Destiny Determer
Am Abgrund der Zeit - Druckversion

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RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 01-11-2011 16:59 PM

Irgendwo hörte Alexinara eine Explosion,
während sie rasend schnell durch die Gänge huschte,
hier und da rang Lor vor ihr noch einige Terroristen nieder,
so war der Durchgang mehr oder minder ein Kinderspiel.
Da nicht das ganze Gebäude in sich zusammengefallen war,
dachte sich die Vampiress, dass es nicht der große Sprengkopf gewesen sein könnte.
Hastig sahen sich ihre Augen um, gerade war kein Zeichen von Leben vor ihnen zu entdecken.
Einen Augenblick später machte sie einen Sprint und riss Lor mit sich auf den Boden,
nur um dann in den Augenwinkeln zu beobachten,
wie eine schwarze Sense auf halber Höhe den Flur durchschnitt,
und, wie sie auch gekommen war, wieder ins Nichts verschwand.

"Das war ein Untoter, er hat uns gerade lokalisiert.
Blöderweise habe ich ihn in dem Moment auch wahrgenommen",
flüsterte sie in die langen Wolfsohren ihres Gefährten unter sich,
da tat sich schon ein Schatten auf und eine Gestalt erschien vor ihnen.


"Nice, toys.
Oh, well, Lady Vampire you saw my little Present.
What a shame it didn´t hit you",


säuselte ein junger Mann mit engelsgleicher,
verzerrter Stimme, seine roten Augen schimmerten bedrohlich.
Schnell brachte sich die Untote auf die Beine,
die Hände vor sich und energiegeladen.
Auch ihr Gegenüber stellte seine Waffe zur Schau,
eine Sense, die beinahe immateriell an den Kontaktpunkten des Ganges in der Wand verschwand.
Die Stirn kurz in Falten legend überlegte Alexinara,
wie sie nun entkommen konnten,
ohne dabei viel Zeit zu verschwenden.
Ein Blick über die Schulter, ein Nicken und ihre Hand wanderte gen Boden,
wo augenblicklich ein großes Loch sich durch die Struktur fraß,
und beide gen Untergeschoss in eine fast andere Klimazone beförderte.

"Geh du hier weiter,
Raphael müsste auch hier irgendwo rumgeistern,
uns fehlten noch Geiseln,
ich kümmere mich um den Möchtegernuntoten da oben",


merkte sie an und wich schon einem Sensenhieb aus,
der geradewegs eine Lampe über ihren Köpfen zweiteilte.
Mit einem Ruck kam auch der Schatten nach unten,
er hatte mit einem X den Boden zum Bersten gebracht
und funkelte die Vampiress nun lustvoll an.

"Wanna play with me, Mylady?",

kommentierte er ihr Ausweichen und langte erneut zu,
doch der Vampiress macht es keine Probleme, dem Jungen auszuweichen.
Während sie ihn spielerisch immer näher an sich heranbrachte,
materialisierte sich in seinem Rücken ihre Klinge Karstor.
Es brauchte eine Weile, bis er direkt bei ihr angekommen war,
und schon seine Zunge über seine Lippen leckte.
Gerade als er die Sense ansetzte,
stieß Karstor durch seinen Rücken durch die Brust durch.
Verwundert und schockiert starrte der junge Mann nach unten.

"How does....why?",

brachte er hervor, bevor er in sich zusammensackte und die Sense verschwand.
Ungerührt wartete Alexinara, bis er auf den Knien war,
dann zog sie ihn am Kragen hoch und biss ihm in den Hals,
genüsslich nahm sie sein Blut zu sich und damit Informationen,
die sie brauchen konnte.
Nach einer Weile ließ sie den leblosen Untotenkörper zu Boden fallen,
ihre Augen hatten eine mattschwarze Farbe angenommen,
schnurstracks folgte sie nun den Gang hinunter,
wie ihr schon ein eisiger Wind entgegen bließ.

//Also folgendes:
Im mittleren Kellerbereich,
der direkt hinter der Bombenanlage liegt, wird der Rest der Geiseln,
mitunter der Thronfolger, festgehalten,
dort sind auch die Spezialisten der Terroristen,
ihre Eliteeinheit, zu finden//,

teilte sie dem Rest ihrer Kameraden mit und sprintete das Kellergewölbe hinunter.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 01-11-2011 19:30 PM

Es machte keinen Spaß, einen nach dem anderen irgendwie aus dem Weg zu räumen, Lor kam sich etwas vor wie auf einem Ast, wo man nach und nach blockierende Vögel nach links und rechts herunterstieß. Oder Eichhorne oder irgendwelche kleineren Großkatzen...
Oder Menschen in diesem Fall. Es knallte relativ laut, als einer mit dem Kopf an der Wand aufkam, bevor er herabrutsche und einfach halb sitzen blieb. Flammende Energie wurde im Rücken gewirkt, der drakonische Krasán wandte sich um und wurde schon direkt umgerissen, bevor eine Schattensense den Flur theoretisch spaltete. Die Vampirin stand wieder auf, ging in den Angriff und ohne viel Komplikation waren sie ein Stockwerk tiefer gelangt, einfach mal eben so. Lor blinzelte knapp, sie verwies ihn des Platzes, er befolgte schlicht und wetzte rasant davon, um die nächste Ecke schlitternd zu umrunden.

Nase und Augen folgend, ging es noch etwas tiefer, die Treppen waren fast anbei. Vier Wachen standen dort und zwei fielen direkt rückwärts die Stufen hinunter, die im Originallicht wohl weißer Marmor waren.
//Das schöne Ambiente//, dachte Lor bei sich und biss in ein auf ihn gerichtetes Maschinengewehr, riss es seinem Besitzer aus der Hand und schlug es auf seine Handgelenke, die leise knackten. Der letzte Verbliebene rannte in den nächsten Korridor, kam aber trotzdem nicht sehr weit, ehe er mit dem Gesicht dem Boden Guten Tag sagte.
Gerade aus war eine ganze Ansammlung von Menschen sichtbar, und im gleichen Moment erreichten ihn die neuen Ansagen Lexias, die wohl mit ihrem Kontrahenten schnell fertig geworden war.
//Ich bin schon da, die Geiseln sind alle rosa//, scherzte er etwas und überblickte die andere Masse an roten Auren, die offenkundig die Feinde waren.
Bevor er etwas weiteres sagen konnte, musste der Krasán rückwärts einem Blitz aus dem Weg springen, der vor ihm den Teppich ansengte.
"Tu deviens pas t'enfuir, doudou!" - (Hier geblieben, Plüschtier!) -
Lor horchte auf und sah einer weiblichen, schlanken Werkatze mit Leopardenfell ins süffisant grinsende Antlitz. Neben ihr trat eine weitere vor, eine Gepardin scheinbar, sie sahen sich ähnlich wie Zwillinge, waren aber sicher nur normale Schwestern.
"No huyas, mascotas." - (Hier geblieben, Plüschtier.) -
"Kill him, I'll look for the other idiots", sprach ein Mann hinter ihnen und gab ein Handzeichen, dass sie verschwinden, also frei agieren konnten.
//Na fein.//
Aber hieß es nicht, New Light hätte nur Menschen in seinen Reihen? Na gut, der Untote von eben war auch weniger menschlich, und diese hier vielleicht auch ursprünglich normale Humanoide, die Wandlungsfähigkeit besaßen und deshalb trotzdem angenommen wurden?
Bedächtig ging das Schwarzfell rückwärts und sah zu, wie die Damen ebenso gemütlich folgten, die eine ein Blitzfeld in der Hand, die andere kleine Kugeln, wohl Bomben, Rauchwerk, irgendetwas, das würde er sicher noch sehen. Noch ein Stück, an der ebigen Treppe vorbei, dann befand er sich in einem größeren Raum und blieb knurrend stehen, herausfordernd, nur um eine Rauchbombe vor die Füße zu bekommen. Jedoch hatten die Katzen wohl nicht damit gerechnet, dass es seine Sicht nicht behindern würde, zumindest laut ihren Reaktionen, als sie gemeinsam auf ihn losstürzten, er aber ausweichen konnte.
"¿Que es esta, hermana?" - (Was ist das, Schwester?) -, sprach die eine gedämpft, aber gut hörbar, während die andere sich wieder aufrichtete.
"Un loup avec des yeux uncroyables, j'pense." - (Ein Wolf mit unglaublichen Augen, denk’ ich.) -
Trotz dass sie zwei verschiedene Sprachen nutzten, schienen sie sich voll zu verstehen, merkte Lor verwundert an, aber wahrscheinlich fanden die beiden es wohl einfach nur chic. Wie auch immer.
Er sprintete einfach zwischen sie und setzte einer nach, die ihn mit Blitzschlag vom Kurs abbrachte.
"Let's play, on y va, allons jouer au chat et à la souris, mir egal!", rief er, "Kommt her, Mietzekätzchen!"
- (>Auf geht’s, lasst uns Katz und Maus spielen) -
"Il parle de français!" - (Er spricht Französisch!) -, antwortete die eine nur begeistert und innerlich resignierte das Schwarzfell.
//Oh mein Gott, wo bin ich denn hier gelandet...//
Zur Antwort spie er ihr lediglich blaues Feuer nach und brachte die Schweifspitze zum Brennen, was die entgeisterte Leopardin gar nicht lustig fand, es aber beließ. Ernsthaft fragte Lor sich, ob es eine Schande war, an das vor über zwanzig Jahren aktuell gewesene Glutexo zu denken.
Bei witzigem Wortduell der Katzen kicherte Lor nur und spielte, wie er zuvor sagte, mit ihnen einfach gemütlich Katz und Maus. Zumindest waren die beiden weg vom Fenster, sodass die anderen sich hoffentlich um die Geiseln kümmern konnten.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 02-11-2011 00:39 AM

