Destiny Determer
Am Abgrund der Zeit - Druckversion

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RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 13-06-2012 22:57 PM

Der erste Weg nach Trennung ihres Gespräches war direkt in die Verwaltung, zusammen mit Lexia, um die ID-Karte abzugeben, anschließend verschwand jeder auf sein Zimmer wahrscheinlich. Es gab wenig zu packen, Lor war recht anspruchslos und hatte eh alles anbei.
Also weiter...

Geduldig sah das Blauhaar zu, im Türrahmen lehnend, wie die Dejakano eine Akte fertigschrieb. Sein Lächeln begleitete ihr Aufstehen und Herankommen, die verschränkten Arme öffneten sich, als der Krasáne sich wieder gerade hinstellte.
Die blutroten Augen der Lady gaben nur eine Frage - wohin?
"Ich werde nach Japan zurückkehren. Und - "
Sofort legten sich ihre Fingerknöchel auf seine Lippen, er schmunzelte nur.
"Du kommst mit."
"Natürlich. Gemeinsam zurück an diesen Ort."
"Dieses Mal haben wir mächtigen Schutz hinter uns."
Sie grinste, entblößte einen Teil der überlangen Fangzähne. "Glaubst du, die NGEO ist nicht froh, wenn sie uns los sind?"
"Nein."
"Wir müssen unbedingt wieder in das Bergonsen geh'n! Glaubst du - " Lar sah sich um, aber niemand hörte sonst zu.
Er legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Sie lebt sicher noch, auch wenn es zwanzig Jahre her ist."


Gestartet am frühen Morgen, etwas mehr als zwei Stunden Flug, und neun Stunden nach vorn, war es bereits früher Abend, als die Insassen der Maschine vorsichtig ausstiegen, während die Rotorblätter sich noch drehten, dabei, sich zur Ruhestellung zu begeben.
Der starke Wind verwehte die kräftigen Haarfarben beider Geschwister, die jetzt, ungeachtet der Feinheiten, tatsächlich einmal fast gleich aussahen.
"Call for headquarters when you want to return", meinte der Pilot nur grob und machte sich daran, bald zurückzufliegen.
"I'll remember, thanks."
"Sag' mal, was mach' ich eigentlich jetzt?", fragte die Rothaarige. Die beiden setzten ihren Schritt fort, Richtung Gebäude am Rande des kleinen Flugplatzes direkt an der Akademie. Er war gerade eher damit beschäftigt, die Umgebung auf sich wirken zu lassen und den Geruch genießerisch anzunehmen, darum blieb eine Antwort vorerst aus.
Ein wenig schüchtern folgte sie ihrem Bruder. Es kam nur sehr selten vor, dass sie sich in so eine Haltung begab, aber gerade blieb ihr nichts anderes übrig. Die langen roten Ohren legten sich kurz an, Lar schaute sich um, stellte sie energisch wieder auf und beschleunigte ihre Füße. "Warte!"
Die große Turmuhr schlug laut an. Es war Punkt 20Uhr.
Sie blieb neben ihm stehen, als das Blauhaar hinauf sah, der Blick abwesend. Einen Moment herrschte Schweigen.
"Weniger als zwei Monate, zwanzig Jahre zurück, hat alles angefangen."
"Und geendet."
"Jedes Ende ist nur ein Anfang."
Die Dejakano lächelte. "Ja."
"Wir sind eigentlich tot." Kurz flackerte ein rotes Licht in seinen Augen auf, ein schauerliches Lachen erklang, tief kehlig und grollend. Lor wischte sich knapp über die Lider. "Gehen wir."



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 13-06-2012 23:08 PM

(Listening to: this)
(29.10.32, 22Uhr - ca. 23:00Uhr, GMT +0
Terra: 29.10.32, 22Uhr - ca. 23:00Uhr)

Sie kommen.
Es war abzusehen und unvermeidbar. Nach Thomsens Hinrichtung war recht klar, wie die Judikative zu Personen mit der Kategorie E stand.
Die Zielperson saß recht ruhig in seinem Büro. Er wartete geduldig auf das Aufeinandertreffen. Wenngleich die Exekutive unangekündigt erschien, um ein geplantes Verschwinden zu verhindern, kam die Warnung an ihn von dem Präsidenten doch noch rechtzeitig.
Sie hatten offensichtlich die Befugnis die restlichen Squad D Mitglieder als Verstärkung zu betrachten, und hatten selbige auch direkt angefordert. Die Scheinwerfer am Landeplatz erhellten die Nacht, während die Gruppe derart gesammelt gemeinsam in Richtung der Räumlichkeiten des Leiters der ISF schritten.
Solch eine Ansammlung fiel definitiv auf, und erntete den ein oder anderen verwunderten Blick, obgleich es um die Uhrzeit, es war kurz nach 22 Uhr, viele schon ins Bett gescheucht hatte.

Sie sind da.
Die Tür zum lichterlosen dunklen Raum flog mit Schwung auf. An der Spitze der mehrköpfigen Truppe stand ein in Frack gekleideter Bären-Anthro. Direkt anbei zwei weitere, schwer bewaffnete Soldaten von einem Sondereinsatzkommando. Zusätzlich wurden diese von den ISF-Mitgliedern Black Ice, Mind Shiver und Riding Lightning flankiert. Raptor war nicht auszumachen, doch war das zu erwarten. Schließlich hatte er ganz andere Sachen zu tun...
„Raphael Liskor, after article 102a of the preventiv new charta index you are under arrest.“
Nicht einmal vorstellen tut er sich...
Langsam erhob sich der in einen schwarzen Mantel gekleidete und ging langsamen Schrittes vor den Tisch. Er könnte sich hier und jetzt wegteleportieren, doch dann würde er einige Leute im Stich lassen. Ebenso könnte er die Gesandtschaft des Gerichtshofs unschädlich machen, das würde allerdings seine Position und seinen Ruf noch weiter gefährden als er es ohnehin schon ist.
Aber eine Gefangennahme kam für ihn auch nicht in Frage. Schließlich war eine folgende Tötung sehr wahrscheinlich.
„You want to catch me? Who are you?“, hallte es in ruhiger Tonlage. Die Bewaffneten folgten jeder Bewegung sehr genau und angespannt.
„I am special agent Anton Natulow, sended from the european court for security measures.“
„Oh, my freedom is a security vulnerability?“
„You got a new classification as an E individual. You're also in a leading military position. Your skills have saved many lives around this island, but who tells us that you won't use them against us? The protocol of your hearing says, that you have to be neutral. So besides just good, you must do evil thinks, don't you?“
Bei den Worten schaute Julia zur Seite, war sie es doch gewesen die im Eifer ihrer Gefühle Raphael während des Verhörs angriff und somit die Grundlage dieser ganzen 'Attacke' lieferte. Aber es wirkte alles wie an den Haaren herbeigezogen, hatte er sich doch nichts zu schulden kommen lassen die ganze Zeit über. Es schien so, als seien einige Leute beim Gerichtshof entweder über vorsichtig oder schlimmer noch korrupt und gar bezahlt von Terroristen.

Der Blick des Magiers senkte sich kurz. „This is correct, but since which time someone is under arrest without doing a crime? This is against the rules of justice!“
„Please, don't make a mess and just come with us. If not... I'am authorized to use every option to eleminate the security risk.“
Einen Moment lang lag eine bedrohliche Stille in dem Zimmer. Keine zehn Schritte von dem Wächter entfernt stand die Gruppe, die ihn tatsächlich einsperren sollte. Wenn die Welt tatsächlich noch immer so tickte, und zwischen einzelnen Individuen nicht unterschied, so hatte er nichts mehr hier verloren. Er hatte versucht auf normalen, offiziellen Wege die Dinge zu regeln, und Anpassung der Gesellschaft und Gesetze zu erwirken, um eine Freiheit für ein jedes friedliebende Wesen zu ermöglichen. Doch solange noch die Generation und Mentalität der „alten Welt“ an der Macht war, war dies wohl unmöglich. Sicherlich gab es auch unter ihnen viele, die grundsätzlich das Leben für alle wollten, doch hatten sie noch nicht den entscheidenden Einfluss. Zu tief saßen noch die ersten Schockmomente und Ängste, als die Magie erstmals in dieser Welt ihre zerstörerische Seite zeigte. Ebenso die bis heute auftauchenden UI's waren mit daran schuld.

„I have saved thousands of lives while I was in this organisation. And now this should be my reward? Please excuse me, but I can't accept this, also your offer is unacceptable. I think you're not a mindless puppet, mister Natulow. So I give you the chance to get out of here and serve the justice.“
Der Agent schüttelte nur kurz den Kopf und sah den Magier daraufhin durchdringend an. „Pure justice is just an illusion. Even with the power of magic in this world, justice will never be the absolute rule – Get him quiet“, befahl er zum Schluss den Soldaten, welche offensichtlich mit Betäubungsgewehren ausgestattet waren.
Ein Schuss fiel, und das Geräusch von getroffenen Metall erklang.
Sie hatten auf seine linke, armlose Seite gezielt, wohl wissend, dass diese schwerer zu verteidigen war, und sie ihn somit an der Hüfte oder am Oberkörper an dem Bereich gut erwischen konnten.
Jetzt zahlte sich seine Vorbereitung aus.
„What in hell... a metal gear?“, tönte es überrascht von einem der Soldaten.
Ein leichtes Siegeslächeln zierte die Mundwinkel des Magiers. „Oh, you have hit me?“
Er nutzte das Überraschungsmoment für eine rasch entfesselte Druckwelle gegen die Front vor ihm, und hechtete anschließend den Gang hinunter.
Zuvor hatte er mit dem Gedanken gespielt, durch das große Bürofenster zu entkommen, doch wäre er auf dem offenen Gelände ein zu leichtes Ziel, und böte zu viel Angriffsfläche.
Die Getroffenen fanden sich am Boden wieder und rappelten sich langsam wieder auf. Die nicht erwischten Squad D Mitglieder wussten offensichtlich noch nicht so recht, was sie tun sollten, und bekamen erst einen Moment später deutliche Order von dem Agenten.

Höchstwahrscheinlich wusste kaum jemand über das spontane Erscheinen des Agenten und seines Auftrages bescheid. Entsprechend spät konnten die Einsatzkräfte innerhalb des Gebäudes und der Insel alarmiert werden.
Gut möglich, dass der eine oder andere es für einen schlechten Scherz halten würde, oder nur halbherzig der Order folgte, die etwa zwei Minuten später über die Lautsprecher inselweit ertönte.
„At all: This is an emergency Order. The leader of the ISF is a Cat E individual and tries to escape. Catch him dead or alive!“
Raphael stand an einem Scheideweg. Einer davon führt in einen selten besuchten Wachturm, der andere nach draußen. Eine dritte, immernoch bedachte Option wäre sich einfach aus dem Staub zu machen, doch zuerst wollte er noch etwas herausfinden... Gleichzeitig wollte er noch die Funktionstüchtigkeit seiner ID Karte gewährleisten, die in seinem Mantel steckte. Wohlmöglich hatte er noch Verwendung dafür...

Es vergingen einige kurze Minuten, wonach Anton die Meldung erreichte, dass man den Magier auf dem Rollfeld gestellt hatte. Er gab den Befehl ihn dort in jedem Falle festzuhalten, und auch am Leben zu lassen. Er selbst würde in kürze vor Ort sein.
„So, you won't hurt someone of the NGEO, would you?“, klang es überzeugt vom Bären, der sich eiligen Schrittes näherte. Der Schwarzgewandte sah sein Gegenüber nur an. „Their are the good guys, and your comerades.“
- „I don't hurt them, so you have no cause to catch me.“
„ Oh, is that so? It doesn't matter anymore. In a moment, you lost your ability to hurt anyone.“
Einer der begleitenden Personen kramte ein speziellen Reif aus seiner Tasche. Er erinnerte stark an das Halsband, das Alexinara bei ihrer Gefangennahme umgelegt wurde. Offenbar hatten sie Prototypen in Eile nachproduziert.
„Don't move!“, befahl der Bewaffnete, als er sich mit dem Reif in der Hand seinem Gegner näherte.
„I say it only one time: Let me go. Otherwise I am authorized to use every option to prevent a huge mistake.“
„Your are not longer in the position to 'authorize' something“, erwiderte der kräftige Bär kalt, als das Halsband saß. Kurz darauf regte sich heftig der Körper des Magiers. In Keuchen und Schreien schien sich die Haut des Gefangen zu verändern. Der Körper hiefte sich hin und her, während sich das Gesicht zu einer entsetzlichen Fratze verzog, aber nach und nach, wie auch der Rest der Körpers eine wohlbekannte Gestalt annahm.
Die umstehenden Leute gingen auf Abstand, offensichtlich hatten sie nicht mit möglichen Nebenwirkungen des bannenden Accesoires gerechnet.
Einen Moment lang war Entsetzen und Überraschung den Anwesenden ins Gesicht geschrieben, als sich das Äußere kurzzeitig in das von Raptor wandelte.
„What is happening?!“
Keinen Augenblick später wandelte sich die Gestalt weiter. Das Gesicht wurde pfahl, das Haupt vom Haar befreit. Die Wangenknochen stülpten sich etwas weiter nach außen. Es war die Gestalt eines Elim.
Ban, der donnernde Blitz, rief erschrocken: „Maltas!“ Der Körper der anwesenden Gedankenleserin war im selben Augenblick erstarrt.
„What?!“

Ein Schuss fiel und traf genau die Kante des Halsbandes, welches daraufhin sich von dem Körper des Enttarnten löste. Direkt im Anschluss wandelte sich Mimic in Raptor, um mit seinem Schuppenpanzer möglichen Kugeln und Angriffen gefeit zu sein.
„Who in hell had shoot?“
Über Funk ertönte eine Stimme. „You have underestimate my skills, mister Anton Natulow.“

In dem Wachturm trat der echte Magier langsam zurück von dem Scharfschützengewehr. Es war wahrlich gut gewesen einige Trümpfe zurückgehalten zu haben.
Mimics Leichnam hatte er vor einiger Zeit selbst beiseite geschafft, und es doch mit relativ wenig Aufwand vollbracht den leblosen Körper wieder Leben einzuhauchen. Seitdem hatte die ISF ein neues Mitglied: Raptor. Schließlich konnten sie beide ohne das Mimic oder er selbst als ein Cat E eingestuft wurde nicht anders erreichen, dass beide in derselben Einheit weiter dienten.
Eine Reanimation eines entsprechend leblosen Körpers wäre definitiv als eine Kategorie E Fähigkeit eingestuft worden.
Ebenso konnte er Julia oder seinen Vertrauten und auch einem jeden anderen nichts davon erzählen. Mind hätte zu leicht über die Gedanken derjenigen etwas herausgefunden und möglicherweise geplaudert. Neben ihr gab es auch noch andere PSI-Talente. Das Risiko war einfach zu groß.

Ein triumphierendes Lächeln umspielte die Züge des Wächters, als selbiger mit seinem einem Arm auf das Dach des Gebäudes eilte. Dort hatte er sich mit seinem Komplizen verabredet. Mimic hatte derweil das Überraschungsmoment genutzt, um die Fähigkeit der Blitzverwandlung von seinem Bruder zu kopieren, damit er ebenso zügig auf das Dach gelangen konnte. Vor Ort tat er das, was er bereits zuvor tat: Sich als Rüstung mit metallenem linken Arm an den Körper seines Retters zu schmiegen.
Auf diese Art und Weise hatten sie im Büro das Betäubungsprojektil ohne Schaden abwehren können.
Zwischen dem Agenten und dem Duo gab es eine Distanz von mehr als 500 Metern Luftlinie. Ebenso hatten sich in der Zeit, wo sie den Magier zu ergriffen haben glaubten, viele ISF-Soldaten mehr dem Landeplatz genähert. Damit war die geplante Fluchtroute weitaus weniger gut verteidigt.

//Das war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich.//
Ein Entkommen mittels gewandelter Form war unmöglich ohne die schnell folgenden Flieger anzugreifen und Piloten zu verletzen. Die Flugmaschinen der NGEO erreichten schließlich ungeheure Geschwindigkeiten. Man brauchte also etwas vergleichbar schnelles, um verschwinden zu können.
Zunächst bot sich Mimic an, diese Aufgabe zu erfüllen, doch wollte Raphael ihm diese Belastung von vornherein nicht zumuten. Wenngleich er die Fähigkeit hatte sich in ein entsprechendes Fluggerät zu verwandeln, so würde er bei Beschuss potenziell schwer verletzt werden.
„I have a better plan, my friend. Get me to the south cape of the locust island.“
Wissend gab die Rüstung eine Zustimmung und verwandelte sich ohne weitere Fragen in einen Drachen, und ließ Raphael platz nehmen. Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis sie das Südcap der Insel erreicht hatten. Dort konnte man an einer Stelle im Schimmer des Mondlichts recht gut eine kleine Höhle erkennen. Insgesamt war die Oberfläche der schwimmenden Insel sehr natürlich gehalten, möglicherweise ursprünglich eine echte Insel gewesen.
Dort wartete bereits ein Helikopter derselben Bauart, wie ihn die ISF verwendet. Selbigen hatte der Wächter während der Aufräumarbeiten von Raptor postieren lassen, und sämtliche Standard-Peilsender entfernt für den Fall, dass die Echse enttarnt würde, und eine schnelle Fluchtmöglichkeit bräuchte.
Jetzt zahlte sich auch das aus.

