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>*Stadt Laikan - Stadtplatz*<
05-07-2010, 10:08 AM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13-07-2010 23:57 PM von Alexinara.)
Beitrag #1
>*Stadt Laikan - Stadtplatz*<
Der Stadtplatz bildet die Mitte der Stadt, dort findet man den Zugang zu allen wichtigen Plätzen wie dem Marktplatz, Wohnviertel, die Gärten, die Kapelle und etwaige andere Orte.

Die Mitte des Platzes wird von einem großen Marmorbrunnen beherrscht, dessen glasklares Wasser von großem Wohlstand zeugt. Bänke sind rundherum um den Platz angeordnet und einige Bäume gewähren der Natur Einlass in das Zentrum des Lebens.

Auf dem Stadtplatz findet sich die städtische Schenke, dessen Veranda zu einem Getränk einlädt. Einige Bewohner laufen geschäftig umher und versuchen ihren Angelegenheiten nachzugehen, den Kirchturm kann man schon auf dem Stadtplatz ausmachen.
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12-06-2011, 13:39 PM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27-02-2016 22:43 PM von Alexinara.)
Beitrag #2
Der Junge und die Vampiress

~*Anfang des RP´s Lycidas, ewiger Begleiter*~

Ein langer dunkler Gang, der von Stille beherrscht wird.
Kein Windzug ist dort zu vernehmen, alles wirkt leer, doch dann hallen schnelle Schritte von den Mauern wieder.
Ein junger Knabe, gerade die zehn Sommer seines Lebens durchschritten, rennt wie wild durch den Gang.
Wie vom Blitz getroffen bleibt er stehen und reißt eine Tür auf,
die glücklicherweise zu seiner Rechten direkt zu finden ist.
"Herrin, Herrin!",
schrie der junge Knabe in den Raum hinein und ließ eine junge, schwarzhaarige Frau an ihrem Schreibpult ihre Feder niederlegen und sich langsam zum Jungen umdrehen.
"Lycidas, was treibst du hier zur Unterrichtszeit und vor allem in diesem Bereich der Anlage?
Habe ich dir nicht oft genug gesagt, dass es hier für kleine Kinder gefährlich ist?",

eröffnet sie ihm eine Standpauke, die jedoch mehr scherzhaft als wirklich ernst gemeint war.
Die Augen von Lycidas leuchten, als er die Worte vernahm und er schmunzelte schüchtern.
"Verzeiht mir, Herrin, doch der Unterricht war mehr als langweilig",
gabt er kleinlaut zu und schaute zum Boden, seine Hände spielten unschlüssig an seinem Hemd herum.
"Langweilig sagst du? Ich dachte, du wolltest etwas lernen?
Und bitte lass das Herrin, Alexinara reicht völlig.
Schließlich nennen mich schon alle anderen so,
aus Respekt oder Furcht sei mal dahingestellt,
du sollst es nicht auch noch so machen..",

sagte sie ihm mit nun strengem Blick und fixierte dabei die magere Gestalt Lycidas',
er ging einige Schritte auf sie zu und bemerkte den Haufen Bücher an ihrem Schreibpult,
mit kindlicher Auffassungsgabe fingen seine Augen an zu leuchten.
"Aber Euch scheint auch langweilig zu sein, so viele Bücher."
Verdutzt schaute Alexinara hinter sich und wunderte sich abermals,
wie der kleine Junge das überhaupt gesehen haben konnte, kopfschüttelnd legte sie sich die Hand an die Stirn.
"Dass du mir auch noch soetwas behauptest, unerhört.
Natürlich bildet man sich weiter, wenn man nichts zu tun hat.
Im Gegensatz zu dir mache ich etwas Sinnvolles."