Der ISF-Soldat drehte sich sofort zurück zu Koron, ihn kurz musternd und ihn am Arm packend aus dem Raum zerrend. "I'm still not sure if I should believe you, but what I just say at least makes this whole story a bit more believable", sagte der Stinktierrüde und ließ vom Schwarzfuchs ab, und beide liefen zusammen ein kurzes Stück des Ganges entlang, "We will investigate.".
"We? Those guys are probably armed, trained Soldiers. I'm not", erwiderte der Schwarzfuchs verärgert. Natürlich konnte er kämpfen, aber sich unbewaffnet mit drei Terroristen mit Militärausrüstung und magischen Kräften anzulegen, wäre eine extrem dumme Entscheidung, "If I had my weapons, no problem, but this is just insane."
"I can't allow a stranger to carry weapons around here, you come with me, unarmed."
Der Skunk legte das nun so fest, und Koron hatte wohl keine andere Wahl, als brav zu folgen. Er sträubte sich für gewöhnlich, ohne weiteres Anweisungen zu befolgen, allerdings war er für gewöhnlich auch nicht in einer Militärbasis unterwegs, wo so ziemlich jeder eine Schusswaffe dabei hatte und irgendeine Form von magischer Fähigkeit besaß.
Die beiden rannten einige Meter weiter, wo eine der Sicherheitstüren, die zu dem Gebäude für Führungskräfte jeglicher Art führte, offen stand, die beiden Wachen davor waren verschwunden.
"Fuck... alright, my doubts are gone. Let's get moving!", wies das Stinktier den Schwarzfuchs an, bevor sie in das 'Bürogebäude' stürmten, in dem allerdings auch die Kommandozentrale und einige weitere vitale Orte der Basis lagen.
Im Gebäude folgten sie zunächst einem längeren, breiten Gang, der zu allen Seiten mit leichten, bestrichenen Metallplatten verstärkt war. Vor ihnen, am Ende des Ganges, ging gerade die Tür des Fahrstuhles zu, instinktiv rannte das Stinktier zur Treppe, die sich direkt daneben befand. Sie waren ihnen wohl dicht auf den Fersen, allerdings hatten die Verdächtigen durch den Fahrstuhl einen deutlichen Vorsprung, was die vertikale Lage betraf. Beim Treppensteigen legte das Stinktier einen Finger an ein kleines Gerät an seinem Ohr und begann zu sprechen, "Here Niral Genum, we have three Bogeys in Sector two, they are armed with ISF Equipment and most likely carry a bomb."
Koron schaute den Soldaten kurz an, bevor er sich wieder auf die Treppen konzentrierte, die die beiden nun hinauf sprinteten. "Who did you call?", fragte der Schwarzfuchs nach.
"Standard emergency channel. It's getting to our security center and they'll start off an alarm regarding the emergency level of the mentioned situation. Something like this should have the whole station up in no time, maybe along with some shut off doors and disabled elevators.
Als die beiden nach knapp einer halben Minute endlich ganz oben angelangt waren und kurz verschnauften, verblieb noch immer alles still. Koron und Niral tauschten kurz Blicke aus, wobei der von Niral verwirrt war, und der von Koron eher verärgert.
"Where's the alarm?"
"I don't know. Every damn emergency light here should be flashing bright along with a loud alarm.
"Could it be that they somehow cut off your emergency channel?"
Das Stinktier lief einige Schritte im Gang entlang, schaute sich den Aufzug an, der bereit oben angekommen war und dessen Tür offen stand und wand sich dann wieder zum Fuchs, dabei den Kopf schüttelnd, "Only a member of our security could temporarily disable the channel, in case someone tries to manipulate it in any way..."
Niral wurde rasch unterbrochen, als den Gang runter ein Schuss ertönte, gefolgt von einer aufschreienden Frau. Erneut wechselten Koron und Niral kurz die Blicke, bevor sie losrannten, Niral hatte bereits eine Pistole gezückt, die sich im Halfter seines leichten Waffengürtels befand, Koron verblieb hinter ihm, war dieser noch immer unbewaffnet und hatte es nicht direkt eilig, als erster in den Raum am Ende des Ganges zu stürmen.
Im Raum, es war wohl der Vorraum eines Büros, in Anbetracht der Tatsache, dass sich diese im obersten Geschoss des Gebäudes befand, ein sehr wichtiges, befanden sich die drei Männer von vorhin. Der Wolf hatte eine Pistole auf die junge Dame hinter dem Schreibtisch gerichtet, deren blaue Haut von edler, aber typischer 'Sekretärinnen-Kleidung' bedeckt wurde.
"Put that gun down right now!", brüllte Niral in den Raum, woraufhin der Wolf sich zu ihm umdrehte, dem sein zerkratztes Auge noch immer sichtlich verletzt in der Augenhöhle hing, gefolgt von den beiden Menschen. Diese zückten beide synchron ihrerseits Pistolen, die sie zugleich auf das Stinktier richteten.
"Or else what? Gonna shoot us? We are part of New Light. We are not afraid of death. And especially not of one single soldier coming up with his pretty little pistol", sprach der kleinere ruhig, aber deutlich verärgert. Der Muskelprotz jagte eine Kugel in Nirals Bauch, ohne Vorwarnung und ohne zu zögern, während sein Kollege noch dabei war, den letzten Satz zu beenden. Die blauhäutige Sekretärin schrie laut auf, und schmerzerfüllt sank das Stinktier zu Boden, wo ihn der Muskelprotz aufhob, ihn locker entwaffnete und ihn ansah, wie dieser so kurz in der Luft hing.
Die Präsenz von Koron, der sich halb hinter einer Ecke versteckt hielt, schienen die drei noch nicht bemerkt zu haben, und das nutzte der Schwarzfuchs aus.
Geduckt hechtete er in den Raum, verpasste dem kleineren Menschen zunächst einen erneuten Tritt in die Weichteile und entwaffnete ihn sofort, die Pistole blitzschnell auf den Großen richtend, der das Stinktier sofort harsch in die Ecke warf, woraufhin es kurz laut im Raum knackte, bevor ein erneuter Schuss durch das Zimmer riss, und sich das weiße Tanktop des Muskelprotzes auf der Brust rot färbte. Die Pistole richtete Koron dann auf den Wolf, der ihn nun auch bemerkte und dessen gesundes Auge sich merklich weitete, als er nicht nur denjenigen sah, der ihm eben noch einen guten Teil seiner Sehkraft geraubt hatte, sondern dieser auch noch auf seinen Verbündeten schoss.
Wutentbrannt schoss der Wolf drei mal, Koron duckte sich weg und suchte wieder in der kleinen Ecke hinter der Tür Schutz vor den Geschossen, die ihn zum Glück verfehlten, wenn auch nur so knapp, dass er das zweite haarscharf an seinem Ohr vorbeisausen hörte. Der Fuchs streckte seine Hand in den Türrahmen, gerade weit genug, um eine "Komm doch her!"-Geste anzudeuten. Der Wolf gehorchte brav, und als der Fuchs drei Schritte gezählt hatte, ließ er seine Klaue um die Ecke fliegen, die das Gesicht des Wolfes packte, während seine andere Hand auch seine Waffe an sich nahm und sein Fuß schließlich den ungeliebten Fremden von sich stieß.
Der Mensch hatte sich indes wieder erholt und stürmte nun ebenfalls auf den Fuchs zu, seine Faust in dessen Magengrube hämmernd und ihm einen Knieschlag ins Gesicht verpassend. Der Fuchs taumelte kurz zurück und hielt sich die Nase, die zweite Pistole war dabei auf den Boden gefallen und der Mensch nahm diese sogleich auf. Plötzlich schlich sich Stille in den Raum. Die beiden Waffenträger richteten gegenseitig die Läufe auf des jeweils anderen Kopf, doch niemand traute sich, zu schießen. Der Wolf rannte herüber zur Sekretärin und legte seine Arme so um ihren Kopf, dass er bequem ihr Genick brechen könnte, wenn er wollte. "You shoot, she's dead", teilte er Koron knapp mit, dessen Augen kurz zur Sekretärin huschten: Ihr Blick war flehend, doch konnte sie nichts sagen, hatte der Wolf ihren Mund mit seiner Pranke zugehalten, "It's your choice."
Kurz zögerte der Schwarzfuchs. Für gewöhnlich nahm er keine Rücksicht auf zivile Kollateralschäden bei seinen Jobs, doch diese Situation war... anders. Diese Frau versuchte mit ihm zu kommunizieren, sie flehte ihn an, wenngleich er auch nicht wusste, zu was sie ihn anflehte. Ihr Leben zu retten oder es zu opfern, um die Terroristen zu stoppen? Seine Gedanken rasten, doch wusste er, dass es bloß eine richtige Entscheidung gab. Vermutlich nicht moralisch, aber logisch.
Koron drehte sich zum Wolf und sah ihn durchdringend an. "You kill her, you're dead. Your operation will fail when all of you die before the bomb was set up, right?", sagte der Schwarzfuchs kühl, seine Augen zwischen dem Wolf und dem Menschen hin und herwechselnd. Diese wirkten beide leicht verwirrt. "What are you talking about, my partner's still alive and has the gun ready-"
Ein weiterer Knall zog durch das Zimmer und unterbrach sofort die Stille. Der Mensch kippte um und ein Teil seines Gehirns verteilte sich im Raum. Sofort danach richtete der Fuchs die Waffe auf den Wolf.
"If you die before the bomb's set, your operation fails. Let go off her and I'll spare your life", befahl der Fuchs in einem nun deutlich ernsteren Ton. Es waren nur noch er und der Wolf übrig, der ihn mit einer hasserfüllten Miene ansah. Der Wolf hatte gezögert, die Dame zu töten. Genau das hatte Koron gehofft, aber keineswegs erwartet. Warum hatte der Wolf gezögert?
Die Arme des unbewaffneten Anthros zitterten, kurz bevor dieser einen Arm rasch hob und einen Feuerball auf Koron schoss, der instinktiv versuchte, sich mit seinem rechten Arm zu schützen.
Kurz vor dem Aufprall der Flammenkugel fühlte der Schwarzfuchs seinen Arm plötzlich stark abkühlen, und anstatt ihn zu verbrennen, schleuderte die Wucht des Feuerballs ihn bloß ein paar Meter zurück, wo er auf dem Rücken landete. Verdutzt schaute er seinen Arm an, der in Rekordzeit vor der schwarzen Flüssigkeit tropfte, und die nun in einem kurzen Streifen in Tropfen über dem Boden verteilt war. Der Wolf konnte seinen Augen wohl ebenfalls nicht trauen, starrte dieser den Fuchs nun ungläubig an, als dieser sich wieder aufrichtete. Sofort hechteten beide nach der Pistole, die Koron fallen ließ, als er zurückgeschleudert wurde. Der Wolf war zuerst dran und grinste Koron schon siegessicher an, bevor dieser reflexartig die Kralle, mit den Fingern zu einer Art Spitze zusammengeführt Finger-voraus in das Gesicht des Wolfs bohrte und in dessen Kopf verschwinden ließ. Sofort sakten die Gliedmaßen des Wolfes leblos zusammen, und nachdem Koron seine Kralle mit lautem Knautschen aus dem Schädel des Wolfes zog, dabei eine kleine Menge Blut auf den Boden tropfen lassend, sank der Körper in sich zusammen. Die Sekretärin schaute den Fuchs mit weit aufgerissenen Augen verängstigt an, als dieser selbst betrachtete, was er gerade angerichtet hatte. Das Blut, das noch immer von seiner vollständig damit bedeckten Klaue tropfte, die Pfütze auf dem Boden darunter, und die beiden toten Körper, die mitten im Raum halb aufeinander lagen. In der Ecke rang der Muskelprotz nach Luft, der Schuss des Fuchses hatte vermutlich seine Lunge erwischt. Niral lag bewegungslos in der Ecke, war dabei allerdings nur halb sichtbar, da der Muskelprotz vor ihm auf den Boden gestürtzt war, wo er sich nun laut keuchend die Hand auf das Loch in seiner Brust drückte. Neben dem toten Körper des kleineren Menschen lag eine Bombe, gerade groß genug, um in eine der größeren Taschen der Uniform zu passen. Es schien noch kein Countdown gesetzt worden zu sein.
Der Blick des Schwarzfuchses glitt hinüber zur Sekretärin, die ihn noch immer mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Ihr Blick schien sich jedoch langsam zu entspannen, als Koron seine Arme schlapp herunterhängen ließ und sie verständnisvoll ansah. "I... uhm...", versuchte der Fuchs gequält, einen Satz zu formen. Die Sekretärin schüttelte rasch den Kopf und fand nun endlich die Fassung, aufzustehen. "N-no, no... I understand... It was the only way, I think...", sagte sie, ihre Stimme noch immer leicht bebend, als ihr Blick sofort zu dem Stinktier in der Ecke hinter dem Muskelprotz glitt.
Koron schritt langsam hinüber und versuchte den Muskelprotz weg zu schieben, der sich mit seiner letzten Kraft noch vehement wehrte, bis ihm ein kräftiger Stiefel in die Seite gerammt wurde. Vorsichtig zog Koron den scheinbar bewusstlosen Anthro aus der Ecke und in die Mitte des Raumes. Er horchte nach einer Atmung, dann auf der Brust nach einem Herzschlag und schließlich versuchte er, einen Puls an der Halsschlagader zu spüren, woraufhin der Kopf des Stinktiers nahezu lose zur Seite wegknickte. Der Fuchs sah zur Sekretärin auf und schüttelte den Kopf. Niral war tot.


RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 02-11-2011 14:03 PM

Der Magier war noch unterwegs, und nahm die vom Architekten vorgesehenen Routen zum Keller. Auf dem Weg dorthin musste er der einen oder anderen wieder aufwachenden Wache einen weitere Portion "Schlafmittel" verabreichen. Jedoch nutzte er so wenige seiner Kräfte wie möglich, um selbige rascher erholen zu lassen.
Gerade als er an einem einzelnen größeren Soldaten, den es umgerissen hatte, vorbeischritt, erreichte ihm die Mitteilung der Vampirin.
//Gut, ich sehe zu, dass ich dorthin komme.//

"Squad D - Mind, Lightning, can you hear me?" - "Loud and clearly!" - "Get in the palace. Most of the enemys are knocked out. Secure the floors and get them all out. You get assistance by the special squads of the Londoner police" - "We'll take care of it"
Für den Fall, dass der Keller stärker abgeschirmt war, wollte Raphael lieber jetzt als später noch diese Meldung absetzen.
Einige Augenblicke später stand er in einen abgedunkelten Raum, in welchem er deutlich leblose Präsenzen spürte. Er beschwor eine Lichtkugel, und konnte sogleich einen "Sensenmann" am Boden liegend erblicken. //Sie räumen gut auf//, lächelte er in sich hinein. Plötzlich zuckte der Mann etwas, und erhob sich langsam.

"I cannot die on this way... where is this bitch?!"
Offensichtlich redete er von Alexinara. "And who are you?" - "Maybe your end?", lächelte Raphael, beschwor anschließend aus seiner Lichtkugel heraus einige leuchtende Speere, die sich ohne weiteres zögern in die Hände und Beine des Untoten bohrten. Überrascht von diesem Angriff, blieb ihm nicht mal Zeit zu reagieren - nicht einmal Zeit zum schreien. Erst einige Sekunden später entwichen grelle Töne seiner Kehle. Die Lichtmagie tat ihr übriges und entstellte den Körper an den Bereichen, die sie traf. Um den Typen endlich zum Schweigen zu bringen, beschwor der Magier eine Feuer- und eine Eiskugel, führte sie zusammen, und wirkte einen altbekannten Zauber. //Ewiges Eis//
Kurz darauf befand sich der Untote in einem eisigen Sarg, unfähig sich zu bewegen, oder gehört zu werden. Die Lichtspeere waren bereits bei der Wirkung der kalten Magie verschwunden.

//Weiter gehts.//
Im Boden vor ihm befand sich ein größeres Loch, offenbar führte es ohne Umwege eine weitere Etage tiefer. Einen kleinen Satz machend, federte Raphael den Aufprall mit einer Levitation ab. Für ihn ging es direkt weiter nach vorn, während von einer Seite des Ganges Kampfgeräusche zu hören waren. Sein geistiges Auge enthüllte ihm dort eine wohlbekannte Aura, die seinem Bruder gehörte.
Etwas vorsichtiger, und mit einem doppelten Schild an seiner Front ging er weiter in die Richtung, aus der er mehrere Präsenzen wahrnahm. Er konnte bereits einige Geiseln entdecken, denen die Augen verbunden, und der Mund verknebelt wurden. Allerdings gab es keine Anzeichen von anderen Soldaten hier.
Kaum hatte der Magier den größeren Raum betreten, gab es bereits eine böse Überraschung: Der Boden leuchtete in einem gewissen Muster an verschiedenen Stellen auf, im Endeffekt erkannte man ein größeres Pentakel, das hier gezeichnet worden war. Auf der gegenüberliegenden Seite gab sich nun ein bärtiger, dunkelhäutiger Mensch zu erkennen, der offensichtlich für dieses Siegel verantwortlich war. Doch plötzlich traf ein Schlag seinen Rücken. Sofort schloss der Schwarzgewandte seinen Schild um sich vollständig, während er noch etwas nach vorne torkelte.

"You can't see me, you can't feel me, you can't beat me, you can't leave this place unharmed", hallte es von verschiedenen Richtungen. Offenbar gab es eine weitere Person hier neben dem Siegelschaffer. Allerdings konnte er nirgends eine weitere Präsenz wahrnehmen. Auch ein schnell gewirkter Erkenntniszauber, der ihm Wärmefelder für seine Augen enthüllte, gab ihm keine Anhaltspunkte. Offensichtlich hatte er es entweder mit einem Tarnspezialisten zu tun, oder derjenige befand sich just im Moment an einer Stelle, die für Raphael nicht einsichtig war.
Das Siegel, in welchem er sich befand, tat allerdings nichts weiteres bisher, außer ihn und den Rest der Geiseln einzusperren. Von einer Seite kamen plötzlich Schüsse. Die Kugeln prallten allerdings lediglich gegen seinen Schild. Jedoch konnte man deutlich das Mündungsfeuer einer Waffe erkennen - Die Waffe selbst jedoch nicht. Erst, als sie vom Schützen einfach weggeworfen wurde, nachdem das Magazin leergeschossen war. Der Tarnspezialist war offensichtlich mit in diesem "Ring", und wollte mit dieser Taktik jeden normalen Angreifer ausschalten. Mit dem Schild hatte er offenbar nicht gerechnet.

"A bigger challenge for me", hallte es wieder. "Show yourself!", forderte der Magier. "No. None of my victims have ever seen me - the hollow."
Aktuell war es eine Patt-Situation. Raphael konnte keine Flächenzauber wirken, aufgrund der Geiseln, und der Unsichtbare konnte ihm selbst wegen seiner Schilde nicht schaden.
Scharf dachte der Magier nach. Weder seine Aura, noch seine Wärmeausstrahlung konnte man sehen. Aufgrund des Schalls konnte man ihn ebenso nicht orten. Einen Geruch wahrzunehmen, lag ebenso nicht in seiner Macht, doch vermutlich hatte er mit einem leichten natürlichem Parfüm, welches nach Holz, Stein, oder ähnlichem duftet, ebenso dafür Sorge getragen. Blieb noch das Spüren.
Just in dem Augenblick baute sich ein unglaublich starker Druck von allen Seiten auf die Schilde des Magiers aus, als wäre er in der Hand eines Riesen. Diesen Umstand nutzend, lud der Angegriffene die äußere Fläche elektrisch, um der angreifenden Leere paroli zu bieten. Doch offensichtlich störte ihn das nicht. Stattdessen wurde der Schwarzgewandte einfach mitsamt seines Schildes gegen den Außenkreis des Siegels geworfen, wo eine durchsichtige Barriere seine Flugbahn beendete - augenscheinlich. Tatsächlich hatte das Wesen es offenbar geschafft in der kurzen Zeit auf der anderen Seite zu sein, und schleuderte ihn wie beim Ping Pong immer wieder hin und her. Lange würde sein Körper das nicht mitmachen, so beschloss Raphael einfach im Flug mit Kraftaufwendung seine Position mit einer Levitation zu halten.
Eine weitere Idee kam ihm. Etwas musste sein Gegner besitzen: Eine Seele und einen Geist. Wenn er seinen Blick darauf einstellen würde, könnte er ihn wohlmöglich sehen.
Kaum gedacht, schon hatte der Magier einen weiteren Erkenntniszauber gewirkt. Sich eifrig umsehend konnte er immernoch nur die Geiseln sowie den Siegelbinder am Rand des Kreises ausfindig machen. Was war das bloß für ein Wesen, das selbst diesem Blick verborgen blieb?

Erneut baute sich ein Druck um des Magiers Schild auf, und selbst in diesem Augenblick war niemand anderes auszumachen. Es war so, als würde die Umgebung selbst, die Luft, in der er sich befand ihn angreifen.
Plötzlich dämmerte Raphael, mit was er es zu tun hatte, und ein inneres Lächeln läutete weitere magische Wirkungen ein.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 02-11-2011 16:40 PM

Alexinara hatte zwei Gänge und ungezählte Abzweigungen hinter sich gebracht,
als sie energetische Ladungen nicht weit von sich wahrnahm.
Lor hatte sie inzwischen aus dem Augen verloren,
dafür aber drei Soldaten gefunden, die alsbald am Boden lagen.
Jedoch bemerkte sie,
dass, je weiter sie kam, die Gegner nicht mehr so schwer bewaffnet waren,
sich wundernd verweilte sie einen Moment an Ort und Stelle
und versuchte, ihr Umfeld unter genaueren Augenschein zu nehmen.
In ihrem Rücken bemerkte sie die Präsenz Raphaels,
der von einem Gegner umringt,
verwundernswerterweise jedoch nicht von ihm attackiert wurde.
Seine Bewegungen und vor allem die energetischen Schwankungen zeigten ihr aber,
dass gerade dort ein Kampf im Gange war.

//Was du da auch hast als Gegner,
ich kann es definitiv nicht erkennen//,


fasste sie ihre Beobachtung zusammen und sandte ihre Gedanken an ihre beiden Gefährten,
um auch Lor eine genauere Angabe seines Standortes in Bezug zu den anderen Aufenthaltsbereichen zu geben.
Schnellen Schrittes näherte sie sich dem Bereich vom Rücken des erkenntlichen Mannes her,
dabei machte sie einen ausschweifenden Umweg durch die Gänge,
sodass sie am Ende vor einer Wand stand,
wo auf der anderen Seite Raphael kämpfte.
Noch eben einen herumwandernden Mann mit einem gezielten Tritt in die Bewusstlosigkeit schickend,
löste die Vampiress ihre Materie auf und wanderte langsam durch die Wand direkt hinter den Dunkelhäutigen.
Er war vollends darauf konzentriert, seiner Aufgabe nachzugehen,
und erst als die Vampiress sich hinter dem Mann verschanzte,
erkannte sie ein Pentakel auf dem Boden.
Ohne eine Bewegung verharrte sie so hinter dem Gegner,
ihr Blick ging gen Vertrauten,
der geradewegs von irgendwas durch die Luft befördert wurde.
Kurz konnte man ihr leicht verwirrtes Gesicht mit den matt leuchtenden Augen erkennen.