Es war schon eine ganze Weile her, dass der Wächter seine letzten Flugstunden absolviert hatte. Mit den ersten routinierten Blicken warf er die Triebwerke an, und checkte die Treibstoff beziehungsweise Energieanzeige. Dieser Flieger neuerer Bauart war schließlich einer der Modelle, welche bereits mit Magicpods betrieben wurde.
Man hörte bereits die Geräusche einiger Drachen. Es nähere sich offensichtlich eine Sturmtruppe einer Drachenstaffel.
Mimic indes hatte sich in seine übliche Gestalt gewandelt und nahm auf dem Co-Piloten Sitz Platz.
Noch während die Maschine langsam aus der Felshöhle glitt, musste Raphael unwillkürlich Lächeln. Schließlich hatte er sich auch darum kümmern können, dass seine Vertrauten sowie Rezlan erst einmal aus dem Blickfeld potenzieller Mithelfer fallen. Somit hatte er, egal wie das hier Ausging, noch Informanten innerhalb der NGEO.

-------

Wie erwartet kamen schnell Verfolger. In nur geringem Abstand folgten die modernen Maschinen dem Flüchtigen in die Dunkelheit.
"I have a surprise for them... our third teammate", lächelte Mimic. Er hatte doch nicht....
Der Gestaltwandler winkte kurz nach hinten, und aus einer mit Decken und sonstigen Kleinkrams bedeckten Ecke trat ein Junge hervor. Thomsen.
Er sollte eigentlich an einem sicheren Versteck sein, nachdem man mittels Mimics Fertigkeiten seinen Tot vorgetäuscht hatte, aber offensichtlich war er immernoch derselbe Dickkopf, wie zu Anfang.

"Ich kümmere mich darum", grinste der Junge kindlich. "Aber bring sie ja nicht um!", warnte der Magier ihn eindringlich.


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 18-06-2012 14:52 PM

(29.10.32, 20Uhr - ca. 22:30Uhr, GMT +9
Terra: 29.10.32, 11Uhr - 13:30Uhr)


Mit einem Piepen war die Karte durch den Leser gezogen, doch noch ehe das Blauhaar etwas tun konnte, ging eine Hand an seinem Gesicht vorbei und drückte die Tür auf.
"Sie war offen."
Er sah schräg hinter sich, eine der Uniform nach wohl Schülerin des Hauses lächelte. "Du bist aus dem Hauptquartier, oder? Merkt man. Hier schließen wir nicht automatisch alles ab", kicherte sie und trat vor ihm ein, nachdem Lor einen Schritt zur Seite machen musste. Das Gespräch verlief, natürlich, auf fließendem Japanisch und er musste sich kurz ordnen, räusperte sich, ehe er einsteigen konnte.
"Eh, hai." (Ja) Vor ihm lag eine Art Lounge, aber der Tresen machte deutlich, dass es auch als Sekretariat fungierte, und genau da hatte er ja hingewollt. "Bist du Schülerin?"
Sie inspizierte ihn von oben bis unten, als ob sie ein potenzielles Opfer vor sich hätte, worauf er knapp zurückzuckte und mit entsprechender Miene die Ohren kurz anlegte. Noch einmal kicherte sie.
"Nicht so schüchtern, Herr Lehrer, so können Sie sich doch nicht durchsetzen!" Die Braunhaarige, deren wallende Mähne bis zu ihrem Steiß ging, kam wieder heran und stemmte die Hände auf die nahe Sesselrücklehne. "Ja, bin ich, und Schülerrätin. Und Sie sind Herr Dedraline, nehme ich an? Ihre Anmeldung war ja wirklich kurzfristig."
"Das hatte seine Gründe, und ehrlich gesagt wusste ich auch erst sehr spät davon, was aber nichts an meiner Arbeitsfähigkeit ändert."
"Entspannen Sie sich, hier -arbeitet- niemand."
Sie kam ihm ausgesprochen nah, er schob sie weg und knurrte, den Kopf leicht gehoben.
"Ich darf doch wohl bitten!"
An der offen stehenden Tür hörte man das Lachen von ein paar anderen Mädchen. "Er ist gut!"
"Die meisten finden das entweder abstoßend oder sehr anziehend, aber Sie gefallen mir. Kommen Sie."
Die unbenannte Dame winkte ihn mit zu sich an den Tresen. "Wir müssen acht geben, dass wir hier keine unlauteren Herrschaften haben manchmal. Dieser Part hier ist, dadurch, dass man so viel an Tieren forscht, eher mit weiblicher Besetzung gehalten. Die", sie legte zwei Finger mit verführerischem Blick an die Lippen, "Jungs sind zwei Bezirke weiter."
Lors rechtes Ohr zuckte. Was...?
Die feuerrote Schlange an seinem Hals zischelte und er wusste genau, dass sie ihn auslachte.


Vom ersten Schock des Abends konnte der Krasáne sich glücklicherweise recht zügig erholen, nachdem andere männliche Lehrkräfte sich ihm vorgestellt hatten und die Aussagen der wohl gern Späße machenden Ratsvorsitzenden entschärften.
Die Akademie hatte zwei Hauptbereiche, einer direkt an der Bucht Richtung offenes Meer, wo man speziell Meereswesen und Pflanzen erforschte, sowie einen inlandig, der sich um alles drumherum sowie die Tiere und Pflanzen aus aller Welt kümmerte. Sie waren vernetzt mit allen anderen Akademien der NGEO, die sich in anderen Weltteilen mit der dortigen Flora und Fauna auseinander setzten.
Da hatte er ja fast einen Glückstreffer gelandet?
Einige Anthros oder Magiebegabte liefen hier glücklicherweise auch herum, sodass er kein Einzelfall war. Der eine Schneeleopard grüßte ihn sogar sehr freundlich. Dabei überlegte der Krasáne scharf, ob der mit ihm am liebsten hatte spielen wollen, so überschwänglich, wie dessen tierisches Blut wohl aufgetreten war, als die Katze herumhüpfte.
Und seine erste Mahnung stand schon am gleichen Abend an, als sich zwei Schüler wohl in die Haare bekommen hatten oder schlicht sich schabernack auf dem Gang mit Magiegeschossen bewarfen. Jedenfalls waren sie sehr geknickt, gleich die gelbe Karte zu bekommen.

Mit einem betont lauten Ausatmen ließ sich Lor in den bequemen Sessel fallen. Seine Schwester wandelte unter gelbweißem Licht zurück in Humanoide. Ihre Finger begannen gleich, die Ausstattung der Umgebung zu untersuchen. Es waren vielleicht zwei drei Stunden seit Ankunft vergangen, und es war viel passiert, vor allem Organisatorisches. In nur so wenig Zeit...
"Das kann ja heiter werden."
"Och, ich finde, du hast den Draht dazu." Die Bücher wurden gecheckt. "Für was bist du jetzt eigentlich beordert?"
"Da liegt wohl ein Plan auf dem Tisch, ich habe keine Ahnung." Müde legte er die Stirn auf seine Finger und schloss die Augen. "Gut, dass sie hier einen einigermaßen ausgeprägten Schutzschild um die Akademie errichtet haben, ich würde sonst keine zwölf Stunden aushalten..."
Die Rothaarige drehte sich um, den Zettel in der einen Hand, die andere an seinem Nacken. "Du hast leichtes Fieber."
"Danke, weiß ich auch."
Ihr besorgter Blick kehrte zu den Tabellen zurück. "Morgen sollst du erst einmal vorstellig werden in - oh, deiner Klasse."
"Was, direkt Klassenleiter?"
"Der letzte scheint wohl gerade krank zu sein, Unfall, unfähig auf längere Sicht."
"Woher weißt du das jetzt?"
"Steht freundlicherweise auch dabei", lächelte sie und reichte ihm ein zweites Blatt, das er hinnahm und drüberblickte. Eine Namensliste der Schüler war dabei, eine Einschätzung, sogar zwei B's fanden sich, ein paar Nichtmenschen...
Er blinzelte seine Sicht scharf. "Verdammt, das kann doch nicht sein, dass ich jetzt schon schlapp mache."
"Du bist in Tokyo, oder wenigstens in der Nähe, hier leben extrem viele Menschen."
"Und warum kratzt dich das nicht an?" Er fächelte sich ein wenig Luft zu.
Sie erwiderte nichts, starrte nur zu Boden und nirgendwo hin. "Tut es."
"Die Dejakano, oder?"
"Ja, einen leichten Vorteil gibt mir das, aber auch nicht für ewig. Vielleicht sollten wir uns umsehen oder in Terra nachfragen, ob irgendwer eine Lösung für dieses Problem hat. Außerdem", grinste sie ihm zu, "habe ich weniger an als du."
Lor nickte knapp ohne weitere Reaktionen und überflog den weiteren Text. Die Namen würde er sich eh am besten merken können, wenn er Gesichter dazu hatte. Gesamt zählte die Klasse achtzehn Schüler, sieben davon waren als potenzielle neue Terraleute angemerkt. Weiterhin gab er Unterricht in anderen Stufen. Die Karte und Lageplan der Akademie mussten bis morgen warten.
"Der Pilot ist direkt über die gesamte Stadt geflogen, der Idiot", knurrte das Blauhaar leise und erhob sich, wankte kurz, dann legte er seine Jacke ab und ließ sich auf das Bett anbei fallen. Alles in allem war es hier wirklich nobel eingerichtet, das musste er schon sagen. Es gefiel ihm, hier konnte man definitiv länger bleiben und vielleicht gab sich die Misere nach einer Mütze Schlaf schon wieder, die Anlage war an sich ja nur am Rande der Stadt.
"Was ist eigentlich mit dir?"
Wortlos nahm Lar einmal mehr die Gestalt der geflügelten Schlange an. "Ich bin gar nicht hier."
"Sicher?"
"Ich stehe nirgendwo auf einer Liste, ich bin wohl die Zeit jetzt dein Haustier."
"Naja... Auch gut."
Sie schmiegte sich flach auf seine Brust. Nach einiger Zeit merkte sie auf. "Willst du dich nicht umziehen? ... Lor?" Der Kopf hob sich züngelnd. Ihr Bruder war längst eingeschlafen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 18-06-2012 16:49 PM

(30.10.32, 1.30Uhr - ca. 2:00Uhr, GMT +2
Terra: 29.10.32, 23.30Uhr - ca. 0:00Uhr)


Der Wind zog langsam über die Steppe. Mimik und Thomsen saßen an einem kleinen Feuer.
Es war ihnen gelungen ihre Verfolger abzudrängen, und sich in der Wüste mithilfe einer beschworenen Erdkuppel zu verstecken.

Thomsen hatte trainiert und sein auferlegtes Siegel gebrochen. Dadurch war es ihm möglich seine konzentrierten energetischen Druckwellen gezielt außerhalb ihres eigenen Gefährts einzusetzen. Dadurch wurden die Helikopter mit einem Ruck stark in Richtung Atmosphäre abgedrängt. Das Spiel wiederholte sich einige wenige Male, bis sie schließlich außerhalb der Radarreichweite der mobilen Maschinen waren. Bei dem schnellen Tempo, welches sie vorlegten, war es kein Wunder, dass sie schnell dem afrikanischen Kontinent näher kamen.
Raphael saß am inneren Rand der kleinen geschaffenen Kuppel, und hatte sie mit ein wenig Wind mit natürlichem Sand bedeckt.

Der Junge legte sich alsbald in die Maschine und schlummerte.
"What now, Magician?", klang es müde von Mimik her.
"We wait until tomorrow. Then we try to get asylum at a country."
"Do you have something in mind?"
"Always, my friend, always."
Interessiert schaute er zu ihm rüber. "You have another ace up one's sleeve?"
"Only a few. My hand is dramatically shortened, not only literally", lachte der Magier.
Ein sanftes Lächeln kam vom Gestaltwandler. "So this is not the end... I feared, we must hide forever from now on." Leichte Melancholie gemischt mit neuer Hoffnung erklang.
"No, this is definitly not the end. This was just the prolog of a hole new story in this world."
"And how will the story end?"
Der Magier schloss die Augen. "With hope."


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 18-06-2012 18:48 PM

(New York City, Manhattan 29.10.32, 05:00 Uhr GMT - 6
Terra: 29.10.32,11 Uhr)

Der Flug hatte gerade mal 1 h gedauert, als die ersten Konturen von New York sich abzeichneten,
keine Turbulenzen, ein freier langweiliger Flug war es gewesen.
In dieser Zeit hatte die Vampiress jene Mappe gelesen,
die man ihr vor dem Flug in die Hand gedrückt hatte.
Unter ihr zeichnete sich Manhattan ab, der Stadtteil NY´s,
welcher auch die NGEO Akademie beinhaltete,
sie flogen direkt auf das Hauptgebäude zu,
welches mitten im Central Park der Stadt lag.

New York hatte sich sehr stark verändert,
das musste die Vampiress sich eingestehen,
schon einige Jahre hatte sie diese Metropole nicht mehr besucht,
und man merkte sehr stark, dass sich ihr Antlitz geändert hatte.
Die ganze Stadt hatte keine gepflasterten Straßen mehr,
alles lag grün, wo früher die Hauptverkehrsstraßen zugegen gewesen waren.
Man hatte schon im Jahre 2020 Interventionen gegen die Umweltverschmutzung eingeleitet,
so war im 5-Jahres Plan der Vertreter des Stadtrates ein Gesetz erlassen worden:
Fahrzeuge, die Abgase produzierten, wurden aus diesem Stadtteil verbannt,
nur noch Fahrräder, Pferde und U-Bahnen durften den Stadtverkehr aufrecht erhalten.
Zu dieser Zeit hatte es viele Aufstände gegeben,
inzwischen kümmerte es jedoch keinen New Yorker mehr,
denn binnen einiger Jahre hatte sich die Stadt in eine grüne Oase verwandelt.
Die abgerissenen Straßen hatten Bäumen und Sträuchern Platz gemacht,
die häufige Benutzung der Wege hatte Trampelpfade eröffnet,
mal schmal, mal größer, je nachdem, wer dort unterwegs war.
Von oben war Manhattan viel Grün mit einigen großen grauen Klecksen,
die die großen Gebäude darstellten, welcher immer noch die Skyline beherrschten.
Verwundert hatte Alexinara schon damals den radikalen Wechsel dieser Stadt verfolgt,
doch das Projekt war ein voller Erfolg gewesen,
der Straßenlärm war plötzlich angenehmem Treiben gewichen,
das Durch die Straßen hetzen war nicht mehr vorhanden,
keine fluchenden Menschen, keine rasenden Taxen.
Allgemeine Zufriedenheit, dazu trug auch die gute Luft bei,
Eichhörnchen und Tauben tummelten sich in den Baumwipfeln,
es wirkte alles sehr idyllisch und nur bei genauerem Hinsehen erkannte man die Menschen,
die arbeitende Bevölkerung, jene, die die Büros besetzten,
Straßenarbeiter, die die Kanalisation sauber hielten,
Verkäufer, Polizisten, Lehrer...
Die Stadt war zu einer der beliebtesten in den USA geworden,
doch den Zuzug dorthin hatte man limitiert,
alleine, weil man keine neuen Gebäude hineinsetzen wollte,
dazu kam auch der Wunsch, die Oase nicht durch Überbevölkerung zu vernichten.
So gab es limitierte Wohnsitze in New York,
wenn man auf Geschäftsreise war, ging man in ein Hotel.
Menschen oder andere Wesen, die dort leben wollten, nahmen sich einige dieser Wohnungen,
die immer wieder mal frei wurden,
da der Zyklus des Einziehens und Ausziehens ausgeglichen war.

Nun war es an Alexinara, diese Stadt zu betreten,
der Landeplatz der Akademie zeigte sich klein, aber angemesssen,
das Gebäude war nach alter Baukunst errichtet worden,
der rote Stein erhob sich fürstlich über dem Grün rundherum.
Man mochte meinen, dass es beinahe zu lebendig wirkte,
dennoch aber so unreal in dieser Naturlandschaft.
Der Pilot verabschiedete sich kurz und teilte ihr mit,
dass sie jederzeit das Hauptquartier kontaktieren konnte, um zurück zu kommen,
sie nickte und besah sich das Schulgebäude,
welches nur als Hauptgebäude diente,
da der Schulkomplex tatsächlich mehr als nur dieses zu bieten hatte.
Es war früher Morgen, genau genommen 5 Uhr morgens,
und eigentlich erwartete die Vampiress keinen Empfang,
doch eine einzelne Person stand dort am Rand des Platzes und schaute sie an.
Erst als sie sich ihr näherte, erkannte sie das Gesicht eines jungen Mannes,
er stand gerade vor ihr, seine Miene undurchdringlich und kühl,
beinahe hätte sie einen schiefen Blick aufgesetzt,
hielt sich aber im letzten Moment noch zurück.

"Hello, my name is Alexinara,
I´m the new teacher for this school,
right from Terra",


stellte sie sich vor und sah den Mann an,
ihre Miene zeigte auch bis auf ein sanftes Lächeln nichts,
es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ehe er sich verbeugte.