Damit hatte sie Lycidas getroffen, er suchte aufgeregt nach irgendwelchen Worten,
die er ihr nun als Konter entgegen werfen konnte, doch es kam ihm nichts in den Sinn.
Seufzend dreht er sich um und ging zur Tür, bis ihm dann doch ein Blitzgedanke kam, erneut tratt ein Lächeln in sein kindliches Gesicht.
"Aber unser Lehrmeister erklärt das Töten eines Vampirs völlig falsch, er macht es ganz anders als Ihr damals.
Außerdem vergisst er immer, dass ein Vampir deutlich schneller als ein Mensch sein und ihm deshalb zuvor kommen kann, wenn er nicht aufpasst",

erzählte der Kleine in einem Atemzug und erhielt nur ein kurzes, fragendes Gesicht Alexinaras als Antwort, bis sie begriff, was er meinte.
"Du redest von dem Vorfall vor drei Jahren, nicht?
Glaub mir, euer Lehrmeister sagt es schon richtig, wenngleich ich schon Schwächen in seiner Erklärung sehe.
Doch sag mir eines, hängst du immer noch dieser alten Geschichte nach? Schließlich habe ich dich nicht umsonst in diese Akademie gesteckt."

Ihr Blick wanderte zu einer alten Karte, die über ihrem Bett hing,
eine Landkarte, und sie erinnerte sich an den Tag vor drei Jahren, wo sie den jungen Lycidas,
damals gerade sieben, aus den Klauen eines böswilligen Vampirs befreit hatte.
Zu schnell war die Zeit schon wieder vergangen und das Aufsehen des Jungen zu ihrem Selbst konnte sie immer noch nicht genau einordnen.
Lycidas indes hatte sich die kühle Hand der Vampiress geschnappt und zog sie mit sich.
"Ihr müsst es ihm aber erklären,
sonst weiß er es doch nicht besser.
Schließlich wisst Ihr es doch am besten,
Ihr habt den Vampir damals nur mit einer Handbewegung zu Fall gebracht!"

Aufgeregt schien Lycidas nun unentwegt vor sich her zu plappern,
man merkte ihm gar nicht mehr an,
dass er noch vor zu kurzer Zeit ein verängstigtes kleines Kind gewesen war.
"Ja, ja, ich komme schon, zieh doch nicht so, sonst muss ich dich am Ende doch noch töten",
gab sie ihm leicht entnervt zu verstehen, was er mit ein bisschen weniger Druckentlastung als Antwort ihr entgegen brachte.
//Langsam glaube ich, dass dieser Junge noch eine Plage wird...//,
dachte sie sich nun im Stillen, während sie den Gang mit ihm zurückging.
//Auch wenn ich ihn gerettet habe, er muss doch nicht so anhänglich werden, dafür werde ich wohl demnächst sehr starke Nerven brauchen.//


Gerade hatten sie die Schuleinrichtung erreicht,
sie lag nur einige Gänge und einen Gebäudekomplex weiter,
da lotste der kleine Lycidas Alexinara direkt bis vor die Tür des Unterrichtsraumes.
Man hörte die Stimme des Magisters,
der ziemlich monoton sein Wissen mitteilte.
"Vampire sind schreckliche Kreaturen, Dämonen!
Sie können Menschen mit nur einen Hieb vernichten,
ein Augenzwinkern reicht, um einen ganzen Raum zu töten.
Vor ihnen müsst ihr euch besonders in Acht nehmen,
wenn es darauf ankommt, auch schnell handeln...",

erklärte der ältere Herr in alter Manier voller Abscheu den erschrockenen Schülern,
welche allesamt die Ausbildung zu Vampirjägern beginnen wollten,
jedoch jetzt schon vor Schreck beinahe unter ihren Schulbänken verschwunden wären.
Mit einem Finger an den Lippen deutete sie Lycidas, keinen Mucks von sich zu geben,
der Junge verstand und blieb wie angewurzelt stehen.
Mit einem Ruck stand die Tür offen,
der Magister schaute erschrocken drein,
als Alexinara direkt vor ihm stand.
"Na, was erzählen Sie denn Ihren Schülern?"
Bewusst zeigte sie ihre etwas verlängerten Eckzähne und ließ einen Moment lang das Rot in ihren Augen intensiver glimmen,
augenblicklich erzeugte das ein Tuscheln im Raum.
"Herrin Alexinara, verzeiht meine Wortwahl...
Ich... ch wollte nur den Kindern darstellen,
dass... ja... das...",