//Was ist dein Plan?
Den Typen hier kann ich schnell ausschalten//,


bestätigte sie dem Magier per Gedanken und wartete,
mehr konnte sie nicht machen in Anbetracht der Lage.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 02-11-2011 17:34 PM

Am Rande seines Bewusstseins spürte Lor, dass die beiden anderen nun da waren, wo sie hin mussten.
Ein Blitz zerschlug eines der großen Fenster anbei, aber das war noch relativ wenig im Vergleich zum ziemlich ruinierten Mobiliar des offenkundigen Arbeitszimmers. Einige Blätter lagen verstreut und wirbelten immer wieder durcheinander, wenn eine Pfote darüberlangte. Ein altes Tintenglas hatte den Boden mit seinem Inhalt schwarz gefärbt und dem Teppich ein neues Muster gegeben.
"Ihr seid ganz schön zerstörerisch, Ladies", knurrte der Krasán und blieb vor dem Fenster stehen, eine der Katzen stürzte sich gerade miauend auf ihn und schlug ins Leere, nachdem er sich rückwärts durch den Rahmen gebracht hatte.
Sofort war sie ihm nach und schaute belustigt unter sich, wo er die langen Krallen halb in die Häuserwand gerammt hatte.
Wortlos sprang sie nach, er wich zur Seite und ließ ihr die Fläche, aber die kurzen Minikrallen rutschten ab und sie stürzte mit einem Schrei, bis sich ein Gewicht an Lors Schweif klammerte.
"Lass los!" Er versuchte, sie abzuschütteln, doch sie hielt sich akribisch fest.
"Gare à toi si tu bouge..." - (Wehe, du bewegst dich) -, antwortete die Leopardin stumpf.
Er seufzte und sah hoch, wo die Gepardin gerade aus dem Fenster grinste, bevor sie nachsprang und tatsächlich mitmachte.
//Ich glaub', ich spinne!//
Ohne Widerrede bei dem zusätzlichen Gewicht ging es abwärts, wobei Lor lediglich ein resigniertes Seufzen abließ. Der Sturz schien ihn gar nicht zu stören, ganz im Gegensatz zu den beiden anderen, die er schließlich doch seines Schweifes beraubte.
Zwei lange, dünne Drachenschwingen breiteten sich aus, in denen sich die Sonne fing und leicht durch die hellblauen Membranen hindurchschien, während die dunkelblauen Schuppen sie reflektierten.
"Lobo-dragón...!" - (Wolfsdrache)- , rief eine noch, bevor der Boden beider Krallen begrüßte, nachdem sie sich gelenkig umgedreht hatten.
Stimmt, Katzen landeten immer auf den Füßen. Schade eigentlich.
Unvermittelt drehte er bei, die Flügel wurden schwarz, die Membranen hautfarben-dunkelrot wie stark durchblutetes Leder, der Blick rotleuchtend und er stürzte sich mit einem schrillen Kreischen auf die beiden, bevor sie wegkamen. Blaues Feuer versengte das Gras und verbrannte umliegende, nahe Büsche, die etwas trockener waren und Feuer fingen. Rasch löste es sich im Nichts auf, weil das Schwarzfell - nun tatsächlich komplett schwarz befellt - es zurückrief, als würde es aufgesaugt.
"Let's play", sprach eine zischende Stimme, bevor die Lefzen sich zu einem boshaften Grinsen verzogen. Die Flügel standen majestätisch und fingen leichten Wind.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 02-11-2011 18:54 PM

Die blauhäutige Sekretärin, deren Namensschild "Rezlan" las, senkte kurz ihren Kopf ob des verstorbenen Stinktiers, schien jedoch keine so große Reue über das andere vergossene Blut zu zeigen, als sie sich langsam wieder zu ihrem Schreibtisch bewegte. "I... will inform mister Liskor about what has happened here during his abscence and call someone to dispose the bodies... Thank you for... helping", teilte sie dem Schwarzfuchs mit, als sie sich noch immer etwas durch den Wind auf ihren Stuhl setzte und irgendein Kommunikationsgerät bediente. Koron nickte kurz und stand seufzend auf, einige Meter aus dem Raum schreitend, bevor eine handvoll Soldaten um die Ecke stürmten und ihm prompt Gewehre entgegenrichteten. Sofort riss Koron die Arme in die Luft und versuchte, weiter keine hektischen Bewegungen zu machen. "You're a bit late, and you're certainly not looking for me!", protestierte der Schwarzfuchs.
Rezlan sah das aus dem Büro und sprang sofort auf, um an Korons Seite zu eilen, als die Soldaten nicht reagierten. "He's right! He was the one who stopped them!"
Die Soldaten schauten sich gegenseitig leicht verwirrt an, bevor sie schließlich ihre Gewehre senkten und die Körper im Büro begutachteten. "We heard gunfire, and there was no alarm, so we came up here... what in fuck's name happened?!", fragte einer der Soldaten, ein relativ junger Dachs, leicht verstört nach. Koron und Rezlan klärten die Anwesenden auf.

Bald waren die Körper von einigen Magiern wegteleportiert worden, wohin genau die Körper verschwunden waren, wollte man Koron nicht sagen. Die Blutflecken blieben, wo sie waren, und den Muskelprotz, der noch am Leben, aber nicht mehr bei Bewusstsein war, verfrachtete man kurzerhand auf die Krankenstation, aber wohl in ein spezielles Zimmer, aus dem er nicht ohne weiteres herauskam, wollte er fliehen.
Koron wurde aus dem Gebäude 'eskortiert', aber man sagte ihm, dass die Möglichkeit bestünde, dass er später erneut hier antreten müsse. Ob dies gut oder schlecht war, verriet man ihm nicht.

Die Sonne ging langsam über dem Gelände unter, und tauchte das gesamte Gebiet in ein warmes Orange, was der Schwarzfuchs von dem Fenster in seinem Zimmer aus beobachtete. Nach der Aktion von vorhin fühlte er sich ungewohnt schwach, vermutlich war die plötzliche Anstrengung nach seinem längeren K.O. etwas zu viel für seinen Körper, und er kehrte sofort in sein Zimmer zurück, wo er unterwegs von Diego, der zufällig seinen Weg kreuzte, auf den überraschenden Check des Lagerraumes und die Blutflecken auf seiner Kleidung angesprochen wurde. Der Fuchs lag in seinem weißen T-Shirt, das noch einige Blutflecken des Wolfes trug, mit den Armen hinter dem Kopf auf dem Krankenhausbett, die Stiefel waren lose in die Ecke gekickt. Leise seufzte der Fuchs zu sich und wischte sich kurz über das Gesicht, wobei er noch ein wenig geronnenes Blut ertasten konnte. Eine Dusche wäre vermutlich keine schlechte Idee gewesen zu diesem Zeitpunkt, und ohne weiteres Zögern erhob sich der Anthro und fragte Diego, wo sich die sanitären Anlagen befanden, und ob diese auch für ihn zugänglich waren.


RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 03-11-2011 11:22 AM

Zunächst war Raphael ganz auf seinen aktuellen Gegner konzentriert, als Alexinaras Mitteilung ihn erreichte. Erst einige Augenblicke später sandte er eine Antwort: //Es ist eine Art Luftelementar - die Partikel des Gegners sind überall verteilt. Daher kann man ihn mit klassischen Mitteln nicht sehen. Lass den Siegelbinder noch etwas am Leben, erst wenn ich dir ein Zeichen gebe, knock ihn aus.//
Der Druck von außen wurde immer stärker, allerdings hatte der Magier nun zumindest einen Plan, wie er diesem Wesen entgegnen könnte. Einen Moment noch wartete er still in der Luft schwebend, und hoffte dabei, dass der Unsichtbare weiter den Druck erhöhen würde. Dies bedeutete automatisch, dass sich mehr seiner Materie um ihn herum sammeln würde.
Erst, als seine Schild begannen nachzugeben, formte der Wächter zwei weitere Phasen, eine davon bestand aus einem Vakuum, eine andere schirmte dieses von außen und innen ab. Jedoch ließ der Schwarzgewandte einige kleine Löcher im Außenschild, sodass der Unterdruck des Vakuums die Umgebung einsaugte. Direkt dabei baute sich auch der angreifende Druck ab. Wenige Sekunden später schloss Raphael die Löcher, und hielt somit ein Teil der Materie des Gegners bei sich Gefangen.
Anschließend entfesselte der Magiekundige zwischen den begrenzenden Schichten des Vakuums einen Feuerzauber.

"You should burn in hell, Raphael Liskor"
, tönte es in den Raum hinein, und man sah, wie plötzlich einige der Geiseln langsam heftige Atemprobleme bekamen. Offensichtlich versuchte Hollow ihnen durch Erwürgen oder Luftdruck den garaus zu machen.

//Alexinara, jetzt! Und sieh zu, dass du eine feste Form beibehälst, sonst schleudere ich dich gleich mit raus!// warnte er seine Gefährtin.
Es ging alles ziemlich schnell, kaum war der Siegelbinder außer Gefecht, schon brach die Magie des Pentakels in sich zusammen. Etwas der mystischen Kräfte sammelnd, enftesselte der Wächter eine Kältekugel mit hoher Geschwindigkeit in einen Gang hinaus. Ein paar Meter weiter gab es damit eine heftige "kalte Explosion", welches die Umgebungstemperatur drastisch senkte, dadurch aber auch die Dichte und den Druck der Luft änderte. Im Endeffekt resultierte das in einen Unterdruck, einen stärkeren Wind also, der die ganze Luft wie ein Durchzug aus dem Raum holte. Rasch baute Raphael seinen Schild ab, oder eher: Er striff ihn ab, komprimierte die noch gefangene Materie und schleuderte eine weitere Kugel aus den Raum, gefolgt von einer weiteren kalten Ladung, welche den direkt Zugang zu dem Raum zufror.
//Er ist nich besiegt, aber zumindest erst einmal vertrieben.//

Langsam landete der Magier auf den Boden. Einige der Geiseln hatten angefangen zu zittern aufgrund der plötzlich eingebrochenen Kälte. Mit einigen weiteren Gesten tat er dann mit ihnen, was er schon mit den anderen anstellte: Sie direkt zur äußeren Einsatzzentrale beim Londoner Palace teleportieren. Etwas geschafft, atmete der Wächter einmal tief durch, ehe er sein Codec betätigte: "Here Raphael Liskor, I call the Londoner Police and Special Squads" - "We hear you", tönte es keine Sekunde später. "All hostages should be at your position. You could storm the front, and take out all of the enemys. Some of my units will take care of the special Members of New Light." - "Understood. We send troops into the building." - "One thing: Stay away from the basement. This is a high risk area, and should only be entered by Squad D Members."
Es kam eine weitere Bestätigung. Anschließend funkte er die anderen seines Teams an: "Mind, Lightning, you can now directly assist the londoner police, Mimic - you, and only you get down to the basement and take care off the transportation of those terrorist. Here is a Cat D enemy still around, who has the ability to be light as air. Ice - you still stay at your position and take care of the semtex, until it is defused."

Von der ganzen Einheit wären lediglich Mind und Mimic effektiv in der Lage mit diesem Hollow fertig zu werden. Da allerdings Mimic sich schnell auch in "Luft auflösen" konnte, war es für ihn ungefährlicher.
Nach den ganzen Instruktionen sah er zu der Vampirin hinüber. "Das war ein harter Einsatz. Den Rest erledigen die Aufräumtruppen Londons, und der rest meiner Einheit. Wir sollten Lor einsammeln, und dann..."
"Terra for Raphael, could you here me?", unterbrach ihn sein Codec.
"Rezlan? Was ist los?" - "Hier geht alles drunter und drüber. Wir hatten einen Anschlag innerhalb des Hauptquartiers, den wir nur Dank des einen Neuankömmlings, Koron, vereiteln konnten." - "Bitte was? Statusbericht!" - "Wir haben drei Tote, zwei Terroristen von New Light, und einen unserer Soldaten. Ein weiterer Terrorist liegt verwundet auf der Krankenstation. Unsere beiden Büros haben auch etwas abbekommen... Sie wollten eine Bombe in ihrem Büro legen..." - "Verstanden. Seien sie schnellstmöglich mit meiner ID-Karte am Flugplatz, ich werde schnellstmöglich zurück sein."

