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Am Abgrund der Zeit
24-07-2012, 16:20 PM
Beitrag #481
RE: Am Abgrund der Zeit
(31.10.32, 05:30 - 16:30Uhr, GMT +9
Terra: 30.10.32, 20:30 - 31.10., 05:30Uhr)


Es war denkbar früh, als sich das Blauhaar vom Acker machte. Die Schwester, die gerade Dienst hatte, kümmerte sich um die Akten, verabschiedete ihn auf Ansprache noch freundlich und war wieder voll beschäftigt. Die kleine Schlange lag ruhend auf seinen Schultern, haltsuchend locker um den Hals gewickelt, und beobachtete die Umgebung. Eine Katze schlich über den Flur, aber er ließ sie gewähren, wusste er schließlich eh nicht, wo sie hingehörte. Der orange-weiß gestreifte Stubentiger maunzte ihm nach, lief aber in die andere Richtung.
Es war noch ziemlich dunkel draußen, die Sonne würde erst in einigen Stunden aufgehen um diese Jahreszeit. Die angenehme Ruhe auf den Gängen der Akademie war einladend und auf eine gewisse Weise entspannend, unterstützt durch das schale, ausreichende Licht von den Decken. Draußen beleuchteten manche Laternen die Wege.
Angekommen in seinem Zimmer, wurde zuerst die Tasche für die nächsten Stunden gepackt - Magietheorie mit der Hauptklasse, Vertretung in einer anderen im Fach Mathematik, was noch sehr heiter werden konnte, denn die Forscher hatten sich da ganz lustige Sachen ausgedacht, die eine simple Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnungen) auch alt aussehen ließen - und schließlich noch einmal die Namensliste studiert, damit die Namen sich festigten. In der Mittagspause würde er sich wohl um seinen Drachenfluglehrling kümmern und nachmittags erneut in seiner Klasse anwesend sein, dieses Mal in einer offenen Runde zu magischen Wesenheiten und Tieren sowie der Veränderung der Natur durch die aufgekommene Magie seit 2012.
Viel zu tun, aber gerade gefiel dem Krasánen diese Art Betriebsamkeit sehr, es erfüllte irgendwie und machte auf jeden Fall mehr Spaß als die Monate zuvor, wo er noch irgendwelchen Aufträgen nachgegangen war. Lor lehnte sich rückwärts an den Schreibtisch und sah auf den schmuckvollen Teppich am Boden, aber doch nirgendwo hin. Es schien so weit weg, so lange her, dabei war er vielleicht maximal einen Monat erst da heraus. Das Leben im Augenblick hatte seine Vor- und Nachteile. Nie bereute er den Tag, an dem er endlich den Klauen der Organisation entkommen war, und schon gar nicht, seit er wusste, wer hinter denen stand. Lor war einfach froh, wenn auch mit mancher Schwierigkeit, auf Terra gelandet und bei der NGEO tätig sein zu können, nicht nur als simpler Soldat, sondern auch mal eben so als Lehrer.
Mit einem Lächeln ging er hinüber und zog sich neue Kleidung an, die alte hatte ja gestern etwas gelitten und in Reithose war er auch noch, nachdem er die weiße Patientenkleidung direkt in der Krankenarea gelassen hatte.

~ * ~

Der Tag verlief ruhig, die Schüler freuten sich wieder sehr über den frisch neuen Dozenten und der erste versuchte auch schon, seine Späße mit ihm zu treiben, aber von der Kröte auf dem Schreibtisch ließ sich Lor schwerlich beeindrucken, außer dass er sie direkt an sich nahm und anhand derer das Thema über magieveränderte Wesen fortführte. In den Unterricht flossen wenig überraschenderweise auch die sehr stark veränderten Termiten ein, die er beim letzten Einsatz hier in Japan kennengelernt hatte. Einige Leute hier wussten bereits davon, sei es durch Teilhabe an der Forschung der Einrichtungen in der Wüstensteppe, oder einfach durch Erzählungen, andere lauschten dem interessiert und waren erstaunt über die neusten Evolutionen, die die Natur hervorbrachte.

Zufrieden beendete das Blauhaar beim Glockenschlag den Unterricht und entließ seine Schüler in die Freiheit. Der Kumpel bekam, wenn auch gegen seinen Willen, seine Kröte wieder in die Hand und sah zu, dass er Land gewann, wohl um sie draußen in den Garten zu bringen.
Fröhlich leise in der Muttersprache singend schloss Lor schließlich die Tür des Unterrichtsraumes ab und machte sich, da er eh schon auf der Südseite des Gebäudes war, auf zu seinen Räumlichkeiten, um fix die Tasche und andere Materialien abzulegen, die er zuvor aus den Gärtnereien für Pflanzenbeispiele organisiert hatte und die jetzt ihm sein Zimmer verschönerten und mit angenehmer Energie bereicherten. Eine Orchideenart, die wie eine Rankpflanze sich nach unten ausbreitete, kam oben auf das Bücherregal, und der bunte Strauß aus Lilien, Gladiolen und Vergissmeinnicht erhielt Platz auf dem Schreibtisch.
Die Schritte führten fort aus dem Gemach und hinaus in den Garten, durch den er am Vortag zu seiner ersten Stunde gegangen war. Angenehm knirschte der weiße, grobsteinige Kies unter den nackten Füßen, der zweifarbige Blick wanderte umher und die Nase genoss die Umgebung in vollen Zügen. Die langen Ohren zuckten aufmerksam bei jedem Geräusch. Es waren manche Schülerinnen hier unterwegs und unterhielten sich fröhlich, frei vom Schultag, ein zwei Jungs schlenderten auch umher, aber die insgeheim erhoffte Lady mit dem Säbelzahntiger war hier nicht.
Auf gut Glück der Nase folgen würde bei dem großen Gelände und den vielen diversen Gerüchen schwierig, darum fragte Lor sich ganz ungeniert durch ein paar Mädchen, die eventuell ja etwas mit ihr zu tun haben konnten, und tatsächlich, nach drei Versuchen wusste er, wie er am besten an seine alte Bekanntschaft Kaori Ayaka gerade herankommen konnte - auf dem Bogenschießplatz.
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30-07-2012, 10:11 AM
Beitrag #482
RE: Am Abgrund der Zeit
(New York, Manhattan 30.10.32, 16 - 31.10 32, 06 Uhr - GMT -6
Terra 30.10.32, 22 Uhr - 31.10.32, 12 Uhr)

Der Schulalltag neigte sich langsam dem Ende zu,
es war 15 Uhr geworden, normaler Schulschluss wie immer,
die Schüler strömten in Massen durch die Gänge,
nun blieb ihnen genug Zeit für ihre Freizeitaktivitäten,
welche sie zuhauf betrieben und allem Anschein nach ihren Spaß dabei hatten.
Die Vampiress folgte einigen Schülerinnen zur Schwimmhalle,
dort betrieben sie im Schwimmerbereich ihre Übungen,
im Freizeitbecken wurde geplanscht und die Rutsche benutzt,
auch der Springturm war voll belegt,
man mochte sich wundern, woher diese ganzen jungen Menschen alle kamen.

Sie hielt sich nicht lange dort auf, so zogen sie ihre Füße zu den anderen Freizeitbereichen,
die Reitbereiche waren nun voller Pferde,
auf dem Tennisplatz tummelten sich kurze Hosen und Röcke,
der Fußballrasen bot genug Platz für Nachschulwettbewerbe und Meisterschaften.
Bisher hatte sie nur Positives von dieser Schule erlebt,
aber irgendwann musste das Bild dieser fast perfekten Idylle getrübt werden.
Nahe der Baumlandschaft stand eine Gruppe von drei Schülern,
sie hatten ein junges Mädchen umstellt, das mit dem Rücken an der Wand stand,
ihr Gesicht sprach Bände, sie hatte unheimlich Angst.
Als sich Alexnara der Szenerie widmete, nahm sie die Gesprächsfetzen auf,
die drohende Stimmlage des einen Jungen war unüberhörbar.

"You know we need the money now,
you promised it, you will pay....or...",


setzte der dunkelhaarige, etwas stämmige Junge an,
die anderen um ihn herum hatten die Arme vor der Brust verstränkt,
sie schauten böse und nickten zustimmend.

"But....but, I don´t want to.
Paying money for not being bullied,
I....I refuse that..",


man merkte ihre Unsicherheit und die unbändige Kraft, die sie brauchte,
um überhaupt solch eine Gegenwehr zu leisten.
Sie war ein dünnes, kleines Mädchen,
hatte hellbraune Haare und Augen in grün,
ihre Hände zitterten stark und sie schaute stetig gen Boden.
Die Vampiress ging langsam zu der Gruppierung hinüber,
sie bemerkten ihre Anwesenheit nicht wirklich,
wohl waren sie viel zu sehr in ihrer Bedrohung vertieft.

"You will pay, you have to.
Or we will force you to pay,
you know who my family is.
We have power...",

bei diesen Worten fasste er sie unsanft am Handgelenk,
er stieß sie dann auch gegen den Baum, an den sie gedrängt worden war.
Sie schluchzte und sah so aus, als würde sie gleich zusammenbrechen,
in den Schatten der Bäume eingetaucht glänzten die roten Augen der Vampiress bedrohlich.

"So threaten other people is also part of this school?
What a pity things like that won´t change.
What do you think you are doing her?"


Schlagartig drehten sich die Jungenköpfe zu ihr um,
in ihren Augen flackerte kurz Widerstand auf,
doch bei ihrem Auftreten verstummte das Flackern.
Plötzlich waren die bedrohlichen Jungs ganz klein.

"I´m the teacher of the night class,
Alexinara my name, I´m a vampire,
and I don´t like boys threatening a litte girl."


Sie grinste einen Moment bösartig,
sie spürte, dass sich die Nackenhaare der Jungs aufstellten,
mit einem Mal hatte sich die ganze Situation verdreht,
das junge Mädchen hatte sich inzwischen durch die Jungs hinter die Vampiress geflüchtet.

"So guys,
I hope it's in your interest to live a happy life,
or are you planning to do this bad things again?",


fragte sie in einem süffisanten Ton und schaute die Gruppe an,
inzwischen konnte man die Luft zwischen ihnen schneiden,
die Jungs zitterten vor Angst und konnten sich kaum bewegen.
Nur kurz zeigte sie ihre Zähne und die Jungentruppe rannte los,
lautlos, aber so, dass man meinen mochte, der Teufel wäre hinter ihnen her.
Als sie aus dem Gesichtsfeld der Vampiress entschwunden waren, drehte sie sich zum Mädchen um,
sie hatte sich inzwischen wieder gefangen und versuchte zu lächeln.

"Everything alright?",

erkundigte sie sich und erhielt ein eifriges Nicken,
auch das Mädchen verschwand wieder,
und der Vampiress blieb nichts anderes übrig,
als weiterzuziehen.

Es war später Abend, als sie ihre vampirische Klasse wieder in Empfang nahm,
ihre angekündigte Lektion wurde mit viel Begehren aufgenommen,
sie lehrte sie jungen Vampire, ihren Geist zu beherrschen und Manipulationen ihres Geistes zu meiden,
natürlich hatten alle verschieden ausgeprägte Fertigkeiten,
jedoch hörten sie ihr genau zu und setzten ihre Anweisungen um.
Es war eine angenehme Nacht, die an sich viel zu schnell vorbei war.

~*~
"Beginning new,
something I lost long ago."
~*~
Lexia
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31-07-2012, 08:50 AM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06-02-2013 10:26 AM von Raphael.)
Beitrag #483
RE: Am Abgrund der Zeit
(Russische Militärbasis - 31.10.32, 19.00 Uhr - ca. 20:00Uhr, GMT +2
Terra: 31.10.32, 17.00Uhr - ca. 18:00Uhr)

Der Tag hatte noch einigen harten Drill für die Elite in petto gehabt. Die 30 Leute dieser Einheit konnten einem beinahe Leid tun.
Nun am Abend wurde es etwas ausgelassener. In der Kantine wurde gegessen und gescherzt, ehe sich die meisten bereits auf dem Weg ins Bett machten. Der Magier saß etwas abseits, und beobachtete die Szenerie, und versuchte gleichzeitig durchs zuhören sich wieder etwas mehr in die russische Sprache reinzufinden.

Es war bereits halb neun Abends als der Schwarzgewandte noch einen Abstecher in sein temporäres Büro machte. Er schaute noch einmal in seine Mails, ob von irgendjemanden bereits eine Antwort kam, aber damit konnte er wohl erst am nächsten Tag rechnen.
Indessen recherierte Raphael über verschiedene News-Seiten, was es neues in der Welt gibt.
Neben einigen Artikeln über ihn selbst, und sein Verschwinden, was offensichtlich Top-Thema aktuell war, gab es auch einige kleinere Meldungen über Wirtschaft, Aktionen von New Light, sowie politische Debakel.


