallen,
das heißt, sie ist eine Art tickende Zeitbombe in den Händen der Feinde...",


beendete er seine Erklärung und schaute die beiden an,
er erwartete eine Reaktion und schwieg vorerst.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 04-04-2012 08:32 AM

"Nun, wenn das so ist...", lächelte der Magier, "...dann müssten wir theoretisch nur abwarten. Wenn sie tatsächlich derart instabil wird, müssen wir nur der Energiemenge und Aura folgen, sowie der blutigen Spur, die sie wohl hinterlassen wird."
Einen Moment lang lies er die Worte auf die anderen Wirken. Es war durchaus eine Option, die man in Betracht ziehen konnte. "Andererseits - wenn sie in der Lage sind ihre bisherigen Kräfte zu unterdrücken, was sie offensichtlicht können sonst wären wir fähig sie zu spüren, so wird auch diese innere Kraft nicht entfesselt werden. Wir müssen also dennoch etwas unternehmen. Und ich habe auch schon eine Idee, wo wir anfangen. Lor - kannst du uns rüber zur Locust bringen? Falls dir der Name nichts sagt - es ist der vorläufige Name der New Light Insel."

Einige Momente später standen der Trupp beim Eingang in die inneren Gefilde. Hier und dort waren auch schon ISF-Truppen unterwegs, die Sicherheitsanlagen aufbauten oder vorhandene umprogrammierten.
Der Schwarzgewandte kannte den Weg. Nach einigen Korridoren und Treppen, vorbei an den inzwischen gesicherten Zugang zum Atomreaktor, kam man schließlich in eine größere Halle. Alles lief noch auf Notstrom. Der Wächter trat direkt zu dem Pult, der mit Kraft versorgt das künstliche Portal öffnen konnte. In einigen Bereichen hatte New Light erstaunliche technologische Fortschritte gemacht - doch zu welchem Preis?
"Ich denke, wir sollten den Leuten einen Besuch abstatten, findet ihr nicht auch?" Ohne weiteres zögern sammelte Raphael erneut Kraft, bis er plötzlich jemand anderen im Raum bemerkte.
"I think, you need some reinforcement, don't you?", kam es eher zischen von Raptor. Mit einem Lächeln begrüßte er das Squad D Mitglied. Seine Kleidung war stark in Mitleidenschaft gezogen, doch sein Schuppenpanzer hat ihn wohl vor sämtlichen Kampfverletzungen bewahrt.
"I take care of the front and some... suprise, if they have." Von allen Anwesenden war er wohl der best gepanzerte, daher war die Idee sinnvoll.
"Make ready, I will now reopen this gate. I hope, that we get directly into a base, where we find Lex, or at least some hints about her position."

Raphael zeichnete ein paar wenige Runen auf die Kraftzuführende Apparatur, ehe er sie flüsternd auslöste. Langsam baute sich ein magischer Fluss durch die Leitungen auf, welches darin endete, dass sich Stück für Stück ein weißer, flacher Kreis direkt vor ihnen bildete. Schließlich gab die Statusanzeige des Pults ein 'Gate ready' aus. "Let's go!"
Die Echse sprintete voran, gefolgt von den anderen. Er selbst bildete den Abschluss.


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 04-04-2012 09:42 AM

Ein wenig mulmig und unzufrieden lauschte Lor dem Vorschlag des einfach Abwartens. Das konnte nicht sein Ernst sein...
Aber zum Glück gab es noch einen anderen Vorschlag, den er abnickte. "Kein Problem", grinste der Krasáne, bevor er zurücktrat, um genügend Platz zu haben. Die Schlange wanderte ohne Gegenwehr zwischen seine Lippen und, rasch gewandelt, fand sie sich plötzlich wohlbehalten in einem Drachenmaul wieder. Jedoch zog sie es dann vor, lieber herauszuflattern und sich um eins der großen Kopfhörner zu winden.
//Das ist absolut ekelhaft.//
//Entschuldige, dass ich dich ansabbere.//
//Häng' noch ein Schwesterherz ran und ich bring' dich um.//
//Du bist müde.//
Murrend schwieg sie einfach und rollte sich ein. Der große dunkelblaue Drache streckte die Flügel etwas und stellte sie auf, bevor er sich niederlegte, dass die beiden anderen aufsitzen konnten. Garidion war einen Hauch schwerer als erwartet.
"Ich fühle mich, als hätte ich einen voll ausgebildeten Drachen auf dem Rücken", grollte er tief kehlig, bevor er sich aufstemmte und vom Boden abstieß, um die Strecke hinüber anzugehen.

Das Innere der Basis war - interessant. Anders. Nicht unerwartet, aber erinnernd. Ihm fiel auch ein, dass sie noch ein paar Forscher "gefangen" hatten, aber er vertraute darauf, dass Aril sich darum kümmerte.
Lor trat an das riesige Portal heran und strich über den Außenrand.
"Ich... habe das schon gesehen..." Seine Augen suchten die Raphaels. "Daran arbeiten sie seit Jahren im Kleinformat, haben geübt mit Obst und toten Gegenständen. Zwar habe ich nicht daran gezweifelt, dass sie das irgendwann fertig bekommen, aber es ist doch beeindruckend."
Er kehrte an der beiden Seite zurück, ein dritter hatte sich eingefunden, der scheinbar sehr vertraut mit dem Magier war. Sein Instinkt steckte ihm die Zugehörigkeit zum Squad D zu. Mimics Ersatz? Naja, so ähnlich...
Das Blauhaar verblieb schweigend, bis sein Bruder das Ding zum Laufen brachte und sie anwies, hindurch zu gehen. Zwar war ihm nicht wohl dabei, aber Augen zu und durch. Im wahrsten Sinne.



Irgendwo, ganz weit weg. Vermutlich.
Als erstes krachte Lor direkt gegen ein was auch immer - Wand und setzte sich hin. Instinktiv blieb er aber stumm und rieb sich nur die Nase. Die anderen schob er behelfsmäßig nach links und rechts, dass niemand über den anderen stolperte.
Der Krasán stand auf. Sie waren in irgendeinem sehr engen Raum auf jeden Fall gelandet, vielleicht ein Lager, eine Forschungsbibliothek oder ein entferntes Zimmer, denn anwesend war aktuell keiner. Die hatten den Portalzugang entweder örtlich geändert oder ihn gut versteckt, damit bei Base-Einbruch den niemand fand. Lor tippte allerdings auf ersteres. Er teilte die Gedanken dem Magier direkt mit und lugte dann vorsichtig um die Ecke.



RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 04-04-2012 16:19 PM

"Hoffen wir einfach auf das Beste, vielleicht haben sie uns mit dieser Insel einen wichtigen Hinweis dagelassen..."

Mit einem Nicken bestätigte Garidion den weiteren Werdegang und stieg auf Lors Rücken auf,
nachdem dieser sich in einen Drachen gewandelt hatte.
Seinen Kommentar tat er mit einem "Denkst du etwa, meine Materie löst sich einfach so in Nichts auf?" ab,
fragte sich aber auch im gleichen Moment,
wie es die Krankenliege geschafft hatte, seine Masse zu tragen.
Er nahm an, dass die Tragen ohnehin hohe Stabilität aufwiesen,
oder er einfach Glück gehabt und das Modell für besonders schwere Patienten erwischt hatte.
Kurz nachdem die kleine Schlange aus dem Maul das blauen Drachens herausgekommen war und sich um eines seiner Kopfhörner geschlängelt hatte, flogen sie los.

Im Komplex der Insel angekommen mussten sie alle verwundert feststellen,
was New Light an Technologien wohl in der Hinterhand hatte,
vor allem mussten sie sich auch klar machen,
dass dieser Gegner wahrscheinlich mehr drauf hatte, als man erwartete.
Sie durchkreuzten leere Gänge und landeten bald im Portalraum,
wo das Reisemittel still vor ihnen lag und den Eindruck machte,
dass es sich sicherlich nicht nochmal aktivieren lassen wollte.
Zu ihnen stieß dann auch noch ein raptorenähnlicher Soldat der ISF,
welcher ihnen gleich Hilfe anbot.
Auch wenn er von außen etwas mitgenommen wirkte, schien er ansonsten fit zu sein.
Der Magier - Garidion musste sich wieder eingestehen,
dass dieser Mann immer wieder für Überraschungen gut war -
öffnete das Portal und wies sie an, hindurch zu gehen.
Er wusste, egal was sie auf der anderen Seite erwarten würde,
nur so hatten sie zumindest den Hauch einer Chance, Alexinara zu finden.