"My name ist Eviren,
I´m the butler of this mansion.
This is the house of eagle,
where we teach our students at day and night.
I´ll lead you to your room,
there you can rest for some hours,
the headmaster want to see you at eight ´o clock.
I´ll lead you there, be ready fifteen minutes ago."


Mehr sagte er ihr nicht und ging vorwärts,
die Vampiress folgte ihm verwundert.
Er war vom Auftreten her ein Butler,
aber so jemand an einer Akademie erschien ihr sonderbar.
Ohne weitere Worte hatte er sie in einen Gang im zweiten Stockwerk geführt,
sein Kommentar dazu war "teacher corridor",
und ehe sie sich versah, hatte er eine Tür geöffnet und sie sanft hinein gebeten.
Sie konnte auch nichts mehr sagen und er war schon verschwunden,
so blieb sie alleine zurück und schaute sich neugierig um.
Der Raum war groß und schloss an in einem Schlafzimmer,
dazu ein separates Bad und eine kleine Küchenzeile,
an sich eine komplette Wohnung, wenn man so wollte.
Alles erschien ihr sehr geschmackvoll eingerichtet,
jedoch ohne Prunk oder Überflüssigkeiten,
es passte und das fast schon zu gut.
Da die Vampiress eh nicht schlafen konnte, ging sie in den Gang,
keiner war zu finden, was auch kein Wunder war.
Sie überlegte, was für Lehrkräfte noch hier weilten,
welche aber auch direkt in der Stadt lebten,
doch die Vorfreude wollte sie sich nicht nehmen,
also verzichtete sie auf etwaige magische Wirkungen.
Ihre Erkundungstour endete im Kellergeschoss,
wo eine große Holztür verschlossen stand,
doch Alexinara wusste, was auf der anderen Seite lag.
Aus den Dokumenten hatte sie entnommen,
dass es neben dem Hauptgebäude drei weitere Bereiche gab:
Das "House of Moon" und das "House of Sun",
welche als Schlaf und Aufenthaltsmöglichkeiten da waren,
dazu noch ein Außengelände direkt am Rand des Parks,
wo die Schüler etwaigen Aktivitäten nachgehen konnten,
Angebote wie Reitausflüge, Schwimmen, Fußball,
Zeichnen, Bogen schießen, Experimentieren,
allerlei Spielereien, um junge Geister zu fördern.
Um all diese Bereiche schnell erreichen zu können, musste man
die akademieeigene Untergrundbahn "Storm" & "Lightning" nehmen,
welche beide Häuser verbanden und eben auch das Außengelände befuhren.

Fern im weiten New York ahnte die Untote nicht,
was sich auf Terra die nächste Zeit ereignen würde,
noch nahm sie an, dass Raphael irgendwelchen Unsinn anstellen würde.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 18-06-2012 19:15 PM

(30.10.32, 05:30Uhr - 09:00Uhr, GMT +9
Terra: 29.10.32, 20:30Uhr - 0Uhr)


Der tierische Instinkt scheuchte Lor wie meist um die gleiche frühe Uhrzeit aus dem Bett. Er fühlte sich erholter und erfrischt, was ihm neuen Mut gab. Das zerknitterte Bettzeug wurde wieder geordnet und sich im anbei liegenden Bad fertig gemacht. Eine Lehrerräumlichkeit hatte praktischerweise neben dem Büroanteil auch die Anlagen direkt anbei.
Ein wenig unbehaglich beäugte das Blauhaar mit zuckenden Ohren und Braue die Uniform, die ihm bereitgelegt worden war schon gestern. Lar amüsierte sich zischelnd und schob nebenbei ein paar Papiere und Sachen mit der Nase zusammen, damit er das alles in die bereitgestellte Tasche packen konnte.
"Was habe ich jetzt nochmal?"
"Erst einmal Vorstellung, danach startet ihr direkt mit etwas Leichtem - Fragestunde zu allem."
"Öhm."
"Also kann sein, dass ihr Magiepraxis macht oder sie dich aushorchen, wie viel du von Tierforschungen weißt, mal sehen."
Er seufzte. "Klasse. Und danach?"
"Besuch in der Forschungsabteilung, um dich hier mit allem vertraut zu machen", las sie von dem obersten Papier ab. Es war alles in der Landessprache verfasst. Er lächelte still.
"Ist lange her, hm?"
"Und doch nie vergessen." Lar sah auf und schien zu lächeln, auch wenn das bei einer Schlange recht witzig aussah.
"Ich hätte nie gedacht, noch einmal für länger hierher zurückzukommen." Lor zog sich die Kleidung über und faltete die Ärmelsäume um, bevor goldene, verzierte Knöpfe sie fassten und hielten. Es war fast unerstaunlich, dass die Schulsachen im Grunde noch wie früher waren, wie Tradition, bei den Mädchen mit halblangen Röcken und einfachen, wenn auch schmucken Oberteilen, die Jungs gestern Abend hatten normal Hose und Jackett angehabt. Für Männer simpel in tiefem Dunkelblau, die Frauen in Sandfarben und Grün.
Die Lehrer beschränkten sich auf Schwarz, Lehrerinnen auf Weiß, und viel Verzier in Goldfarbe.
Der abwesende, zweifarbige Blick ging nirgendwo hin, die Gedanken hingen in der Vergangenheit. Letztlich war es die Schlange auf seiner Schulter, die durch ihre Landung ihn zurückholte. Geistesgegenwärtig strich er ihr über den kleinen Kopf und legte bei jeder Bewegung die smaragdfarbenen Federn flach an die Stirn an, die sich danach wieder von allein aufstellten.
"Dann wollen wir mal."
"Polier' dein Japanisch auf."
Er lachte. "Das ist etwas, was mir nie aus dem Blut gehen wird, nicht nach dem Vorfall und der Zeit damals."

Die Korridore waren hell mit großen Fenstern, der Schild um die Ac herum schimmerte manchmal blau sichtbar. Viele exotische Vögel lebten draußen in den Gartenanlagen, darum, um sie zu schützen und auch daran zu hindern, in die Welt zu entfliehen - manche waren auch Experimente -, hatte man diese doch relativ einfache Maßnahme genutzt. Im Gegenzug blieben die Abgase der Stadt und ihre Energien auch draußen. Ein kleines Utopia also.
Das Hauptgebäude war wie ein großes H angelegt, wobei an der langen Seite außen der Haupteingang lag, auf der Rückseite dem gegenüber fand sich der Helikopterlandeplatz. Die Fläche wurde beherrscht von Parkanlagen, riesigen Volieren und Bäumen sowie manchem Garten und Gewächshaus. Ein See sollte wohl auch irgendwo sein, das roch Lor sogar, zwischen der salzigen Luft, die manchmal vom Meer heranwehte und durchkam.
Um den Umweg durch das Gebäude zu vermeiden, ging er direkt von einem "Arm" des H in den gegenüber, quer durch die Grünanlage auf weißem Kiesweg, durch einen Pavillon und die zwitschernden Vögel, die sich gar nicht stören ließen. Als ihm jedoch ein Säbelzahntiger vor die Füße lief, schreckte er zurück.
"Hasrin, bleibst du - oh, entschuldigt. Eh - Lor?!"
Ein Mädchen war dazu gekommen, die das Tier am Halsband an die Hand nahm. Zum einen war es tatsächlich ein nachgezüchtetes Urzeitwesen aus den alten Historien, aber gerade beschäftigte ihn mehr die Tatsache, dass sie ihn kannte. Der Krasáne sah zu der hockenden Schülerin, die nun hochkam, die oberschenkelhohe Katze bei Fuß, und ihn überrascht anschaute.
"Ist das... möglich...? Du bist doch Lor?"
"Der bin ich"
, erwiderte das Blauhaar zögerlich. Dann machte es Klick. "Iie! (Nein) Kaori?"
Sie lächelte. "Du bist es."
"Du wolltest studieren vor zwanzig Jahren, und das ist jetzt dabei herausgekommen?! Du bist bei der NGEO?"
"Und du?"
, lachte sie laut.
"Ich bin eigentlich bei der ISF, aber es kommt auf das gleiche hinaus... Verdammt, was machst du hier?"
Kaori Ayaka, die Tochter von Kazuko Ayaka, der Frau, der er vor zwanzig Jahren sein Leben verdankte. Damals war die Kleine sieben gewesen, demnach musste sie heute 27 sein. Und stand hier als Forscherin der NGEO Ac vor ihm. Mit einem verdammten Säbelzahntiger in lebendig an der Hand.
"Ich erforsche alte Tiere, wie du vielleicht sehen kannst", lächelte das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren. "Ich konnte mich nicht damit abfinden, dass immer mehr aussterben, darum habe ich mich dahinter geklemmt, dass man diesen unweigerlichen Prozess rückgängig machen kann. Und Hasrin hier, ein Jahr alt, ist mein erster Erfolg. Er wird wahrscheinlich noch nicht seine volle Lebenszeit erreichen wie vor Millionen Jahren, aber... Lor-san?"
Er hatte den Kopf gesenkt, dass ihm Haare ins Gesicht gerutscht waren.
"Alles in Ordnung?" Sie kam heran und wollte ihm eine Hand auf die Schulter legen, da bemerkte sie erst die Schlange. "Lar-onee-chan! Du auch hier! Hey..." (Onee = Schwester) Kaori hob Lors Kinn. Schnell fischte sie aus ihrer Tasche ein Stofftaschentuch heraus und wischte ihm das Blut aus dem Gesicht. "Pass' bitte auf, hier kann ich deine Sachen doch nicht waschen."
Das Blauhaar musste lachen. "Gomennasai." (Verzeihung)
Lar zischelte. "Sie ist nicht in deiner Klasse, wäre mir sicher aufgefallen."
Ihr Bruder nickte auf die deutschen Worte. "Ich muss jetzt weiter, wir sprechen uns spätestens heute Abend, ja?"
"Klar! Aber übertreib's nicht, manchmal sind die Schüler sehr dankbar, wenn du ihnen Zuspätkommen nachsiehst, okay?"

"Öh, hai" (okay), erwiderte der Krasáne mit gehobener Braue und verabschiedete sich.


Glücklicherweise waren Punkt halb acht alle da, wo sie sein sollten, vielleicht auch, weil sie jetzt einen neuen Lehrer hatten und sich möglicherweise gleich mit ihm gutstellen wollten.
Ein bisschen mulmig war Lor schon. Hatte er überhaupt schon einmal vor einer Klasse gestanden, so in dieser Art und Weise? Er war sich nicht sicher. Naja. Dann mal Attacke.
Sofort war alles still, als das Blauhaar eintrat, und noch während er zum Tisch ging und seine Tasche abstellte, ertönte die wohlklingende Turmglocke zum Unterrichtsbeginn.
Der frische Lehrer lehnte sich vorn rücklings an die Tischkante, die Hände erst einmal auf selbiger geparkt, und lächelte in die Runde. Keiner schien auf den ersten Blick direkt Abneigung zu zeigen, manche waren sichtlich aufgeregt, plötzlich etwas Nichtmenschliches vor sich zu haben.
"Einen wunderschönen guten Morgen."
Ein Mädchen quietschte in der hinteren Reihe, ihre Nachbarin stieß ihr sofort den Ellenbogen in die Seite, aber auf freundschaftlicher Basis.
Das Verhältnis Jungen und Mädchen war ausgeglichen, und neben einer Leopardenwerkatze fand sich noch ein augenscheinlicher Mensch mit kleinen Flügeln, die sicher für Gebrauch ausgefahren werden konnten, ein Halbhund und tatsächlich eine Art weibliche Naga, mit langem Schlangenschweif und aber trotzdem der normalen Schuluniform, wobei rein vom Sinn her das Oberteil gereicht hätte.
"Ich bin Lor Dedraline und ab heute Ihr Dozent und Klassenleiter. Wie Sie offenkundig sehen können, erfreue ich mich keines menschlichen Blutes, hoffe aber dennoch, dass man gut miteinander auskommt."
"Na klar, wir sind doch bei der NGEO!"
, rief ein Junge aus der linken hinteren Reihe. "Da ist das doch normal. Wär' ja sonst schlimm."
"Was sind Sie denn?"
, kam gleich die erste Frage von einer Schülerin.
"Eine Mischung aus Wolf und Drache."
"Ist das Ihr Haustier?"
Jemand zeigte auf die kleine Schlange.
"Oh, wie süß!" - "Die hab' ich ja noch gar nicht geseh'n." - "Ist die echt...?"
Er hob die Hände. "Ruhig, Jungs und Mädels. Ja, das ist meine Begleitung." Lar bewegte sich etwas und zischelte hörbar, verstellte etwas die Flügelfinger und wippte mit den Kopffedern.

Irgendwie gab es scheinbar gar kein Eis, was gebrochen werden musste, die Klasse hatte keinerlei Hemmungen, ihn mit Fragen zuzuschütten. Zuliebe der weiblichen Zuhörer diskutierte man knapp Hobbies und Interessen aus, wobei er herausfand, dass es hier zur Entspannung und Betätigung ebenso sportliche Anlagen für alle Belange gab, auch Schwimmen, Bogen schießen und sogar Reiten, und die Schüler machten ihm klar, wie hier die Sachen liefen, Klassenstrukturen, Dozenten, Forschungsabteilungen und Beteiligung jedes einzelnen nach Belieben an den Projekten.
Die Hälfte der Namen seiner Schützlinge hatte er schnell drin, die andere war vermutlich auch kaum das Problem. Entgegen aller Abwehrungen packten die Ladies doch über das ein oder andere Haustier bei der Gelegenheit aus, wobei der männliche Anteil der Belegschaft, den Lehrer eingeschlossen, nur resignierte und übereinstimmend seufzte.
Und letztlich, während man sich gesondert knapp vorstellte, landete das Wort zum Schluss bei Lor.
"Woher kommen Sie?"
Er richtete sich auf und atmete einmal durch. Alle sahen ihn gespannt an wie bei einer guten Geschichte.
"Eigentlich stamme ich aus Deutschland. Im späten Herbst 2012, genau genommen heute vor zwanzig Jahren, bin ich für einen längeren Urlaub nach Japan und Tokyo gereist, bis ich schließlich durch die Unruhen im Dezember hier hängen blieb und acht Jahre hier lebte."
"Darum sprechen Sie so gut Japanisch!"

Das Blauhaar lächelte. "Genau."
"Und danach?"
"Nunja."
Sein Blick ging aus dem Fenster. Niemand sagte etwas, alle warteten, bis der Dozent das Schweigen brach. Die zweifarbigen Augen musterten sie alle, ein entwaffnendes Lächeln. "Der Rest verliert sich in den Nebeln des Ungewissen."
"Och man!" - "Nein!" - "Och bitte, kommen Sie schon!"

Er schüttelte den Kopf. "Vielleicht ein anderes Mal."
Jemand schaute von seinem Buch auf. "Sie unterrichten auch Magie? Welche Cat sind Sie?"
Lor schluckte. Oha. Was jetzt? Durfte er einfach D sagen? Oder sollte er sich auf C korrigieren?
"Ist doch völlig egal, hör' auf, ihn zu bedrängen", verteidigte ein Mädchen ihn, bevor sie ihn wieder schwärmend anschaute.
"Dürfen wir auch unsere Haustiere mitbringen?"
"Ich verbitte mir das"
, wehrte Lor freundlich die nächste Anfrage ab.
Draußen schepperte etwas und lautes Rufen ging durch den Korridor. Es klang wie ein "Hasrin!" und der Krasáne schmunzelte leise.
Die restliche Zeit gingen sie locker an und man erzählte noch ein paar Anekdoten aus dem Akademiealltag, aus den Forschungen und von den Vorzügen gerade dieser Akademie sowie der Verbindung zum zweiten Bereich, was über unterirdische Schnellzugtunnel erledigt wurde.
Um neun Uhr gongte die große Glocke wieder und man verabschiedete sich in sehr freundschaftlichem Verhältnis in die kurze Pause. Für ihn etwas länger, weil er sich ja in die Forschungsbereiche begeben sollte. Der größte Teil davon lag unterirdisch unter dem Komplex, manche Teile, die direkt mit lebenden Wesen draußen arbeiteten, waren natürlich in externen Gebäuden auf dem Gelände untergebracht.
Mit freudigem Summen machte das Blauhaar sich auf den Weg zu der großen Treppe in der Mitte des H's, um nach unten zu kommen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 20-06-2012 18:27 PM

(New York City, Manhattan, 29.10.32, ca. 08:00 - 20Uhr GMT - 6
Terra: 29.10.32, 14Uhr - 30.10.32, 02Uhr)

Sie war zu ihrem Quartier zurückgegangen,
nur um dort die wenigen Sachen zu entpacken,
welche sie mitgenommen hatte.
Schnell war diese Arbeit getan und ihr blieb nichts anderes übrig als zu warten.
Dabei vertrieb sie sich die Zeit damit, den Fernseher anzuschalten,
welcher im Wohnzimmer einen stolzen Platz hatte.
In der Welt passierte nichts Sonderbares,
hier und da kleinere New Light Aufruhen,
die schnell versiegten,
da Krisen und Machtkämpfe in der Politik.
Anscheinend gönnte man ihnen einstweilig eine Ruhepause.
Irgendwann war es dann doch kurz vor acht Uhr,
die Sonne war schon aufgegangen und wärmte den Park,
jetzt schien auch alles lebendiger zu werden.
Die Vampiress nahm stark an, dass die Schulglocke um 8 Uhr ertönen würde,
wusste aber nicht, ob dabei wirklich eine alte Schulglocke zum Einsatz kommen würde,
schließlich hatte sie am Gebäude etwaiges nicht ausmachen können.
Fertig, dem Direktor des Hauses entgegen zu treten, wartete sie,
pünktlich auf die Minute holte sie der Butler ab,
er war wie einige Stunden zuvor absolut gesprächsuninteressiert,
so bemühte sich Alexinara auch gar nicht erst um eines.
Sie ließen zügig die Lehrerräume hinter sich,
wobei ihr auch kein Lehrer begegnete,
irgendwann standen sie im Erdgeschoss vor einem sehr schön angelegten Gang,
an dessen Ende sah man eine verzierte Flügeltür,
welche noch geschlossen direkt vor ihnen lag.
Der Butler deutete ihr mit einem Nicken an,
dass sie ab hier nur noch geradeaus gehen musste.
Ohne ein Wort war er wieder verschwunden,
das wunderte die Vampiress inzwischen nicht mehr und sie machte sich auf den Weg.
An der Tür hing ein kleines Schild, "Headmaster" stand darauf geschrieben.
Mit ehrlicher Hochachtung betrat sie das Zimmer,
nachdem sie zweimal geklopft hatte und hereingebeten wurde.
An einem sehr alt wirkenden Schreibtisch saß ein Mann,
wahrscheinlich Anfang 30, zumindest wirkte er noch sehr jung,
vertieft in einige Berichte, deren Herkunft Alexinara nicht bekannt war.
Erst als die Untote direkt an seinem Tisch stand, schien er sie direkt zu bemerken,
sein Blick schaute nur kurz von den Papieren hoch, er lächelte leicht.
In sein Gesicht fielen einige Strähnen seines blonden Haares,
er war schlank, sportlich mochte man meinen,
seine braunen Augen erblickte sie nur kurz.