"But I'am still here!
I'm still alive!"

(I Exist - Giving my life)


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31-07-2012, 14:26 PM
Beitrag #484
RE: Am Abgrund der Zeit
(31.10.32, 16:30 - 17:00Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 05:30 - 06:00Uhr)


Es war relativ still auf dem weiten Platz, es ging lauer Wind und die Vögel sangen in ihren schönsten Liedlagen in den Baumkronen. Ab und zu erklang das Geräusch eines auftreffenden Pfeils auf festem Untergrund, aber alle Anwesenden waren angenehm ruhig, die ganze Umgebung schien Kraft zu geben.
Lor lehnte sich gemütlich an einen nahen Baumstamm und sah seiner einstigen Bekannten und Mitbewohnerin zu, die grazil den langen Bogen aufspannte, ein paar Sekunden zielte und dann erneut schoss. Wie alle hier trug auch sie die traditionelle Kleidung aus der frühen Zeit.
Seine Schwester war diskret im Zimmer zurückgeblieben.
"Ich hätte nie gedacht, dass du es schaffst, wirklich alle deine Träume zu erfüllen, Kaori." Er trat aus dem Schatten hervor, sie wandte sich ihm lächelnd zu, zog jedoch den nächsten Pfeil.
"Wenn man darum kämpft, kann man alles erreichen, das hast -du- mir beigebracht." Kichernd wedelte sie mit dem Finger und legte an, den Blick wieder Richtung Ziel.
Er kam an ihre Seite und spürte den Zugwind, als der Pfeil sich von der Sehne löste. Sie ließ den Bogen sinken. Einen Moment lag Schweigen über ihnen.
"Hättest du - " Sie brachen ab, hatten beide mit dem gleichen Wortlaut anfangen wollen. Die junge Ayaka kratzte sich verlegen am Kopf. "Du zuerst."
Er lächelte. "Wir wollten eh dasselbe sagen. Hättest du erwartet, mich noch einmal wiederzutreffen? Vor allem hier?"
Sein Gegenüber spannte die Sehne vom Bogen ab und ging über das Feld, um ihre Pfeile einzusammeln, kehrte zurück und nickte Richtung eines Kiesweges durch die Bäume. Die beiden machten sich auf zu einem Spaziergang in aller Ruhe, wo keiner zuhören konnte. Schon sehr bald gesellte sich der kleine Urzeittiger dazu, der scheinbar nie weit von Kaoris Seite wich. Lor nahm es sich heraus, ihm über den Kopf zu streicheln, was er sich gern gefallen ließ.
"Wo warst du? Warum bist du plötzlich verschwunden? Wir haben lange auf dich gewartet, Bruder."
Er erwiderte den suchenden, traurigen Blick. "Du nennst mich ja immer noch so, Kleine." Liebevoll strich er ihr über die Wange. "Dabei solltest du mittlerweile wissen, dass ich nicht aus deiner Verwandschaft bin."
Sie klappste ihm sachte vor die Stirn und ging weiter. "Klar weiß ich das. Aber manche Sachen sind einfach zu schön, um sie zu ändern."
Das Blauhaar folgte ihr schmunzelnd. "Fürwahr. Naja... Willst du es wirklich wissen? Die Wahrheit?"
Kaori blieb mit wehendem Haar stehen, sah ihn an. "Hai." (Ja)
Sein Blick hielt ihrem stand. "Ich bin weggelaufen. Jemand hat mich eines Nachts überfallen, als ich später von der Arbeit kam, und im Eifer des Gefechts, in dem er mir an die Kehle wollte, habe ich ihn... umgelegt."
Einen Moment blieb es still. Sie nickte erwartungsvoll. "Und weiter?"
"Naja."
Er tat einen Schritt vor auf dem Weg, ihr die Seite zugewandt, die Finger hinter dem Rücken ineinander verschränkt. "Ein "Fremder" mit Tod auf seinem Konto ist ein Ausgestoßener, oder? Wenn sich eines festgesetzt hatte, dann der Fakt, töten wir, sind wir tot. Ich bin geflohen, zurecht, wurde kurz darauf verfolgt und musste untertauchen. Wahrheitsgemäß bin ich nach Deutschland zurückgekehrt über den Landweg, zusammen mit ihr."
Die junge Frau schaute weg. "Lar."
"Ja. Es dauerte einige Zeit, vielleicht ein gesamtes Jahr, das wir uns großzügig nahmen, um unentdeckt quer über Eurasien zu kommen, und in der Heimat konnten wir ein neues Leben anfangen, sie als Schneiderin wie hier und ich betätigte mich eine Weile im medizinischen Bereich, bevor jemand anderes mich von der Straße fischte."
Er hob ihr Kinn, damit sie ihn ansah. "Das ist jetzt sieben Jahre her, aber weißt du, wo ich landete, bis vor etwa einem Monat?"
"Ich kann nur Schmerz in deinen Augen sehen."
"Kennst du das?"
Verbittert hob er den linken Arm und zeigte eine Narbe am Handgelenk vor. Sie musterte diese, zeigte kaum Regung, aber natürlich erkannte sie das.
"Ehrlich...?"
"Ich wurde gegen meinen Willen zum Spielzeug einer versteckten Großmacht und wusste es bis vor kurzem nicht einmal."

Mit Tränen in den Augen zitterte sie. "Du bist einer von denen...!" Schlagartig wandte die Schwarzhaarige sich um und lief davon, aber er bekam sie schnell zu fassen.
"Kaori, jetzt warte doch mal!"
"Fass' mich nicht an, du Verräter!"

Er ließ sie los, Trauer in der Miene. "Vertraust du meinen Worten nicht mehr?"
Ohne Kommentar flüchtete die Frau sich plötzlich in seine Arme und ergab sich einem aufgekommenen Weinkrampf. Er strich ihr beistehend über den Rücken.
"Ich will vertrauen... Gerade dir."
"Es tut mir leid um all jene, die du an New Light verloren hast."
"Da kannst du doch nichts für, baka (Idiot). Es ist nur zu frisch gerade, ich habe überreagiert, verzeih mir..."
"Es hätten sicher auch andere so geantwortet, es ist okay. Ich - bin's gewohnt, dass man mir aufgrund dieses ungewollten Abschnittes meiner Vergangenheit misstraut."
Wieder überkam ihn Bitternis.
Sie sah verweint auf. "Aber du bist doch bei der ISF? Du hast einen Psi-Test durchgemacht, du bist clean."
Lor hielt sie an den Schultern und schüttelte ganz langsam den Kopf. "Habe ich nicht."
Die Lady legte die Hand vor den Mund, schaute sich reflexartig um, aber niemand war in der Nähe. Ihr Blick kehrte zurück. "Aber wie...?"
"Sir Norten Trendor selbst vertraut mir. Ihm allein verdanke ich das hier, eine neue Chance, ein neuer Beweis. Aber das Misstrauen seitens anderer wird bleiben. Sieben Jahre kann man nicht ausradieren."

Ihre Hand landete an seiner Wange. "Komm mit. Komm mit zu Mutter, jetzt gleich. Bitte. Wie lange bist du hier einquartiert?"
"Eine Woche, also noch fünf Tage und heute."

Kaori fasste ihn bei der Hand und zog ihn fort. "Komm mit zu Mutter, bevor die Zeit vergangen ist. Lass uns noch einmal wie früher leben. Ohne New Light und ohne die letzten zwanzig Jahre."
Er erwiderte ihre suchenden, traurigen Augen mit wohlwollendem Lächeln und nickte.
"Gern."
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01-08-2012, 10:47 AM
Beitrag #485
RE: Am Abgrund der Zeit
(New York, Manhattan 31.10 32, 06 - 12 Uhr - GMT -6
Terra 31.10.32, 12 - 18 Uhr)

Nachdem Alexinara die Klasse in den frühen Morgenstunden entlassen hatte,
war sie in ihr Zimmer zurückgekehrt und hatte den Schullaptop angeschmissen,
welchen man ihr direkt nach ihrer Ankunft gegeben hatte.
Inzwischen war sie schon knapp zwei Tage hier und hatte nichts mehr von Terra,
geschweige denn von Raphael gehört, zweiteres wunderte sie weniger,
da sie es gewohnt war, manches Mal nichts von ihm zu hören,
schließlich hatte der Magier immer irgendwas zu erledigen.
Sie öffnete die Nachrichtenportale der Welt und stöberte,
es dauerte keine wenigen Augenblicke, da sprang sie eine Schlagzeile an.

"ISF Leiter auf der Flucht! Geht die ganze Organisation unter?"


Sie kannte den Herausgeber, es war eine Zeitrschrift, die eigentlich nicht als professionell anerkannt wurde,
da sie bisher eher für Klatsch oder anderweitige Probleme gesorgt hatte;
in diesem Fall war die Ansage mehr als wahr.
Sie klickte sich rasant durch die Fenster und nahm die Informationen auf,
Raphael war verschwunden, nachdem ihm der europäische Gerichtshof einen Besuch abgestattet hatte,
er war nun wohl auch offiziell zur Kategorie E ernannt worden -
dass dies Probleme verursachen würde, hatten sie alle geahnt.
Alexinara besah sich die ganzen Artikel,
man munkelte von seiner Unterkunft in Russland,
manche Zeitschrift mutmaßte über seine Verbindung zu New Light,
andere hofften auf eine Untergrundorganisation, die für Frieden sorgen würde,
ganz ohne den Papierkram und die Hürden der Bürokratie.

Als sie sich nun gemütlicher auf ihrem Platz hinsetzte, schüttelte sie sachte den Kopf,
die Fenster lagen noch offen auf dem Bildschirm, sie schaute aus dem Fenster.

"Ach weh, was machst du nur für Sachen?
Aber wohl eher sind es die anderen, welche nicht fair reagieren..."


Sie nahm erst einmal eine Dusche und versuchte, die Eindrücke zu verarbeiten,
aber ihre Gedanken kamen nicht komplett zur Ruhe.
Da sie weder Raphael noch Lor um sich hatte, konnte sie das mit denen nicht besprechen,
doch ihr kam kurz darauf eine Idee.
Sie nahm den Weg gen Konferenzraum,
der in der Nähe des Direktorbüros angesiedelt war,
dort angekommen suchte sie sich das Netzwerk der Akademien heraus.
Die Schulen hatten alle direkte Verbindungen zueinander,
so konnte man mit den Lehrkräften und Direktoren sprechen,
wenn Probleme anstanden oder globale Projekte durchgeführt werden mussten.

Nun wollte sie sich mit der japanischen Akademie verbinden, um Lor zu erreichen,
denn von ihm wusste sie, dass er dort angesiedelt war.

"Here Alexinara from New York ISF Academy,
I need to speak with Lor, the new teacher at your Academy."


Ein künstliches Interface zeigte ihr das Gesicht einer Frau,
wahrscheinlich war sie der Kern für die sichere Kommunikation,
war dabei wohl auch gleichfalls eine Art Sekretärin.
Sie gab ihr an, einen Moment zu warten und spielte eine angenehme Melodie ein,
die von einem zwischendurch zu hörenden "Please wait" unterbrochen wurde.