Als er direkt durch die energetische Ladung des Tores hindurchtrat, merkte er,
wie seine Materie durch einen Fluss irgendwohin befördert wurde,
schon kurz darauf landete er unsanft mit dem Gesicht in einem Hinterkopfschuppenkleid,
was ihn direkt als ersten Kontakt im möglicherweise feindlichen Gebiet begrüßte.
Er verkniff sich einen Kommentar und schaute sich um,
das Licht in diesem Raum war seltsam gedimmt,
auch sonst mochte man keine Lebenszeichen ausmachen.
Direkt vor ihnen lag irgendwas Hohes,
was er erst auf den zweiten Blick als Sockel einer größeren Apparatur erkennen konnte,
wahrscheinlich hatte es als Transportmittel von einem Gegenstand gedient,
da es auf breiten Räden einen fahrbaren Eindruck vermittelte.
Um sie herum war es absolut still,
auch konnte er keine Energien im direkten Umfeld wahrnehmen.
Wenn die New Light Anhänger hierher geflohen waren,
dann mussten es sehr beengte Verhältnisse gwesen sein.

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Dumpf gelangten Stimmen an ihr Ohr,
irgendwer sprach mit jemandem,
es schien ein angeregtes oder zorniges Gespräch zu sein,
denn die Stimmen waren vergleichsweise laut.
Nur langsam schienen sich die Worte in ihrem Kopf zu einem Sinn zu formen,
sie hörte Gesprächsfetzen von "troops pullback", "evacuated whole island",
dazu kamen andere durchaus heftigere Äußerungen "lost best soldier",
"last attack failed", sie fragte sich, was das alles mit ihr zu tun hatte.
Als sie die Augen öffnete, war das Bild verschwommen.
Noch ehe sie die beiden Menschen erkannte, wurde einer schon herausgeschickt,
das Gesicht von Kurlen kam ihr wieder sehr nah.

"Awake? You should feel better now, we treatet your wounds.
After all you lost consciousness for like 2 hours.
We have no time to waste, stay up and do what we want from you",


erklärte er in einem sanften, dennoch leicht angespannten Ton.
Egal, was er gerade in Erfahrung gebracht hatte, es schien ihn etwas aus dem Konzept gebracht zu haben.
Alexinara nickte nur und versuchte sich erstmal einzuordnen,
ihr Körper fühlte sich wieder normal an,
doch bemerkte sie schnell die Verbände an entsprechenden Folterungsstellen.
Zwar hatte die Behandlung die schlimmsten Verletzungen verheilen lassen,
doch ihr Körper wies immer noch genug Wunden auf,
die in ihrem Zustand auch eine Weile brauchen würden,
um sich vollends zu schließen.
Mühsam raffte sie sich auf, sie selbst fühlte sich irgendwie fremd,
das Halsband drückte auch ganz unangenehm auf der Haut.
Sie wusste, dass darunter schon einige Blessuren vorhanden sein mussten,
zumindest fühlte sich die Haut etwas aufgescheuert an.
Das kleine Mädchen saß unbekümmert auf einem Stuhl,
sie blickte ziellos ins Leere, so als wäre sie nicht anwesend.

"You have to carry your blood medicine with you,
as you know, only with it your status is stabil,
and also the drug is insert there, so you won't turn into a monster.
So far just remember, escape is aimless."


Sie hatte absolut keinen Kopf für sein Gerede und winkte ab,
an ihrer Seite hatte man schon die Apparatur an einem kleinen Tisch aufgestellt,
den sie einfach vor sich herschieben konnte,
auch das Kabel ihres Zuganges war um circa einen Meter verlängert worden,
wahrscheinlich auch, damit sie sich etwas freier bewegen konnte.
Langsam setzte sie sich auf, ihr Körper gehorchte ihr unerwartet gut,
eine Weile später stand sie schon wieder auf den Füßen,
bemerkte jedoch sofort die noch nicht ganz verheilte Wunde am Fuß.
Dazu kam noch das ungewohnte Gefühl auf der Brust,
wohl weil alles gerade erst frisch verheilt war und sich an die Regeneration gewöhnen musste.
Es verging kaum eine Stunde und sie verließ das Zimmer,
an der freien Hand das kleine Mädchen als Gefolgschaft.
Vor ihren Augen erstreckte sich ein längerer Gang,
wo aufgereit an beiden Seiten mehrere Zimmer waren,
alle waren abgeschlossen oder standen leer,
im Gang kam ihr auch keiner entgegen.
Erst am Ende dessen kam sie in einen größeren Raum,
wo allerhand technische Apparaturen standen,
vornehmlich Computer und Instrumente zur Entschlüsselung von DNA-Sequenzen.
Es waren große Schreibtische anbei, einige übervoll mit Papierkram,
irgendwo hörte sie die Lüftung eines Inkubators,
der irgendwelche Präparate warm hielt.
Im angrenzenden Nebenraum -
er war durch eine Fensterfront leicht einzusehen -
stand wohl schon der wissenschaftliche Teil dieser Räumlichkeit,
dort entdeckte sie von Weitem Gerätschaften für eine Operation,
allerhand Kompressen und Verbandsmaterial, einen OP-Tisch,
dazugehörige Fuß- und Handfesseln und eine Kopfstütze zur Fixierung.
In ihrer Magengrube zog sich etwas zusammen,
sie konnte sich lebhaft vorstellen, was in dem Raum gemacht wurde.

Es war alles ein wenig zu still für ihren Geschmack,
wenngleich einige Kittelträger hin und her huschten,
sie beachteten die Vampiress mit ihrem kleinen Wagen und dem Mädchen nicht,
so als würde sie ein Wahn oder eine Gier zur Arbeit antreiben.
Die Vampiress suchte die Papiere durch, um einen Anhaltspunkt zu haben.
direkt hielt sie ein Schreiben in der Hand,
was eine Experimentreihe mit Menschen beschrieb,
wo ihnen Blut und-oder Organe von magischen Wesen eingesetzt worden waren.
Beim Blut gab es starke Verhaltenstörungen beim entsprechenden Menschen,
bis hin zum sofortigen Tod durch eine Abwehrrekation des Organismus.
Bei den Organen verhielt es sich ähnlich,
wenngleich geringfügige Mutationen und Adaptionen des fremden Gewebes verzeichnet waren,
sie hielten sich bei einer Testreihe von 50 Probanden deutlich in der Unterzahl.
Trotz ihrer Erfahrungen wurde ihr bei den Daten etwas übel,
sie legte das Papier weg und schaute sich weiter um.
An einem Schreibtisch weiter hinten hing ein Zettel mit ihrem Namen,
dort fand sie auch einen Brief, in dem genau geschrieben stand,
was sie nun New Light alles an ihren Forschungsergebnissen zutragen sollte.
Sie legte die Anweisung zur Seite und zog sich einen Stuhl heran,
das Mädchen platzierte sie darauf und schaltete den Computer vor sich an,
das Passwort war am Monitor notiert.

"Seltsam ruhig hier, dafür, dass ich gefangen bin.
Wahrscheinlich erwarten sie von mir aber auch nicht,
dass ich mordend durch die Gegend streife.
Ich bin auch nicht wirklich in der Verfassung dazu...",


gestand sie sich selbst ein und schaute das Kind an ihrer Seite an.
Woher sie kam und was sie nun hier zu suchen hatte,
ob Kurlen sie speziel ausgewählt oder wahllos herausgepickt hatte, wusste sie nicht,
nur hatte sie nun die Aufgabe, ihr Leben zu erhalten,
egal, wie lange es nötig war.
Insgeheim machte sie sich noch schreckliche Sorgen um ihre Freunde,
auch wenn die Gesprächsfetzen teils sehr lebhaft in ihrem Kopf wanderten,
sie hoffte einfach, dass alles gut gelaufen war und keiner von ihnen Schaden genommen hatte.
Bei Raphael war sie sich aber sicher, dass er wieder irgendwas aus dem Ärmel gezaubert hatte.
Der PC fuhr geräuschlos hoch und eröffnete einen Ladebildschirm mit dem New Light Symbol,
sie gab das Passwort ein und schaute sich die Desktopoberfläche genau an.
Während dieser Zeit ließ Alexinara sich auch nicht die Lokalisationen der Überwachungskameras entgehen.
Zumindest konnte sie so in etwa ihre Situation einschätzen.
Vor ihr tat sich eine Reihe von Dokumenten auf,
die sie damals als Forscherin mit einem speziellen Hochsicherheitscode verschlüsselt hatte,
sie waren an die Daten herangekommen, hatten sie aber nicht entschlüsseln können.