"Sit down, sit down dear",

meinte er beiläufig und deutete mit seiner freien Hand auf einen Sessel,
diesen nahm sich dann auch Alexinara und setzte sich,
irgendwie wollte sie nicht die erste sein, die redete,
ob aus Achtung oder Unsicherheit wusste sie nicht.

"Well sorry for this...",


er deutete etwas entschuldigend auf die Papiere vor seiner Nase,
sammelte sie dann auch wieder ein, damit er sich mit ihr befassen konnte.

"My name ist Stephen Foris,
I´m the headmaster of this academy,
but call me Steph,
we all try to have a casual contact with each other,
so the teachers feel like being home here.
But please answer me one question, why this academy?",


fragte er mit ehrlicher Neugier und schaute sie an.
Dass selbst der Direktor dieser Schule sich mit Vornamen ansprechen ließ war verwunderlich,
war sie es doch bisher gewohnt gewesen, eben alle Respektspersonen speziell anzusprechen.

"Uhm, nice to meet you Steph,
my name is Alexinara,
I´m here for teaching medical science,
magic techniques and the basement of fighting.
And I came here because of the special experiment,
having both types day and night school was fascinating,
but first of all I wanted to see young vampires at school."

Der Direktor nickte wissend, denn diese Akademie hatte als einzige auch Vampiren eine eigene Abteilung geöffnet,
so musste man sich als Untoter nicht an die Unterrichtseinheiten bei Tageslicht gewöhnen,
sondern konnte vom Abend bis zum frühen Morgen Unterricht genießen,
in New York hatte man dieses Pilotprojekt vor 5 Jahren ins Leben gerufen,
und bisher hatte es gut funktioniert, wenn auch nur mäßig,
da es kaum Lehrkräfte in den eigenen Reihen gab,
und normale "menschliche" Wesen von den jungen Blutsaugern nicht akzeptiert wurden.

"I understand, that's great!",

Er war hellauf begeistert und irgendwie wirkte er gerade nicht wie ein Schuldirektor,
zumindest nicht so, wie man es sonst erwartet hatte bei einer solchen Position.

"We are searching for teachers,
who can tame this crowd of young people,
but many are afraid of having vampire students,
mostly they fear their powers",


er machte eine bedeutungsvolle Pause,
als die Vampiress nicht darauf einging, fuhr er fort.

"So please keep in mind,
we have human and undead people at our school grounds.
Both types of them live in harmony,
but the human kind isn´t allowed to enter the school ground after the sun has set,
so the other students aren´t allowed to do this after sun rises,
simple rule but effective."


Alexinara nickte und ließ ihn weiter erzählen,
er schwärmte von dem dualen System und zählte alle Vorteile auf,
dann berichtete er von der Einweihung vom "House of Moon",
wo die Vampire untergebracht waren.
Weiterhin kündigte er den Schulsprecher der Schüler an,
welcher als starker Vampir die Gruppe zusammenhielt,
ebenso etwas Macht in ihren Reihen besaß und das Projekt zum Erfolg führen wollte.
Es verging eine halbe Stunde, ehe Stephen auf den Punkt kam,
er reichte ihr eine Mappe mit einzelnen Zetteln.

"This is your timetable,
you are teaching basic magic rules at day,
history of vampires and "the control of blood thirst" at night,
you think you can do that?",

seine Frage war rein rethorisch und Alexinara nickte darauf nur,
der Mann stand auf, beinahe sprungartig, und schüttelte ihre Hand,
sie musste wohl einen sehr verdutzten Blick abgegeben haben,
denn sorgevoll wurde sein Blick nach einem Moment.

"Everything okay,
I just figured out that headmasters can be very funny.
Never been in a situation like this,
I think I can handle this",


versprach sie ihm sicher und nickte freundlich,
er ließ auch ihre Hand los und verabschiedete sich von ihr,
seine herzliche Art war ungewöhnlich, aber angenehm.
Auf den Zetteln in ihrer Hand holte sich die Vampiress nötige Informationen zu Unterrichtszeiten,
Fächer, Klassenlisten, dabei stoppte sie mitten im Gang,
als sie diese in der Hand hielt.
Der Eintragung nach war sie neben einer anderen Lehrkraft als Lehrerin für die Vampirklasse eingeteilt,
sie seufzte lautstark, sowas wollte sie gerade nicht wahrhaben.
Nach dem Plan würde sie ohnehin erst gegen Abend antreten müssen,
also hatte sie viel Zeit, ihre Fächer zu studieren,
weil sie sich nicht so ganz sicher war, wie sie ansetzen sollte im Unterricht.
Zum Glück hatte sie von Steph noch eine Notiz erhalten.
wo auf sie Unterrichtsmaterial wartete, wenn sie zurück in ihrem Zimmer war.
Und tatsächlich hatte vor ihrer Tür ein Haufen mit Büchern gestanden,
den sie in ihr Zimmer bucksierte,
einige dicke Einbände waren auch zu sehen und so blieb der Vampiress wohl nicht viel übrig als zu lesen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 22-06-2012 14:10 PM

(30.10.32, 8.30Uhr - ca. 10:30Uhr, GMT +2
Terra: 30.10.32, 6.30Uhr - ca. 8:30Uhr)

Während der Nacht hatte Raphael über vieles nachgedacht. Neben Erinnerungen an den Tag, an dem er Mimik aus der Leichenhalle geholt hat auch an die aktuelle Jagd nach den dreien.
Wobei eigentlich... es war lediglich eine Jagd nach ihm und Maltas - Von Thomsen haben sie schließlich nichts mitbekommen können.
Es galt schnellstmöglich internationale Hilfe und Asyl zu ersuchen, denn schließlich würden bei politischen Verstrickungen Verfolgung und Haftbefehle weitaus schwieriger werden. Allerdings nur in einem Land, welches mit der NGEO und ihren Tochterorganisationen nicht unbedingt sympathisierte.
Bei diesen Überlegungen fielen schnell zahlreiche Staaten weg, andere wiederrum aufgrund ihrer politisch schwachen Position. Sie würden Flüchtlinge eher für entsprechenden Einfluss verkaufen, als sie zu schützen und direkt Nutzen aus ihnen zu ziehen.
Eine kleine handvoll Möglichkeiten blieb am Schluss schließlich noch übrig. Darunter das chinesische Reich, welches vor etwa zehn Jahren Indien anektiert hatte, sowie Neu Persien und teile der ehemaligen Sowjetunion.

Aufgrund dessen, das er selbst offiziell noch als Leiter der ISF galt, und der Tatsache, das er so gut wie kein chinesisch sprach, kam nur eine Option für ihn wirklich in Frage.

Mimik und Thomsen hatten beide längere Zeit schlafen können, und alle machten sich daran sich reisefertig zu machen.
"What is our target?", erkundigte sich der Gestaltwandler in alter Soldatenmanier.
"Russia. From there we could sent a letter to the human rights court as well as some pieces of Informations to the local and international media."
"I understand. Ok, I will be your left hand from now on."
Zustimmend nickte der Magier, hatte die Rüstung mitsamt künstlichen Arm auch weitere Vorteile, insbesondere für das Steuern und Fliegen der Maschine. Zeitgleich hatte man so bei ungewollten Überraschungen einen guten Mann mehr an der Front.

Der Blick des Magiers ging schließlich in Richtung Thomsen. "Wir suchen für dich ein gutes Versteck, schließlich musst du in diesen Strudel nicht noch mehr mit hineingezogen werden. Solange die NGEO und der Gerichtshof denkt, du seiest tot, bist du sicher."
"Aber wohin soll ich gehen?"
"Dein Drache... wir bringen dich zu ihm. Anschließend solltest du zusehen, dass du nicht mehr auffällst, bis sich die ganze Situation beruhigt hat. Australien, wie ich hörte, soll sehr schön sein um diese Jahreszeit", lächelte er hinweisgebend am Schluss.

Einige Minuten später brach der Helikopter aus der Erdkuppel aus, Kurs Richtung Norden. Unterwegs versuchte er bereits die lokalen Behörden via Funk zu erreichen und schilderte die Situation, allerdings ohne zuviel zu verraten.
Nachdem man seine Identität bestätigen konnte, lies man ihn direkt mit dem aktuellen Verteidigungsminister sprechen.
Unterwegs hatten sie Thomsen am Kaukasus abgesetzt, wo kurz darauf auch sein Begleiter erschien. Ihn selbst hatte man mittels einer kurzen telepathischen Mitteilung erreichen können.

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Die Maschinen stoppten langsam bei , als Raphael, augenscheinlich allein, den Helikopter verlies. Man hatte ihn auf eine Militärbasis gelotst, wo ihn bereits ein "Empfangskomitee" bestehend aus einigen höherrängigen Offizieren.
In gebrochenem Deutsch fing einer an. "Willkommen Mister Raphael Liskor, es ist schön sie bei uns zu haben. Ich bin Oberoffizier Nikolai Achjawew. Würden sie mir bitte folgen?"
Diese "Bitte" bestand genauer betrachtet in einer deutlichen Aufforderung, war doch eine bewaffnete Eskorte bereits um sie beide herum versammelt.
"Sie müssen verstehen - es ist schwer zu glauben dieser Tage, dass ausgerechnet sie, der legendäre Black Magician, bei uns um Schutz bittet. Der Verteidigungsminister erwartet sie bereits."


RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 23-06-2012 15:27 PM

(30.10.32, 09:00Uhr - 11:30Uhr, GMT +9
Terra: 30.10.32, 0Uhr - 02:30Uhr)


Ein leicht steriler Geruch kam ihm entgegen, je weiter es nach unten ging. Wie weit überhaupt? Es kam Lor jedenfalls sehr viel vor, nur ein Stockwerk war das nicht. Wie groß mochte manches Tier oder manche Gerätschaft sein, die hier unten standen?
Die Frage beantwortete sich, als er vor einer großen Doppeltür endlich ankam, die sich zur Seite schob und den Blick freigab auf ein riesiges Skelett eines Tyrannosaurus, der ihn grimmig mit aufgerissenem Maul anstarrte. Weiter hinten zerrte ein kleinerer Drache an einer Kette, während ihn jemand wusch oder irgendetwas. Mit einem Lächeln trat das Blauhaar ein, wurde direkt abgefangen von einem der Forscher, der ihn freundlich mit raschen Worten begrüßte und dann mitnahm, um einen Rundgang durch die Hallen zu machen. Es war irgendwie schön, direkt Vertrauen zu genießen, denn solcherlei hier zeigte man auch nicht jedermann.

Diese Welt hier war abgeriegelt von allem draußen. Ein breiter hoher Schacht verband sie zwar mit "draußen", damit jene wie der Drache auch hinaus konnten, aber der war jung, vielleicht drei vier Jahre alt, im Garten gefunden worden und bebrütet, eine richtige Handzucht also. Er fand sich aktuell auch damit ab, nur hier zu sein, auch wenn es ersichtlich war, dass ihn die Festhaltung störte.
Lor blieb in der Nähe stehen und wurde sofort seiner Aufmerksamkeit erkannt, der Mann, der ihn herumführte, ein gewisser Herr Sugebashi, erzählte sofort ein paar Fakten zu dem Geschuppten, Ort und Zeit der Geburt, Komplikationen, Eigenarten, allerhand, als wäre er eine wandelnde Faktenmappe.
"Wann hatten Sie vor, ihn auszuwildern?"
"Nun, äh, gar nicht, denke ich. Er wüsste ja gar nicht, wie er jagen soll, und wir haben aktuell keinen Zugriff auf eine Aufzuchtstation, wo andere Adulte ihm das beibringen könnten."
"Außerdem ist er ein gutes Forschungsobjekt, mehr oder weniger zutraulich."
"Das... auch. Haha, Sie haben mich durchschaut."
Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf. "Nun denn, wollen wir...?"
"Ich würde gern etwas mit ihm sprechen, darf ich?"

Ein wenig verdutzt blinzelte der Mann, nickte aber sofort. Er wirkte wie ein lebendes Modell der actio-reactio-Ansicht. Lor trat näher an das Tier mit den violett blauen Schuppen, der sofort den Kopf hart herumdrehte und seinen Fürsorger fast von der Leiter warf.
"Wah, hey hey hey! Hey... Oh. Geben Sie bitte etwas acht! Er mag Fremde nicht so - Oh."
Noch während der junge Mann mit dem Pferdeschwanz sprach, hatte der Krasáne seine Hand flach auf die Nase des Drachen gelegt, der inspizierend die Luft einsog, dann den Kopf hob und schnaubend schüttelte. Eine gewisse Lebendigkeit kam auf.
"Kann er überhaupt fliegen?"
"Vermutlich nicht. Wir haben leider keine Anthros hier vor Ort, denen wir das zutrauen könnten, ihn auf Ausflug zu begleiten."
"Oh, darf ich vielleicht?"
Ein leichtes Grinsen legte sich auf Lors Züge.
"Sie können fliegen? Das ist ja fantastisch!", rief Herr Sugebashi schon und wedelte leicht freudig mit den Armen. "Shinjiro, machen Sie die Luke auf!" Zurück gewandt an den neuen Dozenten hob er den Finger. "Aber nicht mehr als eine Stunde! Überfordern Sie den Kleinen nicht."
Lor salutierte. "Yes'sir."
Sein Gegenüber lachte. "Ein Soldat, ich seh' schon. Das macht das Ganze sehr viel einfacher." Der Blick ging hinüber, wo Sonnenlicht auf den Boden fiel, immer mehr werdend. "Ab mit Ihnen, Dedraline-san."
"Hai!" (Ja)

Rasselnd fielen dicke Stahlketten zu Boden, der Drache schüttelte sich, tappste etwas umher und zuckte mit den untrainierten Flügelchen, etwas unsicher, was denn jetzt los war. Sein Blick gelber Augen ging durch die Halle, dann auf das Blauhaar, das herantrat. Alle anderen waren auf Sicherheitsabstand gegangen. Mit erhobener Hand näherte er sich, wieder legte der Drache fast von selbst die Nase hinein.
"Wie heißt er?"
"Kanto. Merken Sie sich das!"

"Ohne Frage", flüsterte er lächelnd und fuhr majestätisch die Flügel aus. Das Tier vor ihm schnaubte auf und wurde sofort unruhig, schreckte zurück und warf mit dem Schweif die nächste Ecke Bürotische und Schränke um, Scheppern verkündete von zu Bruch gegangenem Glas.
Der Krasáne verband sich mit dem Geist des Tieres, um sich vorsichtig heranzutasten. Etwas argwöhnisch begegnete ihm die Seele des anderen, reagierte jedoch positiv auf Nennung seines Namens. Lächelnd stieß Lor sich zurück in die Luft, stieg etwas auf und rüttelte mit sanftem, gleichmäßigen Schwingenschlag. Kanto beobachtete ihn. Langsam falteten sich dessen Flügel von allein auf, schlugen einmal aus und zerdepperten noch mehr Einrichtung.
"Ja, komm, mein Junge! Komm!" Fröhlich glitt er hinüber, der Drache drehte sich mit, tappste vorwärts und sah ihm leicht wehleidig nach, als er im Schacht höher ging. Dann trat Entschlossenheit in die geschlitzten Augen, er ging in die Knie und stieß sich kraftvoll hinterher. Zuerst sah es aus, als ob er gleich wieder der Gravitation anheim fiel, aber Kanto schaffte es, seinem Vorflieger nachzufolgen. Eifrig klatschte es Applaus, aber viel bekamen sie beide nicht mehr mit, denn schnell war da die Oberfläche. Und jetzt, ausgelootet, wo der Schild war, der sich aber gemächlich weit weit über ihnen erst spannte, zog Lor voran und ging fließend in die Drachengestalt über. Der Jungdrache fand das klasse und kam ihm brüllend nach.