Ein resigniertes Kopfschütteln später, erkannte man deutliche Anzeichen von Erschöpfung im Gesicht des Magiers. Heute war einer dieser Tage, an den man am liebsten nicht aufstand. Ein Problem jagte das nächste.
Ohne weiteres zögern schnappte sich der Schwarzgewandte die Hand seiner Vertrauten, und lies sie erst nach einigen gemeinsamen Schritten wieder los, nachdem er um beide einen Schild gewoben hatte. "Schön im Gleichschritt bleiben", lächelte er etwas, ehe er die eisige Mauer mit einer Geste zum schmelzen brachte. Sein Ziel war die frische Luft, und gleichzeitig das Blauhaar zu finden. Ganz zu schweigen vom Schutz seines selbst und der Gefährtin vor diesem Hollow.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 03-11-2011 16:50 PM

Auf Raphaels Zeichen hin materialisierte sich die Vampiress hinter dem Mann,
sprang ihm ins Genick und biss dort direkt in den Hals,
der Angriff reichte aus, um ihn aus der Konzentration zu bringen.
Wenige Momente später brach das Siegel gänzlich zusammen,
als sie gezielte Energieentladungen auf seinen Körper einwirken ließ,
die ihn direkt in die Bewusstlosigkeit warfen.
Schnell hatte der Magier die größere Gefahr,
ein Luftelementar nach seiner Aussage,
zumindest fürs Erste fortgeschafft, damit die Geiseln in Sicherheit gebracht werden konnten.
Kaum war auch dieses erledigt und Raphael wollte gerade Lor einsammeln, wurde er unterbrochen,
per Codec schien Rezlan ihn zu kontaktieren.
Mit einem fragenden Blick schaute sie ihn an.
Viel Zeit schien ihnen aber nicht vergönnt,
als er ihre Hand griff und sie aus dem Gang zog,
dabei einen schützenden Schild um sie spannend.

"Lor müsste in der Nähe sein,
wir hatten uns kurz zuvor getrennt",


erklärte sie dem Magier,
während sie versuchte, mit ihm Schritt zu halten,
die Anspannung und Müdigkeit konnte sie in seinem Gesicht lesen,
bei seinem schnellen Aufbruch fragte sie sich, was wohl geschehen war.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 03-11-2011 19:56 PM

Das Aufeinanderprallen mächtiger Energien spürte Lor sogar noch im Nacken, während der Wind über die Rückennarbe pfiff und sich im buschigen Schulterfell fing. Das Gebäude lag in seinem Rücken, die gesamte Umgebung war in Rot getaucht, ebenso die beiden Werkatzen, die gerade noch aufsahen, bevor eine einen gepflegten Abgang nach vorn hinlegte und ins Gras fiel.
Der Leopardin Blick fing sich in seinem, sie schaute nur wehleidig.
"That's your answer? Just killing people everywhere around, jumpin' in your way?"
Er kicherte kehlig. "I didn't wanted to, Lady, you forced me if you can remember, some minutes ago."
"Where will you go now? Back to ISF headquarters?"
"I don't know why I should tell you, member of New light. Any thoughts of what may happen to you now, any... proposals?"
"When I return now they will execute me right the moment of entering their door. Choose wether you kill me just now or take me with you."
Die rotleuchtenden Augen verengten sich misstrauisch. "Why should I trust you?"
"You can't, you may try", antwortete sie lächelnd.
"Offers."
Verdutzt blinzelte sie, wischte sich nebenbei über den blutigen Hals, an vielen Stellen stand das Fell kreuz und quer, verfilzt und teilweise dreckig vom Sand am Boden.
"Uhm, eh... Maybe... I can tell you something 'bout our organisation? 'Bout how we work and travel, and..."
"Silence. My master will decide about your next steps", erwiderte Lor nur kalt, die Zischstimme betonte jedes S scharf.
Betreten nickte sie nur, völlig ergeben, und setzte sich einfach neben ihre leblose Schwester, von der nicht direkt zu sehen war, ob sie bewusstlos war oder tot.

//Raphael?// Der Krasán sandte seinen Aufenthaltsort getreu und direkt mit. //Ich habe etwas, was deiner Entscheidungskraft bedarf, bevor wir hier abziehen.//
Das Schwarzfell saß vor den beiden Katzen wie ein Wachhund, es musste ein lustiges Bild von außen abgeben. Die eigentlich weißen, nun mit Blut besudelten Krallen befanden sich standfest auf dem Boden zwischen dem leicht wehenden, gelbgrünen Gras, das wie Steppe anmutete.
Insgeheim dachte er über seine aktuelle Lage nach, über diese Art Mischverwandlung, die bei weitem nicht abgeschlossen war. Vielleicht sollte er dem später auf den Grund gehen und nochmals es sich voll ausbilden lassen, einfach um es zu festigen für das nächste Mal. Anfangs hatte es immerhin gänzlich anders ausgesehen...
Die Dunkelheit legte sich allmählich um sie und das Gebäude, nichts bewegte sich, alle harrten aus, bis jemand sie fand. Warum war sein Bruder vorhin eigentlich so aufgeregt gewesen? Weitere Explosionen hatte es nicht gegeben, aber sein Instinkt sagte ihm, dass es etwas mit einer Bombe zu tun hatte, zumindest laut dem bisschen, was überschwappte. Woanders im Land? Oder gar auf Terra?
Huhu, wehe dem, der versuchte, Raphael hinterrücks eins reinzuwürgen, dachte er nur diabolisch grinsend und stand auf, müde der Warterei.
"What's with the cheetah, is she dead?"
"No... You've been considerate of her." Die Augen musterten mich. "I don't know why."
"Cause I don't like to kill someone who was just sended ahead, maybe against his own will?"
"You aren't a killer."
"I'm kinda assassin. I was, long time ago."
"Well, okay..."
"What's your name?"
Sie legte kurz die Ohren an, etwas verdutzt. "... Leila."
"That's not a french name."
"No, I was born in Valparaiso, in december 2012."
"So you're just twenty years old."
"Yes..."
Ehrlich gesagt wusste der Krasáne nicht, was er von ihr halten sollte oder ob er sich überhaupt ihrer annehmen sollte, aber das würde er einem anderen überlassen, was nun geschah.



RE: Am Abgrund der Zeit - ManFox - 03-11-2011 22:19 PM

Die Sanitäranlagen der Station waren überraschend gut ausgestattet, nicht nur waren die Duschen angenehm groß, sondern hatten sie auch speziell für befellte Individuen spezielle "Fönkapseln", kleine Kammern, in deren Wänden in regelmäßigen Abständen Schlitze positioniert waren, aus denen beim Einschalten warme Luft herauspustete, was die für gewöhnlich extrem lange Zeit, die man als Anthro zum Abtrocknen brauchte, auf ein Minimum reduzierten.
Frisch geduscht und wieder in seinen alten Klamotten begab sich der Fuchs zurück in sein Zimmer, wo er sich leise stöhnend wieder aufs Bett legte.
Sein Körper war erschöpft, was für ihn ungewöhnlich war, war er normalerweise viel mehr Anstrengung gewohnt, doch wie er sich schon dachte, war vermutlich die lange Ohnmacht daran Schuld, in ein paar Tagen, wenn nicht sogar schon morgen, würde sich dies mit Sicherheit legen.
Der Fuchs atmete kurz tief durch und ließ die vergangenen Tage an sich vorbei ziehen.

Hannover hatte er auf seiner Reise nicht ganz zufällig betreten. Sein vorheriger Auftraggeber, für den er mehr als einen Job in Braunschweig und der näheren Umgebung erledigt hatte, verwies ihn nach dem Attentat auf den korrupten Polizeichef an einen 'Guten Bekannten' in Hannover, der angeblich einen Auftrag für den Fuchs hatte, für den nur er geeignet war. Dass das Ziel dieses Auftrags er selbst sein würde, wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Doch nun, als er so darüber nachdachte, gab es wohl doch noch eine Person, mit der er abrechnen musste. Gedanklich setzte er ein Kreuz neben den Herrn, für den er in Braunschweig gearbeitet hatte. Er würde ihn vermutlich nicht aktiv jagen, doch sollte sich die Gelegenheit ergeben, wüsste der Fuchs, was er tun würde.
Bei dem Job in Hannover hieß es zunächst, er sollte einen kleinen Handel machen. Seine Auftraggeber waren angeblich Geschäftsleute, und da sie keine von ihren eigenen Männern in Gefahr bringen wollten, sollte der Deal schief laufen, musste ein Söldner ran. Koron sollte bei der Aktion bloß das Geld in die Seitengasse bringen, wo der Deal abgewickelt werden sollte - er wusste nicht, um welche Ware es sich handeln sollte, und fragte aus Prinzip nicht - und den Koffer mit der Ware annehmen.
Dass alles bloß ein Vorwand war, ihn zu erledigen, um an sein Fell zu kommen, ein Gedanke, der es ihm noch immer eiskalt den Rücken herunterlaufen ließ, wusste er erst, als er hörte, wie sein 'Handelspartner' die Waffe zog.

Langsam war Koron es leid, ständig umher zu reisen. Seit seine Heimat, ein kleines Dorf in Südhessen, bei einem Angriff von New Light Mitgliedern, die wohl an einem abgelegenen Ort einen Feldtest ihrer neuen Waffen durchführen wollten, dem Erdboden gleich gemacht wurde, kannte er kein anderes Leben. Jeden Tag war es dasselbe: Er würde früh aufstehen, nach Arbeit suchen, und wenn er nichts mehr fand, irgendwie weiterreisen, sei es per Bus, per Anhalter oder im ungünstigsten Fall zu Fuß.
Gerne hätte er einen Ort, wo er sich nicht um all dies kümmern müsste. Wo er nicht mehr reisen müsste, ein Zuhause hätte und wo die Arbeit stets vorhanden war. Insgeheim spielte der Fuchs mit dem Gedanken, sich näher über die Aufnahmebedingungen der ISF zu informieren, bevor er langsam wegnickte.


RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 04-11-2011 11:43 AM

Glücklicherweise trafen Alexinara und Raphael beim Verlassen des Gebäudes auf keine weiteren Schwierigkeit. Man sah nur, wie überall eifrig die Überlebenden Mitglieder von 'New Light' gefesselt sowie abgeführt wurden, und jene, die es doch tödlich erwischt hatte, wurden geradewegs in einen Leichensack verfrachtet, nachdem sowohl Mind als auch ein Sanitäter den Tod bestätigten. Bei Untoten hätte man ohne Julia ein ernsthaftes Problem.
Alsbald erreichten die beiden eine größere Fläche, Lor war in gut sichtbarer Wolfsgestalt bei zwei Anthros. Bereits bei dem kurzen gedanklichen Kontakt mit seinem Bruder im Geiste, wurde ungefähr klar, worum es ging.