~*~
"Beginning new,
something I lost long ago."
~*~
Lexia
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01-08-2012, 22:54 PM
Beitrag #486
RE: Am Abgrund der Zeit
(31.10.32, 19:00 - 22:30Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 08:00 - 11:30Uhr)


Ich ehre den Ort in dir, in dem das ganze Universum ruht.
Ich ehre den Ort in dir, der voller Licht, Liebe, Wahrheit und Frieden ist,
und wenn du an diesem Ort in dir verweilst und ich an dem in mir,
dann gibt es keine Grenzen mehr, dann sind wir eins.
Namaste

(Wortlaut frei nach Shamballa-Lehrer und -Meister Urak)


Lächelnd sah der Krasáne von der Holztafel herab, die über dem Eingang des Hauses hing und die Gäste stets mit der gleichen Güte und Sanftheit begrüßte. Es war lange her, dass er zuletzt dieses traditionelle japanische Anwesen mit dem wundervollen Garten betreten hatte und es fühlte sich genau so an wie damals. Seine Begleiterin freute sich sichtbar über sein Lächeln und schob fröhlich die Tür zur Seite, zog sich die Schuhe aus und ging schon die zweistufige Treppe hinauf in den Innenbereich nach dem kleinen Flur.
"Okaa-san!" (Mutter)
"Oh, Kaori Liebes, ich hatte dich gar nicht erwartet."
Lor stockte ein wenig bei der doch sehr alt klingenden Stimme, kam aber herein und schob leise die Tür wieder zu.
"Ich habe jemanden mitgebracht."
Das Blauhaar wartete geduldig auf dem Teppich vorn und verneigte sich schließlich grüßend leicht vor der älteren Dame mit dem weißen Haar, die dazukam und um die Ecke schaute. Ihre Züge hellten sich sofort auf und sie hob leicht die Arme. "Ja, ist denn das die Möglichkeit!"
Lachend empfing sie ihren einstigen Schützling und drückte ihn fest. Mit den Jahren war Kazuko etwas geschrumpft und ging ihm nur noch bis zur Brust. Die gute Frau war jetzt wohl um Mitte, Ende 60.
Eine Freudenträne rann über ihre Wange, die Lor mit dem Finger auffing. "Gott, was hab' ich dich vermisst, du Racker! Hatte wirklich befürchtet, sie haben dich doch noch kurz und klein gehauen."
"Leider haben sie das nicht"
, lächelte der Krasáne entschuldigend. "Einer wollte es in der Nacht, aber in Notwehr - "
"Komm erst einmal rein, mein Kind"
, unterbrach sie ihn und winkte beide mit sich. "Es ist noch etwas Tee da, ein Glück habe ich mehr gemacht. Ganz zufällig", zwinkerte sie Lor zu.
Die zwei Neuankömmlinge ließen sich auf gemütlichen flachen Kissen um einen kurzbeinigen Tisch am Boden nieder, die Gastgeberin holte fix noch zwei Tassen und befüllte sie am Tisch direkt, ehe sie sich dazu setzte.
"Erzähl', was ist dir widerfahren, mein Lieber? Was hat mir meinen Schützling weggenommen?" Kurz sinnierend fügte die Dame noch an, "Zwölf Jahre ist es jetzt her, was?"
"Ja..."
Lor nahm das dampfende Gefäß in die Hände, sah auf die Holzplatte vor sich und nirgendwo hin. "Ich habe in Notwehr getötet und bin geflohen, zurück nach Deutschland, zu Fuß quer über den Kontinent."
"Oh, das muss furchtbar aufregend gewesen sein! Ich wollte auch immer einmal nach Tibet oder Indien, aber ich habe es nie geschafft... Es hat dir sicher gut getan, Wölfchen, Freiheitstier"
, lächelte sie.
Er nickte gütig. "Hat es sicherlich. Zurück in der Heimat haben Lar und ich neu angefangen, sie als Schneiderin, ich als Krankenpfleger, begonnen im Studium, das ich allerdings aus widrigen Gründen abbrechen musste."
"Hat man dich doch noch erwischt?"
"Nunja, nein... Und ja. Sie wussten alles über mich, scheinbar. Mit dem alten Taschentuch-Trick hatten sie mich von der Straße gefischt und Ende war."

Betretenes Schweigen beantwortete die letzten Worte. Traurig sah die alte Dame herüber, streckte die Hand nach seiner aus und legte sie daran. "Was auch immer passiert ist, du bist wieder hier. Aber du bleibst nicht hier, nicht wahr?"
Er bewahrte Stummheit einen Moment. Die Tasse sank etwas tiefer. "Iie. (Nein) Ich kann nicht. Ich würde gern, wieder ein normales Leben führen, aber meine Vergangenheit ist in meine Gegenwart geschlüpft und meine Zukunft geworden, ohne dass ich es merkte."
"Du bist ein Soldat, nicht wahr?"
"... Ja."
Lor sah weg.
"Lass' mich dich begleiten!", sagte Kaori energisch, aber ihre Mutter hob warnend die Hand.
"Nein, Tochter, du bleibst hier an der Akademie. Du hast einen Platz und einen Mann, ich möchte nicht, dass du das riskierst, was du dir aufgebaut hast."
Das Blauhaar nickte, den Blick zurückgekehrt. "Sie hat recht. Ich weiß, dass du auch als Kind schon sehr an mir hingst, aber dies hier ist nicht mehr der Stall, in dem ich damals arbeitete, es ist die bittere Realität eines versteckten Krieges zwischen zwei großen Mächten."
"Diese New Light Dinger da, ne?"
Kazuko räusperte sich, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt und die Finger verschränkt. "Was bilden die sich nur ein, wollen euch ausrotten, aber benutzen euch für ihre Zwecke. Ziemlich uneins mit sich, die Typen."
Er stimmte ihr zu. Erneut legte sich Stille über die Umgebung, nur das Radio dudelte leise irgendwo in einem anderen Raum. Von draußen hörte man Abendvögel.
Die Hausherrin erhob sich irgendwann müßig und ging eine weitere zweistufige Treppe hinter ihnen hinauf und links an eine Schiebetür, die sie auftat und im Rahmen stehen blieb. Unaufgefordert standen die beiden Jungspunde auf und folgten ihr hinaus in den weitläufigen Garten.
Ein Bachlauf plätscherte den kleinen Hang herab, scheinbar von unter dem Haus kommend, dessen Außengang, auf dem sie sich jetzt bewegten, auf vielen "Füßen" stand, statt auf der Erde. Wundervollste Gewächse, zumeist auch nur grün, manche mit Blüten, bedeckten die hiesige Natur, eine traditionelle japanische Mauer umschloss in einiger Weite den Garten.
Die ältere Ayaka fragte ein wenig über die weitere Vergangenheit, die letzten Jahre, Lor erzählte hauptsächlich von der Zeit in Deutschland, fernab von Krieg und Tod. Oder von den jüngsten Sachen, Terra, die Aufnahme, oder die gruseligen Termiten neulich, die selbst Kazuko belustigt abtat. Se blieben an einem Teich stehen, in dem einige Kois schwammen. Dahinter eine kleine Wiese, fast wie eine Oase. Ein Rückzugsort.
"Ich weiß noch genau, wie ihr zwei - und drei - hier gespielt habt vor zwanzig Jahren. Es war, als wäre mein Sohn zurückgekehrt oder mein Ehemann, der mit meiner Tochter endlich wieder spielen konnte."
Lor legte knapp die Ohren an. Beide genannten waren bei einem Autounfall verunglückt, noch vor seiner Zeit hier.
Kazuko lächelte, als sie in den dunkler werdenden Himmel schaute. "Manchmal habe ich abends dem Universum gedankt, dass es dich zu uns geschickt hat, als wir es am nötigsten brauchten. Und als Kaori alt genug war, bist du wieder verschwunden, als wäre nie etwas gewesen. Warum wohl bist du jetzt wiedergekommen? Für dich? Für uns? Für meinen Enkel?"
Erschrocken schaute der Krasáne die junge Frau neben sich an, die nur lächelnd nickte und die Hände auf den Bauch legte.
"Kaori..."
"Komm mal her"
, sprach die alte Dame weiter. Das Blauhaar folgte dem, sie legte einen Arm um seine Schultern, soweit sie es schaffte. "Siehst du den Stern dort?"
Er blickte auf und nickte.
"Das ist der Abendstern, der erste, der abends scheint. Und der letzte, der morgens erlischt. Das ist die Venus." Sie drehte sich ihm zu. "Die Venus steht für die Liebe. Auch die Liebe begleitet uns vom Anfang bis zuletzt und ist das letzte, was erlischt, wenn das Ende kommt."
Der Mann an ihrer Seite konnte nicht anders, als einfach still zu lächeln.
"Was ich dir sagen will - an deiner Seite sind stets Personen, die dich lieben, dich begleiten, bis zum Schluss. Du warst für mich lange Zeit wie ein Sohn und wirst es in meinem Herzen wohl auch immer bleiben. Ich habe oft an dich gedacht die Jahre, zu den Festen, zu den Jahreszeiten bei all dem, was wir einst zusammen machten und nun nur noch alleine."
"Ich habe geträumt"
, sagte Lor und beobachtete den einzigen Stern am Himmel. "Von der Nacht damals."
"Ich bereue keinen Tag, dass ich dich vor diesem Idioten gerettet habe"
, erwiderte die rüstige Lady aufmüpfig, im Gedanken an den Kerl, der den frisch wandelnden Krasánen hatte am liebsten umbringen wollen nach dem Unfall.
Das Blauhaar hob die Rechte vor sich und ließ Feuer darüber tanzen. Es zog sich zusammen zu einer Lichtkugel und schoss schließlich wie ein Stern hinauf gen Himmelszelt. Er wandte sich leicht ab.
"Ich muss langsam gehen."
"Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt, dass du deinen Weg erfolgreich beschreitest. Und das wirst du. Ich habe immer an dich geglaubt, seit dem Moment, wo ich dich bewusstlos über diese Türschwelle trug an jenem Abend."
"Aber erst, nachdem meine Verwandlung durch war, weil ich dann ein paar Kilo weniger drauf hatte"
, kicherte er und sah sie wieder an.
"Naja, bin ich Superfrau, einen gut trainierten Mann durch die Gegend zu schleppen?"
Die drei lachten. Die weißhaarige Frau öffnete die Arme und schloss beide darin ein. "Ach, meine Kinderchen. Kommt mir gut an. Grüß' Shinji-san von mir, Liebes, und du mach' nicht so viel Trubel da draußen, ja?"
Lor zuckte mit den langen Wolfsohren. "Ich doch nicht."
"Doch, gerade du! Spaßvogel!"



Sie hatten noch ein wenig gescherzt, ehe Kazuko die beiden ziehen ließ.
Mit der S-Bahn kam man auch noch um diese Uhrzeit gemütlich an jeden Ort. Das Anwesen lag mit einigen anderen ziemlich weit draußen, inmitten der Natur, sodass es eine Weile brauchte, bis sie das Gelände der NGEO Akademie wieder betraten. Sie waren wohl gegen neun losgekommen, jetzt zeigte die große Uhr am Turm bereits halb elf.
"Aber morgen bist du wieder da, oder?"
Lor sah sie an und hob ihr Kinn. "Hier wird mich wohl kaum jemand wegfangen. Ein paar Tage verweile ich noch, wie ich dir bereits sagte. Wir laufen uns sicher noch über den Weg."
"Das hoffe ich doch."

Froher Dinge verabschiedeten sie sich und gingen getrennte Wege zu ihren Räumen. Es war Zeit, an der Matratze zu horchen.


~ *

(01.11.32, 05:00Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 18Uhr)


Es war denkbar früh, als jemand lautstark klopfte und Lor aus dem Schlaf schreckte. Er blinzelte sich irgendwie wach und kam halb hoch. "Hai, hai..." (Ja, ja)
"Lor-senpai? Da ist jemand am Telefon für Sie." (Senpai = Namensanhang für "Lehrer")
Es war die Lady, die ihn am ersten Tag als Schülerrätin empfangen hatte. Er schlug die Decke beiseite, bemerkte eher beiläufig, dass die Schlange von seiner Brust fix auf seine Schulter kroch, um nicht gleich herunterzufallen, und öffnete ungeniert die Tür. Aber die Schülerin war ebenso in Schlafkleidung wie auch er.
"Verzeihen Sie die Störung..."
"Nein, verzeih' du mir, dass du um die Zeit hoch musstest. Wie spät ist es überhaupt? Und welcher... Bestimmt irgendwer von der anderen Erdhalbkugel."
"New York"
, erwiderte sie leicht lächelnd und winkte ihn mit sich.

Ein wenig angekratzt von der rüden Weckung nahm er den Anruf im Sekretariat entgegen.
"Lexia? Du weißt, dass es hier gerade fünf Uhr morgens ist...?" Ein Gähnen ließ sich nicht unterdrücken. "Ist Terra untergegangen oder so?", scherzte er.
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08-08-2012, 18:35 PM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08-08-2012 21:37 PM von Raphael.)
Beitrag #487
RE: Am Abgrund der Zeit
(Russische Militärbasis - 01.11.32, 3.00 Uhr - ca. 3:30Uhr, GMT +2
Terra: 01.11.32, 01.00Uhr - ca. 01:30Uhr)

Es war mitten in der Nacht, der Wächter war noch wach, als ein leises Piepen seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es kam von einer Art Pager, ein deutlich älteres Modell, aber gerade der Einfachheit wegen dem Magier aktuell deutlich lieber, als komplexe Telekommunikationssysteme. Schließlich konnte man dort nicht ohne weiteres Abhörmechanismen "nachrüsten".
Die Kurznachricht war eindeutig, jemand hatte auf seine E-Mail reagiert.
Der Schwarzgewandte hatte sich mangels Schlafbedürfnis die Zeit über ans Fenster gesetzt, und wandte sich nun zurück an den Computer.
Nach einigen Tippseleien mit seiner "Armprothese" befand er sich auch schon im Postfach.

Langsam arbeiteten sich seine Augen durch die Mailantwort.