stockte der nun kreidebleiche Mann in seiner Erzählung,
grinsend rief Alexinara Lycidas in den Raum,
er setzte sich ohne weitere Anweisung auf seinen Platz,
keines der Kinder rührte sich mehr,
alle Blicke waren gebannt auf ihren "Feind" gerichtet.
"Also, ihr zukünftigen Vampirjäger, folgende Dinge solltet ihr nicht vergessen:
Es gibt Vampire, die töten aus Vergnügen,
sie sind unzivilisiert und gewaltsam,
jedoch gibt es auch jene,
so wie mich auch, wie ihr scharfsinnig bemerkt haben solltet,
die keinen Menschen oder anderen Wesen töten,
sofern diese keine Gewalt gegen sie anwenden.
Ich muss eurem Lehrer aber Recht geben,
wir sind je nach Generation blitzschnell,
haben besondere Fähigkeiten,
oder sind übermäßig stark",

erklärte sie und wechselte dabei,
ohne dass es jemand sehen konnte,
ihre Position im Raum, was ein Mitgehen der Kinderköpfe zur Folge hatte.
Der Mann hatte sich auf seinen Platz zurückgezogen und war still geworden,
nun stand Lycidas die Frage im Gesicht und er erhob sich von seinem Platz.
"Aber wie kommt es, dass Vampire unterschiedliche Stärken haben?
Wieso gibt es denn schlechte Vampire?",

fragte er in den Raum hinein und schaute der Vampiress in die Augen,
sie musste schmunzeln, nur er hatte keine Berührungsängste bei Untoten,
wenngleich das nicht unbedingt in seiner anstehenden Karriere vorteilhaft wäre.
"Vampire und ihre Kräfte werden in Generationen unterteilt,
denn je weiter der enstandene Vampir zu seinem Ursprungsvorfahr entfernt ist,
desto "dünner" ist das Blut und damit auch die Kräfte."

Eine kurze Pause entstand und die Kinder hingen gebannt an ihren Lippen,
sie wusste das Lernen am lebenden, oder eher unlebenden, Exemplar besser war
als jegliche Unterrichtseinheit mit einem Magister.
"Die Urväter der Vampire haben zum Teil unvorstellbare Kräfte,
sie können ihren Körper in Tiergestalt wandeln,
als Schatten unbemerkt von Ort zu Ort wandern,
ganze Städte in Schutt und Asche legen.
Dazu noch etwaige magsiche Kräfte,
wie Gedankenmanipulation, Blutmagie,
dunkle Magie und noch vieles mehr.
Einige der Urahnen haben Kräfte,
die das Verständnis der Menschen übersteigen,
manche sind auch mit Fähigkeiten beglückt worden,
die man erst noch erkennen muss.
Für euch wird es irgendwann dazu kommen,
dass ihr genau im richtigen Augenblick sehen müsst,
was euer Gegner kann, was ihm schadet und was eure Chance ist.
Zunächst aber zu den grundlegenden Sachen,
als Vampir kann man geboren, geschaffen oder versklavt werden.
Die geborenen Vampire sind Reinblüter und damit,
egal in welcher Generation, deutlich stärker als geschaffene Vampire.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich einen Menschen als hörigen Sklaven zu schaffen,
der dann auch mit ewigem Leben gesegnet ist,
jedoch aufgrund eines Blutbandes seinem Erschaffer untertan sein muss.
Als Vampirjäger jagt man meistens geschaffene Vampire,
entweder welche, die ihrem Blutdurst erlagen und keine Kontrolle mehr haben,
oder jene, die sich widersetzen, Menschen zu achten und zu verschonen.
Ab und an werden auch Vampirsklaven zu Zielen,
wenn ihre Herren sie verstoßen haben und sie wahnsinnig umhersteifen,
oder als Auftrag haben, einen anderen Vampir zu töten.
Unter den Reinblütern kommt es selten zu Zielsetzungen,
und wenn, werden diese nur von den besten Vampirjägern verfolgt."