"Greetings. Who have we here? Two womans, who are about to betray New Light and help us?"
"Yes..."
"You know, that they'll kill you, if they have the chance?"
Einem Nicken der Leopardin, sowie ein Blick, der eine Mischung aus Traurigkeit und Ausweglosigkeit verriet, folgten neue Worte.
"You are the magician and leader of the ISF, right?"
"Yes, my name is Raphael Liskor."
"I know, who you are. Maybe... I have some really important informations for you. Our mission here should only be a diversion, so that in your office could be planted a bomb..."
Offensichtlich meinte die Anthropomorphe es ernst, und hoffte mit einer solchen Information ihren Wert für ihn und die ISF zu erhöhen.
"Don't worry about that, some of our security personal have already taken care of the threesome. But also don't worry to much about yourself and your friend... No one, who abandon to us will be killed. But a court procedure will be started against you. But if you cooperate wisely, your punishment can be smalled."

Einige ISF-Truppen näherten sich dem Gespann. "Get medicinal assistance for those two, and have a big eye on them. For now, they will jailed on Terra."
Die Soldaten salutierten, und es folgten einige Funksprüche, ehe sie zunächst einfach als Wache bei ihnen standen.
Der Magier gab seinen beiden Vertrauten ein Zeichen, dass sie ihm folgen mögen. Sein Weg führte direkt zu einer kleinen Transportmaschine, dessen Pilot offensichtlich bereits auf ihn wartete. Keine Minute nachdem sich die drei reingesetzt hatten, hob die Maschine auch schon ab. Der Innenraum war nach außen hin Schallgedämpft, sodass man sich ohne Probleme unterhalten konnte. Allerdings nutzte der Wächter lieber die direkte Gedankenkommunikation, um dem Krasànen und der Vampirin gesammelt zu senden, was auf Terra laut seinen Informationen passiert war.

"Wie ihr seht, bin ich ganz schön beliebt... wie immer...", lächelte Raphael ironisch. Er lehnte sich etwas zurück mit einem nachdenklichen Blick auf seinen Zügen. Doch viel Zeit für große Gedankenreisen blieb allen nicht, denn nach wenigen Minuten hatten sie bereits den Flugplatz von Terra erreicht. Draußen wartete bereits die Aquarianerin, die ihre Kleidung aufgrund des erzeugten Windes an sich hielt. Als der schwarzgewandte ausstieg, und seine Karte in Empfang nahm, deutete er seinen Gefährten ruhig mitzukommen.
Auf dem Weg zum Verwaltungsgebäude klärte Rezlan alle über die aktuelle Situation im Detail, sowie über die Vorkommnisse in ihrem Büro auf.

"Sie haben ganz schön was mitgemacht, Rezlan. Ich denke, sie sollten sich morgen frei nehmen." Die Bemerkung erntete ein Kopfschütteln, und eine verschmitzt lächelnde Antwort: "Wenn ich Urlaub mache, wer soll dann die Terroristen aus ihrem Büro fern halten?" Sie schien genauso Dickköpfig, stur, und hart im nehmen zu sein, wie es wohl für diesen Job erforderlich war. "Sagen sie aber im Nachhinein nicht, ich hätte es nicht angeboten", lächelte er etwas entspannter.
Nebenbei passierten sie gerade den ersten, größeren Korridor - ihr gemeinsames Ziel war die Einsatzzentrale, in welcher es gerade ebenso chaotisch zuging. Vieles gab es zu klären, insbesondere viele Formalitäten mit der britischen Polizei.

Am oberen Ende des stufigen Raumes stand diesmal ein anderer Offizier - Es war bereits Schichtwechsel. Der Leiter der ISF zögerte nicht lange, schritt zu ihm, und wollte über die aktuelle Lage in Kenntnis gesetzt werden.
Neben der größeren Einsatzaktion in London, und dem versuchten Anschlag gab es bisher sonst keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.
Plötzlich ging ein Alarm los, welcher sogar eine rote Sirene im Raum anwarf. Zunächst irritiert, hoffte Raphael, es sei nur ein versehen oder Fehlalarm.

"Whats happened?" Der Uniformierte schien ebenso überrascht, und anfangs überfordert aufgrund des Alarms. Er betätigte schnell einige Schalter und Tasten, sodass zumindest das akustische Warnsignal verschwand. Die Augen des Offiziers weiteten sich, als er etwas auf seinem Bildschirm feststellte, und anschließend nur stammelte: "Code 601 in... T-300 seconds. Source unknown..."
Für einige Momente schien der Wächter geistig weggetreten. Es war ein Code der 600er Familie. Diese beschrieben die schwersten Ereignisse, die eintreten konnten, beispielsweise einen Vulkanausbruch in der Nähe, oder etwas vergleichbares. Doch der 601er hatte noch ein ganz anderes Kaliber.
Mit einem Mal löste sich die Starre, als der Timer von knapp 5 Minuten am Frontschirm deutlich zu erkennen war. Raphael schnappte sich das Mikrofon für die Durchsagelautsprecher, und betätigte einen schalter beim Rechner des Zentralleiters, um Inselweiten Alarm auszulösen.
"Here speaks Raphael Liskor: We have a Code 601. Evacuate immediatly all people and personal to the safe rooms. Get also ready for an EMP-Effect. This is not an exercise. I repeat: We have a Code 601. Evacuate immediatly all people and personal to the safe rooms. This is not an exercise!"

Von der Seite her spürte er fragende Blicke, während auch das Personal der Einsatzzentrale mitsamt Rezlan dabei war sich geoordnet zu den Schutzräumen zu bewegen, tippte Raphael schnell etwas auf dem Rechner ein. Kurz daraufhin war ein kleiner, sich schnell bewegender Punkt auf einer Weltkarte zu sehen, welcher Augenscheinlich von irgendwo Richtung Osteuropa stammte und direkt auf die Insel zusteuerte. Laut Anzeige hatte das Objekt eine Geschwindigkeit von mehr als 3,3 km/s. Dies war wohl die Trumpfkarte von New Light. Zunächst sie beschäftigen und auslaugen bei einem größeren Einsatz, um dann mit voller härte gegen sie vorzugehen.
Eimal tief durchatmend, und seine Gedanken sortierend, blickte Raphael sehr ernst in Richtung des Bildschirms. "Das... werde ich ihnen nicht so schnell vergeben..." Er wandte sich nun direkt zu seinen Vertrauten. "Was ihr da seht ist ein Code 601 - Ein Angriff mit einer Atomwaffe."


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 04-11-2011 14:47 PM

Alexinaras Blick wanderte vom Bildschirm zum Magier und dann wieder zurück,
die Stirn lag in tiefen Falten,
als sie im Kopf nochmal den letzten Satz des Vertrauten durchging.

"Eine Atomwaffe? Eine Rakete?
Welche Möglichkeiten haben wir, um diese Attacke abzuwehren?
Gibt es überhaupt Chancen darauf?",


fing sie an, ihre ersten Fragen zu stellen,
das unbekannte Objekt ging unaufhaltsam seinen Weg gen Stützpunkt,
viel Zeit blieb ihnen nicht für eine Reaktion.
Langsam leerte sich der Raum,
die Leute auf Terra schienen zumindest nicht in Panik zu verfallen,
oder sie waren schon von Anfang an auf alles vorbereitet gewesen.
Kurz die Augen schließend ging die Vampiress nochmal in sich,
eine Atombombe hatte eine gewaltige Durchschlagskraft,
selbst wenn sie diese auf dem Weg abfangen sollten,
ihre Explosion würde so oder so einen großen Radius radioaktiv verstrahlen.
Innerlich seufzte Alexinara, dabei hatten sie gerade wieder zueinander gefunden,
jetzt stand aber im Augenblick das Leben aller Bewohner von Terra auf dem Spiel.
Plötzlich kam ihr dann doch ein Gedanke,
ein tollkühner Plan, der sich irgendwoher in ihr Bewusstsein einschlich.

"Ich habe eine Idee, aber ich weiß nicht,
ob sie so gut ist, korrigiert mich also,
wenn es nicht durchführbar sein sollte.
Folgender Vorschlag, ich kann die Explosionskraft absorbieren,
jedoch bräuchte ich dafür Hilfestellung,
denn die Kraft einer atomaren Waffe ist deutlich höher
als bei einer Bombe.
Es wäre also eine Frage dessen,
wie wir diese Explosionskraft eine Weile zusammenhalten,
damit ich sie "wegabsorbieren" kann,
kannst du einen entsprechenden Schild basteln, Rapha?
Sowas in der Art "Ich-lass-nichts-raus"-Ding,
du weißt schon, was ich meine.
Und du, Lor, es wäre praktisch, wenn du die Geschichte in die Luft jagst,
wenn ich mich derweil an der Waffe postiert habe.
Die Kräfte, die ich dabei in Anspruch nehmen würde,
wären zum einen Teil meine Feuermagie und absorbierende Dunkelheit,
ähnlich meiner Klinge Karstor, nur in Form einer Wolke um das Ding herum."


Ihre Miene war ernst, als sie ihren Blick zwischen beiden Vertrauten hin und her wechselte,
dies war die einzige Idee, die ihr auf die Schnelle gekommen war,
auch wenn sie sich nicht sicher sein konnte,
dass sie vollends heil aus der Sache herauskommen würde.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 04-11-2011 20:10 PM

Mit einem letzten Blick bedachte der Krasán die Leopardin, nickte ihr zu und erhob sich, um seinen beiden Vertrauten gemütlich nachzutapsen. Mit jedem Schritt färbte sich das Fell von den Pfoten aufwärts weiß bis Ellenbogen und Hacken, ein lichtgelber Schweifpuschel wurde vom Wind sachte zerzaust, eine schwarze Strähne darin.
Unterschwellig keimte Freude auf, trotz der Situation, und er hüpfte etwas vorwärts, wie ein verspielter Welpe, einfach im Genuss der beiden an seiner Seite.
Mit einem Satz sprang Lor vor und in den Transporter, die anderen stiegen nach, ehe die Tür sich schloss und sie längst auf dem Weg waren. Direkt nach dem Start nahm er wieder Humanoide an und schenkte den beiden ein Lächeln.

Es hielt an, noch auf ihrem Weg, selbst noch, als sie mit Rezlan sprachen und auch sonst Aufklärung erhielten, aber spätestens in der Zentrale war der Ernst des Lebens eingefordert.
Zuerst starrte Lor seinen Bruder nur fassungslos an, dann war er einen Schritt zur Seite, als wollte er gleich los, um irgendetwas zu tun, einfach in Bereitschaft.
Er schaute die Vampirin an. "Womit auch immer ich helfen kann, ich tue es, aber", sein Blick wanderte zurück zum Schwarzhaar, "ginge es vielleicht auch auf dem Eiswege, wie bei den Sprengsätzen im Palace?"
Konnte man Atomwaffen wie normale Bomben einfrieren?
Fakt war, dass er das nicht zulassen konnte, allein um der Natur willen, die damit nachhaltig zerstört würde. Kriege waren ein Ding, die Umwelt bedenkenlos zu zerstören ein ganz anderes.
Die blauen Brauen zogen sich leicht verärgert zusammen. Dass die Menschen immer noch mit solchen Mitteln ihre eigene Mutter zerstören mussten...