Sie holte tief Luft und sah nochmal zur Seite,
das Mädchen saß dort und starrte ins Leere.
//Wenn du wenigstens mich verstehen könntest,
aber selbst diese Fähigkeit haben sie blockiert...//,

ging es ihr durch den Kopf, bis ihr ein Einfall kam.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 04-04-2012 17:20 PM

Vorsichtig schlich Lor aus der Deckung. Die kleine Schlange hatte er letztlich doch auf Terra zurückgelassen, dort im Portalraum.
Seine Sinne waren bis auf's Höchste angespannt, die Ohren bewegten sich keinen Millimeter, genau wie der Schweif eher starr die Bewegungen austarierte. Im Raum war im Grunde nichts, nur diese Art Wand, vielleicht eine Sicherheitsvorkehrung, an der eindringende Feinde zerschellen sollten, und einiges, um Gerätschaften zu befördern.
Der Türrahmen direkt hier vor hatte keine Tür und gegenüber war schon das gleiche Bild zu sehen.
//Leute... Ich glaube, das wird euch nicht gefallen...//
Er schloss die Lider und griff auf seine Drachensicht zurück, die Handrücken wurden leicht blau, genau wie die Fußoberseiten. Der blinde Blick mit der energetischen Sicht fuhr durch alle Wände und entdeckte die Kameras auf den Fluren, aber er konnte sicher sein, dass seine erste Vermutung gerade richtig war.
//Im Umkreis sind circa noch vier dieser Räume. Sie haben ein Netzwerk geschaffen, das hier zusammenkommt! Wir könnten von hier aus zu jedem weiteren Ort, an dem eines ihrer Gates steht, allerdings...//
Er sah nicht zurück.
//Müssen wir jetzt raten, welches in genau die Base führt, die wir brauchen.//
Das Blauhaar schwieg einen Moment.
//Die Kameras auszutricksen ist kein Problem, ich kann uns durch gekoppelte Wind- und Illusionsmagie unsichtbar für sie machen. Das würde auch Wärmemuster verwischen.//
Schritte wurden dumpf hörbar. Sofort klebte der Krasáne rücklings an der nahen Wand, das Gesicht Richtung der anderen.
//Da kommt jemand.//



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 05-04-2012 08:10 AM

Rasch begab sich auch der Magier in Deckung. Es war die andere Wand nahe des Türrahmens, hinter welcher er Schutz suchte.
Raptor hingegen nutzte seine Fertigkeiten, um sehr schnell an die Decke zu gehen und sich dort festzuhalten wie ein Gecko.
//Das mit dem Raten wird einfach, wir müssen nur ... einer eurer Nasen folgen. Schließlich, wenn dies nur ein Zwischenpunkt ihrer Reise war, müssten viele auch durchs nächste Gate gegangen sein. Und da aufgrund des Lärms auch viele im Stress waren, geschwitzt haben, etc. müsste ihre Duftmarke wohlmöglich noch erfassbar in der Luft hängen. Was meinst du? Willst du einmal Spürwolf spielen? //, grinste er innerlich zu Lor hinüber.


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 05-04-2012 10:17 AM

Der Krasáne erwiderte die Mimik. //Kein Problem. Aber du weißt nicht, ob die Base, wo Lexia ist, und jene, wo die Leute hinverschwanden, die gleiche ist. Raten - und hoffen.//
Unterdes schritt ein Mensch mittleren Alters einfach vorbei und war dann weg.
Lor wartete noch einen Moment, dann wob er in die Luft um sich herum die Signatur der Umgebung, sodass seine eigene überdeckt wurde und für das Auge verschwand. Das Blauhaar huschte auf den Flur und sah von links auf rechts. Der Gang war nicht allzu lang, ging an beiden Seiten um Ecken, gabelte sich, und die Kameras schienen tatsächlich nur auf den Fluren zu sein. Unachtsamkeit? Einsparung? Absicht?
Vielleicht trugen die Kameras aber auch nur einfach Schaden davon oder funktionierten nicht richtig in direkter Nähe zu einem Wurmloch, energetische Schwankungen und so. Die Wände hier waren sowieso etwas dicker, rein vom Material her, undurchlässiger, auch für seine blinde Sicht.
Ein Soldat bog um die Ecke. Lor hielt die Luft an und presste sich ganz eng an die Wand. Der Mann schritt raschen Tempos vorbei und bemerkte nichts.
//Hui...//
Weiter hinten näherte sich eifriges Gezeter, hinderte den Krasánen aber nicht daran, sich weiter auf dem linken Korridor vorzuwagen.
"... Ich hab's dir doch gesagt, das wird nie was!"
"Verdammt, was bist du für ein Forscher, dass du nicht einmal testest?"
Es waren zwei und sie nahmen den ganzen Gang ein.
"Ich hab' doch alles versucht, ich - " Der Mensch in der weißen Kleidung krachte gegen Lor, der sich aber rasch daran machte, hinter die Ecke zu flüchten. "Huch?" Er schüttelte den Kopf und ging weiter. "Man, ich renne schon gegen die Wände!"
Der andere lachte nur schadenfroh, dann diskutierten sie hitzig weiter.
Das Blauhaar sah sich um. Links ging die Gabelung weiter im Korridor, hier rechts war ein etwas größerer Raum, ein Tisch, ein zwei Stühle, hatte etwas von einem Wartezimmer. Allerdings war es gerade verwaist, genau wie die Zimmer anbei, soweit er es erkennen konnte. Weiter vorn kamen endlich wieder zwei einander gegenüber liegende Räume ohne Tür, gleicher Aufbau wie die vorigen, mit Portalvorrichtungen, die allerdings nicht an waren. Und direkt geradeaus schien er gefunden zu haben, was sie suchten.
Vorsichtig näherte er sich dem Rahmen und lugte in die vergleichsweise große Halle, das vergleichsweise riesige Gate hier war offen und ein wenig Bewegung herrschte. Die beiden Leute am Steuerpult unterhielten sich zwanglos, in Arabisch, wenn Lor nicht irrte. Daneben, etwas weiter, stritten sich zwei Franzosen über irgendwelche Waffenlieferungen, die wohl nicht ganz oder teilweise unsachgemäß angekommen waren.
Zum Glück überdeckte der leicht bewegende Wind auch seinen Geruch, denn ein paar Wachhunde gab es hier ebenso, die aber nur gemütlich herumlagen oder die Leute beobachteten.
Ob es hier zum Hauptlager New Lights ging? Oder wenigstens zu dem, wo die Soldaten hin waren? Vielleicht war es auch nur offensichtliche Finte? Die Luft roch noch ein wenig nach den Gerüchen, die Raphael zu suchen aufgegeben hatte, das definitiv. Aber vielleicht erwarteten sie gar, dass die NGEO ihnen nachfolgte, und empfingen sie dann auf der Gegenseite mit offenen Armen. Andererseits sollte Terra theoretisch zerstört worden sein.
Jemand näherte sich von hinten und scheuchte den Krasánen in den Raum hinein, schritt gemächlich zu den beiden Portern hinüber und fragte nach irgendetwas.
Unterdes machte er sich auf den Rückweg und kundschaftete noch die andere Richtung des Ganges aus, aber dort fanden sich nur Lager oder Aufenthaltsräume, abgesehen von verschlossenen Türen. Ihm begegnete niemand weiter, es war still. Flink flitzte er leisen Fußes zurück und in ihren Ankunftsraum hinein.
//Da sind noch zwei geschlossene Gates hinten sowie ein großes, wo vermutlich die Soldaten durch sind. Ich denke, außer dem großen wird hier kein weiteres an sein und ehrlich gesagt ist es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis die hier merken, dass wir ein abgeschaltetes Portal geöffnet haben, oder?// Lor blieb erst einmal unsichtbar. Seine gedankliche Sprache ging an alle im Raum, alles Gesichtete wurde mitgeteilt. //Wir können jetzt nur versuchen, unbemerkt bis zum Gate zu kommen, dass wir jedoch hindurch gelaufen sind, werden sie merken. Was also tun? Sonst kann ich auch noch einmal auf der rechten Seite der Anlage schauen.//



RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 05-04-2012 14:30 PM

Erst als Lor von seiner Erkundungstour zurückgekommen war, wagte Garidion, sich etwas zu rühren,
bisher hatte er sich absolut still verhalten und nichts gesagt.
Die Situation war ihm auch viel zu unsicher gwesen,
sodass er nichts riskieren wollte.
Der Krasáne hatte sich sehr geschickt unsichtbar gemacht und kam kaum 15 Minuten später wieder,
nach einer allgemeinen Wissensvermittlung stand ihnen nun offen, das einzig geöffnete Portal zu benutzen,
oder die Gegend weiter auszukundschaften.
Der Drache schaltete sich gedanklich ein.