Ein Rundumblick genügte und in einigen entfachte es Eifer,
als bester Vampirjäger die höchsten Würden zu erreichen.
"So, zu den Schwächen, die Vampire der späteren Generationen,
ich meine ab der 5. Generation, sind empfindlich gegen Sonnenlicht,
mit der Generationssteigerung steigert sich auch die Anfälligkeit von Kräfteschwächung bis zum sofortigen Tod.
Andere Schwächen sind bisweilen nicht so gut dokumentiert,
da müsst ihr euch um die Literatur bemühen, oder eurem Instinkt vertrauen",

fügte sie noch an und lächelte den Kindern zu,
einen kurzen Blick noch auf den Magister richtend, zuckte dieser zusammen.
"Ihr solltet darauf achten, dass diese Kinder Vampire nicht nur für Monster halten,
schließlich besteht das Ordensoberhaupt aus eben jenen Wesen,
welche Ihr zu jagen vermittelt",

belehrte sie ihn und verließ den Raum.
Hinter sich hörte sie die aufgeregten Stimmen der Kinder,
alle waren sie begeistert von der kleinen Unterrichtseinheit gewesen,
und Lycidas freute sich innerlich, dass er zu etwas Positivem beigetragen hatte.

Monate, Jahre zogen ins Land, die Jahreszeiten beherrschten die Gegend,
besonders die Wintermonate stellten den Ort und den Orden auf eine harte Probe,
während die Menschen froren und Schutz in ihren Behausungen bei den Kaminen suchten,
streiften die Vampirwachen durch die Straßen und sorgten für Ordnung.
Inzwischen waren zwei Jahre vergangen, der Winter beinahe am Ende,
die Stadt war in einem Zeitalter der Gewaltlosigkeit angekommen,
Unruhen im Umland waren fast zum Erliegen gekommen.
Die Versuche des Ordens, wilde Vampire zu bekehren oder auszulöschen, trug Früchte,
auch die ersten Vampirjäger hatten schon Ansehen erlangt,
teilweise waren sie zu Helden erklärt worden,
nur kein Ausnahmefall hatte sich ergeben,
es waren gute Jäger, allemal, jedoch keine perfekten Jäger.

Die schlanke Gestalt Alexinaras schälte sich aus den Schatten der Burgmauer,
es war gen Mitternacht, nur der zunehmende Mond erhellte den Ort,
kein Stern funkelte am Himmel, alles lag in unheimlicher Stille.
Sie stellte sich an die Brüstung, vor ihr lag die friedliche Stadt.
In den letzten Jahren hatte sich einiges verändert,
nur sie war so geblieben, wie sie vorher war.
Erneut unterbrach etwas die Stille,
Schritte wurden von der dünnen Schneeschicht aufgenommen,
dennoch konnte man das Knistern des frisch gefallenen Schnees unter dem Schuh hören.
"Alexinara, der Orden beordert dich zu einer Sitzung,
die Obersten wollen über die Zukunft sprechen",

erklärte der Jüngling, Lycidas mit 12 Sommern,
direkt neben der Vampiress stehend,
etwas außer Atem und verschwitzt.
"Ich werde dorthin kommen,
geh nun und lege dich zur Ruhe,
heute war ein anstrengender Tag gewesen.
Ich hörte, eure ersten Prüfungen standen an?",

erkundigte sie sich, ohne dabei ihren Blick von der Stadt abzuwenden,
doch das brauchte sie nicht, er verstand auch so,
dass es keine böswillige Art war, sondern zu ihr gehörte.
"Ja, die ersten praktischen Einheiten beim Umgang mit Waffen,
Schwerter und andere Klingenwaffen waren heute unsere Grundlage,
auf Anhieb habe ich die anderen fertig gemacht!",

tönte es aus dem deutlich älter wirkenden Jungen,
seine struppigen Haare waren etwas gewachsen,
das kindliche Aussehen teilweise gewichen
und erste Muskelansätze bildeten sich aus.
Nickend drehte sich Alexinara um,
ein Lächeln zierte ihr Gesicht,
sie legte ihm ihre Hand auf die Schulter.
"Mach weiter so.
Ich sehe eine große Zukunft in dir.
Vielleicht schaffst du es ja in die höchsten Ehren",

mit diesen Worten verschwand sie wieder in den Schatten.