"Hallo mein Freund,

mit Spannung und Sorge las ich deine Nachricht. Nach allem, was die Jahre über passiert ist, hatte ich ebenso wie du gehofft, dass sich die Bevölkerung aller Schichten langsam an die geänderte Situation gewöhnt und angepasst hat. Leider scheint falscher Stolz kombiniert mit gefährlichem Halbwissen und Ignoranz noch immer im Untergrund die Fäden zu ziehen.
Inzwischen sind die Nachrichten voll von deinem Verschwinden, und ich denke nicht, dass mein Internetzugang der Sicherste ist. Daher hat meine Antwort auch etwas mehr Zeit gekostet, schließlich möchte ich dich nicht unnötig in Gefahr bringen.

Jedenfalls kann ich dir sagen, dass es aktuell auf Terra leicht chaotische Zustände annimmt. Laut meinen Quellen sind viele Anthropomorphe, aber auch Kategorie Individuen aller Arten zunehmend beunruhigt. Sie zweifeln an ihrer eigenen Sicherheit innerhalb der Organisation, nachdem das Parlament mit einem Haftbefehl aufgrund deiner Fähigkeiten zu dir kam.
Nach außen hin stellen die meisten Funktionäre es zwar da, als sei dies ein Einzelfall, und versuchen die Wahrheit zu vertuschen, aber in einer Basis voller außergewöhnlicher Ohren ist es schwierig solche Geheimnisse für sich zu behalten. Nicht zuletzt auch, weil Mind Shiver einiges mittels ihres PSI-Talents in Erfahrung bringen konnte.
Apropro: Ich habe schlechte Nachrichten. Das Squad D wurde aufgelöst, und die einzelnen Teammitglieder wurden über die Welt verteilt, solange die Untersuchungen in deinem Fall laufen. Wenn New Light davon Wind bekommt, werden die ihre Chance wittern, nun erst recht zuzuschlagen.

Über den konkreten Aufenthaltsort der Einzelnen kann ich dir wenig sagen. Ich weiß nur, dass Julia Zun wohl mit zum europäischem Gerichtshof beordert wurde. Allerdings kann ich dir nicht sagen, ob sie dort im Dienst ist oder unter Arrest steht.
Bezüglich deiner Bitte kann ich sehen, was ich tun kann. Ich habe immernoch einige Verbindungen in die Medienanstalten. Es bedarf zwar ein oder zwei Tage Vorbereitungszeit, aber ich denke, danach kann ich auf dein Zeichen hin gern die von dir gewünschten Informationen publik machen. Aber glaubst du wirklich, dass das eine gute Idee ist?

Für den Anfang solltest du dich in jedem Fall noch bedeckt halten. Wenn du auf Zeit und Glück spielst, könnte sich die aktuelle Lage, insbesondere mit New Light zu deinen Gunsten entwickeln. Ich denke, sie werden nicht so schnell einen entsprechend fähigen und vor allem erfahrenen Strategen für die Leitposition finden. Fürs erste wird zwar Norten Trendor die Geschäfte übernehmen, aber er war bereits vorher sehr ausgelastet.
Sollte also New Light weiter Druck ausüben, wird man dir wohlmöglich eine 'Begnadigung' anbieten, aber ich würde an deiner Stelle nicht darauf wetten. Manche würden lieber die ganze NGEO in den Abgrund stürzen, als das sie über ihren eigenen Schatten springen.

Ich melde mich wieder, wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind. Sei bis dahin sehr vorsichtig.

M. "


Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen des Magiers. Sein erster Zug in dieser Partie war gemacht. Auf Marcel war ebend nach wie vor verlass.


"But I'am still here!
I'm still alive!"

(I Exist - Giving my life)


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09-08-2012, 15:47 PM
Beitrag #488
RE: Am Abgrund der Zeit
(New York, Manhattan 31.10 32, 12 - 13 Uhr - GMT -6
Terra 31.10.32, 18 - 19 Uhr)

Das Interface meldete sich mit einem Bildschirm,
der am anderen Ende der Leitung einen ziemlich müden Lor zeigte,
sie musste grinsen bei seiner Aussage, wurde dann aber ernst.

"Halt dich fest, gleich wird dein Schlaf eh verflogen sein,
ist deine Leitung sicher, keine Zuhörer?",


setzte sie an und wartete einen Moment,
damit er aufmerksam zuhören konnte und ihre Frage bestätigte.

"Raphael ist auf der Flucht,
der europäische Gerichtshof wollte ihn wohl exekutieren,
nachdem er auf die Kategorie E hochgestuft wurde.
Er ist geflohen und den Medien nach zu Urteilen wohl in Russland,
auch wenn sich die Berichte dort teilweise widersprechen",


kurz erläuterte sie die Zusammenhänge genauer,
ging auf seine Hochstufung ein, dann seine doch sehr spektakuläre Flucht,
die Angst auf Terra, dass nun kaum ein kategorisiertes Individuum mehr sicher ist,
sobald es die E-Kategorie erreicht, egal, was es vorher geleistet hat,
mögliche Verschwörungs- und Untergangstheorien,
dazu die Unsicherheit der Bevölkerung und ihre Stellung dabei.

"Dass er uns genau den Tag noch in die Akademien entsand hat, kann pures Glück oder Berechnung sein,
in jedem Fall werde wir wohl vorerst unbehelligt bleiben,
da wir mit der Sache kaum etwas zu tun haben und hier auf dem Akademiegebiet eh anderes Recht vorherrscht,
wir stehen unter Hoheitsschutz der NGEO Akademien."


Die Vampiress rief sich wieder ins Bewusstsein,
was sie vor einiger Zeit in den Unterlagen der Akademie gefunden hatte,
die Insitutionen waren autark und Kampfhandlungen strengstens untersagt,
außer die Hausleitung gab ihre Zustimmung, z.B. in Verteidigungsfällen,
oder Sonderfällen bei agressiven Schülern oder Vergleichbarem.

"Da er sich mit uns noch nicht in Kontakt gesetzt hat, muss er sich entweder bedeckt halten,
oder alles läuft nach Plan und er wartet einen günstigen Augenblick ab,
ich denke ja eher Letzteres.
Was wir aber bedenken sollten: Nun brauchen wir Verbündete.
Norten Trendor ist aktuell der behelfsmäßige Leiter,
wahrscheinlich werden sie so schnell keinen Ersatz finden.
Fallen dir auf Anhieb Anlaufstellen für Unterstützung innerhalb Terras ein?
In 3 Tagen werden wir zurückkehren und uns etwas überlegt haben,
sonst könnten wir ziemlich alleine dastehen."


Sie schaute sich genau die Gesichtszüge ihres Gegenübers an,
die Kamera nahm den wachen Ausdruck ihres Vetrauten auf,
wie er immer stärker hervortrat und die Müdigkeit weichen ließ.
Nun mussten sie zunächst erstmal alleine stehen,
denn ihr Vetrauter war nicht mehr in der Leitungsposition.

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10-08-2012, 13:41 PM
Beitrag #489
RE: Am Abgrund der Zeit
(01.11.32, 06:00Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 19Uhr)


Lor lehnte sich etwas zurück, zog sich einen Stuhl heran und setzte sich, die Arme verschränkend. Seine Schwester züngelte zischend.
"Dieser Hund, er hat's wieder von Anfang an gewusst. So ein -Zufall-, dass wir gerade jetzt in einem Gebiet wie diesem hier sind. Ich frage mich nur, ob wir vielleicht besser hier bleiben sollten, wenn es so geschützt ist, andererseits gibt uns das null Einwirkungsvermögen in Terras Schoß."
Jemand klopfte und kam herein. Es war eine andere Schülerin, die sich sofort entschuldigte, was der Krasáne lächelnd abwehrte und sie ihre Unterlagen heraussuchen ließ. Rasch war die Dame wieder verschwunden und er wechselte vom Japanischen zurück ins Deutsche.
"Was ich bislang anzubieten hätte, wären Sean und seine Truppe, die Soldaten, die ich kennenlernte, aber allesamt Menschen ohne Kat. Ansonsten Aril Twin, der Wergepard, der mit mir auf Mission war und um mein E übrigens weiß. Er wurde mir von Norten Trendor direkt an die Seite gestellt, weil der wusste, dass er mit meinem E nichts anstellen würde."
Ein kurzer Blick auf die Uhr, es war gerade kurz nach sechs, das Blauhaar hatte noch gut Zeit, ehe der Unterricht losging.
"Vielleicht die Küche", lachte er leise, "Die kennen aber nur meine Kochkunst. Weißt du." Er sah zur Seite und nirgendwo hin. "Wenn Julia spricht, bin ich dran, und du vielleicht auch. Gerade jetzt, wo sie ihn holen wollten - oder seine Überreste wohl eher -, könnte sie auf dumme Gedanken kommen. Liebeshass ist eine böse Sache. Apropro, was ist mit dem Rest des Squad D? Als Freunde Raphaels könnten wir auch da vielleicht ansetzen, wobei dann ja nur noch der Dunkelhäutige und der Blitzkerl bleiben. Wobei ich denke, dass die bestimmt ausgesandt wurden, ihren Kumpel zu finden, ganz liebevoll natürlich, und bei seinem Auffinden machen sie ihn kalt, weil sie müssen."
Ein verbitterter Ausdruck lag in den Augen, die mittlerweile Lexia wieder musterten.
"Mein vordergründiges Problem, das sich vielleicht mit auftun könnte jetzt, ist meine Vergangenheit. Gerade jetzt, wenn sie schon ihre eigenen Führungsleute kalt machen."
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21-08-2012, 10:16 AM
Beitrag #490
RE: Am Abgrund der Zeit
(31.10.32, 13:00Uhr, GMT -6
Terra: 31.10.32, 19Uhr)

Die Vampiress nickte und wartete, bis Lor ausgesprochen hatte,
eine Weile dauerte es, ehe sie auch wieder sprach.
Die kurze Unterbrechung ihres Gespräches nahm sie hin,
schließlich musste man nicht mehr als nötig an Aufsehen sorgen.

"Wir sollten nach Möglichkeit erstmal die Tage in den Akademien verbringen,
hier sind wir unbehelligt und sicher vor irgendwelchen Gerichtshöfen,
oder gar Befragungen durch Dritte",


schlussfolgerte sie zunächst und setzte dann erneut wieder an.

"Ich habe hier einen ganzen Haufen an junger Vampire an der Hand,
unter ihnen würden sich sicherlich welche finden lassen,
die mir bedingungslos folgen, oder zumindest auf meiner Seite stehen.
Der Vampirclan auf Terra würde mich als Oberhaupt akzeptieren,
somit hätten wir da einen Verbündeten, der recht starke Kampfkraft mitbringt."


Alexinara hörte die Schulglocke klingeln, es war Zeit für die Mittagspause,
in ihrem Kopf sammelten sich schon Gedanken über mögliche Maßnahmen,
wenngleich sie von hier aus nur schauen konnte, Freunde um sich zu scharen.

"Hör zu, noch haben wir einge Tage Zeit, unsere Dinge zu regeln,
ich werde versuchen, hier eine Basis zu finden,
wir sprechen uns wieder in Terra ab,
oder vorher, wenn etwas Außergewöhnliches passiert.
Einverstanden?",


Sie schaute in die Kamera und dann auf den Bildschirm,
ohnehin war es nun wichtig, sich bedeckt zu halten,
sie hatte aber schon einen Plan, den sie umsetzen wollte,
auch wenn dieser etwas riskant war.

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21-08-2012, 14:44 PM
Beitrag #491
RE: Am Abgrund der Zeit
(01.11.32, 06:00Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 19Uhr)


Der Krasáne verharrte in vollkommener Ruhe. Die altmodische Standuhr an der Wand tickte laut, aber angenehm.
"Also haben wir noch sechs Tage mit dem heutigen, um hier etwas zu berappen oder aus der Ferne in der Welt etwas zu bewegen, was Kontakte angeht, ehe wir wieder ins Kreuzfeuer zurückkehren, ja?" Er zog die Brauen zusammen. "Was meinst du, werden sie direkt über uns herfallen?"
Das Blauhaar nickte die Sache mit den Vampiren doch ein wenig erfreut ab und stand auf. "Wir hören voneinander. Ich würde ja am liebsten sagen, sims mich auf PDA an", lachte er leise scherzend, "aber wie sicher die Dinger sind, bleibt fraglich in dieser Situation."
Ein kurzer Blick zur Tür, niemand war nah. "Zusammengefasst, ich habe hier noch wen aus alten Tagen, eine Forscherin der Ac, die mir vertraut, auch nachdem sie von den letzten Jahren erfuhr. Ich denke, ihr Angetrauter würde sicher mit ihr mitgehen, wenn es um Unterstützung ginge. Ansonsten schaue ich, was ich bewegen kann, auch bei meiner Klasse und den Kandidaten, die am Ende der Woche mitkommen werden."
Ein verschmitztes Lächeln kam noch bei herum.
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22-08-2012, 13:49 PM
Beitrag #492
RE: Am Abgrund der Zeit
(31.10.32, 14:00Uhr - 01.11.32, 04:00 Uhr , GMT -6
Terra: 31.10.32, 20:00 Uhr - 01.11.32, 10:00 Uhr)



Alexinara verabschiedete sich noch bei Lor und beendete die Verbindung,
die Gänge waren nun voller Schüler, die in die Mittagspause gingen,
die Vampiress nahm den direkten Weg zum Büro des Direktors,
sie wollte die übrig gebliebene Zeit nutzen,
damit sie nicht ohne leere Hände nach Terra zurückkehrten.
Und man konnte ohnehin nicht wissen, was Raphael vor hatte,
so war es gar nicht mal so schlecht, sich etwas vorzubereiten.
Nach einigen Augenblicken klopfte sie schon an der Tür.