Es war ein wenig doof, nur im Kreis zu fliegen und manchmal hindurch, aber sie brauchten auch nicht lange, ehe der Große den Kleinen mit den Vorderklauen packte, bevor der zu übermütig wurde, denn Muskeln wollten erst einmal sanft aufgebaut werden. Über dem großen Schacht, der interessanterweise zugeschoben der Boden des Helikopterlandeplatzes war, ließ er ihn los, wandelte zurück in Humanoide und flog ihm voraus. Willig kam Kanto nach und landete in halber Bruchlandung auf dem Untergrund im Keller der Akademie.
Sugebashi war der einzige, der jetzt in die Hände klatschte, die anderen waren unterdes zurück zur Arbeit gescheucht worden. Sie hatten vielleicht eine halbe bis dreiviertel Stunde draußen verbracht.
"Bravo, großartig! Ab jetzt jeden Tag in einer Ihrer Freistunden?"
Perplex legte Lor Kopf und ein Ohr schräg. "Eh?!"
Der Mann mit den kurzen schwarzen Haaren lachte belustigt. "Sehr schön!"
Lor nickte lächelnd und strich seinem Lehrfreund über die Nüstern. Sanft trennte er seinen Geist von dem des Drachen, der dann in seine "Box" zurückkehrte und sich gemütlich in dem großen Nest niederließ, um direkt zu schlafen.
"Das tut dem Jungen sicher auch gut, und unseren Leuten, die er weniger umwirft", scherzte der Forscher, wahrscheinlich Abteilungsleiter oder Gesamtleiter, ehe er ihn mitnahm auf den Rest der Tour.

Viele trockene Forschungen, aber auch lebendige, umsorgte Tiere später kamen sie zurück an die Doppelschiebetür, an der er ihn entließ und noch einen schönen Tag sowie ein "Bis morgen" wünschte.
Überwältigt von all dem Neuen und dem vielen Wissen musste Lor sich erst einmal sortieren und verschwand in Richtung seines Zimmers.
"Du bist so ein Überflieger...", zischelte die Schlange auf seiner Schulter, die vorher wie einmal schon an sein Horn festgehalten mitgeflogen war, damit sie nicht zurück blieb und vielleicht Forschungsobjekt wurde.
"Auffällig und offen, ich weiß."
"Die Schüler werden das garantiert nicht so gut aufnehmen, nachdem sie den Drachen gesehen haben."
"Sie werden mich vielleicht bedrängen und nerven, ja."
Sie kicherte kehlig, es hörte sich an, als ob man mit einer Raspel über Holz ratschte. "Das meinte ich."
"Schauen wir mal. Erst einmal Pause jetzt, ich muss mich wieder finden."
Die große Uhr in der Haupthalle, wo er von der Treppe hochkam, zeigte halb zwölf.



RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 26-06-2012 18:34 PM

(New York, Manhattan 30.10.32, 0 Uhr GMT -6
Terra 30.10.32, 06 Uhr)

Tatsächlich um genau 0 Uhr sammelte sich ein Trupp junger Vampire in ihrem Klassenzimmer,
wie immer, so stand es in der Schulordnung,
war der Trakt der Unterrichtsräume für die Tagklassen um 8 Uhr abgeriegelt worden,
damit in der Zwischenzeit entweder Unterrichtseinheiten vorbereitet
oder Aufräumarbeiten getätigt werden konnten.
Diese vier Stunden reichten aus, damit die Räume unbenutzt und sauber waren,
nur um über Nacht erneut eine Horde "Schulkinder" zu ertragen.
Alexinara hatte sich indes neue Kleidung angezogen,
tatsächlich arbeitete die Schule mit Schuluniformen,
welche ihr mehr als gefielen.
Sie fiehlen auch etwas aus der Norm,
für Tagschüler schlichtes weiß mit schwarzen Mustern,
für Schüler der Nacht eben jenes in schwarz und weiß.
Das Logo der Schule war ein Adler mit ausgestreckten Flügeln,
der an einem Felsen gerade gelandet war und wissend seinen Blick gen Betrachter lenkte,
ein sehr lebendiges Bild und passend für die Wertvorstellungen der Amerikaner.

Sie trug also, wie eben jeder andere in der Schule, diese Uniform,
für sie als Frau ein kurzer Rock, ansprechendes Dekoltée und natürlich passende Knöpfe mit den Wappen an den Jackenärmeln,
welche man im Sommer gut und gerne ausziehen konnte.
So machte sie sich auf den Weg ins Klassenzimmer,
welches ihr in einer Notiz zwischen den Büchern mitgeteilt worden war,
das Schulgebäude selbst besaß weniger Klassenzimmer, als sie angenommen hatte,
an der Zahl hatte man 10 Unterrichtsräume, davon 4 in den naturwissenschaftlichen Bereichen,
2 als Multimediaraum mit enstprechenden Computeranlagen,
sowie ein Musizierzimmer, welches ebenfalls eine Bühne beinhaltete.
Der Rest waren schlichte Räume mit einer Aneinanderreihung von Schulbänken,
die in Form einer Treppe bis nach unten zum Lehrerpult führten.
Es gab insgesamt vier Reihen, jeweils in der Mitte durch einen Gang geteilt,
in jeder Reihe konnten drei Schüler sitzen,
also konnte die Gesamtklassenstärke gut 24 betragen.
Die Schulbänke waren schlicht, jedoch aus edlem Holz,
man hatte auch genug Platz für Mappen und Stifte,
dazu kamen die doch sehr einladenden Sitzbänke,
die bestimmt keinem Schüler Rückenschmerzen bereiteten.


Alexinara öffnete an ihrem Ziel angekommen die schlichte Tür und betrat den Raum,
er war dunkel, weil keiner das Licht angemacht hatte,
doch das schreckte die Vampiress nicht im geringsten,
direkt nahm sie die Anwesenheit von 15 jungen Vampiren wahr,
jeder wohl mit einer eigenen Fertigkeit gesegnet,
verschiedenste Kraftstufen standen ihr gegenüber,
aber eines hatten sie gemein: Misstrauen.
Leichter Glanz war zu erkennen in der Dunkelheit,
Alexinara wusste, dass man sie testen wollte,
doch auf so ein Spiel ließ sie sich nicht ein.

"Hello class, I´m your new teacher, Alexinara.
I´ll teach you in medical science,
magic techniques and the basement of fighting,
but first of all we should introduce each other.
I´m a vampire from germany, doctor of medic,
working on Terra and now as a teacher here at the academy."


Ihr war nicht entgangen, dass einige gestanden hatten,
schließlich kannten sie bisher keine großen Einschränkungen,
auch der Unterricht war mehr schlecht als recht gelaufen,
doch irgendwas schien den jungen Untoten zu sagen,
dass sie nicht unbedingt gleich Unsinn machen sollten,
zumindest setzten sie sich hin und hörten zu.
Mit einem Blinzeln ging auch das Licht im Raum an,
für die Schüler ein spezielles Nachtlicht,
welches keine Verbrennungen oder etwaige Kraftverluste der Wesen erzeugte;
plötzlich hatte sie kompletten Einblick auf ihre Klasse.
Rein vom Gesicht her erkannte sie junge Schüler mit 15 Jahren,
einige schon bei 18 Jahren und eine Person, die wohl schon deutlich älter war.
Bis auf dieses Ausnahme erstreckte sich das Durchschnittsalter im Normbereich,
wenngleich das Alter auf dem Papier nicht unbedingt aussagekräftig war.
Sie wartete und schaute in die Runde, der Anteil an Frauen war weniger,
genau 6 Damen hatte die Klasse, dazu kamen 9 Männer.
Bis auf einen Zwilling sahen alle anderen gänzlich normal aus,
auf den ersten Blick sah man ihnen ihr Untotendasein nicht an.
Die Vampiress wurde jäh aus den Gedanken gerissen,
als sich schnell eine Hand in die Luft erhob,
ein hoch gewachsener junger Mann mit roten, halblangen Haaren stand auf,
in seinen Augen glänzte Überlegenheit und etwas Schalk,
fast hätte Alexinara ihn für den Klassenclown gehalten,
doch sie wollte der eigenen Meinung eine Chance geben.

"I´m Derken, the leader of this group,
my family is one of the strongest in NY",


kündigte er ihr voller Stolz an,
anscheinend wollte er seine Machtposition zeigen,
denn sein unmittelbares Umfeld zuckte leicht zusammen.

//Meinte er diesen Jungen?
Er wirkt nicht wie ein Anführer,
seine Art ist auch viel zu voreilig//,

merkte die Vampiress gedanklich an und deutete ihm sich zu setzen,
und entsprechend seines ersten Einwurfes weigerte er sich.

"We ain´t wanna have a teacher,
we can teach ourselves!",


meinte er nun doch etwas vehehementer als vielleicht beabsichtigt,
Alexinara musste lächeln, wie unwissend sie doch waren.
Ihre Reaktion verwirrte ihn etwas, doch gab er nicht klein bei,
nach einer unendlichen Stille sprach sie dann doch weiter.

"Okay you are the strongest one,
so how about a little demonstration?
Let's go to the training fields,
I know we can reach them in about 30 minutes.
I´ll give you the chance to show me how independent you are",


diese Aussage extra provokant verpackend hatte sie ihn schnell an der Angel,
er fachte seine Mitschüler an ihm zu folgen,
die Truppe machte sich auf, Alexinara ihnen hinterher.
Bisher waren alle anderen bis auf wenige Randbemerkungen ruhig geblieben,
entweder ahnten sie etwas, oder sie hatten nur Angst,
egal was es war, es würde sich bald auflösen.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 27-06-2012 13:10 PM

(30.10.32, 10.30Uhr - ca. 11:00Uhr, GMT +2
Terra: 30.10.32, 8.30Uhr - ca. 9:00Uhr)

Der Raum war recht karg ausgestatten und wirkte dennoch sehr massiv. Fehlende Fenster, nur zwei kühle Deckenlampen, sowie steinerne Betonwände. Die militärischen Gebäude hatten nichts von ihrem pragmatischem Prinzip eingebüßt. Es glich einem Verhörraum, wobei für allgemein russische Verhältnisse dieser Raum noch als zu freundlich dafür schien.
Allerdings konnte es auch alles nur ein eingefleischtes Vorurteil sein, welches sich seiner Gedanken bemächtigt hatte.
Man hatte Raphael dort abgesetzt und gemeint in kürze würde der Verteidigungsminister, Nathan Seimow, erscheinen.
Es dauerte tatsächlich nicht besonders lang, und ein in Uniform gekleideter Mensch betrat zusammen mit zwei Soldaten den Raum. Mit einem Aktenkoffer bewaffnet, den er nach einem kurzen Nicken zur Begrüßung auf den Tisch stellte, erzählte er nebenbei in Englisch:
"Good day, mister Liskor. Your arrival and the reason for this are a surprise for us."
Am anderen Ende des kurzen Tisches beobachtete der Magier genau jede Bewegung des Ministers. Die zahlreichen Orden auf seiner linken Brust blieben dabei nicht unbemerkt.
"For the protocol: My name is Nathan Seimow, I am the russian minister of defence."
"Nice to meet you, mister Seimow."
Der Minister packte nebenbei einige Dokumente aus, und stellte ein Diktiergerät zwischen sie beide. Anschließend erst setzte er sich gegenüber von Raphael.

"So what is the reason you want asyl at our country?"
"I am a political haunted person. Also I have had a leading position of the ISF, my powers displease the european court."
"You are a haunted of the EU?"
"Yes. The NGEO have no reason to act against me by themselves. Especially because many of the people their know, what I've already done. In the past 15 years I was involved in operations, which rescued overall an amount of over thousands persons directly. Indirectly through the elemination of some weapons, this number could grow to more than a million. But the european court..."
"...has an other opinion. This is one of the reasons why Russia is not a member of the EU til now."
"You don't wanna lose your authority?"
"Right. Don't misunderstand me, we support many of the operations of the NATO and especially the NGEO. After all this organisation was also intended by us."
Der Minister griff nach dem Diktiergerät und schaltete es ab. Anschließend schickte er, sehr zur Verwunderung des Magiers die Soldaten nach draußen und schloss die Tür.
Mit einem gewissen Feuer in den Augen, von dem man nicht genau sagen konnte, ob es Aggressivität, Anspannung, oder brennende Neugier war, schaute er wieder zu ihm.
"And now, what is your real reason you came to us? Why are you haunted by the european court? Why should we protect you, if a extradition is currently the more profitable political option?"

Es war deutlich, dass er die Informationen unbedingt haben wollte. Wissen ist Macht, und je weniger andere von bestimmten Dingen erfahren, desto mehr Trümpfe, auch politisch, hat man auf der Hand. Dies war wohl der Grund für Nathan sämtliche Beweise und Zeugen außer Kraft zu setzen.

"I did not lie to you, what the reason for my request was. But you're right, their is something more. They have classified myself as a category E individual."
"And? Are you?"
"Based on my skills and my doings, my powers have overcome the barrier of a cat D, but I am fully aware of all my energy. I control the magic within me, and not the other way round."
Die Miene des Ministers wurde härter. "If you have this powers, why should you need another country to save you?"
Leicht seufzend antwortete der Magier. "They are some reasons. At first: Someone should begin to stop this, excuse my directness, bullshit of killing each person with cat E powers. Even if they are capable of killing many persons, you should only punish them if they do so. You don't send your wife to jail, also she is capable of killing you and maybe your children with a knife from the kitchen. Also in some countrys it is legal to have weapons without any kind of licence. This persons are also capable of killing many people. So why should it be something different with other skills?
Second: I don't want to hurt someone. Surely I could fight against everybody, but what then? I only want a life in peace without being haunted all over the world."

Nathan setzte sich wieder, schien kurz in sich zu gehen, und blickte dann direkt dem Wächter in seine verschiedenfarbigen Augen.
"What is your offer for giving you what you want?"


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 29-06-2012 21:41 PM

(New York, Manhattan 30.10.32, 01 - 02 Uhr GMT -6
Terra 30.10.32, 07 - 08 Uhr)

Sie gingen in einer geordneten Reihe den Gang entlang,
die Schüler in einem deutlichen Abstand zu Alexinara,
jedoch waren sie lautlos unterwegs,
eine mehr als unwirkliche Szenerie in dieser stillen Nacht.
Der vorlaute Jüngling holte sie irgendwann ein,
damit er ihr demonstrativ zeigen konnte, wie er die Tür zur Schnellbahn öffnete,
dafür führte er eine SchülerID-Karte durch einen schmalen Schlitz;
sobald die Authentifizierung abgeschlossen war, öffnete sich eben diese.
Die offene Tür gab einen Blick auf eines der Schmuckstücke der Schule preis,
das metallene Gefährt, auch "Storm" genannt, was plakativ an der Seite stand,
ruhte an seinem Bestimmungsort und wartete auf neue Anweisungen.
Es war auch für die Vampiress ein imposanter Eindruck,
trotz aller Recherchen hatte sie kein Bild zu eben diesen Untergrundbahnen gefunden,
jetzt, wo sie davor stand, wusste sie auch, warum das so gewesen war.
Das Ungetüm bestand aus einem Stück,
der Kopf war spitz, vergleichbar mit den Schnellzügen in Deutschland,
hatte eine Art Gesicht darauf eingedruckt,
was dem Ganzen einen lebendigen Eindruck verlieh.
Zwei Türen führten in den vorderen, oder hinteren Bereich,
im Innenraum warteten lange Sitzreihen mit angenehmen Stoffbezügen,
fast hatte die Vampiress sich nicht in einer Bahn,
sondern im Foyer eines Hotels gefühlt,
die fehlende Rezeption machte diesen Eindruck schnell weg.
An der Decke waren zwei indirekte Lichter angebracht,
sie gaben ein helles, aber sehr angenehmes Licht ab.
Direkt am Kopfende befand sich ein großer Bildschirm,
darauf waren die neuesten Schulinformationen angezeigt,
dazu ein Newsticker als Streifen am unteren Rand,
man sorgte also für die politische Bildung der Kinder.

Die jungen Vampire hatten aber keinen Blick für diese Schönheit,
teilweise gelangweilt oder absichtlich irgendwohin starrend stiegen sie ein.
In diesem Zug hätten gut 30 Leute Platz gefunden,
jetzt wirkte alles mehr leer als besetzt, aber die Klasse war auch nicht so groß.
Ein Eingabebildschirm war an jeder Tür zu finden,
dort konnte man die entsprechenden Stationen angeben,
dabei war zu bemerken, dass die jeweiligen Schüler des Hauses nicht in das jeweils andere reisen konnten,
aus sicherheitstechnischen Gründen war das System auch extern abgesichert,
nur für den Fall, dass ein begabter Hacker versuchte, das System zu umgehen.