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 05-11-2011 16:14 PM

Alexinara brachte direkt einen Vorschlag an, um gegen die Rakete zu agieren. Inzwischen war der Timer bei 4:30. Daher verlagerte Raphael das Gespräch auf die Gedankenebene, um Zeit zu sparen.
//Ihr solltet wissen, die Atomwaffe bewegt sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. 3,3km / s entsprechen etwa der zehnfachen Schallgeschwindigkeit. Biologische Zellen halten diesem Druck, der dahinter steht nur wenige Sekunden aus, das Gehör platzt, aus der Lunge wird alle Luft gedrückt. Oder warum glaubt ihr haben Piloten von Überschalljets stets eine Sauerstoffmaske auf? Aber selbst solche Jets haben maximal Mach 5, also fünfache Schallgeschwindigkeit.
Des weiteren ist das, allein wegen der Geschwindigkeit, eine offensichtlich deutlich modernere Atomwaffe, als damals die Bomben bei Hiroshima und Nagasaki. Das heißt, man muss mit mindestens der 100fachen Explosionskraft rechnen. Zuletzt ist es keinem Flugfähigen Wesen aus physikalischen und physiologischen Gründen möglich auf normalen Wege solch ein Tempo zu erreichen. Vorher würden die Flügel ein- oder abreißen, bzw. der Luftwiderstand, der einem z.B. Drachen geboten wird ist aufgrund der breiteren Fläche deutlich höher.
Was dein Vorschlag also anginge, Lex, man müsste genau wissen, wo die Rakete detoniert, um den Radius einzudecken. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit braucht sie vom Inselrand, bis zur Inselmitte gerade mal den Bruchteil einer Sekunde. Aufgrund ihrer vermuteten Explosionskraft würde es auch schon reichen, wenn sie einen Kilometer vor der Insel hochgehen würde, um hier alles in Schutt und Asche zu legen. Des weiteren würde eine Explosion direkt vor der Insel nicht nur einiges an Meerwasser verdampfen, sondern auf das Wasser selbst auch einen hohen Druck ausüben, sodass wir anschließend mit einer Flutwelle rechnen müssten.
Was das einfrieren anginge, zwei Sachen: Selbst wenn man es schaffen würde die Rakete zu treffen, würde man lediglich den äußeren metallischen Mantel einfrieren. Dort, wo die Kernreaktion stattfindet jedoch nicht. Zum zweiten, was deutlich wichtiger ist: Diese Raketen haben grundsätzlich einen Nährungszünder - d.h. wenn irgendetwas in die Nähe der Sensoren kommt (etwa fünf bis zehn Meter), was für die als Hinderniss angesehen wird, geht sie hoch.
Zuletzt hätte eine ... starke Schutzwirkung von einem von uns, welche diese Rakete aufhällt, zudem die Klassifizierung E für denjenigen zufolge... womit es sein könnte, das andere Nationen aufgrund des "Gefahrenpotentials" einer solchen Cat E Person ebenso alles versuchen würden, diese Person unschädlich zu machen. D.h. sie könnten ebenso Atomwaffen auf Terra lancieren, um der "nationalen Sicherheit" willen....//
Eine gewisse Resignation wurde im gesandten Gefühl deutlich. //Kurz gesagt - Zerstören wir sie mittels Wirkung haben wir wohlmöglich ein Problem mit Erstschlägen anderer Nationen, oder anderer Bestrafungen für Terra, zum Beispiel Streichung von Geldern, etc. . Zerstören wir sie nicht, gibt es auf Terra wohl nicht mehr viel Leben.... Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit - jedoch solltet ihr dennoch ebenso in die Schutzräume gehen. Für den Fall, dass die Rakete doch ihre Wirkung bis hierhin entfaltet möchte ich nicht riskieren, dass ihr verstrahlt werdet. Schließlich könnte dies ungeahnte Folgen für eure Gesundheit und eure Fähigkeiten haben, aufgrund atomarer Zerfallsreaktionen, haben.//

Raphael gab etwas an dem Hauptterminal ein. Inzwischen war der Timer bei 4:00.
"Operation Center B2, can you here me?" - "Of course" - "Are the preperations done for anti-rocket measures?" - "Yes, Sir." - "Then start them, and get a visual link back to me."
Kurz drauf konnte man vier Kameraübertragungen von schnellen Flugobjekten auf dem Hauptschirm deutlich erkennen.Auf der Kartsensicht konnte man diese Objekte ebenso erkennen, und wie sie direkt Kurs auf die angreifende Rakete nahmen. Ebenso war der berechnete Kollisionspunkt deutlich zu sehen - er lag im nordöstlich Bereich der Nordsee.


RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 05-11-2011 19:15 PM

Aufmerksam hatte die Vampiress den Worten des Magiers gelauscht,
seine Erklärungen waren mehr als verständlich und machten ihre Idee nutzlos.
Das stetige Warnlicht im Raum tauchte alles in eine bedroliche Atmosphäre,
außer ihnen waren nur noch einige versprengte Reste der Terra-Besetzung zu finden,
die Leute hatten sich schon alle zu den Schutzräumen begeben.
Als ihr Vetrauter gerade dabei war, seine Idee zu erläutern und sie gleichzeitig zu bitten, ebenfalls die Schutzräume aufzusuchen,
schüttelte sie bestimmt den Kopf.

//Wir sollen uns in Schutz begeben und dich hier stehen lassen in der Gefahr?
Wenn, dann bleiben wir hier gemeinsam stehen und wehren den Schlag ab,
auch wenn es sehr edelmütig von dir ist, uns zu schützen,
ich könnte sicherlich nicht in einem Schutzraum versauern,
in dem Wissen, dass du da draußen hängst und den Arsch der Leute auf Terra retten willst!//,

gab sie ihm als Gedankenantwort zurück und sah ihm direkt in die Augen,
von seiner Seite weichen würde sie sicherlich nicht, zumindest nicht freiwillig.
Die Raketenabwehrmaßnahmen schienen für sie eine Möglichkeit, die Katastrophe noch zu verhindern,
auch wenn es ihr Unbehagen bereitete,
da New Light überhaupt soweit gekommen war.
Ihr Blick fixierte sich danach auf den Bildschirm,
einer zeigte die Atomwaffe in ihrem Flug und sie wirkte beängstigend groß.
Erneut musste sich die Vampiress die Frage stellen,
warum man überhaupt auf die Idee kam, derartige Waffen zu produzieren,
und warum überhaupt solche Kriege geführt wurden.
Innerlich seufzte sie wieder,
denn eigentlich hatte sich in der Welt doch nichts geändert,
Minderheiten wurden ausgestoßen und gar bekämpft,
was fremd war, wurde als schlecht deklariert,
sie fand sich wieder in dem Zustand von vor 20 Jahren.
Ablehnung und Ausgrenzung hatte sie damals schon erlebt,
doch hier nahm das gerade ein neues Ausmaß an,
sie fragte sich ernsthaft, ob es überhaupt eine Chance gab, friedlich zusammen zu leben,
oder ob es ewig in Kämpfen gegen irgendwelche Überzeugungen enden würde.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 08-11-2011 20:10 PM

Leicht gehetzt fletschte Lor leicht die Zähne und sah auf die Bildschirme.
//Wenn sie hochgeht, sobald sich etwas nähert, wäre es das Beste, ihr etwas in die Nähe zu geben, wenn sie ungestört detonieren kann, oder?//
Mehr fiel ihm aktuell nicht weiter ein. Hundertmal mehr Durchschlag auf zehnfache Geschwindigkeit, wie krank war das bitte?
Um dem Druck etwas zu entgehen, wanderte er hin und her, ohne die Absicht, von der Seite der beiden zu weichen. Lexia hatte ihren Standpunkt stumm klargemacht, aber er wusste, wie er gefallen war, rein von der Stimmung und dem Gefühl aktuell.
Nun lief er hier also eine kleine Linie, die Hände ineinander verschränkt, und konnte nichts tun.
//Was also hast du nun vor?//



RE: Am Abgrund der Zeit - Raphael - 09-11-2011 14:55 PM

//Lex, nun ist nicht wirklich die Zeit für Diskussionen. Zudem bin ich nie wirklich in Gefahr, was soetwas angeht, da ich in dieser Runde wohl der einzige bin, der die Teleportation effektiv beherrscht. Mir reicht schon eine Millisekunde um mich tausend Kilometer weiter in Sicherheit zu bringen - bei euch ist das nicht so einfach. Daher meine bitte an euch ebenso den Schutzraum aufzusuchen.//
Raphael wandte seinen Blick nun Lor zu. //Was ich vorhabe ist simpel: Es wurden soebend vier Geschose mit eingebauten Kameras gestartet. Deren Bilder könnt ihr auf dem Bildschirm dort sehen. Der Treffpunkt der Geschosse und der Rakete liegt über der Nordsee - das heißt: Dort wird, wenn auch nur eine der vier trifft, die Rakete detonieren. Insgesamt ist diese Position für alle noch die angenehmste. Zwar wird eine größere Menge Wasser kontaminiert, jedoch würde so oder so ein gewisser Bereich verstrahlt werden - so haben wir wenigstens aktuell einige Leben gerettet. Gegen die weiteren Auswirkungen, wie eine nukleare Wolke, kann man sich anschließend kümmern.//

"Mr. Liskor, we have a problem. Our stationary defense system had a big internal error - maybe just a jam-signal, but a repair would take at least 10 minutes." - "Whats about the prototype optical defense system?" - "You mean the SDI-Laser?" - "Yes - could you start it, and aim it against the head of this rocket, in case the camera-bullets don't hit?" - "This is impossible. We have a little fog, and you know - in the wet air a optical laser split its energy in all directions!"
Verdammt - daran hatte er nicht gedacht. Das Wetter hatte Raphaels Notfalllösung ausgehebelt. Schließlich konnte ein lichtbasiertes System, wie ein Laser sehr schnell an durchscheinenden Objekten, wie Wassertropfen, gebrochen werden und würde somit seine Wirkung verlieren.
"Ok, let us hope, that one of our cameras hits".