"Come in!",

erschallte es freundlich von der anderen Seite,
Stephen Foris saß an seinem Tisch und ging einige Dokumente durch.

"Good morning Steph,
I have one request.
You know that I´ll leave in about 5 days,
but before that I want to make a speech for all people of this academy.
Let's say in 4 days at this time.
Would that be okay for you?",


fragte die Vampiress den Mann direkt,
welcher seine Papiere schon beiseite gelegt hatte,
um ihr aufmerksam zuhören zu können.

"And your speech is regarding what?",

fragte er sie in einem ruhigen Ton und schaute sie an,
in seinen Augen lag ein kleiner Glanz, den die Untote nicht deuten konnte.

"Regarding my habitation here, the latest news from the ISF
and specially new recruits for Terra und the future of this organisation",

fasste sie wahrheitsgemäß zusammen und wartete auf das Urteil,
stattdessen kramte der Schuldirektor einen Zettel heraus,
den er beschrieb und dann der Vampiress reichte.

"As long as this speech contains no political content it´s okay,
but you have to organize everything on your own, understand, young lady?"


Trotz dessen, dass sein Tonfall die Autorität seiner Person unterstrich,
war das Leuchten in seinen Augen vielsagend und zustimmend,
der Zettel vor ihrer Nase gab ihr dann die Sicherheit. "I´ll support you",
stand dort in geschwungenen Lettern.

"Thank you",

sagte sie noch, ehe sie das Zimmer wieder verließ.
Nun stand ihr bis zum Abend noch die Organisation an,
schließlich mussten die Klassen auch darüber aufgeklärt werden.
Doch das war für die Vampiress eher das geringere Problem,
schließlich kannte sie sich in solcherlei Dingen aus.



Es war später Abend geworden, als sie sich zur ihrer Nachtklasse aufgemacht hatte,
in der freien Zeit hatte sie indes die Zeit genutzt, Handzettel zu schreiben,
welche gleich am nächsten Tag in Druck gehen sollten.
Eine kleine Notiz anbei für die Schülersprecher der einzelnen Klassen,
damit die Einladung auch schnell den Weg zu den Schülern fand.
Auch ihre eigene Klasse wollte sie einladen,
doch dafür musste sie noch einige Vorkehrungen treffen.
Schließlich würden sie mitten am Tage nicht unbedingt zwischen die anderen Schüler gehören,
also brauchten sie einen separaten, sonnenlosen Raum,
was zwar nicht das Problem war, aber erstmal hergerichtet werden musste.

Als sie ihre Klasse in Empfang nahm, wurde sie gleich mit Fragen bombardiert,
Dinge, die noch geklärt werden mussten zum Thema "Geistkontrolle",
der ein oder andere brauchte noch exaktere Hilfe beim Umsetzen seiner Kräfte.

"Okay, girls and boys,
now we can start with the harder stuff.
You know now how to manipulate people
and can save yourself from being manipulated.
But be aware of the fact that stronger people are still able to break through your mental bounds.
The next thing is using your inner powers,
my are for example the usage of blood magic, black magic."


Sie rief in jeweils einer Hand eine Energiekugel eben jener Magierichtung auf,
einige der Schüler waren nicht verwundert,
weil sie wohl auch um ihre Kräfte wussten,
anderen dafür schauten sehr erstaunt.
So widmete sich die Vampiress den restlichen Abend den Schülern,
half Kräfte zu manifestieren und kurze Schlagabtausche zu beobachten,
die mit ihren Kräfrten Vertrauten schickte sie in Zweikämpfe,
damit sie sich aneinander ausprobieren konnten.
Erst gegen Ende der Nacht ließ sie Nakeno zu sich rufen,
mit ihm hatte sie noch persönlich etwas zu besprechen.
Den Rest der Klasse entließ sie und folgte ihm zu seinen Schlafgemächern,
wo auch gleichfalls sein kleines Büro war,
von wo aus der die Angelegenheiten der Klasse regeln konnte.

~*~
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24-08-2012, 14:20 PM
Beitrag #493
RE: Am Abgrund der Zeit
(01.11.32, 06:00Uhr, GMT +9
Terra: 31.10.32, 19Uhr)


Die offenen Fragen blieben im Raum stehen, er verabschiedete sich, atmete einmal durch und strich gedankenverloren der feuerroten Schlange auf seiner Schulter über den Kopf. Schweigend wurde alles zurechtgerückt und der Raum verlassen.


Der heutige Tag verlief ruhig und relativ, ja, belanglos. Unterricht, Klasse weiter kennenlernen, die ausgesuchten Schüler intensiver studieren - und feststellen, dass noch ein zwei andere mit drin sitzen, die auch infrage kämen -, mittags den Drachen ausfliegen, sich vom vorsitzenden Forscher zulabern lassen, was sie kürzlich entdeckt hätten bei der Erforschung von fossilen Knochen und DNA, und schließlich kam der Nachmittagsunterricht, der ihm eine gewisse Beherrschung abverlangte.
Er kam in den Raum und musste feststellen, dass da eine fette schwarze Tarantel auf seinem Schreibtisch hockte und gemütlich eine bereitgelegte Raupe einsponn. Sie war also beschäftigt. Der Krasáne zuckte mit dem rechten Ohr, beobachtete das Tier und wusste nicht genau, welche Mimik er gerade eigentlich zeigte. Die Klasse war mucksmäuschenstill und beobachtete ihn genau so, manche grinsten vor sich hin.
Es dauerte eine Weile, ehe der Lehrer etwas sagte. "Wessen Idee war das denn?"
Alle Finger zeigten ausnahmslos auf einen Jungen, der sofort die Schultern anzog und sich klein machte. "Hehe..."
"Hiroko, wer sonst." Kopfschüttelnd trat Lor an den Tisch heran, überprüfte anhand der Aura, ob die Spinne aggressiv war oder friedlich - schönerweise letzteres -, hielt ihr die Hand hin, auf die sie nach erster Inspektion krabbelte, umrundete den Tisch und ging zielstrebig zum Urheber des tierischen Besuchs.
"Wah, nein, nein, nein! Weg, ah, geh'n Sie weg!!" Voller Scheu rückte der Schüler längst von seinem Platz ab und starrte hinter schützenden Armen das Wesen an, was jetzt auf seinem Heft saß und neugierig mit den acht Augen die Umgebung beobachtete. Die Klasse lachte, manche feixten schadenfroh.
Das Blauhaar kehrte nach vorn zurück und begann ungeniert seine Stunde.

"Verdammt, der hat aber auch auf alles eine Antwort, oder...?", grummelte Hiroko entnervt zu einem Mitschüler, als sie auf dem Gang ihres Weges gingen. Lor lächelte nur, als er die Tür abschloss und sich nach draußen aufmachte, um noch einmal reiten zu gehen, ehe er sich der Vorbereitung des nächsten Tages widmete und noch mit ein zwei Lehrern absprach, was sie gerade machten und wie weit er wo eingreifen konnte.


* ~

(04.11.32, 17 - 22Uhr, GMT +9
Terra: 04.11.32, 8 - 13Uhr)


Die nächsten Tage verliefen ähnlich, manchmal hatte er ein Gespräch mit einem der Anwerber, manche bekamen schon ihre Zusage und freuten sich zumeist ungemein. Einer fehlte auch einen Tag, weil er weiter weg wohnte und mit seinen Eltern alles planen musste.
Kaori sah der Krasáne lange nicht, erst am vorletzten Tag begegnete man sich endlich wieder, zufällig im Garten, nach einem vollendeten Arbeitstag. Sie rief freudig nach ihm, als sie ihn erspähte.
"Lor! Lor, hier! Ah, nein, Hasrin, kommst du..." Schulterzuckend musste die junge Frau schon zusehen, wie die Urzeitkatze den humanoiden Wolf ansprang, aber er hielt gut dagegen, statt einen Satz gen Boden zu machen. Lar fauchte zischelnd scharf das Ungetüm an.
"Holla, langsam mit den jungen Katzen. Kaori, ein Glück."
Sofort zuckte die Schwarzhaarige zurück mit traurigem Blick. "Du fliegst...?"
"Nein, nein, nur die Ruhe. Beziehungsweise, ja, morgen, aber heute noch nicht. Hast du... Ich meine, hast du Lust und Zeit, dass wir heute Abend hier mal rauskommen?"
Es war eine deutliche Einladung, die sein Gegenüber rasch wahrnahm und fröhlich nickte.
"Klar. Lass mich nur den Rabauken in seine Unterkunft zurückbringen."


"Wo zum Geier hast du das nur ausgegraben?"

Die Leute schauten manchmal noch nach den beiden, die vermutlich wirkten, als wären sie verlobt oder irgendetwas. Hier saßen sogar andere Anthros, zu zweit oder mit Menschen, an den Tischen, aber Lor war eh unauffällig, er hatte sich in seine Menschengestalt geflüchtet, um den Einwirkungen der offenen Riesenstadt etwas zu entkommen. Seine Schwester war einmal mehr "Zuhause" geblieben.
Er hatte schon lange einmal vorgehabt, in diesem Restaurant einzukehren. Sie saßen an einem Tisch direkt an der Glasfront, die auf den Hafenbereich guckte, davor ein kleiner Park, alles schön erleuchtet, da die Sonne zu dieser Jahreszeit auch zeitig unterging. Noch war es hell, aber bald würde die Lichterkulisse mit den Häusern im Hintergrund perfekt werden.
Kaori Ayaka nippte an ihrem Rotwein, während ihr heutiger Gefährte ebenso ein Weinglas schwenkte, allerdings gefüllt mit stillem Wasser.
Sie lehnte sich stilvoll auf das Holz. "Weißt du, wenn ich jetzt noch single wäre, hätte ich mir das ja fast überlegt..." Ein verführerisches Zwinkern.
Eiskalt und bestimmt lächelte er. "Tut mir leid, dass du dir Hoffnungen machst."
"Bei dir sind alle Hoffnungen untergegangen, bevor sie überhaupt aufkommen!"

Er lachte leise.
Sie beobachtete ein vorbeifahrendes Schiff. "Ja... Es kommt mir vor, als würde ich dich eine Ewigkeit kennen, dabei warst du länger fort als die Zeit, die wir damals zusammen wohnten. Ich weiß noch genau, wie ich erroch, womit du an dem Tag gearbeitet hast, das merkte ich immer gleich."
"Trakehner, Lipizzaner, Achal-Tekkiner..."
(Alles Pferderassen)
Sie kicherte. "Genau."
Lor verschränkte die Finger auf dem Tisch ineinander. Sein Blick ging an ihnen vorbei ins Nirgendwo. "Wenn ich morgen zurückkehre, werde ich niemanden mehr haben, ein paar Freunde, aber ansonsten wohl die Welt zum Feind."
Vorsichtig beobachtete Kaori unauffällig die Umgebung, ob ihnen auch niemand zuhörte. "Warum?"
"Hast du vom Verschwinden des Leiters der ISF gehört?"
"Wer hat das nicht? Du warst ein enger Vertrauter, hm?"
"Ja. Und es gibt neben meiner Vergangenheit noch ein Problem, das er auch hatte. Er wurde vom Gerichtshof - "

Er hielt sofort an, als sie die Hand hob. "Das kann ich doch nicht annehmen."
Lor gewahrte den Agenten mit Sonnenbrille, der gerade vorbeiging. "Mylady, wie oft soll ich das Angebot denn stellen, bevor Ihr das annehmt?"
"Ich ziere mich..."

Er war vorbei. Das Schwarzhaar verzog leicht die Brauen, rückte unmerklich etwas vor, so wie auch die Lady, damit er leiser sprechen konnte.
"Ich habe davon gehört."
"Hast du dich schon entschieden, was du möchtest?"
Fröhlich nickte er zur Karte. "Vorspeise A oder E?"
Ihre Augen leuchteten. "Oder D? S D?"
"War er mal. Aber ich würde dir Vorspeise E empfehlen, die mag ich auch."