Die Fahrt zu dem Außengelände wurde per Stimme angegeben,
auch dies übernahm der rothaarige Vampir,
der wirklich mit aller Kraft versuchte, imposant zu wirken.
Alexinara indes hatte sich einfach hingesetzt und ungerührt auf die Ankunft gewartet,
sie brauchten keine 3 Minuten und waren schon da,
obwohl sie nun einige Kilometer unter der Erde zurückgelegt hatten,
davon merken tat man kaum was.
Die Gruppe verließ erneut geschlossen das Gefährt,
sie bahnten sich den Weg auf die weiten Felder,
wo man im Sommer Picknickausflüge machen konnte,
oder einfach nur die Natur genoss.
Die Schüler waren am Rand verblieben.
Während das Rothaar der Lehrerin folgte, blieb das Grinsen in seinem Gesicht gleich,
er schien das Ganze nicht sonderlich ersnt zu nehmen,
das kam der Vampiress aber mehr als recht.

"Okay, just try to attack me.
I´ll try to fend you,
and it will be okay if you use your full strength",


meinte sie freundlich und ging in Kampfhaltung,
er machte eine angedeutete Verbeugung und stellte sich ebenfalls hin,
um ihn herum fing die Luft sehr schnell an zu knistern,
Alexinara erkannte das Energiemuster von Erdmagie,
jedoch schien er zu stark die Energien der umgebenden Mutter Natur zu entziehen,
da das Gras um seine Füße an Kraft verlor und abstarb.
Ebenso erging es den Bäumen im Umfeld,
er war nicht in der Lage, gesondert auf das Element zuzugreifen,
zog zuviel, zu stark an den Ressourcen der Natur,
ohne dabei sich selbst als Quelle zu nutzen,
doch sie sagte nichts dazu, wartete in Kampfhaltung.
Seine erste Attacke kam rasant,
zumindest für den Rest der Mannschaft,
Alexinara konterte lediglich mit ihrem Arm,
an dem eine massive Erdfaust abprallte.
Verwundert schaute er sie im ersten Moment an,
wich dann schnell zurück und startete eine neue Attacke,
diese zielte auf ihre Seite, erneut war ihre Hand schneller als er.
Das ging eine Weile so, die Müdigkeit des Jungen setzte nach einer halben Stunde ein,
doch er wollte nicht aufgeben und versuchte es immer wieder,
irgendwann hatte Alexinara keine Lust mehr auf den Kindergarten,
trotz dessen, dass sie gehofft hatte, er würde von selbst verstehen,
dass sie zu stark war, hatte er sie etwas enttäuscht.
Ein kleiner Feuerball reichte aus, um den Jungen auf Distanz zu halten,
er schaute sie erschrocken an.

"What the...?"

"Now let me show you the world of adult fighting..."



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 30-06-2012 19:58 PM

(30.10.32, 11:30Uhr - 16:30Uhr, GMT +9
Terra: 30.10.32, 02:30Uhr - 07:30Uhr)


Von halb zwölf bis um halb zwei herrschte Mittagspause sowie Freies Lernen für die Schüler, bevor es noch einmal bis 16Uhr ging, danach war Feierabend und Aktivität in den Interessengebieten, oder einfach gemütlich den Tag ausklingen lassen.
Einige Zeit genoss Lor die ruhigen Minuten auf der bequemen Coach in seinem Zimmer, studierte dabei den Lageplan, die Karte, wo die Ac in und bei Tokyo lag, außerdem noch einmal die Klassenliste und vor allem jene, die er genauer unter die Lupe nehmen sollte.
Jemand klopfte. Er schwang sich von den Kissen und öffnete die Tür, vor ihm stand einmal mehr die Schülerrätin, knickste knapp, ein paar Unterlagen in den Händen. "Zum Gruße, wir hatten noch gar nicht die Gelegenheit, ich bin Aoi Misaki." Sie schüttelten knapp die Hände, soweit möglich.
"Freut mich, meine Wenigkeit kennen Sie ja schon."
"Ich habe hier noch ein paar Sachen für Sie abzugeben"
, erwiderte die junge Frau ohne Umschweife, er nahm ihr das Papier ab.
"Arigato." (Danke) Knapp huschten die Augen über die erste Seite, welche sämtliche Aktivitäten und Clubzeiten anzeigte, was wann war, was wann offen hatte - die meisten Sachen fast immer -, Ansprechpartner für diverse Belange und ein zwei Gesuche spezieller Art, einer, der ihm ein Fach vermachen wollte, das unterrichtet werden sollte, und noch ein zwei Sachen klären, ein anderer, der wohl aufnahm, was der werte Dozent eigentlich alles konnte, damit man ihn einzuteilen vermochte.
Die rote Schlange schaute gespannt mit auf die Schriften, was ihrem Gegenüber ein Kichern entlockte. "So ein goldiges Tierchen."
Lor blätterte weiter und hielt ein paar blanco Anmeldebögen in der Hand. "Für die Clubs?"
"Ganz recht! Ich hoffe doch, wir können Sie bald begrüßen?"
"Machen das viele Lehrer hier?"
"Klar, mein Chemielehrer ist in meinem Schwimmkurs und der Magieheini reitet sehr gern."
"Heini"
, schmunzelte das Blauhaar und nickte. "Ich werde es mir überlegen."
"Ich freue mich darauf!"
Mit erhobener Hand eilte sie davon.
Lar setzte einen überlegenen, aushorchenden Blick auf, als sie Misaki nachsah. "Sie steht auf dich."
"Na klar."
Sie züngelte. "Doch."
"Und?"
"Nichts."
Er schüttelte belustigt den Kopf und ging zurück ins Zimmer.

Punkt halb zwei fing sein nächster Unterricht an, dieses Mal Magietheorie, in die er unvorbereitet hineinging und sich aufklären ließ, wo die Klasse stehen geblieben war und was als nächstes dran wäre. Es war seine eigene Klasse und ihr alter Lehrer hatte sie in selbigem Fach unterrichtet.
Die Truppe war schon fortgeschritten, hatte aber gerade pure Theorie, weil es eine war, die eher zur Erkennung und Abwehr als zur Anwendung dienen sollte - Schwarzmagie. Lor legte ihnen aber offen dar, dass "Schwarzmagie" an sich, das negative Ding, was alle darin sahen, eigentlich gar nicht existierte, sondern lediglich der Ausführende es zu dem machte, was es am Ende war.
Praktischerweise hatten die Schüler jemanden jetzt an der Angel, der diesen Bereich sogar beherrschte und gefahrlos selbst ausführen konnte, was ihnen mehr gab als blankes Tafelwissen und Gerede. Die Klasse war begeistert von der Lebendigkeit des Unterrichts und enttäuscht vom Läuten der Schulglocke, die das Ende der heutigen Zeit verkündete. Es gab auch ein zwei, die offen sagten, dass sie es erstmals wirklich schade fanden, dass eine Stunde vorbei war, aber ihr Dozent bekräftigte sie, dass die nächste Einheit ja sicher kam.

Sein erster Gang nach 16Uhr war zu den Ställen, so wie alle in Uniform. Es fühlte sich aber auch gut an, zugegeben. Lar schaute sich stets neugierig um und beobachtete alles, während ihr Bruder mit manierlicher leichter Verbeugung den Stallmeister begrüßte, der über sein Ansinnen nachfragte.
Ohne weitere Probleme wurde der Krasáne durchgelassen, allein, und kaum schlug ihm der Geruch des Pferdefells zwischen Stroh und Holz entgegen, war er glücklich. Ein Schimmel begrüßte ihn direkt, dem er fröhlich über die Nüstern strich. Der Blick ging vorbei über die Köpfe, die aus ihren Boxen schauten, manche standen offen, weil die zugehörigen Tiere unterwegs waren, manche fanden sich gerade in den Putzboxen und wurden auf- oder abgesattelt. Es war ein gemütliches Treiben.
"Lippizzaner, die Wiener Hofpferde", murmelte Lor und besah die zwei Stuten nebenan. "Trakehner sogar, ein Friese... Wahnsinn." Seine Augen wurden groß und der Gang schneller. Ein reinweißes Pferd begrüßte ihn wiehernd. "Ein Camargue-Pferd, ich werd' verrückt!"
"Ein echtes Schmuckstück, hm?" Ein naher Schüler schaute auf, völlig unbekümmert weiter beschäftigt, die Hufe seines Pferdes sauber zu machen.
"In der Tat. Wie heißt er?"
"Hehe, ganz simpel Francois, der arme, aber alle nennen ihn irgendwie anders. Er weiß einfach, wann er gemeint ist, egal, welcher Name da fällt."

Lor grinste und strich dem Tier über die Nase. "Praktisch."
Die Tour ging weiter und es waren nur immer mehr Prachtstücke dabei, unter anderem natürlich Araber, Englisches Vollblut und auch zwei Appaloosa.
Zurück beim Stallmeister, vorbei an zwei Stallburschen, die gerade leere Boxen misteten, fragte Lor direkt, was man erfüllen oder mitbringen musste, um hier ausreiten zu dürfen. Neben jahrelanger Erfahrung besaß er nämlich keinerlei Abzeichen oder Nachweise. Der Mann nickte, überlegend die Arme vor der Brust verschränkt, etwas skeptisch.
"Hm, na gut. Ich setz' dich auf Amun Re, und der wird mir zeigen, was du kannst." Ganz ungeniert ging er vorwärts - von Dialekt und Aussehen schien er Russe zu sein - und holte den Rappappaloosa mit den weiß gescheckten Flanken aus der Box, stellte ihn rüber in die Putzecke anbei und befestigte den Kopf. "Ran an die Bouletten." Er ließ das Tier stehen und sah zu, was der "Neue" jetzt wohl tun würde.
Putzzeug war schnell gefunden und der Wallach gestriegelt, Sattel hing in einer Nische passend bei der Box, die Trense blieb in Lors Hand. "Und wenn ich jetzt ein absoluter Anfänger bin?"
"Dann wirst du den Jungen nicht trensen können."
Ein überlegenes Grinsen machte sich dreckig auf des Meisters Lippen breit. "Der merkt das."
Der Krasáne schluckte kurz. Der Blick der dunkelbraunen Augen und seiner trafen sich knapp. Der Rappschecke wartete geduldig.
Gezieltes Herantreten, Handgriff saß, Halfter herunter, und das Gebiss nahm das Tier tatsächlich von selbst auf. Der Russe drehte sich um, ging weg und kam eine Minute später zurück mit einer passend zur Uniform schwarzen Reithose, die er ihm hinhielt. "Viel Spaß beim Ausritt."
Lor lächelte. "Arigato." (Danke) Er zog sich rasch nach dessen Verlassen in der Sattelecke um, nahm die Zügel vom Hals des Pferdes, führte ihn vorzeigegerecht aus den Stallungen, heran an entsprechende Hocker, schwang sich in den Sattel, gurtete nach, stellte die Steigbügel ein und klopfte dem Tier schließlich an den massigen, hengstwuchtigen Hals.
"Dann wollen wir mal, mein Guter."
Das Tier wieherte und warf den Kopf etwas hoch. Mit dem Hauch eines Schenkeldrucks schritt er schon an.


Nachträgliche Facherklärungen: (Click to View)



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 02-07-2012 14:19 PM

(30.10.32, 16.00 Uhr - ca. 17:00Uhr, GMT +2
Terra: 30.10.32, 14.00Uhr - ca. 15:00Uhr)

Die Zeit auf dem Stützpunkt verging vergleichsweise schnell. Nachdem Raphael anbot seine Kräfte während seines Aufenthaltes zu Verteidigungszwecken zur Verfügung zu stellen, und auch ein paar Kniffe zu zeigen, wie man sich gegen verschiedene magische Bedrohungen wehren kann, hatte man ihn gebeten das Gelände fürs erste nicht zu verlassen.
In der Zwischenzeit hatte er nebenbei einen Fernsehbericht mitbekommen. Er wollte gemütlich an dem Apparat vorbeischlendern, wäre da nicht ein Bild von ihm erschienen.
Natürlich war der Beitrag russisch, so bat er jemanden, der danach aussah als wäre er Engländer, doch bitte den Inhalt zu übersetzen.
Es ging im Endeffekt darum, dass man ihn als 'spurlos verschwunden' meldete, nach einem spontanen Noteinsatz.
Hinweise zu seinem Aufenthaltsort würden gern entgegengenommen.

So war es also... Man konnte ihn nicht ohne weiteres als Terroristen anklagen - das würde den Großteil der Bevölkerung verunsichern und das Vertrauen in die NGEO und ISF schwächen. Schließlich wäre dann ein leitender Soldat als Verräter dargestellt worden, wo denn die Fragen aufkämen: Wie kann so jemand überhaupt an soviel Macht kommen?
Gleichzeitig würden auch andere Freunde und Vertraute in höheren gesellschaftlichen Positionen, welche mit dem Magier sympathisieren solch eine Anklage nicht ohne Gegenkommentar aufnehmen.
Des weitern konnte die EU bei so einer Meldung auf die tatsächliche Mithilfe des einen oder anderen zählen, würden sie doch denken jemandem "Guten" zu helfen. Die Krönung allerdings war: Wenn sie ihn tatsächlich fänden, und beseitigen wollten, müssten sie nur verlautbaren lassen, dass der ehemalige Leiter der ISF tot aufgefunden wurde.

Glücklicherweise hatte er selbst unlängst ein elektronisches Schreiben fertig gemacht. Zwar war es immernoch gewöhnungsbedürftig mit dem metallenern Arm zu schreiben, aber nach und nach gewöhnte sich Raphael immer mehr daran. Seine Tippgeschwindigkeit steigerte sich dadurch deutlich.
Nachdem er mit seinem Entwurf mitsamt einigen Anlagen fertig war, bat er den Stabsoffizier daraum eine gesicherte Verbindung nutzen zu dürfen, um dieses Schreiben an verschiedene Adressaten zu übermitteln.
Zunächst etwas mürrisch, gab er der Bitte dann doch statt.

Man führte ihn in ein Büro mit Computerarbeitsplatz. Von dort aus war es ihm gestattet seinen Geschäften nachzugehen.
Indessen erreichte ihn die Nachricht, dass der Verteidigungsminister mit dem Premier gesprochen hätte, und alsbald mehr von ihm hören würde.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 03-07-2012 18:01 PM

(New York, Manhattan 30.10.32, 02 - 08 Uhr GMT -6
Terra 30.10.32, 08 - 14 Uhr)


Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht der Vampiress aus,
als sie anfing, ihre Magie zu wirken,
schon vorher hatte sie in etwa aussondiert,
welche Kraftstufen ihre Schüler besaßen,
damit sie auch ja nicht zu viel Kraft preisgab.
Schließlich konnte diese "Machtdemonstration" auch gut in die Hose gehen,
sodass sie sich sehr stark zurücknahm, als sie ihren Spruch wob.
Um dem jungen Mann direkt vor sich nicht komplett zu überfallen, bediente sie sich eines einfachen, aber effektiven Tricks,
sie nutzte einen Illusionszauber, um ihn von der Klasse zu trennen,
so nutzte sie ihre Gedankenlesefähigkeit, um seine größte Angst zu ermitteln;
da er absolut keine gedanklichen Schutzbarrieren besaß, schien er auch nicht sonderlich etwas von ihrem mentalen Angriff zu bemerken.
Schon nach einigen Augenblicken tat sich ihr seine Schwachstelle auf,
beinahe hätte die Vampiress losgelacht, doch sie hielt sich zurück.
Der Schüler direkt vor ihr fürchtete nichts mehr als bepelzte Spinnen,
besonders die komplett schwarzen dieser Sorte machten ihm Angst.

//So schnell kann man aus einem Vampir ein Vampierchen machen...//,

dachte sie sich amüsiert und wob in den Illusionszauber eine Attacke mit eben diesen Tieren ein,
für alle anderen hatte es den Anschein,
als würde sie den Arm heben und einen starken Wind herbeizaubern,
Derken sah jedoch einen Angriff mit schwarzen Spinnen,
die allesamt in Massen auf ihn hereinstürmten.
Ein greller Männerschrei durchzog die Stille,
die Schüler schauten erschrocken auf,
das Gesicht Derkens hatte sich deutlich verblasst und er war auf die Knie gesunken,
dabei die Arme schützend um den Kopf gelegt.

"No, No, PLEASE!
Stopp these monsters,
I beg you, please!",


wimmerte er beinahe und wagte es kaum sich zu bewegen,
Alexinara sah ihn einen Moment schweigend an,
wahrscheinlich mutmaßten die ersten Schüler,
ob sie ihn überhaupt befreien wollte.
Eine Handbewegung später fiel der Zauber in sich zusammen und Derken schaute sich erschrocken um,
seine Klassenkameraden bedachten ihn mit einem kühlen Blick.
Plötzlich teilte sich die Gruppe und ein weißhaariger Junge von vielleicht 16 Jahren trat hervor,
seine Augen verrieten mehr, als man seiner Gestalt ansehen konnte.