Eine dunkle Kammer, irgendwo unter der Erde,
fünf große Stühle waren im Halbkreis angeordnet,
alles lag im seichten rötlichen Licht gehalten.
Vor diesen Stühlen standen schon einige Ordensmitglieder,
Entscheidungsträger der ersten Generation.
Nur wenige schafften es in den inneren Kreis des Ordens,
noch weniger hatten je die Gesichter der Ältesten gesehen.
Vor diesem Treffen hatte die Vampiress schon vernommen,
dass zukünftige Pläne in die Wege geleitet werden sollten,
schließlich hatten sie Ordnung in diesen Landkreis gebracht.
Expansion war ein geflügeltes Wort geworden und jetzt stand sie vor dem Eingang,
leise hallten ihre Schritte in diesem heiligen Gemäuer wieder,
sie war die einzige Frau außerhalb der Würdenträger,
die an diesen Sitzungen teilnehmen durfte.
Das hatte bisweilen seinen Hintergrund in ihrem Beitritt,
denn als sie eines Tages freiwillig dem Orden beitreten wollte,
sie im Ordenshaus vorgestellt und um eine Audienz gebeten hatte,
war etwas geschehen, was die Ältesten nie ans Tageslicht bringen wollten.
Wie immer hatte einer dieser Urväter ihr neues Mitglied auf seine Fähigkeiten prüfen wollen,
damit seine Stelle im Orden festgelegt werden konnte.
Als er jedoch seine Hand auf den Kopf Alexinaras ablegte, versagten seine Kräfte,
er hatte keinen Zugriff, keine Information über sie,
der einzig bleibende Rückschluss wäre gewesen,
dass sie noch eine Generation älter sein müsste,
was die Ältesten, welche dann hinzu kamen,
verneinten und auch von Alexinara bestätigt wurden.
Dieses Phänomen als Zeichen nehmend wurde sie aufgenommen,
als Sondermitglied sozusagen,
was außerhalb aller anderen Restrinktionen Freilauf hatte.
Damit die Ältesten sie aber im Auge behalten konnten, wurde sie auch zu solchen Veranstaltungen geladen,
schließlich mussten sie wissen, was sie selbst von derlei dachte und vor allem,
was ihre Reaktionen waren und eventuelle Neigungen.
Ihre Angst vor der Vampiress war tiefliegend und für alle anderen verborgen,
nur die Vampiress hatte es erahnt, wollte es aber nicht ausspielen.


Die Energien der Ältesten erfüllten den Raum,
schon hatten alle in die Knie gefunden, das Haupt gesenkt,
fünf ältere Herren setzten sich auf die Sitzplätze,
allesamt in langen Gewändern gekleidet, rotgelb als Leitfarbe,
prächtig und doch schlicht genug, um keinen Hochmut zu erwarten.
Die Ältesten hatten alle keine Ähnlichkeiten zueinander,
der erste von der linken Seite aus gesehen war ein Hüne,
wahrscheinlich früher ein Träger, oder Handwerker gewesen,
sein wettergegerbtes Gesicht zeigte viel Arbeit im Freien,
kurze braune Haare trug er, dazu das matte Glänzen seiner tiefroten Augen.
Zu seiner Seite kam ein sehr schlanker, magerer Mann,
eine spitze Nase wurde von einem runden Gesicht umrahmt,
die seichten, glatten blonden Haare hingen kraftlos an seinem Kopf herunter,
sie reichten kaum an sein Kinn, schienen auf den ersten Blick ungepflegt,
dann merkte man aber, dass sie nicht kaputt, sondern aalglatt waren.
Mittig saß das Oberhaupt, seine Statur verriet,
dass er eine hohe Position inne hatte,
die Austrahlung in seinem Auftreten erzeugte in jedem Ehrfurcht,
die kurzen schwarzen Haare und das markante Kinn trugen zu diesem Gefühl bei.
Die letzten beiden Ältesten dafür wirkten beide wie liebevolle Väter,
man mochte meinen, dass beide das gleiche Elternhaus hatten,
doch die Statur, bei einem klein und rundlich,
beim anderen groß und schlank, sagten etwas anderes,
beide trugen hellbraune Haare, der Rechte etwa schulterlang.
Mit einer Handgeste bat das Oberhaupt die Anwesenden um seine Aufmerksamkeit,
gleichzeitig erlaubte er den anderen, sich wieder zu erheben.
"Meine Kinder der Nacht,
heute haben wir uns gesammelt, um über die Zukunt zu beraten.
Doch zuerst möchte ich um euer Gehör bitten,
einen Bericht über die letzte Entwicklung wird uns von Alexinara,
unserer Sondergesandten, vorgetragen",