//Gab es Hinweise darauf, dass vor Kurzem große Truppen den Weg genommen haben?
Können wir irgendwie sicherstellen, dass wir nicht in eine Falle laufen?//,


meinte er, als gerade ein Mann in schlichter Arbeitsuniform den Raum betrat,
an das Steuerpult trat und genau untersuchte,
die Anwesenheit der Eindringlinge bemerkte er nicht,
weil ihm die Fähigkeiten dazu fehlten und er viel zu vertieft war.
Am Pult befestigte er einen per Hand bedienbaren Bildschirm,
anscheinend führte er einen Check-Up oder eine Fehlersuche durch.
Es verging eine Weile von leisen Piep- und Bildschirmberührungsgeräuschen,
ehe dem jungen Mann beinahe der Bildschirm entglitt.
Hektisch ließ er das Teil auf dem Pult liegen und rannte aus dem Raum,
sein Gesicht war trotz des Dämmerlichtes als kreidebleich erkennbar gewesen.
Doch weiter kam nichts, es wurde wieder still, nachdem die Schritte im Gang verhallt waren.

//Ich hätte spontan erwartet, die Alarmsirenen zu hören,
entweder wurde unsere Fähigkeit, die Portale nutzen zu können, unterschätzt,
oder hier läuft etwas gewaltig schief...//,


kommentierte er und schaute fragend in die Runde.

-----------------------------------------------

Alexinara hatte nun schon knapp eine Stunde am PC gesessen,
ihr Blick ging konzentriert gen Bildschirm,
wo einige Fenster quer verteilt zu erkennen waren.
Auf den ersten Blick konnte man Sequenzen von DNA erkennen,
dann Tabellen und komplizierte Schrifstücke,
Dokumente mit seltsamen Schriftzeichen.
Darunter fand sich auch eine grafische Darstellung mit einer Eingabeplattform,
jedoch war sie unter den vielen Einzelfenstern kaum ersichtlich.

Die Vampiress hatte zunächst das Sicherungssystem der Computer des Komplexes nach Lücken durchsucht,
war aber am Ende zum Schluss gekommen, dass man das System selbst nicht manipulieren konnte,
fast per Zufall war sie an Dateien über "Gates" gestolpert,
die sich auch noch als genau solche herausstellten.
Trotz ihrer stark nachgelassenen Konzentration hatte sie es geschafft, die Daten zu entschlüsseln
sowie an ein externes "Gateprogramm" zu kommen,
wo sich vor ihr eine Karte mit Portalkomplexen öffnete,
an dessen Mittelpunkt sie wohl mit ihrem Gefangenschaftsort lag.
Die Gates selbst waren in einer komplexen Zusammenstellung fast überall auf der Welt angeordnet,
wobei es an vielen Stellen so genannte Knotenpunkte gab,
in denen einige Gates ihre Zusammenkunft fanden.
So wie es für sie aussah, befand sie sich im Gateabschnitt "Germany-M1",
was wohl dafür stand, dass sie im innersten Abschnitt der New Light Basen befand,
denn die Gates waren quasi ringförmig aufgestellt,
wobei man vom äußersten Ring "M3" in den mittleren "M2",
dann über ein einzelnes Gate zum innersten Komplex kommen konnte.
Umso tiefer man kam, desto weniger Portale waren vorhanden,
erst 15 * 4 Portalstandorte, zumindest sagte es die Legende der Karte und das Schriftstück dazu,
danach 10 * 2 und am Ende 10 * 1.
Sie ging aber nicht davon aus,
dass die New Light Basen einzig aus 10 großen Komplexen irgendwo in der Welt bestanden,
sondern alle Mal ihre Einsatzbasen darstellten.

Alexinara hatte, um nicht von irgendwelchen neugierigen Blicken entdeckt zu werden,
stetig einen Teil ihrer Nachforschungen im Vordergrund laufen lassen,
meistens eher triviale Dinge, welche aber wichtig waren, um das Gesamtkonzept zu verstehen.
Komischerweise hatte keiner der Forscher ihr auch nur einen Blick zugeworfen,
allgemein wirkte alles sehr steif und leblos,
selbst Kurlen war nicht mehr bei ihr gewesen,
was jedoch auch am Gespräch von vor einiger Zeit liegen konnte.
Sie knackte in kürzester Zeit die Sicherheitsbeschränkung der Steuerpulte im äußeren Ring,
merkte aber im Mittleren schon, dass es mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.
Im Hintergrund lief eine Liste der Portalaktivitäten ab,
welche normalerweise mit einem New Light-Code, oder kurz NLC bestätigt wurden,
aber während sie noch die Portale versuchte, effektiv zu manipulieren, bemerkte sie eine fremde Einschaltung,
die weder eine Codierung aufwies, noch einen exakten Standort.
Sobald die Aktivität vonstatten gegangen war und der Eintrag in die Liste kam, kam der Vampiress der Gedanke,
dass eventuell ihre Freunde hinter der Sache stecken konnten.

//Wenn ihr das jetzt seid,
dann muss ich euch irgendwie supporten.
Nur kann ich wohl nicht auf die Portale im innersten Ring zugreifen,
da müsste man sich was einfallen lassen..//,


ging es ihr durch den Kopf, als ihre Finger schon schnell in die Tasten schlugen,
kaum 5 Minuten später hatte sich die Anzeige von "Fremde Aktivierung" in eine "Testaktivierung" verändert,
was zwar sicherlich auch kontrolliert werden würde,
aber nicht zu einem Alarm im Sicherheitssystem geführt hätte.
Das Mädchen neben ihr rührte sich etwas,
ihre Augen schauten sie nun mit einer starken Intensität an.

"Na, meine Kleine?
Hast du Interesse an meiner Forschung gefunden?",


fragte sie diese und schaute sie lächelnd an,
sie ging davon aus, dass sie ihr eh nicht viel zu sagen hatte,
da sie unter der Manipulation der PSI-Talente stand.
Mit einem Mal legte das Kind seine Hand auf Alexinaras Arm,
und unbekannte Bilder einer verlassenen Straße,
Männern in schwarzen Anzügen zogen an ihrem inneren Augen vorbei,
die Vampiress schaute sie verwundert an.

"Sag nicht, du bist doch nicht vollends unter Kontrolle?"



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 05-04-2012 14:58 PM

//Jetzt wären Minds Talente von unschätzbarem Wert//, dachte Raphael bei sich und zog sich noch etwas weiter in eine Ecke zurück. Selbst mit magischer Illusion würde wohl die eine oder andere Patrouille die Fähigkeit haben sie zu erfassen.
Eine flüsternde Stimme drang übers Codec an sein Ohr. "Here Raptor, I have some interessting Informations for you..." Direkt bei den Worten wandte sich der Kopf Raphaels gen Decke, wo kurz zuvor die Echse noch lauerte.
"Where in hell are you?" - "Control and observation room. I have seen some log activities and heard some guys talking about the last big unit, which went to this halls. They said, that the gate is a bit unstable right now. It seems that this technology is currently only a prototype, and not very well tested."
Plötzlich ertönte Alarm. "Damn it - they spotted me. I'll get to your position."
Mit einem verärgerten Gesichtsausdruck bestätigte Raphael sein Vorhaben, ehe er noch durchgab, dass sie wohl doch direkt das offene Gate als Fluchtweg nehmen würden.

//Get there immediatly, and don't even think of killing anyone, who isn't directly in our way//, sandte er an alle, und nutzte seine Magie um möglichst schnell zu Lor's vorherigen Standort zu kommen.


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 05-04-2012 16:09 PM

//Of course.// Lors Augen verengten sich in ernster Anspannung, mit einem Wink seiner Hände, die eine Art stillen Tanz auszuführen schienen, verschwand Garidion auch von der Bildfläche.
//Mischen wir sie mal auf!//
Er sprintete vor, im Vertrauen, dass Raphael sowieso wusste, wie er unbemerkt bis dorthin kam, den Drachen im Nacken. Zwar spürte er das leichte Beben, wenn der auftrat, aber hören konnte man zum Glück nichts. Gedanklich führte er ihn mit sich - sehen konnte er ihn ja nicht -, bis sie hinten den großen Portraum erreicht hatten. Die Energie war nicht mehr ganz so rein wie zuvor. Vielleicht war das auch ihre letzte Chance, bevor das Gate abgeschaltet wurde und am besten noch ein paar Stunden ruhen musste vor neuer Aktivierung.
//Attacke. Meine Magie überlebt das nicht, also sobald wir drüben sind, sind wir den ersten Bruchteil der Zeit sichtbar, klar?//
Sein Nebenmann nickte gedanklich. Alles zusammennehmend sprintete der Krasán vor, an einem letzten Lieferanten vorbei, und sprang in den weißblauen Strudel.