Sie sah ihn leicht entsetzt an. "Tatsächlich?"
Seine Augen sagten alles. Sie lehnte sich zurück und musste erst einmal durchatmen. Nach einigen Momenten kehrte das Lächeln wieder.
"Warum habt Ihr also gerade dieses Lokal ausgesucht?"
"Weil ich hier schon immer einmal hin wollte"
, antwortete Lor wahrheitsgemäß. "Und mit wem sonst wenn nicht Euch, die ich nun schon etwas kenne, sollte ich hier einkehren?" Sein Blick ging an ihr vorbei und sie traute sich nicht, sich zu rühren, als ihr Gegenüber fast totenbleich wurde.
"Ich glaube, ich habe etwas vergessen."
"I-in den Räumlichkeiten?"
Die blauen Funken auf ihrem Kleid glitzerten. Lor hatte gerade nur noch Augen und verstohlene Blicke für den Nachbartisch. Den Mann dort drüben kannte er, aber nicht von der NGEO.
"Nein." Ein entwaffnendes Lächeln, der Krasáne schaute sie wieder an. Der Kerl kannte ihn nicht wirklich, warum also seine menschliche Gestalt? Schnell zog er noch ein Stück am Saum seines Oberteils - Kaoris Mann hatte ihm etwas Schniekes ausleihen können, er hatte etwas in der Größe - am Handgelenk, wo die Narbe des Chips saß.
"Ich habe vergessen, Euch zu sagen, wie die Ergebnisse meiner Wanderung ausgefallen sind, ich hatte doch vorgestern Wandertag mit den Kindern."
"Ach, Ihr arbeitet immer noch in dem Kindergarten? Die Arbeit scheint Euch tatsächlich zu gefallen, dabei hatten einige ja anfangs Zweifel."

Lor klopfte seicht mit dem Finger einmal auf die Tischdecke und malte einen Kreis, sie nickte. Er wollte seine Aussagen gezielt verdrehen.
"Ich wollte Euch ja eigentlich einmal mitnehmen, aber leider geht das nicht ganz so einfach wie erhofft. Wobei Ihr Euch aber auch mehr auf Euer Studium konzentrieren solltet, das ist ja auch eine harte Nuss..."
"Das stimmt."
Bescheiden legte sie die Hände in den Schoß.
Der Kellner brachte gerade mit knappen Ansagen die Vorspeisen und ein alkoholfreies Getränk für die Lady, der Krasáne nickte dankend ab, er hatte noch. Aus der Karaffe goss er sich gerade nach.
"Und in der Freizeit nimmt Euch Euer Sport sehr ein, was?"
Er lächelte. "Ja, ich muss mich meistens um den ganzen Verein kümmern, weil allein keiner was auf die Reihe bekommt, aber der Leiter vertraut mir, das gibt mir gewisse Freiheiten in der Handhabung. Sonst müsste ich wegen jeder Kleinigkeit nachfragen gehen, wenn ich etwas organisiere."
Sie nickte verstehend, ihre Augen waren gerade alles, was Wahrheit sprach, der Rest spielte nur. Schade, dass dieser Abend jetzt so überschattet wurde, aber was sollt's. Er beließ es dabei und sie rückten zu angenehmeren Themen, weg von NGEO und co., wo man auch normal frei sprechen konnte.

Am späteren Abend waren viele Gäste gegangen, auch die Kollegen vom Tisch schräg gegenüber. Lor atmete aus.
"Gerade jetzt."
"Gerade jetzt ist mir nach einem Spaziergang zumute! Was haltet Ihr davon?"

Er nickte und gab dem Kellner Handzeichen zum Bezahlen.
Sie verließen das große Haus und machten sich auf den gemütlichen Fußweg durch die abendliche Stadt. Die Uhrzeit brach Tokyo nichts ab, auch jetzt noch gut befüllt zu sein, Leute gingen zur Nachtschicht oder kehrten vom Spätdienst wieder, andere feierten Party, dritte waren genau wie sie einfach unterwegs und schlugen die Zeit tot, erfreuten sich des Lebens, was auch immer.
"Tut mir leid, dass das doch in so einem Chaos - "
"Na na"
, hob sie tadelnd den Finger, "Es war wunderschön und in all der Zeit, die ich Shinji jetzt kenne, haben wir so etwas noch nicht gemacht." Kaori lächelte. "Aber... Nun sag' mal, was war eigentlich los?"
"Alte Bekannte saßen hinter uns am Tisch."
"Das dachte ich mir schon, aber -solche- Bekannte?"
"Unglaublich, aber tatsächlich, das letzte Mal habe ich den Kerl in Deutschland gesehen, als er in unserer Abteilung herumkroch und dem Chef alles nachräumte. Auf der Schleimspur bin sogar ich fast ausgerutscht; wie eine Schnecke!"

Sie lachten beide. Die junge Frau hakte sich unverfroren in seinen Arm ein und genoss die Begleitung. "Was wirst du jetzt tun?"
"Ich weiß nicht, wie die Lage Zuhause ist - dass ich es mal so nennen würde... -, aber ich sollte besser auf alles vorbereitet sein. Eine Kollegin, die gerade in New York ist, wird am gleichen Tag zurückkommen, bestenfalls zur gleichen Uhrzeit oder knapp davor, danach, wir werden sehen. Möglicherweise verhaftet man uns direkt nach Ankunft, oder wir werden gleich irgendwo versteckt, was weiß ich. Wie vorhin gesagt, -eigentlich- vertraut Norten Trendor mir, hat mir gar jemanden zur Seite gestellt, der nichts Dummes mit meinem E anstellt."
"Du bist echt E...?"
Kleinlaut sah sie ihn von unten herauf an.
"Mittlerweile ja."
"Ich hätte nie gedacht, als ich damals an der Hand meiner Mutter hing und plötzlich die Autos Saltos schlugen, dass du, den ich im Zentrum des Schildes gesehen habe, einmal etwas derart wird. Apropro..."
Sie blieb stehen, als er es auch blieb. Sie waren an einem Zebrastreifen angekommen, aber Lor machte keine Anstalten, hinüber zu gehen. "Hier."
"Hier vor zwanzig Jahren."
Der augenscheinliche Mensch ging in die Hocke und legte eine Hand auf den Boden. Nichts erinnerte an irgendetwas, sämtliche Spuren waren schon sehr lange ausradiert worden.
"Damals hätte ich nie für möglich gehalten, was alles passiert ist, und schon gar nicht, welchen Weg ich noch gehen würde." Nachdenklich kam er wieder hoch und schaute über die Kreuzung. Nur wenige waren unterwegs.
"Sag' mal... Was würdest du tun, wenn ich dich jetzt an die NGEO verrate? An die Gerichte?" Kaori zeigte keine Mimik.
"Dann würde ich sterben, fertig."
Der Krasáne sah nicht einmal auf, als sie ihr Handy zückte und eine Nummer wählte, es ans Ohr hielt und jemand ranging.
"Hello? Ayaka Kaori here from NGEO Ac Tokyo, Japan. I have to tell on a traitor."
Eine Weile blieb es still, die Stimme am anderen Ende erzählte ein wenig, bis sie abnickte. "Yes, I'll bring him to the airfield on Ac territory."
Sie legte auf und ging wortlos voran, er folgte ihr nur, keine Emotionen in der Miene.
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25-08-2012, 10:48 AM
Beitrag #494
RE: Am Abgrund der Zeit
(01.11.32, 04:00 - 06:00 Uhr , GMT -6
Terra: 01.11.32, 10:00 - 12:00Uhr)


Sie betraten Nakenos Büro gemeinsam,
alles lag im Dämmerlicht,
sodass das anstehende Tageslicht keinen Raum fand.
Freundlich bot er Alexinara einen Platz am Kamin an,
der fröhlich vor sich her brannte,
sie nahm Platz und wartete, dass er sich an ihre Seite gesellte.
Mit ineinander verschränkten Fingern wartete er auf ihren Anfang,
seine Augen spiegelten Neugier und Achtsamkeit wider,
sie ließ sich etwas Zeit und versuchte, ihre Gedanken zu sammeln.

"Thanks for your time, Nakeno.
You know why I´m here?",


startete sie das Gespräch und sah ihm direkt in die Augen,
er erwiderte den Blick und lächelte.

"You´re welcome and yes,
I have a suggestion.
It´s because of the situation on Terra?",


schlussfolgerte der junge Mann,
er setzte sich nun bequemer auf.

"Yes, indeed.
We have a dramatic situation on this island.
The Leader of the ISF is trying to escape,
I think the european court wanted to eliminate him,
because he reached level E",


führte sie wahrheitsgemäß aus,
an diese Stelle hätte es nichts gebracht, sich schwammig auszudrücken,
schließlich musste sie schnell die Fronten klären.
Und Nakeno schien ihr geeignet als Verbündeter,
da er ohnehin im Kleinen schon seine Truppe um sich gesammelt hatte.
Er nickte verstehend und in seinen Augen leuchtete etwas Erkenntnis,
er schien ihr folgen zu können,
denn schließlich erwartete man nicht von einem Schüler,
dass er über die Geschehnisse in der ISF direkt wusste.

"After all my friend, he´s actually visting the academy in Tokyo,
and me trusting the old leader of the ISF,
we also have powers over the edge of this classification."


Bei diesen Worten weiteten sich seine Augen leicht,
er brauchte keinen Machtbeweis, um der Vampiress zu glauben,
denn als Ranghoher seiner Art konnte er die Wahrheit spüren.
Nickend bat er sie weiterzuerzählen,
noch hatte er keine Worte gefunden,
um das Gespräch weiterzuführen.

"For now we need allies on Terra,
just to be safe and keep the ISF safe.
Finally we have still enemies out there,
and the power of the ISF is limited.
That's the point where we need new recruits,
I wanted to ask you if you want to lead the undead forces on Terra,
there is another group of older vampires,
they want me to lead them but it would be to dangerous,
you know what they do with class E individuals."


Nakeno schluckte etwas,
fasste sich aber schnell wieder.
Nochmals setzte er sich zurecht,
inzwischen war schon etwas Zeit vergangen.

"So you´re asking me to join the ISF on Terra,
to lead the vampires there,
to be the backup for you and your friends."

Er fasste die Situation zusammen und schaute die Vampiress an,
sie nickte zustimmend, er hatte es erfasst.

"At last we have to keep all individuals safe,
the people are in riot,
there are asking for the danger coming from persons like you and me.
It could be, at worst case, that they´ll try to jail individuals with classifications..."



(04.11.32, 13:00 - 14:00 Uhr , GMT -6
Terra: 04.11.32, 19:00 - 20:00Uhr)


Die Ansprache von Alexinara war gut durchdacht,
die Schüler der Tagesklasse hatte sie im großen Saal gesammelt,
per Funkübertragung erhielt auch die Nightclass in einem separaten Raum alles mit.
Schon vorher hatte sich Alexinara mit den Lehrkräften zusammengesetzt,
damit sie darüber beraten konnten, wer nach Terra in die weitere Ausbildung gehen konnte und geeignet genug dafür war.
Nach dem Gespräch mit Nakeno hatte sie die Tage dafür genutzt,
um entsprechende Kanditaten im Gespräch kennen zu lernen,
sie auf die Zeit vorzubereiten, die dann vor ihnen lag,
und ein entsprechendes Persönlichkeitsprofil zu erstellen.
Ungewöhnlicherweise kamen sehr viele Schüler in Frage,
wie angenommen bot die Akademie noch genug Ressourcen,
auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sah.
Nachts nahm sie sich der Fähigkeiten ihrer Schützlinge an,
welche starke Fortschritte machten,
dem ein oder anderen musste sie auch beibringen, seinen Blutdurst zu beherrschen,
wenngleich alle aus der Klasse dies konnten,
mussten sie auch in Extremsituationen die Ruhe bewahren,
und dergleichen wurde schließlich nicht in der Schule gelehrt.

In der Rede sprach sie den letzten Angriff New Lights an,
die Anwerbung von neuen Kräften für die ISF,
mögliche Zukunftsperspektiven für die Bewerber.
An sich war die Rede recht harmlos gehalten,
wenngleich man zwischen den Zeilen durchaus lesen konnte,
was auf einen zukommen könnte.
Eine Stunde lang hielt sie die Schüler im Saal,
dann wurden sie entlassen und Listen ausgehangen,
die ausgefüllt werden konnten.