seine offene Handfläche zeigte zur Gestalt der Vampiress,
langsam ging sie zu ihm nach vorne,
von einem unangenehmen Raunen der anderen begleitet.
Ihre besondere Position innerhalb des Ordens hatten vor allem die jungen Würdenträger nicht verstanden,
da sie Jahrzehnte schwerster Arbeit investiert hatten, überhaupt in diesen Kreis zu kommen,
und nun von einer, von ihnen als blutjunge Vampirin bezeichnet,
einfach in Rang und Würde untergraben wurden.
Nachdem Alexinara mit einem kurzen Kniefall erneut ihren Respekt bezeugte, drehte sie sich zu der Ansammlung herum,
trotz vorhandener Abneigung hörten ihr alle aufmerksam zu.
"... Somit sollten wir unsere Bemühungen eher in die nordwestlich angrenzenden Landkreise konzentrieren,
da von dort Sichtung starker Vampirclans berichtet wird,
die mordend ganze Herzogtümer in Angst und Schrecken versetzen.
Die Anzahl zu vernichtenden Individuen steigt täglich,
da dort auch Territorienkriege stattfinden,
wofür die befeindeten Vampirfürsten SKlavenarmeen aufstellen",

endete die Vampiress ihre lange Erzählung über den Werdegang des Ordens,
die bisherigen Erfolge bei der Vampirjagd und Ausbildung eben jener Jäger,
Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der Grenzen und ihr Fazit zur Zukunftsorientierung.
Nickend entließ der Älteste Alexinara und erhob sich von seinem Platz,
er kam einige Schritte auf die Meute zu.
"Wie ihr hört, haben wir besonders in diesem Bereich viel Arbeit zu leisten,
diese Untersuchungen von Alexinara laufen nun schon seit einem halben Jahrzehnt,
die Erhebungen hat sie vortrefflich gemeistert und uns Informationen gesichert,
nichtsdestotrotz müssen wir unsere Bemühungen vor Ort ebenfalls verstärken,
Julius und Keran sollen die Untersuchungen in diesen gefährdeten Regionen mit einem entsprechenden Trupp führen,
Alexinara wird als Botschafterin in die weniger bedrohten Gegenden reisen,
Olivier soll sich um die Versorgung der Stadt kümmern und die Zustände für die Bevölkerung verbessern,
mehr Arbeitsstätten, bessere Versorgung der Stadt mit Wasser und natürlich keine Nahrungsknappheit,
dafür darf er sich entsprechend des Pensums eine Gruppe versierter Denker aussuchen",

gab das Oberhaupt die Befehle und wirkte dabei sehr entspannt,
bis ein Mann weiter hinten seine Hand in die Höhe hob.
"Was willst du, Luzius?",
fragte er beinahe gestört von dieser Geste,
wusste er wohl, was im Kopf des Mannes vorging,
der gerade schnellen Schrittes zu ihm aufschloss.