Kaum hindurch, verschwand das Wurmloch.
//Alle heil da...?!// Mit leichtem Schreck sah Lor sich um, Garidion neben sich, suchte die anderen beiden. Das Gegenstück zu der großen Halle hatten sie hier, und Glück im Unglück schaffte er es, wieder die Illusion weiträumig um alle Anwesenden der Truppe zu weben, bevor der Portaltyp vom Pult aufschaute.
"What was that?"
"What was what?", kommentierte wer leicht genervt von der Seite. "Don't make me mad."
"I get a headache from this thing, seeing something that doesn't exist..."
"Hmph."
Lor atmete leicht angestrengt, gezwungen halb unterdrückt. Auf so große Fläche fraß ihn die Wirkung gut an. Seine Augen durchsuchten den Raum, aber außer den zweien dort und den paar Wachhunden war keiner mehr hier. Jedoch roch es schon etwas mehr nach einer größeren marschierten Truppe, ebenso wie Metallgeruch deutlich riechbar gewesen war, bevor sich die "Barriere" um sie geschlossen hatte. Vermutlich waren hier viele Waffen gelagert.
Sobald sie weiterziehen würden, würde er den Sichtschutz wieder nur auf Garidion und sich beschränken, um Kraft zu sparen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 07-04-2012 17:56 PM

Die Stimmen hinter ihm verstummten, kurz nachdem er das Portal passiert hatte. Die anderen waren bereits vorgegangen. In weiser Vorraussicht hat auch Lor bereits sich darum gekümmert, dass sie bei ihrer Ankunft am unbekannten Zielort nicht sofort wieder entdeckt würden.
Raptor hatte es, wie aus dem Nichts, direkt vor dem Magier geschafft durchs Tor zu hechten. Geschickt und schnell war er durchaus.
Frisch angekommen dachte der Schwarzgewandte bereits über das ganze Gategestrüpp nach, welches wie ein doch recht großer Irrgarten wirkte. Das die Truppe durch den Kampf keine Stunde zuvor noch recht ausgelaugt war, machte die Situation nicht besser, schließlich sind ihre gemeinsamen Feinde somit im Vorteil.

//Wenn wir hier nicht direkt fündig werden, versuchen wir Informationen zu beschaffen, wo sie Lex hingebracht haben. Ich denke, irgendwer wird schon etwas über Gefangene wissen, zur Not klopfen wir hier mal an das Chefbüro. Sollte das auch nicht von Erfolg gekrönt sein, ziehen wir uns fürs Erste zurück. Es bringt schließlich nichts, wenn wir hier auch noch gefangen genommen werden, oder gar umkommen.//

Raptor begab sich direkt nach dieser kurzen gedanklichen Unterhaltung wieder an die doch vergleichsweise hohe Decke und kletterte von dort aus dicht angeschmiegt durch die Räumlichkeiten.
Raphael schlich langsam zum einzigen Ausgang des Raumes, und musste sich dann doch einen Moment lang an der Wand abstützen. Die starke Wirkung des Zaubers saß noch tief in seinen Knochen. Plötzlich kam ihm ein Gedanke...

//Leute, ich habe eine Idee... wie wäre es, wenn ich mich bewusstlos stelle, sodass sie mich möglicherweise als ebensolchen Gefangenen behandeln, wie Lex? Dann kommen wir vielleicht eher zu unserem Ziel. Mit der Illusionskraft von Lor sollte es lange genug möglich sein, dass ihr euch verborgen halten könntet... Jedoch sollten wir dies vielleicht erst nutzen, wenn wir hier keine Infos finden, oder was meint ihr?//


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 07-04-2012 18:05 PM

Lor musste an sich halten, nicht zu lachen. //Das ist typisch du. Kann man machen, bei dir habe ich keine Sorge, dass das eher fehlschlägt als den gewollten Nutzen bringt.//
Er nickte ihm gedanklich zu, gab dann dem Drachen zu verstehen, dass er ihm immer nah bleiben sollte, damit er nicht über so hohe Reichweite seine Magie aufrecht erhalten musste.
//Also gehen wir erst einmal alle auf Erkundung?//
Der seltsame andere Typ war schon wieder verschwunden...



RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 07-04-2012 18:44 PM

Garidion nickte verstehend und gesellte sich nah an die Seite Lors,
sie mussten wirklich erst einen Anhaltspunkt haben, ehe sie fortfahren konnten.
Auf den ersten Blick war sich der Drache sicher,
dass New Light kein simples Portalsystem zum Transport benutzen würde,
da die Möglichkeit einer feindlichen Infiltration viel zu hoch wäre,
so mussten sie sich sicherlich darauf gefasst machen, einen Komplex an Portalen zu nutzen,
bevor sie überhaupt ihr Ziel, oder vielleicht auch gar nichts erreichen würden.
Die Idee des Magiers wollte er nur im nötigsten Fall umsetzen,
weil er sich absolut nicht sicher war, wie sehr sie darauf vertrauen konnten,
dass ihre Begleitung an jene Stelle gelangen würde, wo auch Alexinara war.

--------------------------------

Eine Flut an Informationen überrannte das Gehirn der Vampiress,
ungezählte Augenblicke später war es vorbei und das Mädchen betrachtete sie ruhig,
sie merkte, wie eine Präsenz an ihrem Geist anklopfte.

//Keine Angst, ich bin nicht dein Feind.
Und ja, du hast recht, ich habe nicht gänzlich meine Selbstständigkeit verloren,
was ich aber allein meinen PSI-Kräften verdanken kann...//

Das ausdruckslose Gesicht das Kindes bildete das krasse Gegenteil zu ihren gedanklichen Worten,
so als wäre ihr Geist vom Körper getrennt.

//Bevor du fragst, mein Geist hat sich gegen die Manipulation gewehrt,
jedoch erst, nachdem das PSI-Talent mit mir fertig war,
so wusste die betreffende Person nicht um meine Kräfte.
Es hat aber seine Weile gedauert, bis ich zu dir Kontakt aufnehmen konnte,
da die Manipulation einen Großteil meiner Selbst festhält.
Höre gut zu, du musst nicht antworten, ich lese es in deinem Geist.
Ich habe mitbekommen, dass du das Transportsystem dieser Organisation hier beeinflussen kannst,
du gehst davon aus, dass deine Freunde hier eingedrungen sind.
Wenn du mir erlaubst, deinen Geist zu durchforsten,
dann werde ich versuchen, sie zu kontaktieren//,

kündigte sie an und Alexinaras Inneres machte beinahe einen Luftsprung,
da sie nun doch eine direkte Möglichkeit haben könnte, etwas zu unternehmen,
ihr Augen schauten zwischen dem Mädchen und dem Monitor hin und her,
sie bemerkte erneut eine Portalmeldung,
dieses Mal eine Reaktion auf eine Nutzung bei aktiviertem Portal.
Schnell tippte sie einige entschlüsselte Befehle in ihre Tastatur,
zunächst passierte nichts, doch dann änderte sich die Meldung von "Nutzung" zu "Instabilitätsreaktion",
sie wunderte sich selbst, dass diese Option mit eingebracht worden war,
wahrscheinlich lag es aber daran, dass es ein noch nicht ganz ausgereiftes System war.
Das Mädchen hatte ihre Zustimmung nebenbei genutzt, um sich mit ihr geistig zu verbinden,
binnen kürzester Zeit filterte sie die Informationen,
die sie brauchte, auf den ersten Blick meinte die Vampiress, Änlichkeiten zu Minds Fähigkeiten festzustellen,
bei ihrem Alter war dies aber eine sehr starke Gabe.

//Zeig mir bitte, wo wir stecken und wo sie sind,
ich werde versuchen, ihnen den weiteren Weg zukommen zu lassen.
Dein Freund, Raphael, scheint am ehesten für mich erreichbar.//

Gesagt getan, Alexinara bildete in ihren Gedanken das Modell des Komplexes nach,
da sie eines der 4 Gates zu ihrer Lokalisation betreten hatten, blieben nur noch zwei weitere,
danach kam nur noch das letzte, wobei sie nicht wusste, wie stark es verteidigt war.
Schnell wurden ihre Bilder übertragen, sie hatte eine gute Auffassungsgabe,
äußerlich merkte man ihr nichts an und auch Alexinara bemühte sich, nicht seltsam zu wirken.
Auf dem PC liefen einige Berechnungen auf und ab,
ein Text zur "Vererbung von Fähigkeiten" lag offen und wartete auf Korrektur,
aber keiner interessierte sich für sie, es wirkte alles zu seltsam.