Der Timer war bereits auf 3:10 runter, als sich auf den Livebildern die Rakete deutlich zu erkennen gab. Die erste Kamera verfehlte knapp ihr Ziel, und schien mit einem eigenem Antrieb sich zu wenden, und nun die Rakete zu verfolgen. Zwei weitere Geschosse kamen direkt auf die Spitze der Rakete - und trafen!
Doch - die Rakete flog weiter. Sie war nicht einmal beschädigt worden. Was war da passiert? Das letzte abwehrende Objekt schlug ebenfalls in der Nähe des Raketenkopfes ein, jedoch konnte man einen kleinen Lichtschimmer auf der verfolgenden Kamera erkennen.
Langsam dämmerte ihm, was die Angreifer in diese Rakete eingebaut hatten. Das würde auch ihre enorme Geschwindigkeit erklären, die glücklicherweise etwas gebremst worden war. Die ursprünglichen 3,3 km/s hatten sich auf 2,7 km / s reduziert. Der Timer korrigierte sich automatisch, sodass sie ab jetzt wieder knapp 4 Minuten hatten.
Der Wächter blickte kurz zu seinen Vertrauten. //Sie haben ... magische Zellen eingesetzt, um damit sowohl den Antrieb, als auch einen dünnen Schild zu betreiben, der die Rakete bis zum Einschlag schützt... Der Laser hätte aufgrund seiner Natur wohl den Schild schnell kaltstellen können, doch kann man ihn aufgrund des Wetters nicht einsetzen. Zudem ist die Rakete noch immer zu schnell, als das selbst mit dem Laser der Schild für genug Pufferzeit sorgt, in welcher die Rakete in einen bedrohlichen Bereich kommt.//

Wenige Sekunden war es still, ehe der Magier hektisch einige Eingaben machte. //Seht zu, dass ihr in den Schutzraum, oder mindestens einen Kilometer von Terra wegkommt. Fünf Kilometer wären sogar noch besser. Mir ist es nicht gestattet, alle zu retten - wenn ihr mir also in die Quere kommt, garantiere ich für nichts.// , fügte er in Gedanken noch hinzu, in der Hoffnung, sie würden es verstehen. Kurz darauf betätigte er sein Codec:
"Operation Center B2 - make everything ready for an atomic detonation. Is Rezlan in there?" - "Yes, I am here." - "I would ask you a favor - could you get an audio stream into the output line of my codec?" - "Audio stream? Which one?"
Einmal durchatmend, besah sich Raphael erneut den Timer. Er stand erneut bei 3:30.
"Give me a song. Linkin Park - In the end"

Wenngleich das Lied schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hatte, kannte der Schwarzgewandte für diese Situation nichts passenderes. Kaum begann das Intro in seinem Ohr, blickte er kurz noch zu seinen Vertrauten, und brachte sich dann mit einer Teleportation auf den Flugplatz der Insel.
Die ersten Zeilen des Liedes begannen.

It starts with one thing I don't know why
It doesn't even matter how hard you try
Keep that in mind I designed this rhyme
To explain in due time

All I know time is a valuable thing
Watch it fly by as the pendulum swings
Watch it count down to the end of the day
The clock ticks life away

It's so unreal, didn't look out below
Watch the time go right out the window
Trying to hold on but didn't even know
Wasted it all just to watch you go


I kept everything inside
And even though I tried, it all fell apart
What it meant to me
Will eventually be a memory of a time when


I tried so hard and got so far
But in the end it doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter

One thing, I don't know why
It doesn't even matter how hard you try
Keep that in mind I designed this rhyme
To remind myself how I tried so hard

In spite of the way you were mocking me
Acting like I was part of your property
Remembering all the times you fought with me
I'm surprised it got so far

Things aren't the way they were before
You wouldn't even recognize me anymore
Not that you knew me back then
But it all comes back to me in the end

You kept everything inside
And even though I tried, it all fell apart
What it meant to me
Will eventually be a memory of a time when

I tried so hard and got so far
But in the end it doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter



I've put my trust in you
Pushed as far as I can go
For all this
There's only one thing you should know




I've put my trust in you
Pushed as far as I can go
For all this
There's only one thing you should know




I tried so hard and got so far
But in the end it doesn't even matter
I had to fall to lose it all
But in the end it doesn't even matter
Er setzte sich in den nächsten Hubschrauber, den er sehen konnte. Einen zu steuern vermochte er zwar nicht, zumindest konnte er in der Eile sich nicht auf seinen damaligen Unterricht konzentrieren, jedoch konnte er von innen eine levitierende Wirkung auf das ganze Objekt anwenden.

Schnell führte er seine Hände zusammen, und kanalisierte die erforderliche Energie, um langsam den ganzen Flugapparat zu heben. Anschließend bildete er noch einen doppelten Schild, den er zu einen Seite spitz zulaufen lies.

Der Magier ließ aus dem zweiten Schild einen Großteil der Luft entweichen. Auf diese Art und Weise würde der Druck innerhalb seines Schildes konstant gehalten, egal wie schnell er flog. Eine ähnliche Technik nutzten auch die Hubschrauber der ISF für die Passagierkabinen.

Jetzt konnte es losgehen. Mit einem ungeheuren Energieschub setzte er seinen "Transport" in Bewegung. Die Geschwindigkeit, die die Instrumente auch auf diese Art der Fortbewegung anzeigten, bescheinigten ihm zu Anfang knapp 1km/s.

Raphael wollte es nicht zulassen, das New Light, oder wer auch immer dahinter steckte, so einfach für ein gewaltiges Unglück sorgt. Noch hatte er Zeit, wenn auch nicht viel. Seine Flugbahn orientierte er anhand von GPS.

Der Abend wirkte bereits düster, und da er den Motor der Maschine nicht gestartet hatte, formte der 'Pilot' zwei Lichtkugeln, die er zur besseren Orientierung nach draußen sandte.

Unterwegs dachte der Magier kurz an die Bewohner Terras, sowie an Lor und Alexinara. Es war gut möglich, dass sie entweder bei Rezlan mit untergekommen waren, oder eine eigene Strategie verfolgten.

Warum mussten solche Waffen immer wieder genutzt werden? Warum harmonierte die Gesellschaft noch immer nicht miteinander? Darum konnte er sich später kümmern - langsam kam die Rakete in Sichtweite.

Seine Konzentration und Flugbahn haltend, stand er auf, und ging zu einer Seitentür des Helikopters, die er prompt öffnete. Es kam ihm kaum ein Luftzug entgegen - Sein Vakuumschild tat sein übriges.

Er hatte nur einen Versuch. Der näherkommende und größer werdende Punkt, welcher die Rakete darstellte, nahm Kollisionskurs mit seiner Maschine. Hoffentlich brach deren Schild schnell zusammen. Raphael sprang aus der Seitentür, in Richtung Meerwasser, löste dabei die Schilde und hielt während seines Sturzes den Flieger noch in der Luft.

Rasch errichtete er noch eine mehrschichtige Barriere, wenngleich ihm die ganze Flug-Aktion schon einiges an Kraft gekostet hat, würde er alles brauchen, um der Explosion stand zu halten. Derweil donnerte die Rakete mit pfeifendem Geräusch direkt in den Hubschrauber - und durchschlug ihn! Wenngleich die Rakete nun deutlich langsamer war, geschätzte 500 m/s, flog sie noch immer weiter.

Sofort bildete Raphael einen neuen Vakuumschild, und beschleunigte sich selbst. Die Waffe war schnell eingeholt, und für eine Sekunde flog der Magier mit ihr gleichauf, sammelte dann Magie und feuerte einen energetischen Strahl auf den Antrieb. Der Schild war offenbar bereits vorher aufgebraucht gewesen - denn der Antrieb wurde direkt lahm gelegt.

Etwas torkelnd, wie ein verletzter Vogel stürzte die Rakete in Richtung Meer. Dort löste sich beim ersten Kontakt mit dem Wasser der Zünder aus. Ein rein weißes Licht strahlte, blendete, ehe eine gewaltige, kugelförmige Druckwelle sich in alle Richtungen ausbreitete.

Einige Sekunden später, als die Druckwelle nachlies, regnete es einige Tropfen. Die Einschlagstelle füllte sich wieder mit Wasser. Welchen Schaden die Rakete auch angerichtet hatte - hier draußen wurde es mit dem verklingen der letzten Klaviertöne wieder still.

Von dem Magier fehlte jede Spur.




RE: Am Abgrund der Zeit - Alexinara - 09-11-2011 17:24 PM

Alexinara hatte dem Magier nickend zugehört,
seine Warnung war mehr als deutlich bei ihr angekommen.
Als die ersten Abwehrmechanismen ihren Zweck nicht erfüllten und Raphael sich einer anderen Strategie besann, schaute ihn Alexinara eindringlich an.
Wieder einmal musste er alle retten,
sie wusste, dass nur er in der Lage dazu gewesen wäre,
ihre Hand streifte seinen Arm und drückte ihm die Hand.

//Komm mir heil wieder, ja?//,

stellte sie ihm gedanklich die Frage, ehe sie Platz für Lor machte,
der ebenfalls den Ernst der Lage begriffen und sich darauf eingestellt hatte, Schutz zu suchen.
Als er seinen Wunsch Rezlan vorschlug, schaute sie ihn fragend an,
danach waren sie schon auf dem Flugplatz und der Magier bereitete sich darauf vor loszulegen.
Einen Moment schaute sie ihm wehleidig hinterher,
nutzlos zu sein hatte sie bisher nie gemocht.
Als der Flieger ohne Motorgeräusche abhob -
sie nahm an, dass er Magie dazu einsetzte -
holte sie nochmal tief Luft und rief ihm etwas nach.

"Mach das Ding fertig, dann schenke ich dir 'nen selbstgemachten Kuchen,
den du auch mit strahlendem Gesicht genießen musst!
Und damit meinte ich auch, dass du dir die Strahlung vom Hals hälst!
Egal, wo du landest, wir finden dich!"


Ihr Blick wanderte zu Lor, auch er machte den gleichen Schmerz wie sie durch,
wohlmöglich gar einen schwereren,
weil er schon deutlich mehr kritische Situationen mit ihm durchlebt hatte.
Ein letzer Blick noch, sie nahm an,
dass es an der Zeit wohl knapp noch 3 Minuten waren, und sie ballte die Hände zu Fäusten.

//Wir müssen hier weg,
wie schnell kannst du wegfliegen?
So sichern wir uns Mobilität,
wenn er das Ding geplättet hat//,


richtete sie ihre Gedanken an ihren Vertrauten neben sich.



RE: Am Abgrund der Zeit - Lorahn - 10-11-2011 10:40 AM

Beinahe machtlos folgten Lors Augen seinem Bruder, der schließlich einfach verschwand, eine letzte Warnung auf den Lippen.
In aufkommendem Gefühl fauchte er einfach nur laut aus und ließ seinen Tränen freien Lauf, das Blut färbte die Wangen ungehindert dunkelrot, dann packte er die Vampirin bei ihrer Frage, umarmte sie fest und griff auf eines der Dinge zurück, die er so gut wie nie nutzte, weil die Nebenwirkungen zu groß waren.
Ein Bild eines Palmenrondells blitzte auf, der erste Gedanke, der ihm kam, und ohne Vorwarnung veränderte sich die Luft, das Büro, die Einsatzzentrale und Terra verschwanden.

Sandiger, heißer Wind umwehte die beiden Gestalten, die an einem langen Strand gelandet waren. Zu ihren Füßen brandeten seichte Wellen und malten Formen in den Sand, streichelten die Steine und Muscheln, die dort lagen. Die Zeit schien plötzlich still zu stehen an diesem uralten Ort, nur geprägt von der Natur.
Auf der anderen Seite des Meeres war eine lange Bergkette zu erkennen, genauso wie am Rande der kleinen Ebene, an die der Strand grenzte. Vor den nahen Bergen lag eine verwaiste Straße.

Lor schluchzte, das Gesicht an seiner Gefährtin Schulter vergraben, bis nach ungezählten Momenten er sie kraftvoll wegstieß, nur noch laut aufschrie, mit allem, was er hatte. Genau wie die Natur es jetzt tat, weit weg von ihnen. Ihre Stimme hallte tausendfach in seinem Kopf nach, an dem seine Hände jetzt lagen.
Als alle Luft aus den Lungen gewichen war, kippte der Krasán einfach zur Seite weg und landete mit einem Platschen im Wasser.
Langes schwarzes Haar verteilte sich in der Strömung, die ungefragt die blutigen Wangen rein wusch.