Luzius war ein hoch gewachsener,
gut aussehender, schwarzhaariger Mann.
Sein langes, zum Teil anziehend,
aber auch verängstigendes Gesicht fixierte die Vampiress.
"Ich äußere mein Missfallen diesem Weib gegenüber,
sie hat nichts geleistet und keine Vergangenheit,
womit hat sie die Ehre verdient, hier bei uns stehen zu können?",

beschwerte er sich beim Ältesten und in die Runde,
einige Wenige stimmten ihm murmelnd zu.
"Man meine schon, sie wäre der Liebling des Ordens,
ein Schoßhündchen sondergleichen,
aufgezogen von den Ältesten",

beschuldigte er Alexinara mit einem Fingerzeig,
die Worte quollen aus seinem Mund wie ätzender Speichel.
Keine Miene verzog die Vampiress,
derartige Anschuldigungen kannte sie gut,
denn seit ihrem Eintreten hatten Neid und Eifersucht ihr das Leben erschwert,
Luzius gehörte zu den Mitgliedern, die es nicht verkraftet hatten,
dass sie schnell aufgestiegen und zu großen Missionen beordert wurde,
sowieso war ihre Nähe zu den Ältesten ein Dorn im Auge der anderen gewesen.
Wartend schaute Alexinara gen Boden,
sie wartete, bis Luzius sich ausgetobt hatte,
auch wenn er sie schon außerhalb schikaniert hatte,
eine direkte Anschuldigung war ihr noch nie untergekommen.
Sie bemerkte den stechenden Blick der anderen Ältesten in ihrem Rücken,
als sie ihren Kopf hob und den Blickontakt zum Oberhaupt suchte,
dieser schaute sie kurz an und sah dann zu Luzius.
"Mein Sohn, kannst du nicht akzeptieren,
dass jemand erwählt ist, dem Orden in diesem Maße zu dienen,
mehr noch als du deine ganze Zeit hier dienlich warst?
Das Schicksal hat uns diese Frau geschickt,
mit Fähigkeiten, die deine mit Leichtigkeit übersteigen,
dennoch zweifelst du die Entscheidung des Rates an?
Sag, Luzius, ist das der Neid, der dich treibt?",

sanft waren die Worte, wenngleich die Härte in ihnen erkennbar war.
Luzius zuckte kurz zusammen,
dann verlor er die Kontrolle über seinen Hass und ging auf Alexinara los,
doch ehe er sie in irgendeiner Weise erreichen konnte,
hatte der Älteste ihn am Hals gepackt und nach hinten geschleudert.

Keuchend kam Luzius wieder auf die Beine,
während alle Augen auf ihn gerichtet waren,
kein Geräusch war mehr zu hören.
"Du enttäuscht mich, Luzius,
doch sollst du deine Strafe bekommen,
fordere Alexinara heraus,
du wirst sehen, was du davon hast.
Doch vergiss nicht unsere Satzungen,
wer ein Mitglied versucht zu töten,
wird selbst unweigerlich umkommen."

Als vom Ältesten diese Worte gefallen waren
und er somit den Kampf freigegeben hatte,
war es an der Vampiress, schnell die Distanz zwischen ihnen zu verkleinern,
alsbald stand sie vor ihm und schaute ihm in die Augen.
Ausdruckslosigkeit erkannte man darin,
sie hatte nie die Absicht gehabt, hier in einen Streit zu geraten,
in Anbetracht der Lage kam sie wohl nicht umhin, ihn unschädlich zu machen,
nun, wo er gegen das Gesetz des Ordens verstoßen hatte.
"Luzius, du hättest schlauer sein können",
kommentierte sie seine Aussage und den herabwürdigenden Blick,
er versuchte einen Schlag zu machen, verfehlte jedoch.
Alexinara tobte sich nur geringfügig an ihm aus,
einerseits, weil er sonst sehr entstellt werden würde,
andererseits, weil sie nicht wollte, dass die Ältesten ihre Fähigkeiten aussondieren konnten.
Es dauerte nicht lange und Luzius lag leblos am Boden,
am Oberkörper klafften überall tiefe Wunden,
mit der bloßen Hand hatte sie ihm das Herz herausgerissen,
nun tropfte es in ihrer Rechten.
Sie warf es neben seinen Kopf und leckte sich die Hand ab.
"Erledigt, Luzius ist tot."
Das war das offizielle Ende der Besprechung,
die Runde löste sich auf, die Ältesten zogen sich zurück,
und Wachen vor den Kammern räumten den Leichnam weg.