//Magier, Raphael, ich kenne euer Ziel,
Alexinara ist bei mir im Kern dieses Labyrinths.
Ihr müsst das Portal zu eurer linken nehmen,
doch wissen wir nicht, inwieweit es dahinter verteidigt ist.
Danach sollte nur noch ein Portal folgen, welches direkt zu uns führt,
nehmt euch in Acht, hier wirkt es bedrohlich ruhig//
,

sandte sie ihm mit einem Bild der Räumlichkeit,
wie sie sich direkt vor ihren Augen befand,
ihren Namen nannte sie nicht, gab ihm dazu aber ein Bild von sich mit,
so wie sie sich zuletzt noch im Spiegel gesehen hatte.
Viel Zeit für mehr Gespräche blieb nicht,
die Distanz und Auflehnung gegen die Manipulation forderten sehr viel Kraft bei der Kleinen.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 10-04-2012 21:11 PM

Die "Nacht", oder besser gesagt der Morgen, den die meisten nicht benötigten ISF-Kämpfer mit Schlafen verbrachten, verlief ungewohnt ruhig, hatte man im Hinterkopf, was noch vor einer Stunde auf Terra los war. Wäre dies auch eigentlich ein wünschenswerter Zustand, wenn man sich nach dem Kampf endlich ausruhen wollte, so konnte doch Koron kein Auge zu tun.
In seinem Zimmer war eine andere Art von Ruhe. Eine betroffene, beklommene Ruhe, die den ganzen Raum erfüllte und keine Worte zuließ. Penso war... weg. Nicht nur, dass eine Person nun einfach nicht mehr existierte, es machte einem auch klar, wie schnell so etwas gehen konnte. Niemand war darauf vorbereitet, auch wenn das natürlich alle vor dem Angriff gesagt haben.
Milia saß stumm auf ihrem Bett, daneben der Schwarzfuchs, der sie tröstend im Arm hielt. Wenngleich er es auch nicht gewöhnt war, auf "kuschelig" zu machen, konnte er es nicht ertragen, die eigentlich doch so lebhafte und ehrgeizige Huskydame so zu sehen.


RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 14-04-2012 19:57 PM

Noch ehe der Magier weiteres zu seinem Plan und der Antworten seiner Kameraden mitteilen konnte, erreichte ihn bereits eine gedankliche Nachricht. Augenscheinlich kam es von einer Verbündeten, und noch im Nachhall der Übertragung gab Raphael die Stimme und Informationen direkt weiter.
Wenngleich auch dieses gedankliche Manöver eine Falle sein konnte, so hatten sie zumindest einen Anhaltspunkt.

//Auch wenn es mir nicht gänzlich behagt mich auf solcherlei Worte von mir unbekannten zu verlassen, so ist dies wohl unsere erste heiße Spur. Wir treffen uns bei dem Portal.//

Während des langsamen vortastens durch die Kammern, kam dem Schwarzgewandten ein weiterer Gedanke: Seine magische Schwäche konnte ihm hier aus Tarnungstechnischer Sicht auch zum Vorteil gereichen, so konnte man ihm vom reinen Empfinden her locker nur für einen Cat B bis C halten. Entsprechend eingestellte Sicherheitsanlagen, die ausschließlich nach äußerst starken Feldern suchten, würden ihn zumindest unbehelligt lassen.

Das nächste Portal war recht nahe und befand sich in einer größeren Halle. Offensichtlich wurden durch dieses Gate ab und an auch Maschinen oder Fahrzeuge geleitet. Eine entsprechende Rampe sowie ein Zuweg über eine breitere Straße waren deutliche indizien dafür. Das Gate schimmerte bereits. Offensichtlich war es bereits aktiviert worden. Ob dies nun Lex zu verdanken war, oder gänzlich andere Ursachen hatte, darüber wollte er sich nun keinen Kopf machen.

----

Nach einem weiteren deutlichen Gefühl der räumlichen Verzerrung landetete die Truppe in einer ähnlich großen Halle, aus welcher sie gerade kamen. Im Vergleich zum vorherigen Stützpunkt, war es hier deutlich ruhiger. Es war wohl eher eine Art Zuliefererstützpunkt.
Über dieses Gate-Netz konnte New Light auch ohne Probleme Waren und Waffen aller Art ohne Probleme und Zeitverlust über sämtliche Ländergrenzen schmuggeln. Ein deutlicher Vorteil und eine Erklärung dafür, wie sie damals ihre erste Atomrakete auf Terra so unbehelligt ins russische Inland bringen konnten.

Der Magier verbarg sich hinter einem größeren Metallcontainer. In der ferne hörte man das Hallen von Gesprächen. Laut der weiblichen Stimme von zuvor musste es hier nur ein einzelnes anderes Gate geben. Als alle soweit waren machten sie sich gemeinsam auf dorthin auf den Weg, nachdem Lor kurz zuvor die Lage ausgekundschaftet hatte.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 15-04-2012 13:06 PM

Der Drache war der Anweisung gefolgt und alsbald auch durch das Tor getreten,
in der Hoffnung, Lors Deckungszauber würde ihn auch so noch schützen.
Anbei hatte er nun eine große Halle vor sich,
weiter hinten war ein langer Gang auszumachen,
wo vereinzelnd Soldaten von New Light durchgingen,
jedoch waren sie nicht in Alarmbereitschaft,
so als wäre ihr Eindringen bisher nicht wahrgenommen worden.
Schnell suchte Garidion Deckung hinter ein paar Kisten,
bei näherem Betrachten erkannte er die Aufschrift "explosive",
was ihn zu der Annahme verleitete,
dass sie hier sehr empfindliches Material überall in der Welt verteilten.
Manchmal schaute ein Kopf in den Raum,
das noch aktivierte Gate schien ihn nicht zu stören,
entweder gehörte er nicht zu den Technikern dieser Sparte,
oder ihm war dieser Fakt schlicht und ergreifend nicht aufgefallen.

//Sind alle hier?//,


fragte er vorsichtig in die Runde, um die Lokalisation der anderen zu erfassen.

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Alexinara veränderte blitzschnell einige Texte der Anzeige,
sie musste schnell handeln, denn das Kontrollsystem war genau, was seine Angaben anging.
Bei so vielen Aktivierungen, oder eher Passagen durch das Gate, konnte sie nicht schnell genug eingreifen,
ohnehin wäre sie nicht mehr in der Lage, das Hauptgate zu manipulieren,
da es über ein separates Absicherungsnetzwerk verfügte.
Die letzten Passagen schrieb sie erneut als Instabilitätsaktivierungen um,
jedoch merkte sie, dass das System langsam an seine Grenzen angelangte,
da die Manipulation zu Warnmeldungen führte und am Ende irgendwen aufmerksam machen würde.

Das Kind an ihrer Seite hatte inzwischen Schweißperlen auf der Stirn.
Mit einem kurzen Gedankenaustausch hatte sie ihre Kontaktaufnahme bestätigt,
auch, dass ihre Freunde tatsächlich eingedrungen waren.
Die Stille im Raum und die Interessenlosigkeit der anderen beunruhigten sie,
ihr ging auch langsam das Material für simple Berechnungen aus,
schließlich konnte sie nicht ewig vormachen, ihre Daten erneut zu durchforsten und Neuberechnungen einzuholen.
Sie wurde das unbehagliche Gefühl nicht los,
dass Kurlen etwas vor hatte und nur auf einen Fehler wartete.
In ihrem Kopf bahnten sich grässliche Kopfschmerzen an,
sie hatte ihre ohnehin schon eingeschränkten Fähigkeiten bis auf das Äußerste strapaziert.
Ihr blieb nun noch die Hoffnung, dass sie das letzte Gate unbehelligt passieren konnten,
ohne großartig behindert zu werden,
aber in der hintersten Ecke ihres Verstandes blieb der Zweifel.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 15-04-2012 19:13 PM