(05.11.32, 01:00 Uhr , GMT -6
Terra: 05.11. 32 07:00 Uhr


Mitten in der Nacht sollte die Vampiress nach Terra abreisen,
sie hatte sich schon am frühen Abend vom Direktor und den Lehrkräften verabschiedet,
dazu hatte sie sich tatsächlich in die Küche begeben und einen Kuchen gebacken,
worüber sich die Belegschaft sehr freute.
Es war eine herzliche Verabschiedung,
etwas Wehmut brachte dies aber schon mit sich,
schließlich hatte sie sich hier etwas eingelebt.
Zur Nacht verabschiedete sie sich von ihren Schützlingen,
mit dem Wissen, dass sie einige davon wiedersehen würde.

Der Flieger wartete pünktlich auf die Vampiress und brachte sie nach Terra,
im Gepäck hatte sie etliche Dokumente,
Zettel und Glückwünsche ihrer Klasse.

~*~
"Beginning new,
something I lost long ago."
~*~
Lexia
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25-08-2012, 21:00 PM
Beitrag #495
RE: Am Abgrund der Zeit
(04.11.32, 22:30Uhr, GMT +9
Terra: 04.11.32, 13:30Uhr)


Ohne Komplikationen erreichte man das Landefeld, auf dem Lor vor einigen Tagen hier angekommen war, die langen Wolfsohren waren seit dem Ausstieg aus der S-Bahn zumeist angelegt, der Blick dementsprechend, jedoch erwartete ihn kein Helikopter auf dem Platz, nur ein Shinji in Arztsachen, der aussah, als wäre er von der Arbeit direkt hierher gekommen.
Kaori drehte sich zum Blauhaar um, das auf dem Weg seine Menschengestalt abgelegt hatte, und hielt ihm die Hand hin, geballt, den kleinen Finger ausgestreckt. Lor sah sie an, gewahrte das Lächeln und hakte seinen hinein.
"Das ist ein Versprechen, jetzt und hier. Ich werde dich niemals hintergehen oder verraten, selbst, wenn ich dadurch in Gefahr gerate. Bei mir findest du immer Unterschlupf. Und bei Shinji auch."
Der Genannte nickte freundlich.
Der Krasáne seufzte und ließ den Kopf hängen. "Du hast mich verarscht..."
Sie kicherte und die beiden lösten die Finger nach einem kurzen Schwung. "Entschuldige. Das war dafür, dass du dich so lange nicht gemeldet hast und auch die letzten Tage mich hängen ließt!"
"Tut mir leid..."
"Das tut dir gar nicht leid!"
, fuhr sie ihn an, er zuckte fiepend zurück, ihren Finger an seiner Nase. "Böses Hundchen!"
Er kläffte und schnappte nach dem Finger, den sie aber schnell genug wegzog und lachte. "Wie auch immer. Ich danke dir sehr für den wunderschönen Abend, auch wenn das eine oder andere... nicht hätte sein müssen, aber man kann sich das schlecht aussuchen. Es hat mir aber auch gezeigt, wie nah uns unsere Feinde eigentlich sind, ohne dass wir es ahnen. Ich werde achtsam sein."
"Und ich auch"
, antwortete ihr Mann sofort und legte einen Arm um ihre Taille. Sein Blick ging zu Lor. "Ich habe gehört, du suchst Verbündete? Such' Kanako-san in der Hospitalabteilung auf Terra, bestelle ihr meine Grüße und sage ihr, ich hätte dir einen Handgelenksbruch geschient. Sie wird es verstehen."
Der Krasáne ließ ein Ohr hängen und blinzelte. "Äh, okay..." Er fing sich und nickte dankbar. "Werde ich."
"Sie ist richtig gut, wenn es um Verletzungen aus Schlachten geht, war lange Zeit in Kriegsgebieten unterwegs und kennt so manche Grausamkeit. Sie steht ihre Frau und unterstützt diejenigen, auf die sie vertraut."
"Ich danke dir."
"Gut, dann treffen wir uns morgen auf jeden Fall aber nochmal"
, erwiderte die junge Ayaka, "Ich will dich verabschieden, bevor du fliegst. Wann fliegst du eigentlich?"
"Gute Frage... Abends wohl irgendwann, sodass ich inklusive Flugzeit mittags in Terra lande."
"Also auf ein gemütliches Mittag."
"Und danach reiten wir zusammen aus?"
"Unbedingt! Du auch, Shinji-san~?"

Er wehrte sich mehr schlecht als recht gegen die umwerfende Umarmung. "Ich muss arbeiten..."
"Och menno, komm schon, die können doch einmal auf dich verzichten."
"Ich werde sehen, was sich einrichten lässt."
"Juhu!"
Die Frau sprang lustig hinüber Richtung Eingang. Lor schüttelte nur den Kopf.
"Immer noch das gleiche Kind wie damals."
"Das hab' ich gehört!"
, rief sie rüber, die Männer lachten und folgten ihr ins Gebäude.


* ~


(05.11.32, 18:00Uhr, GMT +9
Terra: 05.11.32, 09:00Uhr)


Ein geregelter Schultag. Verkündung der ausgesuchten Schüler für Terra, Organisatorisches, Übergabe der Sache an andere Zuständige, die weiteres in die Gänge leiten würden. Mittags traf er sich mit dem jungen Ehepaar in der akademischen Kantine - das Wort war eigentlich zu schäbig für das, was hier geboten wurde -, man quatschte völlig labidar über alles mögliche, nur nichts Ernstes, danach machten sich die drei auf zu den Stallungen und genossen den Nachmittag in den Grünanlagen der Ac. Der Arzt hatte tatsächlich unter Angabe der wahrheitsgemäßen Gründe den Nachmittag frei bekommen, eingetauscht gegen genug Überstunden.
Die letzten zwei Stunden saßen sie im Pavillon, inklusive Hasrin, der nur Flausen im Kopf hatte und spielen wollte ohne Ende, dann machte Lor sich davon, um Sachen zu packen. Es war merkwürdig, dieses friedvolle Gelände jetzt zu verlassen. Wenn er zurückkehrte, würde er wieder Englisch sprechen... Auch wenn es "nur" acht Jahre gewesen waren, fühlte sich das Japanische irgendwie an wie Heimat, vielleicht nicht Muttersprache, aber so ähnlich. Er mochte diese Sprache.
Die rote Schlange züngelte. "Hast du alles?"
"Ich denke. War ja nicht so viel." Die Schultasche wurde neben den Schreibtisch gestellt, Unterlagen in einer Mappe mitgenommen. "Vielleicht werden wir sie nie wieder sehen."
"Sag' das doch nicht, lass uns erst einmal auf Terra ankommen und die Lage checken", versuchte sie einzulenken, aber Lors Miene blieb.
"Was hätte ich nicht dafür gegeben, niemals diese Straße entlang gelaufen zu sein, in der sie mich schnappten... Dann wäre ich immer noch einfach Pferdewirt und würde bei Ayakas wohnen, so wie du auch."
"Weißt du das?" Sie flatterte auf seine Schulter und schmiegte sich an seinen Kopf. "Auch hier hättest du dich vor den anbahnenden Jahren nicht verstecken können."
"Das stimmt... Ach, sei's d'rum, seit wann hänge ich in der Vergangenheit."
"Genau."
"Ab dafür, unser Flug wartet. Vielleicht können wir uns irgendwann ja in Frieden hier niederlassen."
"In Tokyo? Als Krasánen? Wie lange wolltest du nochmal leben, zwei Wochen?"
Er lachte leise.


Terra, 13Uhr Ortszeit.
Ziemlich kalte Meerluft wehte rasant um Lors Ohren, während die Rotorblätter langsamer wurden. Es roch nach Salz und die Möwen kreischten wie immer. Die Bäume hatten längst ihre Blätter verloren und die Parkanlagen wirkten ein wenig kahl.
Unwillkürlich musste er kurz lächeln, als ein bekannter Wergepard am Rande des Feldes wartete. Ein Rollfeldmitarbeiter quatschte mit dem Piloten. Das Blauhaar ging voran, die Schlange auf seiner Schulter, und auch Aril kam nun ein paar Schritte entgegen.
"Welcome home."
"I hope so", erwiderte Lor, geräuschte kurz verblüfft, als die Großkatze ihn simpel umarmte, kam dem aber schließlich freundlich nach. "Thank you for waitin'."
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04-09-2012, 08:36 AM
Beitrag #496
RE: Am Abgrund der Zeit
(Russische Militärbasis - 03.11.32, 22.00 Uhr - ca. 22:30Uhr, GMT +2
Terra: 03.11.32, 20.00Uhr - ca. 20:30Uhr)

"Impressive!" Dies war der einzige Kommentar, der leise aus dem hinteren Teil des Zimmers an sein Ohr drang. Die Musik verstummte, und Raphael ging langsam zu dem Computer, um auf einen anderen Titel zu wechseln. Die letzten Tage waren recht ruhig verlaufen. Er hatte weiter bei der Ausbildung der Soldaten geholfen, und hier und dort einige Kniffe und Taktiken gezeigt. In den Abendstunden jedoch hatte er sich in sein Quartier zurückgezogen, und nach -sehr- gründlicher Überprüfung bezüglich Wanzen und Co. es doch geschafft für sich ein wenig Privatsphäre zu genießen. Dies nutzte er, um auch Mimic, seine metallene Rüstung etwas Auslauf zu bescheren. Der Magier selbst fand bei Musik Ruhe und Entspannung in der Meditation.
Doch heute hatte er zu etwas anderem Lust gehabt.
Langsam schaute er in Richtung des Gestaltwandlers. "May I ask you a favor?" - "Of course!" - "Would you play this, when we have a more peacefull time?"
In den Schatten erkannte man kaum die Gesichtszüge seines Gegenüber, aber er schien zu lächeln. " 'When' not 'if' ? Okay, I will keep it in mind."


------------------

(Russische Militärbasis - 05.11.32, 7.00 Uhr - ca. 7:30Uhr, GMT +2
Terra: 05.11.32, 5.00Uhr - ca. 5:30Uhr)

In aller Frühe wurde heftig an seine Tür geklopft und um Einlass verlangt. Nach kurzem Aufrappeln schloss er sie auf, und erkundigte sich, was denn los sei.
"Sir, I have an order from the general: Come to the commanders Room in 30 minutes. Don't be late."
Der Soldat überreichte ihm noch ein Schriftstück, das einem kleinen Memo glich, und diesen Befehl noch einmal schwarz auf weiß darstellte. "Understood."
Der Uniformierte trat ab, und lies den Schwarzgewandten wieder allein. Er nutzte die übrige Zeit, um sich ein wenig frisch zu machen, ehe er zum Büro des Kommanders aufmachte.


"But I'am still here!
I'm still alive!"

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10-09-2012, 18:03 PM
Beitrag #497
RE: Am Abgrund der Zeit
(Terra: 05.11. 32, 07:00 - 13:00 Uhr)

Auf Terra herrschte noch viel Eifer,
es war früher Morgen, als sie die Insel erreichte,
inzwischen hatte man angefangen, einige der Gebäude erneut aufzubauen,
die Gartenanlagen waren schon rekonstruiert worden.
Kleinere Schäden an Fassaden oder Einrichtungen waren bereits weg,
das Bild Terras wirkte ein Stück mehr wie das alte,
wenn da nicht die "feindliche" Insel wäre,
die inzwischen wohl von den Einheiten vollends erkundet worden war.

Gerade hatte der Flieger die Vampiress abgesetzt,
da kam ihr schon eine kleine Delegation entgegen,
sie wurde freundlich von einem Mann mittleren Alters angesprochen.

"Norten Trendor wants to talk with you,
please meet him at 1800 in his office...",

meinte er zu ihr und machte eine Kehrtwende,
seine Mitmänner, wohl allesamt Sicherheitspersonal,
ging mit ihm und die Vampiress schaute der Gruppe nach.

//Was sollte das denn??//,

fragte sie sich und legte den Kopf schräg.
Mit einem Schulterzucken begab sie sich dann in ihr Zimmer,
dort wollte sie ihre wenigen Sachen auspacken,
die Papiere für später sortieren und duschen.
Nebenbei drängte sich ihr die Frage auf, was wohl Lor machte,
bzw. ob er schon angekommen war,
da sie ihn aber nicht wahrnehmen konnte,
schien er noch nicht auf Terra gelandet zu sein.
Stattdessen saß an ihrem Schreibtisch jemand,
als sie gerade dabei war, mit einem Handtuch um die Schulter das Bad zu verlassen.

"Na sieh mal einer an, Garidion.
Hast du dich die letzten Tage hier herumgetrieben?",


fragte sie ihn grinsend und ging hinüber zu ihrem Kleiderschrank,
wo sie sich neue Unterwäsche und Kleidung herausfischte,
ihre Nacktheit in Gegenwart des Drachen schien ihr nichts auszumachen.
Garidion hatte inzwischen auch eine ISF-Uniform bekommen,
auch wenn sie sich gerade fragte, wie er das geschafft haben sollte,
so ohne Papiere und Nachweise war eigentlich jeder Fremde verloren.
In den Wirren des Angriffes schien er ein Schlupfloch gefunden zu haben.