Alexinara indes zog es wieder in ihre Kammer,
noch hatte sie kein Schreiben bekommen,
wohin ihre Reise führen sollte,
wahrscheinlich würden erst die militärischen Truppen ausgehoben werden.
Ihre Aufgabe war dafür vergleichsweise simpel.
In Gedanken versunken stand sie vor dem halb eingeschneiten Fenster.
//Wer weiß, wie lange die Mission dauern wird,
das letzte Mal war ich fünf Jahre fort und sammelte Lycidas auf dem Weg auf.
Doch meine Anwesenheit schafft Unruhen,
ich kann nicht jeden der ranghöheren Vampire auf Befehl töten,
da bleibt ja kaum was für den Orden übrig.//



Die Truppenaushebung zog sich in die Länge,
denn zäh verlief die Auswahl der Krieger.
Zwar hatte der Orden fähige Männer,
untereinander war aber der Neid zu groß,
sodass sich keiner von ihnen herabließ, unter einem Würdenträger zu dienen,
erst die Beschlüsse der Ältesten brachten etwas Fahrt in die Sache.
Langsam aber sicher konnte man Tag für Tag erkennen,
dass aus zehn Kriegern zwanzig wurden,
die Zahl auf fünfzig wuchs und am Ende standen 150 Mann auf dem Hof,
alle mit Entschlossenheit in den Gesichtszügen.
Alexinara wusste aber, dass viele von ihnen noch zu jung waren,
um wirklich eine erfolgreiche Schlacht zu führen.
Einige der Männer dort hatten gerade mal hundert Sommer hinter sich,
viel zu ungestüm und unkontrollierbar in ihrem Handeln,
das konnte sie in ihren Gedanken lesen und auch so erkennen.
Die Tage hatte sie nicht viel zu tun gehabt,
manchmal erhaschte sie sich bei dem Gedanken, Lycidas' Ausbildung beizuwohnen,
jedoch besann sie sich schnell eines Besseren,
weil sie den Jungen nicht noch mehr an sich kleben lassen wollte,
ohnehin wäre er nie von ihrer Seite gewichen,
wenn sie ihn nicht zu der Ausbildung geschickt hätte.
Irgendwann nach einer Woche empfing sie das Schreiben,
welches sie seit dem Beschluss des Obersten erwartet hatte,
darin wurde sie in den Süden entsandt,
um dort diplomatische Beziehungen mit großen Städten aufzubauen,
und gleichzeitig auszukundschaften,
wer dort herrschte und welche Vampire dort vertreten waren.
Dem Schreiben folgend packte sie ihre Sachen,
es war an sich sehr wenig Reisegepäck für sie,
und schritt auf das Ausgangstor des Ordens zu.
"Alexinara! Halt, warte!",
rief die bekannte Stimme Lycidas' hinter ihr her,
er kam schnell auf sie zugerannt und blieb erst kurz vor ihr stehen,
außer Atem ging er etwas in die Knie,
raffte sich dann aber wieder auf.
"Du verlässt uns, sagen die anderen,
schicken dich die Ältesten auf eine Mission?",

fragte er sichtlich beunruhigt ob ihres Aufbruchs.
"Ja, ich muss in den Süden, dort soll ich die großen Städte auskundschaften,
nebenbei auch noch versuchen, diplomatische Beziehungen aufzubauen.
Ich weiß nicht, wie lange meine Mission dauern wird,
aber wenn ich wieder durch dieses Tor schreite,
will ich, dass du bis dahin dein Bestes in deiner Lehre gibst,"

erklärte sie dem Jungen mit aufmunterndem Lächeln auf dem Gesicht,
er nickte stumm, auch wenn Tränen in seinen Augen funkelten,
wie ein tapferer Mann drückte er ihr nochmal die Hand,
ehe er umdrehte und stolz davonschritt.
Die auf den Boden fallenden Tränen fielen Alexinara jedoch auf.
//Noch bist du ein Kind, Lycidas//,
dachte sie bei sich und verließ alsbald das Ordensgelände.


~*~
"Beginning new,
something I lost long ago."
~*~
Lexia
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