Lor hörte auf, irgendwie zu sprechen, sein Verstand beschränkte sich auf Agieren und Reagieren, jedoch nicht in dem Maß, dass es wie Dummheit oder Naivität anmutete. Anspannung machte sich breit.
Mit stummem Nicken nahm er Gedankliches entgegen und zusammen machten sie sich auf den weiteren Weg, folgten den Anweisungen der Fremden und waren alsbald in einem anderen Bereich der Anlage vermutlich, zumindest fühlte es sich so an. Irgendwo anders in irgendeinem Teil Deutschlands, Mitteleuropas. Die ganze Portalreiserei machte ihn langsam irre, es nervte ein wenig.
Ungefragt machte sich der Krasáne flink auf den Weg, um den letzten Abschnitt ihrer Reise zu erkunden, bevor sie das allerletzte Portal fanden. Zwischendurch eilten einige Forscher oder Soldaten vorbei, alles unauffällig und ruhig. Diverse Sprachen tummelten sich an diesen Orten, jedoch setzte sich langsam Deutsch durch.
Er drückte sich eng an eine Wand und lugte um die Ecke. Da war das letzte Gate endlich, aber neben dem Typen, der am Pult stand und leitete - glücklicherweise war das Wurmloch noch instand -, befand sich ein anderer Mann in Anzug, der ihn skeptisch beobachtete und eifrig auf ihn einredete, ihn kaum zu Wort kommen ließ.
"Ich kann mir das auch nicht erklären!", versuchte der Porteur einzugreifen, leise zwischendrin.
Gedanklich wies Lor die anderen vorwärts.
"... bester dieses Jahrgangs, und Sie können sich das nicht erklären?! Wofür bezahle ich Sie eigentlich, nichtsnutziger Trampel?"
"Sir, die Technologie ist noch - "
"Kommen Sie mir nicht mit unvollkommener Technologie, wir haben schon ganz andere Sachen damit transportiert!"
"Aber manchmal - "
"Ruhe jetzt! Finden Sie den Fehler, schalten Sie ihn aus und sorgen Sie dafür, dass mir keine Warnmeldungen mehr zu Ohren kommen! Instabilität, pah. Machen Sie Ihren Job!"
Mit wehendem Haar wandt der offenkundige Leiter oder eine der leitenden Persönlichkeiten sich um und rammte fast einen Soldaten, den er noch dafür ankeifte, bevor er aus dem Saal verschwand.
Mit gehobener Braue und einem Blinzeln schaute das Blauhaar ihm nach, schüttelte nur knapp den Kopf und fixierte schließlich ihr Ziel.
//Wenn wir da durch sind, fliegen wir auf... Wenn sie jetzt schon an den Anlagen zweifeln.// Ein leicht böses Grinsen legte sich auf seine Züge.
//Gehen wir sie aufmischen.//
Er huschte fast lautlos durch den Saal, spürte Garidion direkt hinter sich, die anderen beiden würden ihren Weg schon finden. Wellenförmige Bewegungen verrieten ihr Durchkommen, die drei gingen vor, er blieb noch kurz, stellte die Ohren auf, als der Techniker einen Anruf entgegen genommen hatte.
"Was, Eindringlinge...?!"
Seine Hand holte fast reflexartig aus und suchte wohl den Not-Aus, Lor nahm alles zusammen und sprang. Alles oder nichts - das Gefühl war eklig. Er konnte jetzt nur auf den Zeitaspekt hoffen, statt im Äther zu verschwinden.

Überhastet stolperte Lor in einen Raum, hüllte sich sofort in seinen unsichtbaren Windmantel, aber er fühlte bereits, dass er allein war. Und dass der Raum hier extrem vollgestellt war. Das nächstbeste Regal begrüßte ihn und fiel mit ihm krachend zu Boden.
"Autsch..."
Der Inhalt von allerhand Gerätschaften und Metallteilen hatte sich auf dem Boden verteilt. Etwas geknickt kam der Krasáne hoch und rieb sich die getroffenen Stellen. Die Illusion wob sich neu vollständig zu. Er sah sich um.
Ihn begrüßte ein leerer Raum, karg, schmucklos, etwas sehr zugestellt, wohl ein provisorischer Lagerraum.
Die Tür drüben war offen. Wo zum Geier war er gelandet? Und wo...
Hatte ihn die plötzliche Abschaltung des Gates durch einen anderen Ausgang geworfen? Schien jedenfalls so. Hoffentlich waren die anderen wohlbehalten und in einem Stück, aber er hätte wahrscheinlich gemerkt, wenn ihnen etwas zugestoßen wäre.
Er ließ alles einfach, wie es war, verschwand dann hinaus und im Korridor nach rechts.
Gelächter drang aus einem Raum auf dem Weg, hitzige Debatte aus einem anderen. Hier war definitiv viel los und sie hatten die letzte Basis erreicht.
Die anderen waren sicher noch durch das Haupttor gelangt. Hoffentlich komplett... Und nicht irgendwo lost in space.
Lor zuckte zusammen, als ein durchdringender Warnton aufkam und rotes Licht sich blinkend durchsetzte. Eine Ansage verwies auf Eindringlinge und entkommene Feinde. Die Soldaten wurden aufgerufen, alles zu töten, was ihnen Fremdes vor die Flinte kam, worauf aus dem Nebenzimmer schon drei losstürmten und verschwanden.
Fortlaufend leuchteten rote Streifen über die Gänge, der Warnton wiederholte sich beständig.
Das Blauhaar wagte nicht, seine Gestalt zu wechseln, um schneller zu sein. Die Füße berührten in schnellem Takt den Boden, die Angst und Sorge schob er beiseite. Die anderen konnten auf sich aufpassen und wenn ihnen etwas zugestoßen wäre, hätte er das gefühlt, da war er sich sicher.
"Sucht sie!", brüllte jemand irgendwo, oder gleichzeitig ein "Watch out for the enemy", "Cherchez-les" und noch ein zwei andere Sprachen, eine wohl Richtung Russisch, eine arabisch oder so. Im Grunde war das gerade wohl auch egal.
Durch die betonte, bemühte Unhörbarkeit fiel ihm auf Dauer das Atmen schwer, denn wenn er anfing zu keuchen, hörte man ihn. So blieb irgendwann nichts, außer langsamer werden. Und stehen bleiben. Erschöpfung kroch ein wenig unter die Haut, während er die Hand an einen Doppeltürrahmen legte und in eine Halle sah. Viele Forscher, viele Tische und Pcs, manch einer, der herumeilte, alle ungestört. Und er konnte einen Hauch Lexias riechen! Irgendwo musste sie hier sein. Allerdings blieb ihm dafür keine Zeit mehr, denn plötzlich verstärkte sich der Wind und machte seine Illusion zunichte.
"Da bist du."
Die Hand gegenüber senkte sich und Lor schlug sich seine Rechte vor den Mund.
Sein Herz setzte einen Moment aus.
"Hast du mich nicht vermisst?" Sie legte den Kopf schief. Die Stimme, der Blick, die Mimik und Gestik. Es war exakt gleich, aber er wusste genau, dass es jemand anderes war.
Übermannt vom Schreck sank er zu Boden und starrte sie nur an. Im nächsten Moment griffen Wasserfäden nach ihm und zerrten ihn hoch. Lor kämpfte sich frei, indem er das Wasser mit Feuer zu Dampf verwandelte, und ging in Kampfposition. Atmete betont aus. Beruhigte seinen Atem und Herzschlag.
"Dann ist es wohl gelungen."
"Was?" Verspielt wackelte sie mit den langen Ohren und stemmte die Hände in die Hüfte. Er grinste.
"-Das- hätte sie nicht gemacht."
Sein Gegenüber zeigte zischend die Zähne und züngelte mit zweigespaltener Zunge.
"Könntest du mir etwas zuleide tun?" Rotes, leicht welliges Haar verwehte, die blutroten Augen mit den scharf geschlitzten Pupillen suchten seinen Blick.
"Du bist nicht meine Schwester. Du bist aus ihren Zellen geklont."
Die falsche Lar hauchte ihm einen Kuss zu. Dann wechselte sich der Gesichtsausdruck und mit diabolischem Lachen stürzte sie sich auf ihn.
Er fing ihre Hände mit seinen ab, aber sie spannte die Finger an und setzte die Krallen in sein Fleisch.
Ihre Stirnen lagen beieinander.
"Du wirst deine Freundin niemals retten können, und die anderen auch nicht."
"Da ich vielleicht eine Weile für dich brauche, müssen das leider die anderen erledigen", erwiderte er gepresst, aber grinsend. "Ich lasse nicht zu, dass sie - "
"Es ist längst zu spät, Kleiner", hauchte sie ihm zu. "Mit dieser DNA wird unlängst experimentiert, genau wie mit anderen. Meine Herren werden es schaffen, deine Rasse zu klonen und neu zu erschaffen unter ihrem Banner."
"Weißt du was?" Er schlug mit voller Wucht seinen Kopf gegen ihren, dass sie mit erschrockenem Aufschrei nach hinten fiel. "Klingt wie einer meiner Alpträume."
Ächzend kam sie hoch und wischte sich das Blut von ihrer Stirn. Die Umgebung war unwichtig geworden. Die Frau lächelte.
"Wenn ich mit dir fertig bin, sind es keine Träume mehr."
Er sah sie nur kalt an. "Ich habe zwar keine Ahnung von Klonierung, aber ein wirklicher Krasáne hätte keine blutigen Schäden von diesem Kopfstoß davongetragen. Du bist keiner. Aber wer oder was bist du dann?" Hatte sie seinen Gedanken der Klonsache nur aufgegriffen und wollte ihm jetzt Angst beibringen?