"Okay you are right,
we have to learn more.
Against New Light we would be a burden,
we aren't ready for a fight yet",


erklärte er im sachlichen, aber freundlichen Ton,
Alexinara sah ihn lange an,
hatte sie schon erwartet, dass der Kopf der Truppe irgendwann erscheinen würde,
spätestens, wenn seine "Atrappe" nicht mehr funktionierte.

"My name ist Nakeno, Nakeno Kitrel,
the illegitimate son of Ketren Waois,
mayor of New York City.
I´m not listet in,
cause I´m living here, freely,
without being in any danger",


führte er weiter fort und half Derken auf die Beine,
welcher gleichfalls so tat, als würde es ihm sehr gut gehen,
bis auf den schwächlichen Ausdruck in seinen Augen,
die immer noch von Angst kündigten.

"Nakeno, nice to meet you,
I waited for you to appear.
Why did you tried to test my skills?",

fragte sie ihn direkt ohne Umschweife,
schließlich hatte sie das Kräftemessen nur aufgezogen,
um den eigentlichen Chef der Truppe zu enthüllen,
denn der Raufbold war ihr zu temperamentvoll,
als dass er eine Gruppe hätte führen können.

"I want to be sure that the people around me aren´t any enemies.
It´s an arrangement for my safety,
they are searching for me...",


kündigte er an und wurde dann sehr schweigsam,
in seinen Augen las die Vampiress eine Art Trauer,
dazu noch Gefühle, die schon lange in der Vergangenheit belassen worden waren.
Obwohl der junge Mann schon einiges Geschick an den Tag gelegt hatte,
besonders in der Verschleierung seiner Anwesenheit,
weil Alexinara ihn als Einzigen nicht genau hatte einschätzen können,
so war er immer noch ein Kind, irgendwo.
Sie atmete hörbar aus und schaute ihn an,
es war nicht die Zeit und nicht der Ort, um über solche empfindlichen Sachen zu reden,
sie schaute in die Runde, die angespannte Stimmung war nun etwas lockerer,
jedoch viel zu unterkühlt für Schüler in ihrem Alter.

"Girls and boys,
don´t make such a face.
You look like a life full of bring, rainy days.
It´s not like we won´t have fun,
so take it easy",


begann sie grinsend zu reden und klopfte dem jungen Nakeno auf die Schulter,
dieser musste einen Schrit vorwärts gehen,
damit er nicht den Boden küsste,
sein Blick zeugte von Verwirrung und Unverständnis,
die plötzliche Wendung war ihm nicht gut bekommen.
Mit einem sanften Lächeln machte sie eine ausholende Geste,
damit berührte sie den Geist jedes ihrer Schüler,
so konnten sie direkt spüren, was sie mit ihren Worten mitschwingen lassen wollte.

//I want to teach you the rules of this world,
at the end you will be able to decide on your own, for the good,
or bad side.
But first of all listen to my words,
you have to learn some more things before you are able to survive in these times.//

Beinahe alle Schüler und Schülerinnen nickten auf diese Worte,
sie hatten verstanden, dass es ihre einmalige Chance war zu lernen,
vor allem als jene immer noch als aussetzig behandelte Art,
denn Vampiren sprach man schließlich nach, unschuldige Jungfrauen auszusaugen,
die Legenden der Filmindustrie waren bis zum heutigen Tag nicht verschwunden.
Sie schickte die Schüler in ihre Schlafräume zurück,
für diesen Tag hatten sie genug getan,
auf dem Weg gab sie ihnen noch den Lehrplan für die kommenden Tage.
Zunächst wollte sie ihnen zeigen, wie sie sich gegen geistige Angriffe schützen konnten,
dann die Nutzung ihrer spezifischen Fähigkeiten,
und jener, die vornehmlich bei Vampiren zutage traten.

Es war früher Morgen, als die Vampiress wieder in ihr Zimmer kam,
bis zum Abend hatte sie etwas Freilauf,
wollte es sich aber nicht nehmen lassen, den Alltag der Tagschüler zu beobachten.
Es war 8 Uhr, als die Schulglocke den Unterricht ankündigte.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 03-07-2012 18:05 PM

(30.10.32, 16:30Uhr - 19:15Uhr, GMT +9
Terra: 30.10.32, 07:30Uhr - 10:15Uhr)


Facherklärungen: (Click to View)


Viel zu schnell ging die Zeit herum, aber zwei Stunden ließ Lor sich doch, um den Wallach seine Kraft zeigen zu lassen. Sie hatten mindestens den Radius des Kreises des Schildes durchritten, waren ein Stück durch scheinbar unbetretenes Land gekommen, ehe er wieder abdrehte und zu den Ställen zurückkehrte. Hier gab es noch viel zu sehen, langweilig würde es so schnell nicht. Und der Kollege hier hatte zwar anfangs geguckt, wie weit er gehen konnte, aber die Rangfolge war nun geklärt und er lief einwandfrei.
Das Bein schwungvoll hinten über die Kruppe, kam der Krasáne vor der Doppeltür zum Stehen, jedoch scheute Amun schon. Er hielt die Zügel dennoch in der Hand und sah, was da für ein Tumult ging. Lautes Wiehern und ab und zu ein Knallen von Huf auf Holz oder Metall. Scheinbar war da gerade eines der Pferde durchgegangen, aber auf eine Art und Weise...
Rasch wandt das Blauhaar sich um, hielt die Nase des Rappschecken in beiden Händen und sah ihm kurz in die Augen. "Du wartest hier."
Es war egal, welche Sprache man nutzte, die Tiere verstanden in der Schwingung irgendwie doch, was gemeint war. Ob sie sich daran hielten, war die andere Sache, aber Lor merkte genau, dass es gerade Wichtigeres gab. Schnurstracks ging er hinein und wurde des Chaos unlängst gewahr. Blutgeruch kam ihm entgegen. Nebenan sah ein Bursche auf, der ein Handy in der Hand hatte und die Sanitäter rief.
Ein Schüler wurde gerade notdürftig vom Stallmeister vom Pferd weggezogen, er hatte ordentlich eins an den Hinterkopf bekommen, aber wie wo was, das musste warten. Der Vollblüter drehte richtig am Rad und zerlegte die Umgebung.
"Hey hey, was ist denn los!", rief der Krasáne und hob die Hände, jemand zerrte ihn gleich zurück, er riss sich aber los, nur um den nächsten Hufen auszuweichen. "Wow."
"Bist du irre, verpiss' dich da!" - "Verdammt, jetzt stell' doch einer das Pferd ruhig!"
Der Schimmel hatte längst den Sattel abgeworfen, der Riemen war gerissen, die Zügel sausten wild durch die Luft und hängten sich an der Deckenlampe an, der Schwung zerriss die Trense im Bruchteil des Moments. Glücklicherweise ruckte die Lampe nur lautstark und hing jetzt schief in der Verankerung, kam aber nicht herunter.
"Beruhig' dich doch, Großer! Ruhig!"
Annäherungsversuche waren von wenig Erfolg gekrönt. Die geflügelte Schlange flüchtete sich davon. Lor versuchte, eine Quelle des Aufruhrs auszumachen, aber offensichtliche Wunden waren auf den ersten Blick keine. In einem geeigneten Moment schaffte er es, die Reste der Trense in die Finger zu kriegen und festzuhalten, vom Pferdekopf kamen sie von selbst.
"Was ist passiert?", rief er über die Schulter, jedoch bekam er keine Antwort mehr. Das Tier ging durch und bahnte sich ungeachtet aller Hindernisse einen Weg nach draußen. Alles im Weg wurde zur Seite gedrängt oder schlicht überrannt.


Es war ruhiger geworden.
"Hey, kannst du mich hören?"
Lor stöhnte knapp und kam etwas höher. Er saß halbwegs an einer Boxenwand und fühlte sich wie zwischen zwei Steinplatten geraten. Der Mann vor ihm wurde auch bei Blinzeln nicht schärfer.
"Ja... Glaube ich."
Geordneter Aufruhr beherrschte die Umgebung, es roch ein wenig nach Arzt und zu dem Blut von zuvor hatte sich anderes gemischt.
Mit etwas Mühe kam das Blauhaar hoch, hielt sich am Gitter fest, weil sich alles drehte, und machte fast einen Satz zur Seite, aber der Fremde hielt ihn zum Glück. Jetzt fiel ihm die weiße Kleidung auf. Der Mann war wohl Arzt.
"Da ich deine Art nicht kenne, habe ich dir keinerlei Medikamente oder sonstiges geben können. Zum Glück bist du wieder zu dir gekommen."
"Wie lange war ich weg?"
"Vielleicht eine halbe Stunde."
"Der Junge?"
"Längst unter Versorgung, keine Angst. Ihr Schüler?"
Der Arzt wechselte fließend ins Sie, aber Lor winkte ab.
"Bleiben wir beim Du, solange ich noch nicht ganz da bin, bitte. Das... Pferd?" Auch wenn er nicht scharf sehen konnte, hatte sich die Frage von selbst erledigt. Sie waren gerade aus den Stallungen heraus getreten, da kümmerte sich schon jemand um den Schimmel. Er lag auf der Seite auf den Steinen. Es roch nach Pulver, er schien erschossen worden zu sein.
Die Kraft verließ den Krasánen. Sein Gefährte schaffte es dank des geringen Körpergewichtes, ihn dennoch teils aufrecht zu halten, bis sie eine geeignete Bettstatt gefunden hatten, nahe einem Gefährt.
Die feuerrote Schlange landete ihrem Bruder auf der Brust und fauchte den Weißkittel aggressiv an, aber Lor packte ihr müde eine Hand auf den Kopf, dass sie platt anlag und sich nur zappelnd herumwerfen konnte.
"Lass' gut sein, Onán."
"Sie haben das Pferd erschossen!"
"Kümmern wir uns später darum..."
"Als nächstes töten sie dich - "
Ganz knapp glomm leichte Magie auf, dunkle Schleier, dann klappte sie sachte zusammen.
"Wir sprechen später weiter..." Müde genoss der Krasán das Kissen unter seinem Kopf, der wahrscheinlich ordentlich eins abbekommen hatte, sonst schien aber alles heil geblieben zu sein, nichts gebrochen.
Der Arzt versuchte sanft, Kontakt aufzunehmen und abzuklären, was man machen konnte oder sollte, das Blauhaar antwortete ab und zu mal.
Mit einem letzten "Ist eigentlich bei allen NGEO immer so high life...?" dämmerte er einfach weg.



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 09-07-2012 11:19 AM

(Russische Militärbasis - 31.10.32, 7.00 Uhr - ca. 8:00Uhr, GMT +2
Terra: 31.10.32, 5.00Uhr - ca. 6:00Uhr)

Wenngleich Raphael hoffte, dass er auf seine Schreiben möglichst schnell eine Antwort erhalten würde, verlief der Rest der vorherigen Tages doch recht unspektakulär. Man hatte ihn eine Kabine zugewiesen, welche normalerweise für Oberoffiziere gedacht war. Entsprechend geräumig für militärische Verhältnisse war es dort.
Gleichzeitig schien es, als würden trotz aller Dispute das russische Militär ihm mehr Respekt zollen, als die Politiker. Wahrscheinlich lag es mit daran, dass er selbst ein kampferprobter Veteran war, welcher bereits bei vielen Einsätzen und mancher Schlacht mit im Einsatz gewesen ist.
Es konnte allerdings auch sein, dass es weniger dem Respekt sondern mehr der Furcht vor seinen Fähigkeiten geschuldet war.

Der Folgetag indessen begann bereits interessant. Neben der Tatsache, dass der Magier mitbekam, wie die Soldaten hier geweckt wurden, (es war wirklich in klassischer: 'Ich schrei dich aus dem Bett' - Manier) wurde er von einem Stabsoffizier aufgefordert mit auf das Trainingsgelände zu kommen. Angekommen erwartete ihn bereits eine Gruppe von etwa 30 Mann, welche in Reih und Glied vor ihm standen. Ein jeder wirkte wild entschlossen, kräftig und kampferprobt.
Der Stabsoffizier führte den Schwarzgewandten bis direkt zur Mitte der Truppe, um dann vor selbiger in etwa zwei Metern Abstand stehen zu bleiben.
Was Raphael bereits mitbekommen hatte war, dass der Ausbilder (= Stabsoffizier) außergewöhnlich gut Englisch sprach, was wohl für seine Position nötig war.

"This is my best troup. 30 men with much experience and different special abilities. Do you think you can teach them something new?"
"Maybe..." Der Magier blickte langsam von links nach rechts, um jeden einzelnen kurz anzusehen und grob einzuschätzen. Keiner erwiderte seinen Blick - ihre Augen waren in Aufstellungs-Manier strikt nach vorne gerichtet. Der eine oder andere hatte sichtbare Narben.
Dies war also die Elite dieser russischen Basis. Allgemein galten die Soldaten des Landes mit als die härtesten und besten der Welt. Sprichwörtlich essen sie Fußnägel zum Frühstück und verlangen zum Mittag nach mehr.
Diese Robustheit haben sie wohl vor allem auch den Klimabedingungen zu verdanken. Die Winter sind in einigen Regionen sehr hart, aber damit ebenso eines der besten Überlebenstrainings.

"Do they understand english?"
Der Ausbilder schaute ihn etwas mürrisch an, und wandte seinen Blick dann direkt nach vorn.
"Portman, step forward!"
Einer der Soldaten aus der Mitte trat zwei Schritte vor.
"Which languages does our troop speak?"
"Sir! Each of us is capable of at least three languages, including Russian, English and Serbian, Sir!"
"Get back to your position!" Der Soldat tat direkt wie geheißen und stand kaum zwei Sekunden später wieder in Reih und Glied mit den anderen.


Eine gute Grundlage.
"At first I need to know, how strong they are. Which is your best man?"
"Yuri Gromow, step forward!"
Ein Mann, mitte 30, trat vor, welcher bezüglich der anderen Personen keine nennenswerten äußerlichen Unterschiede aufwies.
"I want a little fight against him."

Es dauerte nicht einmal fünf Minuten, bis die gesamte Truppe sich um ein 10x10 Meter großes Kampfareal gesammelt hatte. Im inneren befanden sich der Magier sowie der Veteran der russischen Elite, in sicherem Abstand war der Rest der Truppe.
Die Stimmung wirkte angespannt, offensichtlich weil keiner von ihnen wusste, was nun folgen würde.
"You choose your weapons, and attack me with all, what you have."
Etwas unsicher blickte der Soldat einen kurzen Augenblick zum Stabsoffizier, welcher nur schrie: "Gromow, blow him his ass out!"
"Sir!"

Der Soldat rannte kurz in ein aufgestelltes Zelt, welches als Waffendepot diente, rüstete sich in kürzester Zeit mit allem nötigen aus, und stand direkt darauf schwer bewaffnet wieder vor seinem Kontrahenten.
"Don't hold back!"
Ohne weiteres zögern eröffnete Yuri das Feuer aus einer halbautomatischen Schnellfeuerwaffe. Die Kugeln trafen recht präzise... die Front des gezogenen Schildes. Allerdings konzentrierte er das Feuer sehr gut auf wenige stellen. Es gab kaum Streuwirkung. Es war allerdings die Frage, ob das an der Waffe, oder an ihrem Nutzer lag.
Als ihm klar wurde, dass er das Schild auf diese Weise nicht beseitigen konnte, ging Raphael bereits zu einem Gegenangriff über. Er tracktierte ihn mit mittelgroßen Feuerbällen. Geschickt schaffte er es, teilweise sehr knapp, den Geschossen auszuweichen. Dann jedoch tat er etwas äußerst interessantes. Er warf ein Messer direkt in den Feuerball, der gerade auf ihn zusteuerte, wodurch selbiger in der Luft weit vor ihm hochging. Er nutzte diesen einen Moment, um direkt eine Granate zu entsichern und in Richtung des Schwarzgewandten zu werfen.
Raphael riss seinen linken Arm hoch, um dem kurz darauf folgenden Blendblitz zu entgehen. Die Splitter, welche diese Granate gleichzeitig schleuderte, prallten an seinem Schutzwall ab. Als das Licht langsam wieder verschwand, trafen bereits weitere Explosionen direkt seine Barrikade in schneller Regelmäßigkeit. Wenngleich Raphael durch die Explosionen, und den dadurch aufgewirbelten Staub kaum etwas sehen konnte, wusste er, dass die Explosionen durch einen Granatwerfer verursacht wurden.
Offensichtlich versuchte der Soldat alles, um den Schild klein zu kriegen.
Eine weitere, größere Explosion, folgte. Diesmal hatte er wohl gar direkt eine Rakete auf ihn gefeuert.
Nachdem seine Ohren durch die lauten Explosionen wieder etwas hören konnten, bemerkte der Magier schnelle, sich ihm nähernde Schritte.
Eine lange Klinge durchdrang den Dunst des aufgewirbelten Staubes und versuchte sich mit physischer Gewalt durch den Schild zu arbeiten.
Ein starker Puls, welcher sich in einer Druckwelle niederschlug, beförderte Yuri weit nach hinten, welcher sich aber direkt wieder fing.
//Der Typ ist richtig gut.//
"Gromow, stop kidding around and get serious!", brüllte der Stabsoffizier.