"Jede Hand wurde gebraucht,
schließlich musste viel gemacht werden.
Und da fiel ich nicht besonders auf,
ohnehin musste meine Schulter heilen,
deswegen konnte ich nicht mal eben so hier verschwinden",

kommentierte er ungerührt und schaute durch die Papiere,
natürlich wusste er um Alexinaras Ausflug in die Akademie nach New York,
hatte die Aufregungen um Raphaels Flucht herum mitbekommen,
schließlich war er hier im wohl heißesten Herd von Geschehnissen gelandet.

"New Light ist aber ruhig verblieben,
anscheinend ist aktuell nur der ehemalige Leiter der ISF,
Raphael, die einzige Schlagzeile, die es wert ist, in der Welt gesendet zu werden."


Er nahm die ersten Papiere vom Stabel runter,
unzählige Einschätzungsprofile begrüßten ihn.

"Und du warst auch fleißig?",

fragte er nun und schaute die inzwischen angezogene Vampiress an,
sie hatte sich gerade noch die Haare zusammen gebunden und ging zu ihm herüber.

"Ja, wir werden alsbald neuen Nachwuchs auf die Insel bekommen,
einige fähige Köpfe sind darunter..."

Geheimnisvoll erstarb ihre Stimme und sie schaute aus dem Fenster.
Auch wenn nicht mal Mittag war, so konnte sie gerade nicht im Zimmer verweilen,
bis zu ihrem Treffen am Abend hatte sie noch genug Zeit.
So nötigte sie ihren alten Gefährten dazu, ihr alle Neuerungen zu zeigen,
da er bei den Arbeiten zum Teil mitgeholfen hatte, wusste er gut bescheid.
Also vebrachte sie die Zeit bis zu Lors Ankunft, von der sie nicht wusste, wann sie sein würde,
damit, Terra unsicher zu machen,
auch wollte sie die Krankenstation besuchen,
Diego würde sich sicherlich über sie freuen.
Erneut kam ihr eine Frage in den Sinn,
doch sie schob diese schnell beiseite.

//Gerade jetzt wissen wir nicht, was uns erwarten wird,
ich bin gespannt, was heute Abend ansteht.//


Insgeheim nahm sie an, Lor spätestens in Norten Trendors Büro wiederzusehen,
wahrscheinlich hatte er einige offene Fragen an die beiden,
schließlich waren sie enge Vetraute des nun flüchtigen Magiers.

~*~
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11-09-2012, 06:54 AM
Beitrag #498
RE: Am Abgrund der Zeit
(13 - 13:30Uhr)

"Where ya goin'?"
Aril folgte dem Krasánen nach, als er einen Weg einschlug, weg vom Asphalt und Richtung Gebäude.
"I have to find someone in the hospital area. And some documents must reach the office - " Er hielt inne, als die Katze ihn mit einem Arm aufhielt, die Pranke offen nach oben entgegen gestreckt.
"Just delivering? Give it to me, search your people and we'll meet again at 6 PM at Norten Trendors office."
"What?!" Ein Ohr knickte zur Seite. Der Gesichtsausdruck war dementsprechend entgeistert.
Aril strubbelte ihm kurz durch den Scheitel, zupfte die Mappe aus seiner Hand und drehte sich um. Lor musste sich erst einmal fangen. Nachdem der Gepard einige Schritte fort war, schüttelte das Blauhaar den Kopf, sortierte die Strähnen und machte sich auf vier Pfoten rasch davon Richtung Krankenstation.

"Für's erste bleibst du sicher bei mir", flüsterte Lor leise, die Hand wie schützend leicht um die Schlange auf seiner Schulter gelegt. Sein suchender Blick war achtsam und teils vorsichtig, registrierte alles in der Umgebung, als würde er auf feindlichem Territorium herumlaufen. Im Helikopter hatte er sich fix in seine ISF-Uniform geschmissen und sah weniger auffällig aus. Das lange blaue Haar wehte schwungvoll in der Bewegung mit, während er sich durch die Korridore des Gebäudes suchte.
Die erste Krankenschwester, die ihm entgegen kam, sprach er direkt und gedämpft an. "Kanako?"
Sie blinzelte erst unverständlich, lächelte dann aber, man sah das Klick im Kopf richtig. "Yes, come with me."
Die Lady in Weiß drehte sich um, eine Akte in der Hand, und führte ihn mit sich Richtung Schwesternzimmer. Dort fragte sie in die Runde, zwei andere waren vor Ort, aber scheinbar keine davon die gesuchte. Die Reise ging weiter, bis zum Ende des Flures, wo gerade jemand rückwärts und sprechend aus einem Zimmer kam. Ein Lachen, Türschluss, dann sah die Schwester auf.
"This man wants to speak with you." Die andere verneigte sich knapp und verschwand.
Kanako lächelte. Ihr schwarzes, zu einem Dutt gebundenes Haar glänzte leicht im Licht. Die japanischen Gesichtszüge waren markant. "Yes?"
Lor verneigte sich begrüßend auf japanische Art. "Ich soll schöne Grüße von Shinji bestellen und dass er mir einen Handgelenksbruch geschient hätte." Das Japanisch schien ein ziemlich plötzlicher Bruch. Ihre Gesichtszüge reagierten dementsprechend, sie legte eine Hand auf's Herz.
"Oh my, I never thought to hear someone here speakin' my language..." Die Japanerin fing sich. "Aber es ist unheimlich schön, sie nach so langem wieder zu hören. Dem Akzent nach sind Sie in Nord-Tokyo aufgewachsen, nicht wahr?"
Er nickte freundlich. "Hai." (Ja)
"Shinji, dieser alte Racker. Hat er seine Kaori endlich geheiratet oder läuft er ihr immer noch hinterher?"
"Sie sind glücklich beisammen und sie erwartet sogar ein Kind."
"Ach herje, das auch noch. Na, so lange es sein Arzt-sein nicht stört"
, kicherte die Schwester und nickte, verbeugte sich ähnlich. Nebenan klingelte das Zimmer und eine Leuchte an der Tür sprang an.
"Ich habe verstanden. Wenden Sie sich an mich, wenn etwas ist. Ich werde da sein."
Er lächelte. "Dedraline Lor desu." (Ich bin Lor)
Sie bestätigte. "Ebashi Kanako desu." Leise ging sie schwungvoll an ihm vorbei, als hätten sie nur ein kurzes Gespräch bezüglich eines Patienten geführt, als wäre nichts gewesen. Der Krasáne sah ihr nicht nach, sondern ging gerade aus hinaus aus der Station.
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11-09-2012, 09:03 AM
Beitrag #499
RE: Am Abgrund der Zeit
(Russische Militärbasis - 05.11.32, 7.30 Uhr - ca. 8:30Uhr, GMT +2
Terra: 05.11.32, 5.30Uhr - ca. 6:30Uhr)

Ein wenig mulmig betrat Raphael das Zimmer, in welchem bereits einige hochrangige Offiziere warteten. Sie hatten das Büro des Kommandanten zu einem Besprechungsraum umgeräumt. Etwas überrascht wurde er gebeten sich an einen der etwa zehn Plätze zu setzen.
Am Kopfende saß der Verteidigungsminister Nathan Seimow. Nachdem ein Unteroffizier angewiesen wurde die Tür zu versperren, begann er bereits:
"Our spies from FSB and SVR have discovered an unknown military base near St. Petersburg..." Während er sprach, verdunkelte man den Raum, um einen Projektor bessere Umgebungsbedingungen zu schaffen. Das erste Bild schien eine Satellitenaufnahme zu sein, die mit doch vergleichsweise großer Distanz aufgenommen wurde.
Es wurde direkt einige male durchgeschaltet, wobei jedesmal näher herangezoomt wurde. Es war eine relativ große Anlage.
"They have no signs or logos, so we can't exactly identify, who they are. I ask you, Mr. Liskor, is this a secret NGEO-Base?"
"We have a few bases in Russian, but no one of them is not reported to your goverment."
"I see... Let's have a more closer lock." Trocken wurden verschiedene Bilder von Einrichtungen gezeigt, unter anderem ein Kraftwerk, mehrere Tanks und Fahrzeuge.
Als es zu den Personenaufnahmen kam, rief der Magie plötzlich: "Stop!"
Alle Blicke waren auf ihn gerichtet, er hatte etwas zu emotional reagiert, dachte der Schwarzgewandte bei sich, atmete einmal durch und schritt zur Projektionsfläche.
"I know this person, so I think I know, to which group this base belongs to. New Light."
"What?! How got they here?!"

Es schien, als würde das Netz an Portalen, welche beim Einsatz zur Rettung von Alexinara entdeckt wurde, auch zu Russland führen. Nur so konnte er sich selbst erklären, wie sie entsprechend viel Material unbemerkt in das Land schaffen konnten.
Der beste Beweis, dass es die Terrorgruppe war, schien das Bild der Person zu sein, welche gerade zu einem Gebäude zu marschieren schien. Es war die Magierin, die bereits beim Angriff auf Terra ihm ihre Fähigkeiten demonstrierte.
"We should infiltrate the base, and if neccessary, destroy it", erklärte einer vom Stab.
Mit zunächst geschlossenen Augen, die sich beim Reden wieder öffneten, wandte sich der Magician an die anderen.
"I want to ask a favor. I want to do this job. Do I get your permission?"
"Are you insane? You aren't even a member of the russian military! Even if we let you stay here, this has nothing to do with the facts. We can't let you do this! Our own army will take care of it."
"But you have nothing to lose, haven't you? If I get prisoned or killed, you and your goverment can say that you have nothing known about my real location. On the other and you risk no lifes."
"Why do you want to go there?", erkundigte sich ein wohl bedachterer Offizier.
"I have much combat experience with them. Also I have to check some theorys about this organisation. Any important information that I get will I communicate with you."
"Do you even think we trust you?", schnellte es herein, alledings gebat Nathan zum schweigen.
"You're right, we have nothing to lose. Let's this be a proof of your reliability." An dieser Stelle konnte man deutlich auch den Politiker in den Worten heraushören.
"But sir - "
"We will support you with a little unit, as well as with a transportation."

------------
(Russische Wildnis - 05.11.32, 12.00 Uhr - ca. 12.30Uhr, GMT +2
Terra: 05.11.32, 10.00Uhr - ca. 10:30Uhr)

Aufgrund der möglichen Vorbereitung, einem Briefing und insbesondere des unüblichen Transports für diese Mission, dauerte alles etwas länger.
Sie sollten nicht auffallen, daher fuhr die Gruppe mit dem Zug durch Russland getarnt als Touristen. Einen Helikopter oder ähnliches hätte man sehr schnell entdeckt.
Allerdings mussten sie gut 15km von ihrem Zielbahnhof noch marschieren, ehe sie in Sichtweite der Basis kamen.
Es wurde angepeilt etwa um 20 Uhr Ortszeit die Operation zu starten.


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13-09-2012, 18:13 PM
Beitrag #500
RE: Am Abgrund der Zeit
(Terra: 05.11. 32, 13:00 Uhr - 16 Uhr)

Direkt nach ihrem kleinen Gespräch verschwand die Vampiress gen Krankenstation,
wo sie sich offiziell wieder als Anwesend meldete,
was den immer noch völlig im Diensstress verfallenen Diego sehr freute.
Doch ehe sie weiter mit ihm reden konnte, war er wieder verschwunden.
Da Alexinara ohnehin später erst erfahren würde,
ob sie überhaupt noch als Ärztin arbeiten konnte,
beließ sie es dabei, Diego erneut zu suchen.
Als sie gerade um die Ecke bog, sah sie noch die Gestalt ihres Vertrauten aus der Station verschwinden,
diesem eilte sie gleich nach, um ihm kräftig einen Klaps auf die Schulter zu geben.

"Na, auch schon hier?
Wie war das Wetter in Tokyo?",

fragte sie ihn locker und lief nun neben ihm,
eine gefühlte Ewigkeit war ihr letztes Gespräch her gewesen,
nun konnten sie zumindest direkt reden,
nicht mit mehreren tausend Kilometern zwischen ihnen.
Trotz dieser nach außen hin normen Situation,
etwas Anspannung verblieb in der Vampiress,
aktuell konnten sie sich nicht sicher genug sein,
schließlich wussten beide nicht, wie sie in der ISF standen.

Irgendwo auf dem Gelände streunte Garidion herum,
er hatte sich angeboten, erstmal auf der Insel zu verweilen,
für den Fall von Komplikationen wäre er mit ihnen geflüchtet,
denn im aktuell angeschlagenen Zustand hätte Terra ihnen nicht viel entgegen zu setzen gehabt.

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