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 24-04-2012 18:01 PM

Der größte Teil der Truppe erreichte rechtzeitig das letzte Gate. Bei eiliger Kontrolle, ob alle Anwesend waren, stellte sich herraus, dass Lor fehlte.
Es brauchte nur eine kurze mentale Kommunikation, um zu erfahren, dass er wohl aufgrund des zusammenbrechenden Gates an einer etwas anderen Stelle herausgekommen ist. Glücklicherweise befand sich das wohl noch in der selben Basis.

Nur einen kurzen Augenblick dauerte es danach, ehe ihn der Alarm ins hier und jetzt zurückholte. Vor ihm hatte eine Truppe bewaffneter in zwei Reihen Stellung bezogen.
"Freeze!", schrie einer die deutliche Aufforderung.
"Let me play with them...", flüsterte Raptor beinahe, ehe er sich schwungvoll umdrehte, und seinen Reptilienschwanz auf unnatürliche Art zum Wachsen brachte. Wohl eine halbmetamorphe Form des T-Rex.
Der Schwung und die Überraschung reichten aus, um die Angreifer kampfunfähig zu machen.

"Nice one."
//At all... we should search fast. I don't wanna meet their good troups.//
Raphael versuchte sein geistiges Auge auszustrecken, um die bekannte Aura seiner Vertrauten auszumachen. Derweil sicherten Garidion und Raptor den Zugang zu diesem Portalraum.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 25-04-2012 16:34 PM

Garidion war direkt in Aktion getreten,
als sie nach dem ersten Alarm von Soldaten umringt waren.
Anscheinend hatte man sie nun doch bemerkt
und Lor schien auch nicht mehr bei ihnen zu sein,
er transformierte seine Hand in eine Drachenklaue,
womit er einige, von Raptor umgeschmissene Soldaten
erneut zu Boden streckte, damit sie ihren Weg frei hatten.
Raphael gab schon die ersten Instruktionen,
die Alarmleuchte drehte unweigerlich ihren Kreis und gab einen schrillen Laut von sich.
Überall liefen Soldaten herum,
einige bewaffnete, andere eher zivil,
die Besatzung der Gates evakuierte sich schon in Schutzräume.
Es lag ein langer Gang vor ihnen,
der vereinzelt abzweigte und ein Labyrinth zu erzeugen schien,
überall waren Türen zu finden, verschlossen oder offen.
Sie bewegten sich zielgerichtet auf den einzigen Durchgang zu,
welcher breiter war und vor allem in einer größeren Halle ausuferte.
Wenn, dann würde es dort einen Hinweis auf Alexinaras Verschwinden geben,
er wurde aber das Gefühl nicht los, dass noch eine Falle auf sie warten würde.

//Wir sollten vorsichtig sein, es ist mir hier zu ruhig...//,

gab er an den Magier weiter und warf einen Soldaten um,
der gerade ein Gewehr auf ihn richten wollte.
Noch schienen sie von allen Seiten unbehelligt,
aber eines war sicher, dieser Stützpunkt hatte sicher auch seine Verteidigungsstellen.

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Gerade hatte die Vampiress eine ihrer letzten Ressourcen zur Berechnung freigegeben,
als eine Hand sich auf ihre Schulter legte,
ein Atem drang an ihr Ohr und sie bekam eine grässliche Gänsehaut.
Einen unendlichen Moment später sprach die Person,
sofort erkannte sie Kurlen wieder, welcher aus dem Nichts bei ihr erschienen war.

"Your friends are here...
They managed to infiltrate our system,
I´m not quite sure, if you are involved in it?",


gab er in einem süffisanten Ton von sich,
bei dem sich Alexinaras Nackenhaare aufstellten.
Sie schaute leicht zur Seite,
konnte aber nur die Ansätze seiner halblangen, braunen Haare sehen.

"What do you want from me?
As you see I´m doing my work right away",


erklärte sie ihm sachlich und öffnete dabei Dokumente,
welche dies auch unterstrichen, auch wenn es erstmal nur Zahlenkonstrukte waren.
Er ging einen Schritt um sie herum und besah sich den Monitor,
eine weitere unendliche Minute verging, ehe er sie wieder ansah.
Sein Gesicht zeigte ein fast zu sanftes Lächeln,
welches in der Vampiress bedrohliche Unruhe auslöste,
mit einem Mal explodierte der Mann vor ihr und riss den Monitor herunter.
Ein lautes Schäppern begleitet von viel Kleinkrams erfüllte den Raum,
das Gerät hatte es in seine Einzelteile zerlegt,
mit ihm war auch ein Dokumentenordner und die Tischlampe zu Boden gefallen.
Er schaute sie an und sein Gesicht bildete das Abbild einer wutverzerrten Fratze.

"You should never lie to someone,
who is in the position to destroy your live.
It's obvious that you helped them out,
I don´t really know how you managed it but there here.
These damn Bastards are in my base and it is your fault!"


Mit dem letzten Satz setzte er zu einer heftigen Ohrfeige an,
die augenblicklich das Gesicht der Vampiress traf.
Das Geräusch der Hand auf ihrer Wange war laut,
und für einen Moment wünschte sie sich, ihm den Kopf abreißen zu können.
Stattdessen musste sie den Schmerz ertragen,
dazu auch noch sein triumphierendes Lächeln,
zu keiner Zeit gönnte sie ihm dieses Siegeslächeln,
doch er genoss ihre ausweglose Situation.

"Lets see how you will manage to meet them,
I´ll teach them a lesson... And you will stay HERE!"

Das Gesicht schien nun wahnsinnig entstellt,
man mochte kaum meinen, dass sie einem normalen Menschen gehörte.
Mehr noch schien er irgendwo ein Monster in sich zu tragen,
das gerade jetzt seinen Blutrausch ausnutzen wollte,
da Feinde in sein Gebiet eingedrungen waren.
Als er ging, schaute er nochmal zur Vampiress zurück,
in seinen Augen funkelten der Zorn und die Kontrolllosigkeit,
mit einer kurzen Handbewegung riss er das Gerät und damit die Verbindungen an Alexinaras Arm heraus,
warf es unachtsam gegen eine Betonsäule und schaute zu, wie es den Geist aufgab.

"Not much time left, little vampire....
Let´s wait, in just some minutes and your body will burn cause of the greed for blood,
what will you do then, without your magic, without your strength?"


Er war so schnell weg, wie er gekommen war,
zurück ließ er eine erstarrte Alexinara,
die zusah, wie ihr Blut in kleinen Rinnsalen an ihrem Arm herunterfloss.
Sie wusste, das Zeitfenster war kurz und mit dem Halsband war sie unterlegen,
ihrem schwachen Körper und vor allem einem: Dem unbändigen Blutdurst.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 26-04-2012 15:25 PM

Lors Blick huschte einen kurzen Moment an der rothaarigen Lady vorbei, weiter hinten war eine weitere Doppeltür, die gut weit offen war. Hier lagen sicher mehrere Forschungsbereiche beieinander, irgendwoher erschallte eine aggressive Männerstimme, wohl ein Oberst, der einen Forscher zurecht stutzte - irgendetwas schepperte laut -, aber dafür blieb gerade keine Aufmerksamkeit.
Die getarnte Lar griff frontal an, doch man merkte, dass sie trotz aller Perfektheit nicht mit den langen Krallen umgehen konnte, die sie jetzt besaß. Wenn es ein Psi war, der seine Gedanken auslas, musste er diese verschließen oder aber ihn aus der Konzentration bringen. Oder sie. Vielleicht ja eine weibliche Psi.
"Natürlich bin ich eine Frau und es wird dir nichts bringen, ich breche durch jede Barrikade!", rief sie ihm entgegen und stieß achtungslos beim Rückwärtssprung einen Kittelträger um.
Er grinste und ging in Angriffshaltung. "Ist lange her, dass ich ein gedankenoffenes Übungsgefecht hatte. Kein Versteck also. Keine Waffen."
Fast zeitgleich zückte sie eine Pistole und richtete sie auf ihn, sofort hatte er seine beiden draußen.
"Oder mit?"
Stille.
Sie fixierten einander. Dann steckte sie sie gesichert zurück. "Keine Waffen."
Seine verschwanden im Nebel. "Fein."
Die Kontrahenten stürzten sich mit Kampfschrei wieder aufeinander und zerfetzten sich liebevoll gegenseitig, wobei sie mehr wegsteckte als er.
Die Gedanken starben aus, es wurde alles instinktgesteuert und nur noch basierend auf den Reflexen eines Tieres. Das konnte Lor gut. Im Gegensatz zu ihr war er nämlich eins.