Langsam wurde der aufgewirbelte Staub durchlässiger, als Raphael starke Magie spürte. Vor ihm geschah etwas wahrlich interessantes. Sein Gegner hatte sich vervielfacht. Mit identischer Tracht und Ausrüstung standen ihm nun vier Personen gegenüber, ein jeder mit starker Aura. Demnach waren allesamt echt. Der Russe war damit die geborene Ein-Mann-Armee.
Doch weitaus spektakulärer war die Sache, die jeder von diesen gedoubelten Yuris für sich noch tun konnte: Sie hatten ihre Waffen und Munition verfielfältigt, und konnten somit scheinbar nach belieben immer neuen Nachschub für sich erschaffen.
Grundsätzlich würde das einiges an Kraft kosten, und somit auf Dauer nicht gehen. Es sei denn, es war keine reine Dublizierung, sondern lediglich ein beschwören aus einem bestenden Lagerraum.

Was auch immer die Ursache war, mit der geballten Kraft von vier Raketen gleichzeitig hatte selbst das Schild das Magiers langsam Probleme.
//Es wird wohl Zeit, ernst zu machen...//


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 19-07-2012 16:13 PM

(New York, Manhattan 30.10.32, 08 - 12 Uhr GMT -6
Terra 30.10.32, 14 - 18 Uhr)
In den Gängen war es unheimlich still,
ganz im Gegensatz zu den normalen Schulen trieb sich keiner nach Unterrichtsbeginn herum,
man merkte das Niveau der Einrichtung und ihrer Bewohner.
Gekonnt lief sie durch die Gänge,
ohne dabei auch nur ein Geräusch von sich hören zu lassen,
hier und da lauschte sie mal an einer Tür,
hörte dem Dozenten, oder einem Schüler zu.
Es war ganz normaler Schulalltag wie auch Alexinara ihn kannte,
nur war das Schulgebäude deutlich kleiner und schöner,
hatten die Schüler sehr elegante Uniformen an,
und der Schwerpunkt im Unterricht lag nicht in der Bewältigung von Fächern wie Deutsch oder Erdkunde.
Ohnehin war alles anders,
man lehrte hier moderne Kommunikationstechniken,
Weltpolitik, technisches Rechenwesen,
Mystik und Fabelwesen im Hier und Jetzt,
dazu etliche andere Themengebiete,
die in sogenannten "Blocks" unterrichtet wurden.

Man war von Anfang an vom normalen Schullehrwerk weggegangen,
hatte versucht, die vielen komplexen Themen zusammen zu fassen,
damit man überhaupt noch eine Übersicht behielt.
Man war dann dazu übergegangen, den Lehrstoff in sinnvollen Abschnitten zu vermitteln,
damit die einzelnen Inhalte miteinander sinnig verbunden werden konnten,
sodass keine zu große Lücke im Wissensschatz der Schüler entstand.
Klar hatte man schon vor einigen Jahrzehnten dieses Prinzip entwickelt,
doch erst jetzt konnte man es auch effektiv umsetzen und es klappte.
Irgendwann führten die Schritte der Vampiress gen Bibliothek,
sie hatte schon gehört, dass dort oft Lerngruppen gemeinsam an Aufgaben saßen,
sowieso mochte sie das freie Lernen mehr als stumpfes Auswendig lernen,
doch damals hatten die Lehrkräfte nicht unbedingt ihrem Sinn entsprochen.
Nun war die Bibliothek fast leer, und bis auf den einzigen Mitarbeiter darin,
der eifrig einige Bücher wegsortierte,
hatte sich dort eine Grabesstille ausgebreitet.
Als die Untote die Schwelle betrat, klingelte es schon zur ersten Pause,
welche nach zwei Lernblöcken, knapp anderthalb Stunden, den Schülern gegönnt wurde.
Ein Haufen von jungen Schülern und Schülerinnen betraten diese Hallen,
der Geräuschpegel wuchs moderat an,
doch nahm er keine unschönen Dimensionen an,
man mochte meinen, dass selbst die Laustärke der Schüler gehoben,
und dadurch nicht zu vergleichen mit ihrer alten Schule war.

Sie ließ sich die nötige Zeit, einfach irgendwo zu sitzen,
ihren Blick schweifen zu lassen und einfach zu beobachten.
Tatsächlich hatten die Schüler in der kurzen Pause,
welche knapp 30 Minuten betrug,
diesen Ort aufgesucht, um Bücher zu lesen,
über den Unterricht zu reden,
oder gar das Pausenbrot heimlich zu verspeisen.
Hier trafen sich alle Facetten der Jugend wieder,
hin und wieder machte sie Stereotypen aus,
da die Schönheit der Klassen, wo anders den Bücherwurm.
Trotz der langen Zeit der Veränderung war dieses erhalten geblieben,
es gab immer noch die typischen Charakteristika,
wie sie in jeder handelsüblichen Sitcom vorkamen, nur angenehmer.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 19-07-2012 16:14 PM

Rotes Licht blinkte über den Platz. Schmerz beherrschte alles, aber es fühlte sich gerade wie Einheitsbrei an. Die Umgebung war ein einziger Aufruhr, es roch nach Metall, Schwehlbrand, Blut, Menschen und deren Gerüche, Teer... Warum roch es nach Teer? Achja, weil er darauf lag.
Mühsam lehnte er sich auf die Ellenbogen, alles tat weh, von der Kopfhaut bis in die Fingerspitzen, auch innerlich, und er hatte keine Ahnung, was passiert war. Gerade erinnerte er sich an gar nichts.
Menschen schrien, manche weinten, es war wohl jemand gestorben? Niemand kümmerte sich gerade um ihn, er fühlte nur starrende Blicke und Abscheu.
Die langen Haare lagen über den Asphalt wirr verstreut, jedoch musste er entsetzt feststellen, dass die Spitzen zwar schwarz waren wie immer, aber vom Ansatz her streckte sich blaue Farbe darin nieder.
"Was zum - "
Wie ein Film lief plötzlich alles noch einmal vor seinen Augen ab, und die Umgebung stürzte mit Krach herein. Da war das Auto, sowieso schon halb ins Schleudern geraten, krachte in den Vordermann, mehrere Karosserien wurden durch die Gegend geschossen, einer flog sogar mit Salto herüber und ging klirrend auf dem Zebrastreifen nieder, wo bis eben noch Menschen gegangen waren.
In Panik liefen alle auseinander, bis auf jene, die es nicht rechtzeitig schafften. Lor hob nur noch die Arme schützend vor sich, fühlte, wie plötzlich mit seltsamem Gefühl etwas vor sich ging, beobachtete im Augenwinkel einen orangenen Magieschild aufleuchten, an den das Auto prallte und aber wegen der geringen Stabilität ihn zerriss und trotzdem, wenn auch gebremst, auf die Menschen niederging.

Hatte er tatsächlich gerade... Nein. Das war nicht möglich. Magie existierte in dieser Welt doch gar nicht? Wenn er auch sein letztes Leben durch Rückführung einstmals erfahren hatte und um sein Blut wusste, es konnte sich doch niemals hier manifestieren, auf Basis der Seelen-DNA...?

Ein Fußtritt holte ihn zurück ins Jetzt.
"Du Bastard, was bist du?! Bist du für den Unfall verantwortlich? Hexer! Ungeheuer!"
Ein Fremder hatte sich an ihn herangetraut, aber nicht im Frieden. Der einstige Schwarzhaarige sah zwischen wirren, schwarz-blauen Haarsträhnen hervor und fasste sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an eines der spitzen Menschenohren, die sich anfühlten, als würden sie gleich reißen.
"Der einzige Verantwortliche hier war Alkohol..."
"Lüg' mich nicht an!"
, schrie der Mann und riss ihn am Kragen herauf, jedoch erntete er dafür eine Faust am Oberarm, worauf er Lor wieder fallen ließ, der unsanft zurück auf dem Boden aufkam.
"Lassen Sie ihn in Ruhe, sofort!" Eine Frauenstimme schrie.
In des Schwarzhaars Kopf drehte sich alles, seine Knochen schienen sich zu brechen, aufzulösen, irgendwas, es raubte ihm die Kraft und auch den letzten Funken Willen, noch bei Bewusstsein zu bleiben.


~ * ~

(30.10.32, 22 - 22:45Uhr, GMT +9
Terra: 30.10.32, 13 - 13:45Uhr)


Mit einem leichten Ausruf saß Lor fast senkrecht im Bett. Noch einen Moment ging sein Atem rasch und es brauchte kurz, ehe ihm klar wurde, dass er geträumt hatte. Genau genommen sich erinnert. Ja. Der 21.12. 2012... Es war ein Horrorszenario gewesen.
"Oh, Gott..." Der Krasáne fasste sich an die Stirn, ihm dröhnte der Schädel. Die zweite Hand stützte auf das weiche Laken.
Etwas flatterte heran und ließ sich auf seiner Schulter nieder, zwei kräftige, wenn auch kleine, Flügel legten sich wie schützend an seinen Kopf, seitlich, hintenan. Sie fragte nichts, war nur da, um zuzuhören, wenn er sprechen wollte.
"Ich habe von damals geträumt..."
"Ich weiß", zischte die Schlange leise und schmiegte den Kopf in die blauen Haare.
Die Tür ging auf und der Arzt von zuvor kam hereingerauscht. "Dedraline-san, alles in Ordnung bei Ihnen?"
Er musste knapp grinsen. "Sie haben meinen Namen herausgefunden. Ja, ich habe nur geträumt. Und abgesehen von den Kopfschmerzen..."
"Kann ich Ihnen irgendetwas Gutes tun? Oder Sie untersuchen? Sind Sie anfällig gegen Röntgenstrahlen oder derlei?"
"Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Probieren wir's einfach."
Ein wenig mühsam kam das Blauhaar vom Bett und ganz langsam auf die Füße.
"Woran können Sie sich als letztes erinnern?"
Er musterte ihn mit gehobener Braue. "Dass mich ein Pferd umgerannt und ich eine Boxenwand geknutscht habe und es verdammt hart war. Davor habe ich zwei Stunden einen Ausritt auf einem Rappscheckenappaloosa namens Amun Re gemacht, nachdem ich aus dem Magieunterricht meiner Hauptklasse kam, und - "
Der Arzt unterbrach ihn mit wedelnder Hand. "Okay, okay, sehr gut!"
Sie verließen das Zimmer, Lor freute sich erstmals, dass die heutigen Krankenstationen auch nach wie vor Geländer an den Wänden hatten, denn erstmals nutzte er sie.
Während des Wegs zum Röntgen laberte ihn der Weißkittel etwas nervtötend mit irgendwelchen Rechen- oder Logikaufgaben zu, die er zu voller Zufriedenheit löste und endlich seine Ruhe bekam. Das Röntgen war lediglich ein unangenehmes Gefühl, das noch eine Weile anhielt, aber alles in allem schien wirklich alles heil geblieben zu sein und die Kopfschmerzen nur Nachwirkung des Crashs.
"Tun Sie mir den Gefallen und bleiben Sie heute Nacht noch hier, dann dürfen Sie morgen früh wieder normal zum Unterricht."
Lor schmunzelte. "Na schön. Wer sind Sie eigentlich?"
"Achje, wie unhöflich von mir!"
Er verbeugte sich mit Arm vor der Brust halb. "Ayaka Shinji, ausgelernter anerkannter Arzt, seit zwei Jahren bei der NGEO und - "
Er blinzelte bei des Blauhaars erhobener Hand. "Moment mal. Ayaka?"
Shinji lächelte. "Seit ebenso zwei Jahren, ja. Ich bin Hausarzt von Madame Ayaka, die Mutter der hier forschenden Kaori. Kennen Sie sie?"
Lor klappte der Mund auf. "Eh... Ja. Ja." Sie hatte einen verdammten Mediziner geheiratet und beide waren bei der NGEO angestellt?!
Sein Gegenüber räusperte sich, machte nebenbei die Zimmertür auf und geleitete seinen aktuell Patienten hinein. "Wir lernten uns, offenkundig, in ihrem Hause kennen, und seit man mehr miteinander zu tun hatte - war es wohl unausweichlich." Der kurz Schwarzhaarige lachte verlegen mit der Hand am Kopf.
Der Krasáne schüttelte nur lächelnd das Haupt. "Wo die Liebe hinfällt. So ein 'Zufall' ", betonte er das letzte Wort gesondert, da es gerade sein Reden war, dass Zufälle inexistent seien.

Man verabschiedete sich knapp, morgens würde er nochmal reinschauen, bevor der frische Dozent zurück zum Unterricht konnte.
Seufzend machte er es sich im weichen Bett gemütlich und streichelte die gerade herangeflogene Schlange.
"Übrigens habe ich herausgefunden, was mit dem Pferd los war, ich bin denen gefolgt und habe die Autopsie mit angehört."
Er schloss die Augen. "Oh, hört sich ja weniger gut an."
"In der Tat, das Tier wäre eh innerhalb von ein zwei Stunden tot gewesen. Irgendwie sind Glassplitter, relativ klein, in sein Futter gekommen und haben ihm über kurzen Zeitraum dann heftige innere Wunden zugefügt, er wäre innerlich verblutet. Bei dem Schmerz war es kein Wunder, dass er abging, selbst du hättest ihn niemals beruhigen können." Lar machte es sich auf seiner Brust bequem und rollte sich zusammen.
"Ich werde morgen mal nachforschen, wo die herkamen..." Müde gähnte das Blauhaar.
"Jetzt schlaf' aber erst einmal, sonst gibt es kein Morgen und Machen in einem Satz."



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 24-07-2012 09:03 AM

(Russische Militärbasis - 31.10.32, 8.00 Uhr - ca. 9:00Uhr, GMT +2
Terra: 31.10.32, 6.00Uhr - ca. 7:00Uhr)

Yuri hatte sich bislang ziemlich gut geschlagen, und zeigte trotz der Anstrengung kaum Anzeichen von Ermüdung.
Es war einen Augenblick lang sehr ruhig auf dem Kampfplatz, der Soldat schien über eine neue Taktik nachzudenken.
Diesen Moment nutzte Raphael geschickt aus, um sich knapp hinter seine vervielfachten Gegner zu teleportieren und direkt eine Druckwelle gegen sie auszulösen.
Überrascht von der Offensive, schafften es jedoch die Doubles sich wieder zu fangen und in gebückter Haltung auf den Beinen zu landen.
Eine weitere Geste des Magiers beschwor um den Kampfplatz herum viele kleine energetische Kugeln, welche mit einer weiteren Geste direkt gleichzeitig auf seine Gegner zusteuerten.
Einen Moment lang musterterten die Yuris die anfliegenden Geschosse, und wichen dann simultan mit Hechtrollen oder gewagten Sprüngen aus.
//Der Typ hat ziemlich gute Reflexe.//

Raphael beschloss eine ähnliche Technik einzusetzen, wie sein Kontrahent, und beschwor einige Illusionen seiner selbst. Zunächst geschockt, eröffneten die Gegner direkt wieder das Feuer. Worauf er aber nicht achtete, war, dass der Schwarzgewandte längst nicht mehr am Boden war, sondern direkt nach der Beschwörung sich ein Stück weit gen Luft teleportiert hatte.
Auf diese Art und Weise war es ein leichtes etwas Zeit zu gewinnen und etwas stärkere Magie vorzubereiten.
Eine konzentrierte magische Ladung wurde direkt gen Boden gefeuert, welche von den Russen nicht unbemerkt blieb. Jedoch half selbst das Ausweichen ihnen nicht viel, die Explosionskraft war größer, und bedeckte drei der vier mit viel Erde.
"Enough now. You are quite good, but I know few things where you could improve your skills."


Es verging etwa eine halbe Stunde, bis die Elitetruppe zusammen mit dem Stabsoffizier und dem flüchtigen ISF-Leiter wieder auf dem Drillplatz waren. In der Zwischenzeit hatte sich Yuri kurz umgezogen, und man hatte die Schäden im Kampfbereich zum Großteil ausgeglichen.
"Ok, I think I can teach them something. May I go on?"
"Of course", antwortete der Offizier neben ihn.
Etwas lauter begann der Magier zu sprechen. "Each of you is strong and experienced. But in the world, especially in the organisation 'New Light' are some types of enemy's, which are very dangerous even to you. Overall there are three kinds of creatures, which are the most dangerous. At first there are the one's, which can make themselfes invisible, or make illusions of themselfes. Second there are the transforming types, and third, the most dangerous are the air-elemental. They have in common, that they are very hard to locate and identify. Air-elemntals in addition have an immunity to nearly all conventional weapons, and can easily squash you with air pressure. You need to be trained to locate, identify and destroy those ones."
Einer der Soldaten trat vor. "Sir! What is with magicians like you and PSI-talents?"
"They are very dangerous too, but especially PSI talents have not so much capacity. The only real chance to successfull attack a good PSI-Talent is either a mass attack or another PSI-Talent or both. However magicians have very different skills, and most of them have a special attraction. Also they magic pool is limited, so a very constant attack would overcome them. You must not gave him any chance to recover. In the training fight with your comerade he has made the right thing."
Der Soldat trat wieder zurück, und Raphael begann nun mit ihnen das praktische Training.